Waffen-SS-Divisionen 26-32

Deutschland-FahneBefehlshaber, Aufstellung, Einsätze, Ende, Infanterie-Stärke und Panzerausstattung der Waffen-SS-Divisionen 26-32 (ungarische Nr. 2 bis 30. Januar).

Einige der auf dieser Seite aufgelisteten Waffen-SS-Divisionen bestanden letztlich nur auf dem Papier, da die Befehle zu ihrer Aufstellung selten mit der noch zur Verfügung stehenden Zeit und den noch vorhandenem Personalbestand in Einklang standen. Viele Divisionen bestanden aus Ausländern, Russen, Ukrainern oder sogenannten ‘Volksdeutschen’ und sind teilweise für erhebliche Kriegsverbrechen verantwortlich.

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26. Waffen-Grenadier-Division der SS Ungarn (ungarische Nr.2)

Befehlshaber:
SS-Sturmbannführer Tiermann, SS-Oberführer Maack.

Aufstellung (als Division):
Aufstellung im März 1945 befohlen.

Ende:
Niemals wirklich fertiggestellt, existierte nur auf dem Papier.

Infanterie-Stärke:
3 schwache motorisierte Infanterie-Regimenter. Waffen-Grenadier-Regimenter 64, 65 und 66.

Panzer-Ausstattung:
SS-Panzer-Brigade 49 niemals vollständig aufgestellt, existierte nur auf dem Papier.

Einsätze:
Zweite ungarische SS-Division, deren Aufstellung mit der Nummer 26 im März 1945 befohlen wurde und mit den möglichen Namen ‘Hungaria’ oder ‘Gömbös’. Keine Bestätigungen über den tatsächlichen Fortschritt bei der Aufstellung vorhanden und alle Informationen über die Einheit stammen aus den Dokumenten vom Feldpost-Büro.
Die SS-Panzer-Brigade 49 wurde im Sommer 1944 von Dänemark nach Frankreich verlegt um den Stamm für die 26. SS-Panzer-Division zu bilden. Diese Panzer-Division wurde niemals aufgestellt und existierte als Kampfeinheit nur auf dem Papier.


27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division Langemarck (flämische Nr.1)

SS-Brigade Langemarck

Rekrutierungsplakat für SS-Brigade Langemarck.

Befehlshaber:
SS-Obersturmbannführer Schellong.

Aufstellung (als Division):
Legion im Mai 1943 als Brigade reorganisiert und ab September 1944 als Division bezeichnet.

Ende:
Überlebende gingen am 5. Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein.

Infanterie-Stärke:
1943 mit 2, 1944 mit 3, 1945 mit 1 motorisierten Infanterie-Regiment. Bestehend im November 1944 aus den SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimetern 66, 67 und 68.

Panzer-Ausstattung:
1943/44 mit 14 StuG III und StuG IV, 10 Marder Pak-Selbstfahrlafetten. Insgesamt 24 Panzer.
1945 insgesamt 10 Panzerjäger Hetzer.

Einsätze:
Im Mai 1943 wurde die Freiwilligen-Legion ‘Flandern’ bei Milowitz als 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade ‘Langemarck’ reorganisiert und bestand vor allem aus flämischen Freiwilligen, aber womöglich auch einigen Finnen.
Im Einsatz in der Ukraine ab Dezember 1943 und schwere Verluste bei Schitomir Anfang 1944. Im April 1944 zur Erholung und Auffrischung in die Tschechoslowakei verlegt. Im Juli 1944 an die Narwa-Front, dort schwere Verluste. Die Überlebenden werden im September 1944 nach Swinemünde, Hammerstein, verschifft.
Zur Division umbenannt und mit flämischen Luftwaffen-Helfern, Personal der Kriegsmarine, NSKK und der Organisation Todt aufgefrischt.
Kämpfte im Januar 1945 bei Zachan, im Februar und März 1945 bei Stargard und Altdamm. Teile im Einsatz an der Oderfront im April 1945 und dort fast vollständig vernichtet im April und Mai 1945. Rückzug nach Mecklenburg im Mai 1945.

Individuelle Abzeichen:
Die Freiwilligen-Legion ‘Flandern’ trägt Runen als Kragenabzeichen von 1941 bis 1943. Die Brigade und Division führt Trifos, manchmal auch überlappend.
Auf dem Manschetten-Band wird der Titel ‘Frw. Legion Flandern’, ‘Flandern’ oder ‘Langemarck’ geführt.


28. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division Wallonien

Degrelle von der SS Brigade Wallonien

Degrelle von der SS Brigade Wallonien besucht belgische Rüstungsarbeiter in Berlin.

Befehlshaber:
SS-Sturmbannführer Leon Degrelle.

Aufstellung (als Division):
Wallonische Legion im Juni 1943 vom Heer an die Waffen-SS abgegeben, wurde seit Oktober 1944 als Division bezeichnet.

Ende:
Die meisten Angehörigen der Division wurden mit Hilfe von Pässen, welche Degrelle organisiert hatte, Ende April 1945 von der Ostfront nach Dänemark evakuiert. Später kamen sie in britische Kriegsgefangenschaft.

Infanterie-Stärke:
1 motorisiertes Infanterie-Regiment (3 ab Oktober 1944, jedoch dann auch französische, belgische und spanische Freiwillige dabei). Im Oktober 1944 bestehend aus den SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimentern 69, 70, 71.

Panzer-Ausstattung:
1943 mit 10 StuG III und StuG IV, 12 Marder Pak-Selbstfahrlafetten. Insgesamt 22 Panzer.
Sommer 1944: 14 StuG IV, 4 StuH 10,5cm. Insgesamt 18 Panzer.
1945 insgesamt 10 Jagdpanzer IV.

Einsätze:
Die ‘Wallonische Legion’ wurde im Juni 1943 vom Heer an die Waffen-SS abgegeben und zur 5. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade ‘Wallonien’ ausgebaut. Sie wurde im November 1943 im Dnjepr-Bogen zusammen mit der Wiking-Division eingesetzt. Im Januar 1944 im Tscherkassy-Kessel eingeschlossen und nur 632 von 2.000 Mann überstehen den anschließenden Ausbruch.
Erholung und Auffrischung in Wildflecken. Im Frühjahr 1944 an die Narwa-Front verlegt und schwere Verluste bei Reval.
Im Sommer 1944 nach Breslau verlegt und im Oktober 1944 als Division bezeichnet, nachdem verschiedene französische, belgische und spanische Einheiten (darunter womöglich die Gruppe ‘Ezquerra’) eingegliedert wurden.
Im Dezember 1944 als Reserve an den Rhein verlegt, um bei einem Erfolg der Ardennen-Offensive später in Belgien eingesetzt zu werden.
Anfang 1945 nach Pommern verlegt, Kämpfe bei Stargard, Stettin und Altdamm von Februar bis April 1945, wobei die Stärke auf ca. 700 Mann zusammenschmolz. Ein Teil dieser Männer ziehen sich nach Schleswig-Holstein zurück, andere werden von der Roten Armee bei Schwerin gefangengenommen.
Ihr Kommandeur Degrelle floh über Norwegen nach Spanien, wo er für viele Jahre ein öffentliches Leben führte.
Höchste Kampfleistungen.

Individuelle Abzeichen:
Runen als Kragenabzeichen von 1941 bis 1945, Burgunder-Kreuz eingeführt.
Auf dem Ärmel-Band soll der Titel ‘Wallonien’ geführt worden sein. Die vom Heer an die Waffen-SS abgegebenen Angehörigen der ‘Wallonischen Legion’ trugen das Edelweiss-Abzeichen der deutschen Gebirgsjäger am rechten Ärmel und an der Heeres-Feldmütze.


29. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr.1)

SS-Bild vom Warschauer Aufstand

Maschinengewehrschütze der SS mit Unterstützung durch ein Sturmgeschütz während des Warschauer Aufstandes 1944.

Befehlshaber:
Brastislaw Kaminski.

Aufstellung (als Division):
‘Bande’ unter Bratislaw Kaminski, zur Waffen-SS Ende 1943 übernommen. Spätere als ‘Division’ bezeichnet.

Ende:
Nach dem Abzug vom Warschauer Aufstand (August 1944) wurde Kaminski unter ungeklärten Umständen erschossen und seine ‘Division’ aufgelöst. Die Waffen-SS-Nr. 29 wurde von der italienischen Nr.1 übernommen (siehe nächste Division).

Infanterie-Stärke:
Bande von 6.500 Mann mit erbeuteter russischer Artillerie.

Panzer-Ausstattung:
Einige erbeutete russische Panzerfahrzeuge.

Einsätze:
In die Waffen-SS auf dem Papier Ende 1943 übernommen, bestand die ‘Kaminski-Brigade’ aus bis zu 6.500 russischen Überläufern, Mördern und Kriminellen. Es waren vor allem Ukrainer und wurden von Bratislaw Kaminski angeführt.
Während der Partisanen-Bekämpfung und Sicherungseinsätze hinter der Heeresgruppe Mitte wurden von dieser Bande so viele Kriegsverbrechen begangen, daß man sich ihrere Loyalität sicher sein konnte. So wurde ihnen erlaubt, erbeutete russische Panzerfahrzeuge und Artillerie zu verwenden.
Verstärkt durch weiteren menschlichen Abschaum und andere ‘verlorene Seelen’, wie entlassenen Vertrauensleuten aus Konzentrationslagern, zogen sie sich gemeinsam mit deutschen Truppen nach der großen sowjetischen Sommeroffensive 1944 nach Polen zurück.
Im August 1944 wurden sie in den Stadteil Wola geschickt, um gegen die Polnische Heimatarmee beim Warschauer Aufstand eingesetzt zu werden. Ihr erschreckendes Verhalten führte zu Forderungen zu ihrer Ablösung, selbst durch andere SS-Befehlshaber. An einem einzigen Tag – dem 5. August 1944 – sollen sie etwa 10.000 polnische Zivilisten ermordet haben.
Kaminski wurde später unter ungeklärten Umständen erschossen und seine ‘Division’ aufgelöst. Ein Teil seiner Männer wurde der russischen Befreiungsarmee unter General Wlassow und ein anderer Teil der 30. Waffen-Grenadier-Division der SS zugeteilt.

Individuelle Abzeichen:
Unbestätigt ein Malteser-Kreuz mit gekreuzten Schwertern als Kragenabzeichen. Die Uniformen bestanden aus einer Mischung von deutscher Kleidung und der Russischen Befreiungsarmee mit ‘POHA’ bzw ‘RONA’-Insignien.


29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr.1)

Befehlshaber:
SS-Standartenführer Lombard, SS-Brigadeführer Hansen.

Aufstellung (als Division):
Italienische, faschistische Sicherungstruppe Milizia Armata, zur Waffen-SS im September 1944 übernommen.

Ende:
Einzelheiten nicht bekannt.

Infanterie-Stärke:
Die Teileinheiten wurden weit verstreut eingesetzt.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze
Die ‘Milizia Armata’, die faschistische, italienische Sicherheitstruppe, wurde im September 1944 in die Waffen-SS überführt. Es ist möglich, daß die Einheiten auch unter dem Namen ‘Legione SS Italiana’ oder ‘1. italienische Freiwilligen-Sturmbrigade’ bekannt war und Untereinheiten mit den Bezeichnungen ‘Debica’ und ‘Vendetta’.
Einsätze gegen Partisanen und einige Zusammenstöße mit alliierten Truppen. Die Waffen-SS-Divisions-Nummer der aufgelösten Kaminski-Division (siehe zuvor) wurde der Sturmbrigade im April 1945 zugeteilt.
Die Einheiten des Verbandes wurden weit verstreut und unabhängig von einander eingesetzt.

Individuelle Abzeichen:
Kragenabzeichen mit Runen, ein alt-römisches Fasces-Motiv wurde im April 1945 eingeführt und womöglich noch getragen. Die Insignien waren auf rotem Hintergrund, spätere womöglich Schwarz. Die Rangabzeichen der Offiziere wurden an beiden Seiten des Kragens geführt. Die Adler auf den Ärmeln und Mützen hatten Fasces anstatt das Hakenkreuz. Alle Rangabzeichen entsprachen denen von italienischen Uniformen.

 


30. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr.2)

Befehlshaber:
SS-Obersturmbannführer Siegling.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt im Juli 1944. Wurde eine Division der Waffen-SS im August 1944.

Ende:
Aufgelöst und Überlebende im November 1944 von der Wlassow-Armee ROA übernommen.

Infanterie-Stärke:
3 Infanterie-Regimenter im Oktober 1944 bestehend aus den Waffen-Grenadier-Regimentern der SS 75, 76 und 77.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Im Juli 1944 unter dem Polizei-Befehlshaber als ‘Schuma-Brigade Siegling’ gebildet. Das Personal stammt von den aus russischen Überläufern gebildeten Sicherungseinheiten ‘Schuma’ (Schutzmannschaften).
Das 1. Regiment wurde mit den Schuma-Bataillonen 57, 60, 61 und Mannschaften der Polizei-Gebiets-Kommandantur Minsk gebildet. Das 2. Regiment aus den Schuma-Bataillonen 62, 63, 64 und der Polizei-Gebiets-Kommandantur Lida. Das 3. Regiment aus den Polizei-Gebiets-Kommandanturen Slusk, Baranowitschi und Wileika. Das 4. Regiment von der Polizei-Gebiets-Kommandantur Slonim und dem Polizeiführer Pripjet. Die Kavallerie und Artillerie stammte von den Schuma-Bataillonen 63 und 56.
Die Brigade wurde zur Waffen-SS-Division im August 1944 (eventuell auch als ‘weissruthenische Nr.1 der SS’ bezeichnet) und wurde nach Frankreich in die Gegend von Belfort und Mühlhausen zu Einsätzen gegen die Resistance verlegt. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit alliierten Streitkräften.
Im November 1944 nach Deutschland verlegt und die noch vorhandenen Divisions-Angehörigen wurden der russischen Befreiungsarmee von General Wlassow zugeteilt. Offiziere und Unteroffiziere wurden für die 25. und 38. Waffen-SS-Divisionen verwendet.

Individuelle Abzeichen:
Ungesichert das russische orthodoxe Kreuz in horizontaler Form auf dem Kragen.


31. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division Böhmen-Mähren

Befehlshaber:
SS-Brigadeführer Gustav Lombard.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt in Ungarn und der Slowakei im Oktober 1944.

Ende:
Zerstört bei Königgrätz (Tschechien) im Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
unbekannt, aber weit unter Divisionsstärke.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Im Oktober 1944 in Ungarn aus Ausländern und Volksdeutschen gebildet. Einige der Offiziere und Unteroffiziere stammten von der aufgelösten 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS ‘Kama’.
Weit unter Divisionsstärke kämpfte der Verband gegen die Rote Armee in Rückzugsgefechten und wurde wahrscheinlich im Mai 1945 bei Königgrätz vernichtet.


32. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division 30. Januar

Befehlshaber:
SS-Standartenführer Mühlenkamp, SS-Standartenführer Richter, SS-Oberführer Ax, SS-Standartenführer Kempin.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt am 30. Januar 1945 (Tag der Machtübernahme Hitlers 1933, daher der Divisions-Name) in der Kurmark.

Ende:
Schwere Verluste, nur etwa 150 Überlebende erreichten die west-alliierte Kriegsgefangenschaft bei Tangermünde im Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
3 teilweise motorisierte Infanterie-Regimenter (jedes mit nur 2 Bataillonen), 1 Füsilier-Bataillon. Bestehend aus SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimentern 86, 87, 88.

Panzer-Ausstattung:
Sturmgeschütz-Abteilung mit 22 Hetzer.
Insgesamt 22 Panzer.

Einsätze:
Im Januar 1945 in der Kurmark aus Versprengten verschiedener Einheiten und Soldaten und Rekruten aus verschiedenen SS-Ausbildungsschulen als ‘Kampfgruppe Kurmark’ für den sofortigen Einsatz bei Frankfurt an der Oder gebildet. Anschließend zur Division formiert und ausgebaut.
Schwere Verluste an der Oder-Front im Februar und März 1945. Teileinheiten kämpften später südlich von Berlin.
Einige der Überlebenden erreichte die west-alliierten Truppen bei Tangermünde im Mai 1945, wo sie kapitulierten.


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