Waffen-SS-Divisionen 20-25

Flagge Deutsches ReichBefehlshaber, Aufstellung, Einsätze, Ende, Infanterie-Stärke und Panzerausstattung der Waffen-SS-Divisionen 20-25 (estnische Nr. 1 bis Hunyadi).

In diesen Nummern-Bereich der Waffen-SS-Divisionen befinden sich auch einige weniger bekannte und bizarre Formationen, neben einigen mit hohen Kampfwert.

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20. Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr.1)

Befehlshaber:
SS-Brigadeführer Augsberger (bis März 1945), SS-Oberführer Maack.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt in Estland als Estnische Legion, zur Division im Januar 1944 ausgebaut.

Ende:
Kapitulierte gegenüber der Roten Armee bei Melmick (Tschechien) im Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
3 Infanterie-Regimenter. Im November 1944 das SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 45 ‘Estland’ sowie Nr. 46 und 47, welche im Juli 1944 aus den estnischen Freiwilligen-Bataillonen 658 und 659 gebildet wurden.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Aufgestellt in Estland von März bis April 1943 als Estnische Legion. Umbenannt während des Trainings in 3. estnische SS-Freiwilligen-Brigade.
Zum erstenmal im Einsatz bei Newel im Herbst 1943. Im Januar 1944 zur Division ausgebaut, dabei das eingezogene, ehemalige Personal der estnischen Armee verwendet. Der Kader stammte von der 1. SS-Infanterie-Briagde (mot.).
Gute Kampfleistungen an der Narwa von April bis August 1944 und die Division vermeidete die Einschließung im Kurland-Kessel, zieht sich nach Ostpreußen zurück. Im Einsatz in Schlesien im März 1945, nördlich von Hirschberg im April.
Kapitulierte bei Melmick im Mai 1945 gegenüber den Russen.
Gute Kampfleistung.

Individuelle Abzeichen:
Ursprünglich SS-Runen am Kragen, später ein ‘E’ mit einem Schwert und schließlich ein Panzerarm mit Schwert und dem Buchstaben ‘E’.


21. Waffen-Gebirgs-Division der SS Skanderbeg (albanische Nr.1)

Befehlshaber:
SS-Oberführer Schmidhuber (bis August 1944), SS-Obersturmbannführer Graaf (bis Januar 1945).

Aufstellung (als Division):
Formiert im Kosovo im Sommer 1944.

Ende:
Aufgelöst im Oktober 1944 nach einer Massen-Desertation, welche die Stärke auf 1.300 Mann reduzierte.

Infanterie-Stärke:
2 Gebirgsjäger-Regimenter. Waffen-Gebirgsjäger-Regimenter der SS 50 und 51. Stärke von 6.500 Albanern im September 1944.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Zweite Moslem-Division der Waffen-SS, deren Aufstellung im April 1944 authorisiert wurde. Die Aufstellung begann im Kosovo im Sommer 1944 und bis September 1944 waren 6.500 Albanern rekrutiert worden.
Es folgte ein kurzer Einsatz gegen Partisanen, dann kam es im Angesicht der vorrückenden Roten Armee im Oktober 1944 zu einer Massen-Desertation, welche die Gesamtstärke auf 1.300 Mann reduziert. Die Division wurde aufgelöst und das deutsche Rahmenpersonal wurde als ‘Kampfgruppe Skanderbeg’ bezeichnet und dem 14. Regiment der Division Prinz Eugen zugeteilt.
Im Einsatz von Dezember 1944 bis Januar 1945 bei Zwornik, Bjellina, Brcko und anschließend womöglich an der Oder-Front von Februar 1945 an.

Individuelle Abzeichen:
SS-Runen am Kragen und ein Ziegekopf mit ‘Skanderbeg’ am Helm, aber nicht oft getragen.
Auf dem Armband das ‘Skanderbeg’-Gebirgsjäger-Abzeichen.


22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division Maria Theresia

Befehlshaber:
SS-Brigadeführer Zehender.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt in Ungarn zwischen Frühjahr und Sommer 1944.

Ende:
Vernichtet beim Fall von Budapest, Februar 1945.

Infanterie-Stärke:
Erst 2, seit Oktober 1944 3 Kavallerie-Regimenter. Im Oktober 1944 die SS-Kavallerie-Regimenter 17, 52 und 53.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Im Frühjahr und Sommer 1944 in Ungarn aus zwei ungarischen Regimentern aus ‘Volksdeutschen’ und dem altbewährten SS-Kavallerie-Regiment 17 (zuvor das SS-Reiter-Regiment 3), welches von der SS-Division ‘Florian Geyer’ abgezogen wurde, aufgestellt.
Nur das 17. und 52. Regiment waren vollständig einsatzbereit, als die Division bei Debrecen erstmals eingesetzt wurde. Das 53. Regiment folgte im Oktober 1944 nach.
Zusammen mit der ‘Florian Geyer’-Division im Einsatz bei und in Budapest von November 1944 bis Februar 1945, als die Division beim Fall der Stadt vernichtet wurde.
Der Divisions-Name ‘Maria Theresa’ ist nicht gesichert.

Individuelle Abzeichen:
Am Kragen das ‘Karstblumen’-Abzeichen.

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23. Waffen-Gebirgs-Division der SS Kama (kroatische Nr.2)

Mufti von Jerusalem Mohammed Hadschi Amin Al Husseini

Mufti von Jerusalem Mohammed Hadschi Amin Al Husseini besucht bosnische Soldaten einer SS-Division.

Befehlshaber:
SS-Standartenführer Raithel.

Aufstellung (als Division):
Rekrutierung seit Juni 1944.

Ende:
Russischer Vormarsch auf dem Balkan führte zum Verzicht auf die Fertigstellung der Division im September 1944. Divisions-Nummer wurde von Nederland-Division übernommen.

Infanterie-Stärke:
2 Gebirgsjäger-Regimenter in Ausbildung. Waffen-Gebirgsjäger-Regimenter der SS 55 und 56.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Die Rekrutierung begann in Bosnien im Juni 1944, aber der Einbruch der Roten Armee in den Balkanraum im September 1944 führte zum Abbruch des Trainings und der Auflösung der Einheit. Vorhandene Soldaten wurden als Ersatz für andere Verbände verwendet und die deutschen oder Volksdeutschen Offiziere und Unteroffiziere traten der Kampfgruppe Hanke der 13. Waffen-SS-Division ‘Handschar’ bei.

Individuelle Abzeichen:
Das vorgesehene ‘Sonnendurchbruchs’-Motiv am Kragen wurde niemals eingeführt.


23. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division Nederland

23. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division Nederland

Soldat 23. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division Nederland

Befehlshaber:
SS-Brigadeführer Wagner.

Aufstellung (als Division):
Aus der Freiwilligen-Legion wurde im Juli 1943 eine Brigade, welche Anfang 1945 als ‘Division’ bezeichnet wurde.

Ende:
Vernichtet bei Berlin, Ende April 1945.

Infanterie-Stärke:
2 motorisierte Infanterie-Regimenter. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regimenter 48 ‘General Seyffardt’ und 49 ‘De Ruiter’.

Panzer-Ausstattung:
1943/44 drei Sturmgeschütz-Batterien mit 34 StuG.
1945 zwei schwache Panzerjäger-Kompanien mit Hetzer mit insgesamt 20 Jagdpanzern.

Einsätze:
Die Reste der holländischen Freiwilligen-Legion Niederlande wurde im Juni und Juli 1943 bei Sonneberg mit 5.500 holländischen Freiwilligen verstärkt, welche Anfang des Jahres von der 2. SS-Infanterie-Brigade bei der Heeres-Gruppe Nord zugeführt worden waren. Neben den niederländischen Freiwilligen wurde auch Personal aus anderen westeuropäischen Staaten von anderen Waffen-SS-Division, vor allem von Nordland und Wiking, zugeführt.
Die Bezeichnung wurde daraufhin am 23. Oktober 1943 auf 4.SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade ‘Nederland’ geändert und der Einsatz erfolgte im Rahmen des III. SS-Panzer-Korps.
Während der Ausbildung im Herbst 1943 Einsätze gegen Partisanen in Kroatien. Im November 1943 erhielten die Regimenter ihre Namen und gingen im Januar 1944 an die Front vor Leningrad. Im Sommer 1944 in schweren Gefechten an der Narwa, wo das Regiment ‘De Ruiter’ nahezu vernichtet wurde.
Mitte 1944 gehörten zur Brigade u.a. 2.736 Holländer und 35 Belgier. Etwa 1/3 der Soldaten waren Volksdeutsche aus dem Banat.
Von September 1944 bis Januar 1945 Rückzug über Estland nach Litauen, von wo der Verband aus dem Kurland-Kessel evakuiert wurde, wobei Teile – einschließlich des Stabes – beim Untergang des Transportschiffes Moira vor Kolberg verloren gingen.
Anfang 1945 Wiederaufstellung und als 23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division ‘Nederland’ bezeichnet. Mangels ausreichendem Ersatz aus Holland und gebotener politischer Rücksichtnahme dort, blieb der Verband aber trotzdem nur eine starke, selbständige Panzergrenadier-Brigade, teilweise mit Schützenpanzern ausgerüstet.

Im Einsatz in Pommern bei Stargard und Stettin. Anschließend nach Süden verlegt und kämpfte vor Berlin und wurde Ende April 1945 im ‘Kessel von Halbe’ bei Fürstenwalde nahezu vernichtet.
Einige wenige Überlebende erreichten die US-Kriegsgefangenschaft bei Magdeburg.
Höchste Kampfleistungen. Erreichte jedoch niemals wirklich Divisionsstärke.

Individuelle Abzeichen:
Die Freiwilligen-Legion Niederlande führte die Wolfsengel-Runen in vertikaler und horizontaler Form von 1941 bis 1943. Die Brigade und Division trug SS-Runen, manchmal überlappend.
Auf dem Armband stand ‘Frw. Legion Niederlande’ oder ‘Nederland’ und (unbestätigt) bei den Regimentern ‘General Seyffardt’ und ‘De Ruiter’.


24. SS-Waffen-Gebirgs-Division der SS Karstjäger

Befehlshaber:
SS-Standartenführer Dr. Ing. Brands, SS-Sturmbannführer Berschneider, SS-Sturmbannführer Hahn, SS-Obersturmbannführer Wagner.

Aufstellung (als Division):
Erhielt Divisions-Status im Juli 1944.

Ende:
Kapitulierte gegenüber den Briten und Partisanen im Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
2 schwache Gebirgsjäger-Regimenter. SS-Gebirgs-Regimenter (Karstjäger) 59 und 60.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Die italienische Kapitulation im September 1943 überraschte den Sicherungsverband SS-Karstwehr-Bataillon bei Arnoldstein, welcher zum Einsatz gegen Partisanen in Norditalien in den Gegenden von Triest, Udine und Görz mit dem Hauptquartier in Gradisca eingesetzt wurde.
Im Juli 1944 erhält der Verband den Status einer Division unter dem Höheren SS- und Polizei-Befehlshaber des Küstengebiets der Adria durch Rekrutierung von Volksdeutschen aus Süd-Tirol mit dem Hauptquartier in Moggio.
Da die Rekrutierungen sich nicht als ausreichend herausstellen, wird der Verband im Dezember 1944 als Brigade organisiert. Anfang 1945 Kämpfe gegen Partisanen und britische Truppen in den Julische Alpen, sowie einige Einsätze zusammen mit der SS-Division ‘Prinz Eugen’.
Die verbleibenden Männer werden in der Heeres-Polizei-Kampfgruppe Harmel im April 1945 verwendet.
Kapitulation gegenüber britischen Truppen und Partisanen im Mai 1945.


25. Waffen-Grenadier-Division der SS Hunyadi (ungarische Nr.1)

Befehlshaber:
SS-Brigadeführer Grassy.

Aufstellung (als Division):
Aushebung begann im Mai 1944.

Ende:
Hatte schwere Verluste, nur Reste erreichten US-Kriegsgefangenschaft bei Attersee am 5. Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
3 schwache motorisierte Infanterie-Regimenter. SS-Grenadier-Regimenter 61, 62 und 63.

Panzer-Ausstattung:
unbekannt.

Einsätze:
Der Befehl zur Aufstellung des Verbandes erging im Mai 1944. Rekrutierungen bei Neuhammer und der Verband wurde noch während der Aufstellung durch den russischen Vormarsch im Sommer und Herbst 1944 zum Rückzug gezwungen.
Im Einsatz im November 1944 bei Roth/Nürnberg und schwere Verluste. Teile erreichten die US-Kriegsgefangenschaft bei Attersee im Mai 1945.

Individuelle Abzeichen:
Großes ‘H’ (unbestätigt) am Kragen.


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