Waffen-SS Mythen

Flagge Deutsches Reich

Mythen über die Waffen-SS (Teil I).
Unverhältnismäßig hohe Verluste, schlechteres Führungspersonal und bessere und mehr Ausrüstung und Waffen bei der Waffen-SS.
MG42-Schütze der Waffen-SS
MG42-Schütze der Waffen-SS.

Mythen der Waffen-SS

Unverhältnismäßig hohe Verluste bei der Waffen-SS

Feldmarschall Erich von Manstein
Feldmarschall Erich von Manstein, der brillianteste deutsche militärische Kopf im 2. Weltkrieg. Er entwarf den Sichelschnitt-Plan zum Blitzsieg über Frankreich und besiegte nach der Schlacht von Stalingrad die Rote Armee und eroberte Charkow zurück, trotz einer zahlenmäßigen Unterlegenheit von 1:10.
Es wird oft allgemein verbreitet und auch der bekannte Feldmarschall des Heeres, von Manstein, behauptet diese These in seinen Memoiren, dass die Einheiten der Waffen-SS im Kampf relativ höhere und überflüssige Verluste als Einheiten des Heeres erlitten. Allerdings gibt es keine statistischen Erhebungen, welche diese Behauptung unterstützen.
Trotzdem werden hohe Opfer aufgrund des Fanatismus ihrer Angehörigen, der schlechten Führung ihrer Offiziere und der manchmal schlechten Ausbildung der Waffen-SS unterstellt.
Dieses Thema ist jedoch sehr komplex und umfangreich, aber nach dem aktuellen Wissensstand ist diese Behauptung vor allem als Verallgemeinerung unrichtig.

Die fechtenden Einheiten der Waffen-SS bestand in erster Linie nur aus Kampfverbänden und ihren Ausbildungs- und Kampfschulen. Dagegen verfügte das länger bestehende Herr über viel mehr höhere Stäbe, Unterstützungseinheiten wie Nachrichtendienste, Militärpolizei, Bautruppen und Pioniere, dazu Sanitäts-, Versorgungs-, Werkstatt-, Transport-Dienste und das weltweit größte militärische Bahnwesen.
Deshalb stellte das Heer auch für die Waffen-SS diese Dienste zur Verfügung. Dazu gehörten größere Stäbe mit Verwaltungsaufgaben, aber auch die Ausbildungskommandos, welche auch bei der Waffen-SS zahlreicher waren, als die eigenen.

Dadurch ergab es sich natürlich, dass es in der eigentlichen Waffen-SS ein größerer Anteil an tatsächlich kämpfenden Kampftruppen gab, als beim Heer, wo ein größerer Anteil an nicht-kämpfenden Diensten vorhanden war. Schon alleine deshalb kann man davon ausgehen, dass unter der Waffen-SS die Verluste proportional höher gewesen sein müssen, als im Heer.

Dazu waren die SS-Verfügungstruppe (später SS-Division Reich), Leibstandarte-SS-Adolf Hitler und SS-Totenkopf-Division als Elite-Verbände gedacht.
Derartige Formationen wurden deshalb oft für den Einsatz an entscheidenden Stellen der Front verwendet. Dies traf vor allem auf die ersten sechs Waffen-SS-Divisionen zu, sowie die später noch aufgestellten SS-Panzer- und Panzergrenadier-Divisionen. Deshalb waren sie normalerweise an den Frontabschnitten mit den heftigsten Kämpfen im Einsatz, sowohl defensiv als auch offensiv.

Aber auch die anderen Waffen-SS-Formationen sahen unter den gleichen Umständen wie Heeres-Divisionen intensive Gefechte bei verschiedenen Gelegenheiten während der letzten zwei Kriegsjahre. In diesem Zeitraum waren die Verluste bei allen im Bodenkampf stehenden Waffengattungen der deutschen Streitkräfte erheblich.

Massengrab Wehrmachtsoldaten
Das bitterere Ende von hundertausenden Soldaten der Wehrmacht im Massengrab.
Die nackten, statistischen Zahlen des bundesdeutschen WASt, welches die Schicksale von Kriegsopfern archiviert, gaben 1972 an, dass ungefähr 950.000 Männer bis Kriegsende in der Waffen-SS dienten. Davon wurden 253.000 als im Gefecht gefallen oder vermisst registriert, was knapp 27 Prozent sind.

Im deutschen Heer dagegen dienten 11 Millionen Mann, von denen 3.280.000 Mann als Tot oder vermisst gelten, was knapp 30 Prozent sind. Da es im Heer einen weitaus höheren Anteil von ‘nicht-kämpfenden’ Truppenteilen gab, würde dies sogar einen noch höheren Anteil an Toten unter den Kampftruppen als bei der Waffen-SS ergeben, wo es nur wenige Nicht-Kombattanten gab.

Deutsche Kriegsgefangene der 6. Armee nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad
Deutsche Kriegsgefangene der 6. Armee nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad. Nur etwa 5.000 werden Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder sehen.
Jedoch führen diese Zahlenangaben zu falschen Schlüssen. Denn um die Verluste zwischen Heer und Waffen-SS zu vergleichen, müssten auch die unterschiedlichen Umstände der einzelnen Divisionen im Kampf berücksichtigt werden. Dazu gehören ihre Aufgaben und Operationsziele, gegen welchen Gegner und unter welchen Umständen sie jeweils kämpften, das Gelände und die feindliche Kräfteüberlegenheit.
Zum Beispiel ergab eine genauere Studie über die Leistungsfähigkeit an der Westfront im Jahr 1944, dass einige Divisionen der Luftwaffe und des Heeres eine bessere Kampfkraft und damit ein günstigeres Verlustverhältnis erzielten als SS-Formationen. Eine derartige Studie müsste aber für einen Großteil der Gefechte der meisten Divisionen der Wehrmacht erstellt werden, um beweiskräftig zu sein.

Weiterhin ist zu bedenken, dass aufgrund politischer Einflussnahme, operativer Überlegungen oder anderer Faktoren, Einheiten der Waffen-SS nicht geopfert wurden, wie z.B. die 6. Armee in Stalingrad oder dieselbe Armee nochmals in Rumänien im Jahr 1944. Das Gleiche galt für die Kapitulation in Tunesien, wo es ebenfalls keine größeren Waffen-SS-Formationen gab. Auch auf Sizilien wurden keine Waffen-SS-Verbände eingesetzt, da hier ebenfalls ein großes Risiko des Verlustes der Einheiten bestand.
An diesen und anderen gefährdeten Positionen, wie Küstenschutz, Garnisonen, oder in Stellungen unter schwerem Luft-, See- oder Artillerie-Beschuss, mussten die Einheiten des Heeres ‘ihren Kopf hinhalten’, wodurch hier überproportionale Verluste entstanden.

Verwundeter der 5.SS-Division Wiking
Ein Verwundeter der 5.SS-Division Wiking wird im Kaukasus in Sicherheit gebracht.
Während des Zweiten Weltkrieges war die andauernde Kampfbelastung der Einheiten der Waffen-SS deutlich geringer als für die meisten Einheiten des Heeres. Nur wenige Einheiten der Waffen-SS sahen 1939 in Polen einen Einsatz oder Westeuropa im Jahr 1940 und keine davon war zumeist größer als ein Regiment. Es gab zu diesem Zeitpunkt nur drei Divisionen: SS-Verfügungs-Division, Totenkopf und SS-Polizei-Division.
In der zweiten Jahreshälfte 1941 befanden sich ebenfalls nur sechs Waffen-SS-Divisionen an der Ostfront, während 136 Divisionen des Heeres im ständigen Kampf standen.
1942 waren es dann weiterhin nur sechs Divisionen der Waffen-SS sowie drei Brigaden, während über 200 Heeres-Divisionen an der Ostfront kämpften.

Einige der neueren Waffen-SS-Divisionen wurden bis auf die letzten sechs Kriegsmonate praktisch während ihres ganzen Bestehens nur gegen Partisanen eingesetzt. Dies war zwar ein brutaler Kleinkrieg, aber in keinem Fall so verlustreich wie gegen die Rote Armee zu kämpfen.


Beim Heer wurden später sogenannte Volksgrenadier-Divisionen aufgestellt oder aus zerschlagenen Verbänden wiederhergestellt. Einige dieser VG-Divisionen wurden mit demoralisierten Kader zerschlagener Divisionen gebildet und mit Person von Luftwaffe und Marine aufgefüllt, welche praktisch keine Erfahrung im Infanterie-Kampf hatten.
Nach einer Verbandsübung von höchsten sechs Wochen wurden diese Divisionen in den Einsatz geschickt, wobei die mangelhafte Ausbildung und Ausrüstung durch Indoktrinierung ausgeglichen werden sollte. Seit Sommer 1944 wurden 76 dieser Volksgrenadier-Divisionen mit zweifelhaftem Kampfwert und hohen zu erwartenden Verlusten beim Heer aufgestellt, was alleine schon die doppelte Menge aller Waffen-SS-Divisionen war.

Nach Aufführung all dieser Statistiken und Einwände in beide Richtungen ist die Vorstellung, dass die Waffen-SS unverhältnismäßig höhere Verluste erlitten hat, am besten noch eine unbewiesene und nicht nachvollziehbare Verallgemeinerung.

Schlechteres Führungspersonal bei der Waffen-SS

'Sepp' Dietrich
Höchster operativer militärischer Führer der Waffen-SS war ihr General Josef ‘Sepp’ Dietrich.
Wie zuvor bereits erwähnt, gilt als einer der Gründe für die angeblich übermäßigen Verluste der Waffen-SS, dass ihre Führung schlechter als die des Heers war. Hier wird behauptet, dass die Offiziere der Waffen-SS eher mehr nationalsozialistischen Eifer als militärisches Fachwissen mitbrachten.

Dies wird allerdings nicht bei einem Blick auf das Führungspersonal der verschiedenen Waffen-SS-Divisionen untermauert. Viel mehr besaßen alle Divisionskommandeure militärische Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg und waren sogar zumeist schon im Offiziersrang.
Allerdings diente nur eine Minderheit ununterbrochen seit dem Ende des Krieges, doch das Gleiche galt auch für das viel größere Heer, welches aus der nur 100.000 Mann starken Reichswehr seit 1936 entstanden war.

Die Führungsspitze von dessen, was sich zur Waffen-SS entwickelte, kam in erster Linie von der Reichswehr und der Polizei. Genauso wie beim Heer gaben diese langjährig dienenden Offiziere ihr Wissen und Erfahrungen an die Jüngeren weiter. Dazu gehörten die Schüler der beiden SS-Offiziersschulen, welche bereits 1934 und 1935 gegründet worden waren.
Dass die Fähigkeiten der ursprünglichen Kader-Offiziere und auch von denjenigen, welche seit 1934 ausgebildet worden waren, für das Heer mehr als ausreichend waren, spiegelt sich in den zahlreichen positiven Bewertungen ihrer Vorgesetzten aus dem Heer wider und den vielen Auszeichnungen, welche sie erhalten hatten.

SS-Obergruppenführer Paul Hausser
SS-Obergruppenführer Paul Hausser, Divisionskommandeur bis in den Oktober 1941, in seinem SdKfz 253. ‘Reich’ bildete die Speerspitze beim Stoss auf Moskau.
Es ist auch behauptet worden, dass Paul Hausser der einzige bedeutende hochrangige Kommandeur war, welcher aus der Waffen-SS hervorging. Dies ignoriert aber die zahlreichen hochgeschätzte Korpskommandeure während des Zweiten Weltkriegs.
Zumindest Wilhelm Bittrich (II. SS-Panzerkorps), Felix Steiner (III. [germanisches] SS-Panzerkorps), Herbert Otto Gille (IV. SS-Panzerkorps), Artur Phleps (V. SS-Freiwilligen-Gebirgskorps), Walter Krüger (VI. SS-Freiwilligen-Korps) und Matthias Kleinheisterkamp (XI. SS-Panzerkorps) zeichneten sich in ihren Stellungen aus, was durch ihre Vorgesetzte aus dem Heer bestätigt wurde.

Zusätzlich wurden zahlreiche Waffen-SS Männer, die erst in den 1930er Jahren den Rang eines Nachwuchs-Offiziers hatten, ebenso erfolgreiche Divisionskommandeure. Darunter waren Theodor Wisch, Werner Ostendorff, Hermann Priess, Karl Ullrich, Otto Kumm, Sylvester Stadler, Heinz Harmel, Fritz von Scholz, Fritz Witt, Georg Bochmann, Bruno Streckenbach, Franz Augsberger und Jürgen Wagner. Augsberger erhielt das Ritterkreuz und alle anderen das Eichenlaub oder höher zu dieser Auszeichnung. Dies geschah fast immer durch Vorschlag ihrer beeindruckten vorgesetzten Korps- oder Armee-Befehlshaber des Heeres.

Die Waffen-SS war besser ausgerüstet als das Heer

Kavalleristen der Waffen-SS mit Sturmgewehr 44
Kavalleristen der Waffen-SS gegen Kriegsende. Sie haben Tarnanzüge und sind mit dem modernen, automatischen Sturmgewehr 44 ausgerüstet. Die Waffe hatte einen hervorragenden Ruf. Obwohl billig und mit Presstahl hergestellt, war das Sturmgewehr die einzige Infanterie-Waffe, welche ausnahmslos immer im osteuropäischen Schlamm, Kälte oder Schneesturm funktionierte.
Die deutschen Kriegsteilnehmer behaupteten oft, dass die Waffen-SS die beste Ausrüstung und Waffen und außerdem mehr davon erhielt.
Dies trifft sicherlich für Teile der Waffen-SS-Divisionen zu, aber auf jeden Fall nicht für die Mehrheit.
Wie in den meisten Armeen des Zweiten Weltkriegs erhielten die verschiedenen Einheiten Waffen entsprechend der Verfügbarkeit, des laufenden oder geplanten Auftrages und ihres guten Rufes, diese auch richtig benutzen zu können.

Die ursprünglichen Verfügungungs- und LSSAH-Divisionen wurden vom Heer als Elite-Verbände angesehen, da sie mit bestem ‘Menschenmaterial’ und Ausbildung aufgestellt worden waren. Als Folge davon wurden sie schon sehr früh vollständig motorisiert, mit Artillerie ausgerüstet und erhielten zusätzliche, besondere Waffen, wie zum Beispiel Panzerwagen und auch StuG III. Die Bewaffnung und Ausrüstung bestand fast vollständig aus deutschem Material.

Dagegen wurden die Totenkopf-Verbände als nicht besonders hochwertig angesehen und als die SS-Totenkopf-Division während des Winters 1939/40 aufgestellt wurde, musste sie sich vor allem mit Beutewaffen aus der Tschechoslowakei behelfen.
Die gleichzeitig gebildete SS-Polizei-Division wurde ebenso wie eine Infanterie-Division des Heeres organisiert und ausgerüstet, wozu bespannte Versorgungswagen und Artillerie gehörte.

Somit waren die beiden Stamm-Divisionen der Waffen-SS besser ausgerüstet als die Mehrheit der Infanterie-Divisionen des Heeres, aber auch im Vergleich zu der SS-Polizei- oder erst recht der SS-Totenkopf-Division.
Im Laufe des Jahres 1942 erhielten dann Leibstandarte, Reich, Totenkopf und Wiking auch Panzer. Die zur gleichen Zeit aufgestellte SS-Division Prinz Eugen erhielt allerdings vor allem französische und jugoslawische Beutewaffen und war nicht so gut ausgestattet wie die Gebirgsjäger des Heeres oder die SS-Gebirgs-Division Nord.

Im Laufe des Krieges wurden die SS-Division LSSAH, Das Reich, Totenkopf und Wiking durch Hohenstaufen, Frundsberg und Hitlerjugend ergänzt und alle als vollständige Panzer-Divisionen mit zwei Panzer-Bataillonen in einem Panzer-Regiment und eines von sechs Infanterie-Bataillonen mit Schützenpanzern ausgerüstet.
Diese Organisation entsprach zwar den Panzer-Divisionen des Heeres, aber SS-Panzer-Bataillone hatten vier statt drei Panzer-Kompanien in jedem Bataillon, wodurch sie über mehr Panzer verfügten, welche allerdings nicht unbedingt besser als die beim Heer waren.

Tiger-Panzer der SS-Leibstandarte in Nord-Italien
Tiger-Panzer der SS-Leibstandarte in Nord-Italien zur Sicherung der Alpen-Pässe und rückwärtigen Verbindungslinien.
Bis 1945 verfügten dann einige der SS-Panzer-Divisionen, wie zum Beispiel die Leibstandarte oder Hitlerjugend, über einen zusätzlichen Zug je Kompanie sowie über eine zusätzliche Kompanie je Panzer-Bataillon. Diese Divisionen erhielten außerdem ihr eigenes Nebelwerfer-Bataillon und machmal auch Tiger-Panzer im Gegensatz zu allen anderen Heeres- oder SS-Panzer-Divisionen.
Diese besonders verstärkten SS-Panzer-Divisionen wurden regelmäßig als Speerspitze bei Gegenangriffen an der Ost- oder Westfront eingesetzt.

Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass es derartige Abweichungen auch bei Heeres-Divisionen gab. Bereits im Sommer 1943 verfügte die herausragende Panzer-Division des Heeres, welche um die Infanterie zu Ehren trotzdem nur als Panzergrenadier-Division Grossdeutschland bezeichnet wurde, drei Bataillone im Panzer-Regiment und acht Bataillone an Panzergrenadieren.
Die im folgenden Frühjahr aufgestellte Panzer-Lehr-Division hatte dagegen nur vier Infanterie-Bataillone, welche dafür aber alle mit Schützenpanzern ausgerüstet waren. Diese beiden Panzer-Divisionen des Heeres wurden ebenfalls wie die der Waffen-SS bei besonders schwierigen Missionen eingesetzt.

Wie dies zeigt, war der Grad der Qualität in der Ausstattung sehr unterschiedlich und die gewöhnlichen Infanteristen des Heeres waren daher wahrscheinlich genauso eifersüchtig auf die Soldaten der SS-Leibstandarte wie auf die von Großdeutschland.
Aber als die Waffen-SS im Kriegsverlauf ständig anwuchs, waren die meisten ihrer neuen Einheiten auch nur Infanterie-Divisionen und diese waren auch nicht besser ausgerüstet, als diejenigen vom Heer. Infanterie-Verbände, sowohl vom Heer als auch der Waffen-SS, hatten eine geringere Priorität bei der Zuteilung der besten Waffen, als die Panzerverbände.

Truppen der SS-Division Prinz Eugen
Truppen der SS-Division Prinz Eugen marschieren hinter einem erbeuteten französischen Hotchkiss H38 Panzer während der sechsten Offensive gegen Tito vorwärts.
So war zum Beispiel die 29. Waffen-Grenadier-Division mit italienischem Personal zwar Teil der Waffen-SS, aber mit italienischen Waffen ausgerüstet und nicht annähernd so gut ausgestattet wie z.B. die LSSAH.
Unter den Gebirgsjäger-Divisionen der Waffen-SS wurde die SS-Nord ausgebaut, um ihren Verteidigungsauftrag an einem unmöglich langen Abschnitt im Norden Kareliens halbwegs erfüllen zu können. Sie erhielt ein motorisiertes Infanterie- und später Panzergrenadier-Bataillon sowie Ende 1943 ein norwegisches Ski-Bataillon. Zwischenzeitlich waren die anderen SS-Gebirgs-Divisionen unter Berücksichtigung ihrer Aufgaben anders organisiert worden. Einige erreichten den Standard der Gebirgsjäger des Heeres, während andere darunter blieben.
Die Infanterie-Regimenter der SS-Prinz Eugen erhielten zum Beispiel ein zusätzliches Bataillon, welche sie auch dringend in dem schwer zerklüfteten und bewaldeten Gebieten benötigte, wo ihre Soldaten Partisanen bekämpfen mussten. Dagegen hatten ihre leichten und mittleren Artillerie-Bataillone nur jeweils zwei Batterien, da mehr vermutlich gegen mangelhaft ausgerüstete Partisanen nicht notwendig und im schwierigen Gelände wenig sinnvoll war.

All dies zeigt daher, dass die bevorzugte Ausgabe besserer und mehr Waffen an die Waffen-SS keine allgemeingültige Behauptung sein kann. Es muss dabei immer die Waffengattung, die Aufgaben und die Erwartungshaltung ihrer Vorgesetzten berücksichtigt werden.
Im Allgemeinen scheint es jedoch so, dass die Panzer-Divisionen der Waffen-SS besser dran waren, als die meisten ihrer Kollegen beim Heer. Und selbst unter den Panzerverbänden der Waffen-SS waren einige besser ausgerüstet, als andere.
Die Gebirgsjäger der Waffen-SS waren manchmal besser ausgerüstet, manchmal etwas stärker, aber oft schwächer als die Gegenstücke des Heeres.
Schließlich waren einige der Infanteriedivisionen der Waffen-SS deutlich schwächer und weniger gut ausgestattet als die meisten im Heer, was wahrscheinlich auf ihre späte Aufstellung im Krieg und ihrer zweitrangigen Aufgaben zurückzuführen ist.

button go Hier zu Teil II: Waffen-SS Verbrechen.

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