SdKfz 251 Schützenpanzer

Deutscher mittlerer Schützenpanzerwagen SdKfz 251.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Varianten, Bilder und 3d-Modell.

SdKfz 251 Charkow 1943
Deutsche Schützenpanzer SdKfz 251, besetzt mit Panzergrenadieren, rollen im Frühjahr 1943 durch die Straßen von Charkow.

Seiteninhalt:

SdKfz 251

SdKfz 251
Typ: Mittlerer Schützenpanzerwagen.

Das SdKfz 251 (Sonderkraftfahrzeug 251) war ein deutsches gepanzertes Halbkettenfahrzeug des Zweiten Weltkriegs, der von Hanomag, einem deutschen Automobil- und Maschinenbauunternehmen, entwickelt und hergestellt wurde. Es war eines der meistproduzierten gepanzerten Fahrzeuge des Krieges, von dem über 15.000 Stück gebaut wurden.

Überblick

Vielseitigkeit: Das Fahrzeug wurde in verschiedenen Funktionen eingesetzt, darunter als gepanzerter Mannschaftstransportwagen, Artillerieschlepper, Führungsfahrzeug und Ambulanzwagen.

Panzerung: Das Halbkettenfahrzeug verfügte über einen leichten Panzerschutz, der in der Regel zwischen 8 und 14,5 mm dick war und Schutz gegen Handfeuerwaffen und Schrapnelle bot.

Bewaffnung: Einige Varianten waren mit Maschinengewehren, Panzerabwehrgewehren oder sogar leichten Haubitzen bewaffnet.

Kapazität der Besatzung: Neben dem Fahrer und dem Fahrzeugkommandanten konnten bis zu 12 Soldaten befördert werden.

Motor: Das SdKfz 251 wurde von einem Maybach HL 42 6-Zylinder-Benzinmotor angetrieben, der 100 PS leistete.

Varianten: Es gab vier Hauptvarianten (A, B, C und D) und zahlreiche Untervarianten, jede mit spezifischen Modifikationen für unterschiedliche Aufgaben.

Das SdKfz 251 wurde während des gesamten Zweiten Weltkriegs auf allen wichtigen Kriegsschauplätzen von der deutschen Armee und der Waffen-SS eingesetzt. Seine Kombination aus Geländegängigkeit, Panzerschutz und Transportkapazität machte ihn zu einem wertvollen Bestandteil der deutschen Panzergreandiere (mechanisierte Infanterie).

Geschichte

SdKfz 251 Ausf. A
SdKfz 251 Ausf. A

Von größter Bedeutung für die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg waren die auf den ursprünglichen Fahrgestellen für Halbketten-Zugfahrzeuge entwickelten Schützenpanzerwagen, kurz ‚SPW‘.
Das kleinere Modell war das SdKfz 250 auf dem um ein Laufrad verkürzten Fahrgestell des Eintonner-Zugkraftwagens. Das größere SdKfz 251 lief auf dem nur geringfügig veränderten Fahrgestell des Dreitonner-Zugkraftwagens.

Beide Versionen haben sich im Krieg herausragend bewährt, vor allem bei Führungs-, Aufklärungs- und Sonderaufgaben. Herausragend war das SdKfz 251 aber vor allem als Gruppenfahrzeug für Schützen und Panzergrenadiere. Der Einsatz in dieser Funktion verringerte die Verluste dieser motorisierten Infanterie-Einheiten um etwa 50 Prozent gegenüber anderen Formationen.

Das SdKfz 251 der mittleren Schützenpanzerwagen-Serie von Halbkettenketten-Fahrzeugen entstammte den gleichen Anforderungen der deutschen Streitkräfte wie das SdKfz 250. Während das SdKfz 250 jedoch ein leichtes Fahrzeug in der Ein-Tonnen-Klasse war, wurde das SdKfz 251 als ein mittleres Drei-Tonnen-Fahrzeug klassifiziert.

Der Ursprung des SdKfz 251 war das Halbkettenfahrzeug SdKfz 11 leichter Zugkraftwagen 3-Tonnen-Artillerie-Zugmaschine. Dessen Entwicklung bei der Hanomag begann 1934 nach einer Auftragsvergabe, ein Halbkettenfahrzeug mit 3.000 kg Gewicht für das Heer zu bauen.
Während das Konzept der Panzer-Divisionen entwickelt wurde, wurden 1935 die detaillierten Spezifikationen für den gepanzerten Mannschaftstransporter festgelegt, welcher die Panzer in Kampf begleiten sollte. Im Jahr 1937 begann die Entwicklung des SdKfz 251 beim Hanomag-Konzern mit Sitz in Hannover, während Rumpf und der Aufbau von der Büssing-NAG hergestellt werden sollten.
Die ersten Serienfahrzeuge des SdKfz 251 Ausf. A wurden der 1. Panzer-Division Anfang 1939 zugeteilt und die Einführung erfolgte gerade rechtzeitig, damit diese erstmals im Polenfeldzug im September verwendet werden konnten. 1940 erschien die Ausführung C, welche die bisherigen Ausf. A und B ablöste.

Die Ausführung A erkennt man an den drei Sehschlitzen in frühem Muster an jeder Seite und einer Funkantenne, welche an der Vorderseite des rechten Kotflügels montiert ist. Die Ausf. B hatte einen einzigen Sehschlitz nur für den Fahrer und Kommandanten. Beide Modelle hatten eine ungeschützte MG-Halterung über dem Mannschaftsraum.
Die Ausf. C hatte eine einteilige Frontpanzerung und gepanzerte Verkleidungen, um die Motoreinlässe an den Seiten zu schützen. Dazu wurde ein gepanzertes Schutzschild für das vordere Maschinengewehr eingeführt.

Alle Fahrzeuge hatten eine gut durchdachte und geformte Panzerhülle und weit öffnende Doppeltüren am Heck, um das schnelle Ein- und Aussteigen der Infanterie-Gruppe zu ermöglichen.

Hecktüren SdKfz 251
Einsteigen von Panzergrenadieren durch die offenen Hecktüren in eine Ausführung D.

Die verschiedenen Hersteller der Ausführung C verwendeten eine Reihe unterschiedlicher Herstellungsmethoden, sodass es Fahrzeuge mit geschweißten und genieteten Rümpfen gab.

Das SdKfz 251 war in erster Linie ein gepanzerter Mannschaftswagen, welcher für bis zu 12 Mann geeignet war, was neben Fahrer und Kommandanten einer kompletten Gruppe aus 10 Infanteristen entsprach. Diese Version war das SdKfz 251/1 und das Fahrzeug mit den größten Bauzahlen. Die Panzerung an allen Fahrzeugen variierte zwischen 6 mm bis 14,5 mm Dicke.

Bewaffnet mit mindestens zwei Maschinengewehre zuzüglich der Infanterie-Waffen seiner Mannschaft, war das SdKfz 251/1 ein sehr nützliches Kampffahrzeug, welches es der Infanterie ermöglichte, Schritt mit den schnellen Panzerverbänden zu halten.

Nicht weniger als vier verschiedene Versionen (Ausf. A, B, C, D) für den Rumpf wurden eingeführt, hauptsächlich als Folge der ständigen Forderungen der Fronttruppen, noch mehr dieser Fahrzeuge zu erhalten. Dies war aber nichts zu der Masse der unterschiedlichen Varianten, welche für andere Einsatzzwecke gebaut wurden.

Das SdKfz 251 Ausf. D wurde entwickelt, um den Herstellungsprozess zu vereinfachen und den Ausstoß neuer Fahrzeuge so weit wie möglich zu steigern. Dabei wurde die Anzahl der einzelnen Panzerplatten so weit wie möglich verringert.
Die vereinfachte Panzerhülle des Fahrzeuges hatte eine rückwärtig geneigte Heckplatte und die Lufteinlässe für den Motor befanden sich unterhalb dessen Seitenpanzerung. Staukästen aus Leichtmetall wurden an jeder Seite anstelle von Kotflügeln fest montiert.

 

Es gab nicht weniger als 22 Modifikationen für Sonderausführungen des Fahrzeuges. Dazu kamen noch inoffizielle und lokale Umbauten durch die Werkstätten der Frontverbände.
Diese reichten von Waffenträgern für alle Arten von Waffen bis zu Ambulanz-Fahrzeugen. Dazwischen gab es noch Artillerie-Beobachtungsfahrzeuge, Befehls- und Verbindungsfahrzeuge mit Funk- und Telefon-Ausrüstung, Fahrzeugen mit Infrarot-Ausrüstung und Suchscheinwerfern, Flugabwehr-Fahrzeuge und sogar Panzerjäger mit der langen 7,5-cm Pak 40. Dazu kamen Brückenlege-, Pionier- und Entgiftungs-Fahrzeuge. Deren vollständige Liste wird nach dieser allgemeinen Übersicht weiter unten aufgeführt.

SdKfz 251 feuert gerade eine 28/32-cm-Rakete ab
Eine ‚Stuka zu Fuß‘ in verwüsteter Landschaft im Einsatz. Dieses SdKfz 251 feuert gerade eine 28/32-cm-Rakete ab.

Die wohl kampfstärkste Version der Grundausführung SdKfz 251/1 war wohl die ‚Stuka zu Fuß‚. Dies war der mittlere Schützenpanzerwagen mit einem Stahlrohrrahmen über dem Rumpf, auf dessen Seiten jeweils drei Werfer-Rahmen für 28-cm oder 32-cm-Raketen befestigt werden konnten.
Diese Raketen befanden sich dabei noch immer in ihren Transportkisten und wurden daraus auf kurze Reichweiten verschossen; mit einer fürchterlichen Wirkung auf einer größeren Fläche. Es war ein mächtiges Waffensystem, vor allem in Straßenkämpfen.

Aber auch andere Versionen, wie das SdKfz 251/9 mit der kurzen 7,5-cm KwK, waren für den Straßenkampf geeignet und wesentlich genauer. Es gab sogar die Flammenwerfer-Version SdKfz 251/16 für diese Form des Kampfes.
Das SdKfz 251/21 war ein spätes Kriegsmodell zur Abwehr von Tieffliegern, welches mit drei 15-mm- oder 2-cm-Flugzeug-Maschinenkanonen MG151 in einem Drilling-Drehgestell bewaffnet war.

Das Kettenlaufwerk des SdKfz 251 hatte schon den gleichen, überlappenden Aufbau, wie es auch später beim PzKpfw V Panther verwendet wurde. Um im Innenraum möglichst viel Platz zu haben, war die Wanne in einen sechseckigen Querschnitt unterteilt.
Der Motor befand sich vorne, um im Heck Ausstiegsluken einbauen zu können. Um für den Fahrer eine möglichst gute Sicht aus dem Fahrzeug zu haben, wurde die Motorhaube flach gehalten. Deswegen lag das Steuerrad fast horizontal.
Wie bei allen anderen deutschen Halbkettenfahrzeugen, war auch bei diesem Fahrzeug das Lenksystem völlig neu entwickelt worden. Während der Fahrt auf einer Straße wirkte die Steuerung nur auf die beiden Vorderräder mit einem Winkel bis zu 15° Grad. Im Gelände dagegen wurde das Cletrac-System für die Kettensteuerung dazugeschaltet.
Dies ergab eine hervorragende Geländegängigkeit, allerdings war das System im Vergleich zu reinen Rad- oder Kettenfahrzeugen sehr aufwendig und teuer.

Das SdKfz 251 in all seinen Varianten wurde zu Tausenden produziert und wurde praktisch zum ‚Markenzeichen‘ der deutschen Panzer-Formationen. Sie wurde an allen Fronten eingesetzt, meistens in enger Zusammenarbeit mit Panzern.
Einige der ersten Versionen hatten einige unangenehme Probleme mit der mechanischen Zuverlässigkeit, aber diese wurden schnell behoben und der Typ wurde zu einem robusten und zuverlässigen Fahrzeug, egal in welcher Rolle es eingesetzt wurde.

Insgesamt wurden an die Wehrmacht etwa 7.500 leichte SPW SdKfz 250 und 16.000 mittlere Schützenpanzerwagen SdKfz 251 ausgeliefert.

Benutzer: Deutschland.


Varianten der Schützenpanzerwagen SdKfz 251

SdKfz 251/1 mittlerer Schützenpanzerwagen:

Gewicht: 9 Tonnen – Besatzung: 12 Mann – Höhe mit MG-Schild: 2,16 m – Bewaffnung: Zwei 7,92 mm MG 34 oder MG 42Munition: 2.010 Schuss. Der standardmäßige, gepanzerte Mannschaftstransporter für die Panzergrenadier-Gruppe. Für das Zusammenwirken mit Panzer-Einheiten wurde manchmal das FuG5-Funkgerät eingebaut. Eine weitere Bezeichnung für das Fahrzeug war Gerät 901.

SdKfz 251
SdKfz 251/1

SdKfz 251/1 mittlerer MG-Schützenpanzerwagen:

Gewicht: 9 Tonnen – Besatzung: 11 Mann – Bewaffnung: Zwei 7,92-mm-MG34, eine 7,92 mm-MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss. Der Transporter für die schwere MG-Gruppe der Panzergrenadier-Abteilung.

SdKfz 251/1 mittlerer Schützenpanzerwagen (Wurfrahmen 40):

Besatzung: 7 Mann – Bewaffnung: Zwei 7,92-mm MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss. 6-fach-Wurfrahmen 40 mit fünf 28-cm-Sprengranaten und einer 32-cm-Flammengranate (Brandsatz). Nach dem Westfeldzug wurde die Firma J. Gast KG in Berlin damit beauftragt, einen Werfer aus dem Wurfgerät 40 zu entwickeln, welcher an dem mittleren Schützenpanzerwagen montiert werden konnte. Das Ergebnis war ein Fahrzeug, bei dem der Fahrer dieses in Schussrichtung ausrichtete und eine Höheneinstellung von +5° bis +40° Grad für jeden Werferrahmen eingestellt werden konnte. Das Abfeuern dauerte 10 Sekunden und gab dem 3. Panzerpionier-Zug eine schwere Waffe für den Beschuss, wobei die Sprenggranate über 1,9 km und die Flammgranate über 2,2 km verschossen werden konnte.

SdKfz 251 Ausf. B mit Wurfrahmen 40
SdKfz 251 Ausf. B mit Wurfrahmen 40 und Raketen (Stuka zu Fuß).

SdKfz 251/1 mittlerer Schützenpanzerwagen (IR) ‚Falke‘:

Besatzung: 12 Mann. Gepanzerter Standard-Schützenpanzer, ausgestattet mit Infrarot-Ausrüstung, zur Verwendung durch Panzergrenadier-Einheiten, welche bei den Panther-Einheiten mit Infrarot-Ausrüstung zugeteilt waren.

SdKfz 251/2 mittlerer Schützenpanzerwagen (Granatwerfer):

Gewicht: 8,64 Tonnen – Besatzung: 8 Mann. Bewaffnung: 8 cm GrW34, 7,92-mm-MG34 oder MG42 – Munition: 66 Granaten für GrW34, 2.010 Schuss für MG34 oder MG42). Dieses Granatwerfer-Fahrzeug wurde an den schweren Zug der gepanzerten Infanterie-Kompanien ausgegeben. Gerät 892 war die alternative Bezeichnung.

SdKfz 251C Granatwerfer
Montage des Granatwerfers in einem SdKfz 251 Ausf. C

SdKfz 251/3 mittlerer Funkpanzerwagen (Gerät 893):

Gewicht: 8,5 Tonnen – Besatzung: 7 Mann – Bewaffnung: Zwei 7,92-mm MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss – Höhe: 1,75 m. Insgesamt acht verschiedene Arten von Funkgeräten wurden vom Funkpanzerwagen getragen, je nachdem, für welche Einheit sie ausgegeben wurden.

SdKfz 251/3
SdKfz 251/3 mittlerer Funk-Panzerwagen Ausf. C.

Dies war wie folgt:
FuG8 plus FuG5 plus FuG4 für Divisions- und Artillerieverbindung zu den Panzereinheiten. Bis 1942 benötigte das FuG8 eine Rahmenantenne.
FuG8 plus FuG4 beim Verbindungsfahrzeug zwischen Division und Artillerie. Bis 1942 wurde die Rahmenantenne für das FuG8 montiert.
FuG8 plus FuG5, Divisions-Verbindung zu Panzer-Einheiten. Bis 1942 wurde die Rahmen-Antenne für das FuG8 montiert.
FuG7 plus FuG1, Boden-Luft-Verbindung und Transmissions-Hörmonitor.
FuG12 plus FuG11 plus KdoFuGTr Kommandoposten-Fahrzeug. Die ursprüngliche Rahmenantenne wurde anschließend durch einen 9-m-Windenmast ersetzt.
FuGTr100mw Befehlsstand.
FuGTr80mw Befehlsstand.
FuGTr30mw Befehlsstand.
FuGTr15kzw Befehlsstand.

SdKfz 251/4 mittlerer Schützenpanzerwagen (IG) oder Gerät 904

Gewicht: 8,75 Tonnen – Besatzung: 7 Mann – Bewaffnung: Ein 7,92mm MG34 – Munition: 1,100 Schuss. Munitionstransporter und Zugmaschine für das 7,5cm leIG18. Dieses Fahrzeug wurde 1942 durch das SdKfz 251/9 mit der eingebauten 7,5-cm-Kanone ersetzt. 120 Schuss Munition wurden mitgeführt.

SdKfz 251/5 mittlerer Schützenpanzerwagen (Pi) oder Gerät 905

Gewicht: 8,81 Tonnen – Besatzung: 9 Mann – Bewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 – Munition: 4,800 Schuss. Nachrichtenmittel: FuG8 und FuG4. Funkbefehlsfahrzeug für den Pionierzug, dessen Bau 1943 eingestellt wurde.

SdKfz 251/1 im Panzermuseum Munster
SdKfz 251/7 Pionier-Panzerwagen im Panzermuseum Munster.

SdKfz 251/5 mittlerer Schützenpanzerwagen (Pi)

Nachrichtenmittel: FuG8 und FuG5. Funkbefehlsfahrzeug für den schweren Zug der Panzerpionier-Gruppe. Bau 1943 eingestellt.

SdKfz 251/6 mittlerer Kommandopanzerwagen

Panzergeneral Guderian
Panzergeneral Guderian in seinem Befehlswagen SdKfz 251/6.

Gewicht: 8,50 Tonnen – Besatzung: 8 Mann – Bewaffnung: Ein 7,92 mm MG34 – Munition: 1.100 Schuss – Nachrichtenmittel: FuG11 und FuGTr100mw. Voll ausgestattetes Kommandoposten-Fahrzeug, Bau 1943 eingestellt. Späte Version des Kommandopostens wurde mit dem FuG19 und FuG12 ausgestattet.

SdKfz 251/7 mittlerer Pionierpanzerwagen

Gewicht: 8,07 Tonnen – Besatzung: 7 bis 8 Mann – Höhe: 2,70 m – Bewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 oder MG42; eine 7,92mm PzB39 (Panzerbüchse) – Munition: 4.800 für MG, 40 für Panzerbüchse. Spezialtransporter mit Gestellen zur Aufnahme von kleinen Sturmbrücken, Minen und anderen schweren Geräten der Panzerpionier-Kompanie (gp). Bei Verwendung in der Hauptquartier-Kompanie wurden diese Fahrzeuge mit einem FuG5 ausgestattet. Eine andere Bezeichnung war Gerät 907.

SdKfz 251/1 im Panzermuseum Munster
SdKfz 251/1 im Panzermuseum Munster.

SdKfz 251/8 mittlerer Sanitäts-Panzerwagen oder Gerät 908

Gewicht: 7,47 Tonnen – Besatzung: 3 Mann – Gepanzerter Ambulanzwagen zur Aufnahme von zwei Krankentragen und vier sitzenden Verwundeten. Spätere Versionen hatten die hinteren Türen modifiziert, um das Ein- und Ausladen zu erleichtern. Bei Verwendung mit der Hauptquartier-Kompanien oder einer Panzer-Abteilung wurde das Nachrichtenmittel FuG5 eingebaut. (Hinweis: Fahrzeug-Bild Ausf.D im ersten Teil über das SdKfz 251)

Innenraum Sanitäts-Panzerwagen
Im Innenraum eines SdKfz 251 Sanitäts-Panzerwagen.

SdKfz 251/9 mittlerer Schützenpanzerwagen (7,5cm), Gerät 909

Gewicht: 8,53 Tonnen – Besatzung: 3 Mann – Höhe: 2,07 m – Bewaffnung: Eine 7,5 cm KwK37 (L/24) – Seitenrichtbereich: 12° links und 12° rechts – Höhenrichtbereich: -10 bis +12° – Optik: SflZF1 – Munition: 52 Granaten – Sekundärbewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss.
Entwickelt für eine beweglichere Unterstützung der Schweren gepanzerten Infanterie-Kompanie (gp). Am 31. März 1942 wurde Büssing-NAG beauftragt, einen gepanzerten Überbau für den Einbau der älteren 7,5cm KwK zu entwickeln, welche seit dem Auslaufen des PzKpfw IV A bis F mit der kurzen KwK40 (L/24) verfügbar war. Im Juni 1942 wurden zwei Prototypen zu Einsatzversuchen nach Russland geschickt und als Ergebnis davon wurde im selben Monat eine Bestellung über 150 Stück erteilt. 1944 wurde ein neues Konzept zum Einbau der Kanone eingeführt, das ohne größere Änderungen für den Einbau in eine ganze Reihe unterschiedlicher Fahrzeugtypen verwendet werden konnte. Die 7,5cm wurde als K51(Sf) bezeichnet, wenn sie mit der neuen Halterung eingebaut wurde. Der inoffizielle Name, der manchmal für dieses Fahrzeug verwendet wurde, war ‚Stummel‘.

SdKfz 251/9
SdKfz 251/9 im Panzer-Museum Munster.

SdKfz 251/10 mittlerer Schützenpanzerwagen (3,7cm PaK), Gerät 910

Gewicht: 8,02 Tonnen – Besatzung: 5 Mann – Höhe: 2,17 m – Bewaffnung: Ein 3,7cm PaK35/36 (L/45), ein 7,92mm MG34 oder MG42, ein 7,92mm Panzerbüchse PzB39. Munition: 168 (PaK), 1.100 (MG), 40 (Panzerbüchse). Ab 1940 wurde das SdKfz 251/10 als Zugführerwagen an Zugführer ausgegeben, um eine schwerere Unterstützung zu bieten. Bei der Anordnung des 3,7cm PaK-Schildes gab es geringfügige Abweichungen.

SdKfz 251/10 mit 3,7cm Pak
SdKfz 251/10 mit 3,7cm Pak

SdKfz 251/11 mittlerer Fernsprechpanzerwagen, Gerät 911

Gewicht: 8,50 Tonnen – Besatzung: 5 Mann – Höhe: 2,17 m – Bewaffnung: Zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 2.010 Schuss. Mittlere Telefonzentrale und Kabelverlegefahrzeug ähnlich dem SdKfz 250/2. Es gab zwei Versionen, eine mit dem leichteren Feldkabelträger 6 (gp) und eine andere mit der mittleren Feldkabelträger 10 (gp). Im Januar 1942 bestellt, wurden die ersten Fahrzeuge am 15. August 1942 ausgeliefert.

SdKfz 251/12 mittlerer Messtrupp und Gerätepanzerwagen, Gerät 912

Besatzung: 6 Mann. Artillerie-Vermessungsfahrzeug zum Transport der Vermessungs-Abteilung und ihrer Ausrüstung. Das FuG8 Funkgerät wurde mit einer Rahmenantenne geführt. Der Bau wurde 1943 eingestellt.

SdKfz 251/13 mittlerer Schallaufnahme-Panzerwagen, Gerät 913

Fahrzeug mit Artillerie-Schallmessgerät. Bau 1943 eingestellt.

SdKfz 251/14 mittlerer Schallauswerte-Panzerwagen, Gerät 914

Gewicht: 8,50 Tonnen – Besatzung 8 Mann – Höhe: 2,50 m. Artillerie-Schallortungsfahrzeug, Bau auch 1943 eingestellt.

SdKfz 251/15 mittlerer Lichtauswerte-Panzerwagen, Gerät 915

Artillerie-Mündungsblitz-Erkennungsmaschine. Bau ebenfalls 1943 eingestellt.

SdKfz 251/16 mittlerer Flammpanzerwagen, Gerät 916

Gewicht: 8,62 Tonnen – Besatzung: 5 Mann – Bewaffnung: Zwei 1,4cm Flammenwerfer, zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 700 Liter Flammenbrennstoff, 2.010 Schuss für MGs – Höhe: 2,10 m. Das ab Januar 1943 ausgelieferte SdKfz 251/16 trug genügend Flammenbrennstoff, um etwa 80 Stöße von bis zu zwei Sekunden Dauer zu ermöglichen. Die Flammenwerfer, die auf beiden Seiten des Fahrzeugs montiert waren, hatten einen Schwenkbereich von 90° Grad und einen Höhenrichtwinkel von bis zu +40° Grad. Die Reichweite betrug je nach Windverhältnissen ca. 35 Meter. Die früheren Versionen waren auch zusätzlich mit einem 7mm-Flammwerfer 42 ausgestattet, einem tragbaren Flammenwerfer, der an einer 10 Meter langen Schlauchleitung montiert war.

SdKfz 251/16
SdKfz 251/16 Ausf. C mittlerer Flammpanzerwagen.

SdKfz 251/17 mittlerer Schützenpanzerwagen (2cm), Gerät 917

Gewicht: 8,80 Tonnen – Besatzung: 4 bis 6 Mann – Höhe: 2,25 m – Bewaffnung: Eine 2cm KwK38 Flakrohr, zwei 7,92mm MG34 oder MG42 – Munition: 600 Schuss für KwK, 600 für MGs. Bereits am 26. Oktober 1943 gab es eine Ausf. A und Ausf. B des SdKfz 251/17. Fotos zeigen drei verschiedene Modelle mit dem Fahrgestell des SdKfz 251 Ausf. C. Auf zwei ist ein erheblicher Umbau des Überbaus zu erkennen, um eine Ausrichtung in alle Richtungen zu ermöglichen. Auf dem Fahrgestell des SdKfz 251 Ausf.D wurde eine modifizierte Geschütz-Halterung eingeführt, die in den normalen Aufbau eingebaut werden konnte. Spätere Versionen davon wurden mit einem kleinen Turm um die 2cm KwK38 herum ausgestattet, welche einen Flak-Lauf hatte.

SdKfz 251/17
SdKfz 251/17 mit 2cm-Flak und Besatzung der Luftwaffe.

SdKfz 251/18 mittlerer Beobachtungs-Panzerwagen

Besatzung: 6 Mann. Beobachtungsfahrzeug auf dem Fahrgestell des SdKfz 251 anstelle des SdKfz 250. Die Funkeinrichtung bestand aus dem FuG12. Die Geräte-Nummer 918 für das Fahrzeug wurde ab dem 24. August 1944 in den Bestandslisten ausgegeben.

5dKfz 251/19 mittlerer Fernsprechbetriebs-Panzerwagen, Gerät 919

Mobile Telefonzentrale des Telefonzentralen-Trupps.

SdKfz 251/20 mittlerer Schützenpanzerwagen (Infrarotscheinwerfer), Gerät 920

Besatzung: 4 Mann. Ende 1944 wurde die SdKfz 251/20, auch bekannt als ‚Uhu‘, als Kommando- und Beobachtungs-Fahrzeug für jeweils fünf mit Infrarotgeräten ausgerüsteten Panther-Panzer eines Zuges eingeführt. Die an jedem Panther-Panzer angebrachte Infrarot-Ausrüstung ermöglicht eine Sichtweite von nur 400 Metern. Das Uhu-Fahrzeug mit seinen 60cm-Beobachtungsgerät 1251 und dem Teleskop-Beobachtungsgerät 1221 war in der Lage, Ziele in Entfernungen von bis zu 1.500 Metern zu erkennen und anzustrahlen. Der Kommandant des ‚Uhu‘ steuerte dann den Angriff und das Feuer der fünf Panther auf die erkannten Ziele über den üblichen FuG5-Funk. Der Hauptscheinwerfer hatte einen Richtbereich von 360° Grad und konnte bei Nichtgebrauch heruntergeklappt werden. Im August 1944 wurden 600 ‚Uhu‘ bestellt, aber nur etwa 60 wurden vor Kriegsende geliefert.

SdKfz 250/20 'Uhu'
Das SdKfz 250/20 ‚Uhu‘ trug einen Infrarot-Suchscheinwerfer und strahlte damit Ziele für eine kleine Gruppe von Panthern mit Infrarotgeräten an. Gegen Kriegsende hauptsächlich an der Ostfront eingesetzt.

SdKfz 251/21 mittlerer Schützenpanzerwagen (Drilling MG151S), Gerät 921

Besatzung: 4-6 Mann – Bewaffnung: Drei 15mm MG151/15 oder 2cm MG151/20 – Munition: 2.000 Schuss. Dieses Flugabwehrfahrzeug entstand durch die Montage von drei schweren Maschinenkanonen, welche ursprünglich für den Einbau in Kampfflugzeuge entwickelt worden waren, auf einem drehbaren Sockel. Jede Waffe wurde mit einem Gürtel aus einem separaten Munitionskasten versorgt. Die Feuergeschwindigkeit betrug jeweils 700 Schuss pro Minute. Die Produktion des SdKfz 251/21 begann im August 1944.

SdKfz 251/21
SdKfz 251/21 mittlerer Schützenpanzerwagen mit Drilling-MG151S.

SdKfz 251/22 mittlerer Schützenpanzerwagen (7,5cm PaK40), Gerät 922

Besatzung: 4 Mann – Bewaffnung: Eine 7,5cm PaK40 L/46 – Munition: 22 Schuss – Richtbereich: 20° links und 18° rechts – Höhenrichtbereich: -3° bis +22° Grad. Die Produktion der sogenannten Kanonen-Schützenpanzerwagen begann im Dezember 1944, als Folge eines persönlichen Befehls von Adolf Hitler, um so viele Panzerabwehrkanonen wie möglich auf Selbstfahrlafetten zu montieren. Die komplette PaK40 (ohne Räder) wurde in das SdKfz 251/22 eingebaut und nur ein Teil des Daches musste entfernt werden, um einen ausreichenden horizontalen Richtbereich zu ermöglichen. Die SdKfz 251/22 wurden als Bestandteil in der 1945er-Organisation der Panzer-Divisionen aufgeführt und waren dort jeweils wie folgt verteilt: neun an die Panzerjäger-Abteilungen, drei an die Panzer-Aufklärungs-Abteilungen und sechs an die Geschütz-Züge.

SdKfz 251/22
SdKfz 251/22 mittlerer Schützenpanzerwagen mit 7,5cm Pak 40.

SdKfz 251/23 mittlerer Schützenpanzerwagen (2cm KwK), Gerät 923

Besatzung: 4 Mann – Bewaffnung: Ein 2cm KwK38 in Hängelafette 38 – Munition: 100 Schuss – Höhenrichtbereich: -10° bis +85° Grad – Sekundärbewaffnung: Ein 7,92mm MG42 – Munition: 2,010 Schuss. Halbketten-Schützenpanzerwagen, ähnlich dem kleineren SdKfz 250/9 und mit der Hängelafette (Pendelmontage) 38 in einer Turminstallation, wie bei den Panzerwagen der Serie SdKfz 234/1. FuG12 Funkgerät wurde eingebaut. Das SdKfz 251/23 wurde ab dem 28. Dezember 1944 in den Bestandslisten aufgeführt.

SdKfz 251/23
SdKfz 251/23

SdKfz 251 Munitionspanzer

Die SdKfz 251 wurde für den Transport von Munition bei vielen verschiedene gepanzerte Einheiten eingesetzt.

SdKfz 251 7,5cm PaK42 L/70 auf 3t Zgkw

In Gesprächen mit Hitler am 30. September 1943 wurde beschlossen, dass die vorgeschlagene neue 7,5 cm PaK44 L/70 sowohl auf motorisierten Fahrgestellen als auch auf dem normalen kreuzförmigen Geschütz-Lafetten montiert werden sollte. Der Prototyp wurde am 28. Januar 1944 vorgeführt und bestand aus einer angepassten KwK42, die auf einem zurückgebauten Fahrgestell eines mittleren Schützenpanzers montiert war. Das Pak44-Projekt verlief jedoch im Sande und es wurde festgestellt, dass der 3t Zgkw ohnehin keine geeignete Feuerplattform war.


Animation 3d-Modell SdKfz 251


Mehr über SdKfz 251:

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Spezifikationen SdKfz 251

Spezifikationen:

Spezifikationen
Ausf. A-C
Ausf. D
Typ
gepanzerter Mannschaftstransporter
Schützenpanzerwagen
Antrieb
Vergasermotor Maybach HL 42 TUKRM mit 100 PS bei 3.000 U/min
=
Getriebe
4 Gang plus Vorgelege (8 Vorwärts-, 2 Rückwärtsgänge)
=
Besatzung insg.
2
2
Länge
5,80 m
5,98 m
Breite
2,00-2,10 m
2,10 m
Höhe
1,75 m (ohne MG)
=
Gewicht
7.400 kg
8.000 kg
Straßengeschwindigkeit
52,5 km/h
53 km/h
Geländegeschwindigkeit
?
?
Verbrauch/100 km
Straße 50 l, Gelände 85 l
=
Kraftstoffvorrat
160 l
=
Straßen-Fahrbereich
320 km
300 km
Gelände-Farbereich
180 km
=
Kletterfähigkeit
0,33 m
=
Grabenüberschreitung
2,00 m
=
Watfähigkeit
0,50 m
=
Wendekreis
13,5 m
=
Steigfähigkeit
24°
=

Panzerung (mm/Winkel):

mm (Winkel)
Ausf. A-C
Ausf. D
Aufbau Vorn
10 (33°)
10 (33°)
Aufbau Seite
8 (35°)
8 (35°)
Aufbau Hinten
8 (40°)
8 (33°)
Aufbau Oben
offen
offen
Wanne Vorn
14,5 (21°)
15 (22°)
Wanne Seite
8 (35°)
8 (35°)
Wanne Hinten
8 (30°)
8 (33°)
Wanne Unten
6 (90°)
6 (90°)

Bewaffnung und Ausrüstung:

Spezifikation
SdKfz 251/9
SdKfz 251/22
Hauptbewaffnung
7,5 cm KwK37 (L/24) bzw 7,5cm K51 (L/24)
7,5cm PaK40
Schuss
52
22
Schwenkbereich
12° links bis 12° rechts (manuell)
20° links bis 18° rechts (manuell)
Höhenbereich
-10° bis +12°
-3° bis +22°
Mündungsgeschwindigkeit
385 m/s (KGr rot); 450 m/s (Gr38H1)
790 m/s (Pzgr39); 990 m/s (Pzgr40)
Granatgewicht
6,80 kg (KGr rot); 4,40 kg (Gr38H1/A); 4,57 kg (Gr38H1/B); 4,80 kg (Gr38H1/C)
6,80 kg (Pzgr39); 4,10 kg (Pzgr40)
Maximale Schußweite
2.000m (KGr rot); 1.500 m (Gr38H1)
2.000 m (Pzgr39); 1.500 m (Pzgr40)
Sekundär-Bewaffnung
2 x 7,92 mm MG34 oder MG42
keine oder 1 x 7,92 mm MG34 oder MG42 am Heck
Funkgerät
?
?
Zieloptik
SflZF1, SflZF1b/Rblf36 (7,5cm K51)
?

Durchschlagskraft mm Kanonen auf 30° Panzerplatte:

Entfernung
KGr rot Pz (L/24)
Gr38 H1/A (L/24)
Gr38 H1/B (L/24)
Gr38 H1/C (L/24)
Pzgr39 (Pak40)
Pzgr40 (Pak40)
100 m
41 mm
70 mm
75 mm
100 mm
106 mm
143 mm
500 m
39 mm
70 mm
75 mm
100 mm
96 mm
120 mm
1.000 m
35 mm
70 mm
75 mm
100 mm
85 mm
97 mm
1.500 m
33 mm
70 mm
75 mm
100 mm
74 mm
77 mm
2.000 m
30 mm
-
-
-
64 mm
-

Herstellung:

Angaben
SdKfz 251 A-C
SdKfz 251 D
Produktion
Juni 1939 bis Sep 1943
Sep 1943 bis März 1945
Ersteinsatz
Sep 1939
Sep 1943
Stückpreis
22.560 RM
weniger als 22.650 RM
Stückzahl (alle)
4.650
10.602


Stahl auf Rädern: Vergleich zwischen dem deutschen Sd.Kfz. 251 und dem amerikanischen M3 Half-Track

Algiers am 14. Mai 1944
Algiers am 14. Mai 1944: Ein M3 Halbkettenfahrzeug einer frei-französischen motorisierten Einheit bei einer Parade vor dem Generalgouverneur von Algerien, General Catroux.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Mobilität und Schutz zu entscheidenden Faktoren für den Erfolg auf dem Schlachtfeld. Sowohl Deutschland als auch die Vereinigten Staaten entwickelten Halbkettenfahrzeuge, um Truppen unter Beschuss sicher zu transportieren. Das deutsche Sd.Kfz. 251 und der amerikanische M3 Half-track wurden zu den bekanntesten Fahrzeugen ihrer Art – ähnlich im Konzept, jedoch unterschiedlich in ihrer Designphilosophie und ihrer Leistung auf dem Schlachtfeld.

Design und Zweck

Merkmal
Sd.Kfz. 251 (Deutschland)
M3 Halbkettenfahrzeug (USA)
Eingeführt
1939
1941
Besatzung/Kapazität
2 Besatzungsmitglieder + 10 Passagiere
3 Besatzungsmitglieder + 10 Passagiere
Panzerungsdicke
6–14,5 mm
6–13 mm
Bewaffnung (Standard)
1–2 × 7,92 mm MG34 oder MG42
1 × .50 cal M2 + 1 × .30 cal MG
Motor
100 PS Maybach HL42
147 PS White 160AX
Höchstgeschwindigkeit
~53 km/h
~72 km/h
Reichweite
~300 km
~320 km

Konstruktionsphilosophie

Das Sd.Kfz. 251, offiziell bekannt als ‚Schützenpanzerwagen‘, wurde mit Blick auf Kampftauglichkeit und Schutz entwickelt. Seine geneigte Panzerung bot eine bessere ballistische Widerstandsfähigkeit und er wurde als integraler Bestandteil der deutschen Doktrin der mechanisierten Infanterie – der Panzergrenadiere – gebaut.

Der M3 Half-track hingegen spiegelte die amerikanischen Prioritäten Massenproduktion, Einfachheit und Flexibilität wider. Er war einfacher zu bauen und zu warten, da viele Komponenten aus dem kommerziellen Lkw-Bau verwendet wurden. Obwohl seine Panzerung etwas dünner und sein Design weniger ausgefeilt war, war er äußerst zuverlässig und anpassungsfähig für zahlreiche Aufgaben – vom Truppentransport und Krankenwagen bis hin zum Flugabwehr- und Kommandofahrzeug.

Rolle und Wirksamkeit auf dem Schlachtfeld

Sd.Kfz. 251:
Das Sd.Kfz. 251 wurde sowohl an der Ost- als auch an der Westfront intensiv eingesetzt und transportierte häufig Infanterie zusammen mit Panzern in die Schlacht. Durch sein offenes Verdeck war er anfällig für Granatsplitter und Luftangriffe, bot jedoch ausreichenden Schutz vor Kleinwaffenfeuer. Zu den zahlreichen Varianten des Fahrzeugs – über 20 Spezialversionen – gehörten Mörserträger, Kommandofahrzeuge und Raketenwerfer.

M3 Halbkettenfahrzeug:
Der M3 war das Rückgrat der mechanisierten Infanterieeinheiten der USA und der Alliierten. Seine einfache Herstellung (über 40.000 gebaute Fahrzeuge) ermöglichte einen breiten Einsatz nicht nur durch die amerikanischen Streitkräfte, sondern auch durch Großbritannien, die Freie Französische Armee und die Sowjetunion im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes. Obwohl er weniger gepanzert war als sein deutsches Pendant, machte ihn seine Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit auf allen Kriegsschauplätzen unverzichtbar.

Vor- und Nachteile

Sd.Kfz. 251 – Stärken:
– Besserer Panzerschutz und abgeschrägtes Design
– Starke Integration in die deutschen Panzertaktiken
– Große Auswahl an Spezialvarianten

Schwächen:
– Komplexe und kostspielige Herstellung
– Schwierige Wartung unter Feldbedingungen

M3 Halbkettenfahrzeug – Stärken:
– Einfach, robust und leicht in Serie zu produzieren
– Zuverlässig in unterschiedlichen Klimazonen und Geländetypen
– Hohe Anpassungsfähigkeit für verschiedene Einsatzzwecke

Schwächen:
– Geringerer Schutz und keine abgeschrägte Panzerung
– Unruhigeres Fahrverhalten aufgrund einfacher Federungskonstruktion

Vermächtnis

Beide Fahrzeuge symbolisieren die industriellen und taktischen Ansätze ihrer Nationen. Das Sd.Kfz. 251 verkörperte deutsche Ingenieurskunst und taktische Raffinesse, während der M3 Halbkettenfahrzeug für die industrielle Macht und logistische Effizienz Amerikas stand.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren M3-Fahrzeuge weiterhin in vielen Armeen weltweit im Einsatz – ein Beweis für ihre Langlebigkeit und Praktikabilität. Das Sd.Kfz. 251 ist zwar seltener, bleibt aber ein wichtiger Bezugspunkt für das Design von Militärfahrzeugen.

Während das Sd.Kfz. 251 wohl das fortschrittlichere Design war, erwies sich der M3 Half-track aufgrund seiner schieren Anzahl und Zuverlässigkeit als wirkungsvoller. Zusammen prägten sie die Entwicklung des modernen gepanzerten Mannschaftstransportwagens und schlossen die Lücke zwischen dem offenen Lastwagen und dem vollkettengetriebenen Schützenpanzer.


Quellenangaben und Literatur

Operation Barbarossa: the Complete Organisational and Statistical Analysis, and Military Simulation, Volume I – IIIB (Nigel Askey)
Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr (Werner Oswald)
Encyclopedia of German Tanks of World War Two (P.Chamberlain, H.L.Doyle)
Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute (Christopher F. Foss, John F. Milsom, Colonel John Stafford Weeks, Captain Georffrey Tillotson, Richard M. Ogorkiewicz)

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