Volkssturm-Waffen

Die Bewaffnung des deutschen Volkssturms in der letzten Kriegsphase.
Volkssturmgewehr VG-1, VG-2, Volkssturmkarabiner VG-45, MP 3008.

Volkssturmleute in Graben

Volkssturmleute, bewaffnet mit Gewehr und der Panzerfaust, werden in einen Graben eingewiesen.

Der deutsche Volkssturm sollte hauptsächlich Panzer bekämpfen und wurde deshalb weit verbreitet mit der Panzerfaust ausgerüstet.
Die infanteristische Bewaffnung sollte vorwiegend aus provisorisch hergestellten Langwaffen erfolgen. Dafür waren hauptsächlich das VG-1 (Volkssturmgewehr 1) und der Volkssturmkarabiner 98, eine vereinfachte Version des Karabiner 98k, vorgesehen.

Volkssturmgewehr VG-1

Volkssturmgewehr VG-1

Während der letzten Monate des 2. Weltkrieg und eigentlich auch recht spät unter dem Druck der zusammenbrechenden Fronten und der Ausweitung der Kämpfe auf Deutschland selbst, wurde von der Nazi-Führung der deutsche Volkssturm ins Leben gerufen.
Dieser setzte sich aus bisher noch nicht in der Wehrmacht dienenden – zumeist ältere Semester, Jugendlichen und selbst Kindern – oder eigentlich nicht für den Militärdienst tauglichen oder in der Heimat unabkömmlichen Männern zusammen.

Da für diese Volkssturm-Einheiten keine regulären Waffen zur Verfügung standen, begann man mit der Herstellung von schnell und einfach konstruierten und grob verarbeitenden Volkssturmgewehren.

Das VG-1 verfügte über einen simplen Dreh-Zylinderverschluss, einem grob verarbeiteten Schaft aus Buchenholz mit kurzem Vorderschaft sowie einem einfachen und nicht einstellbaren Visier.
Das beste daran war noch das Magazin des halb-automatischen Gewehr 43 mit 10 Schuss.

Das VG-1 wurde 1945 in der Waffenfabrik Brünn (Tschechien) hergestellt.

Volkssturmgewehr VG-2

Volkssturmgewehr VG-2

Das VG-2 ist ein Repetiergewehr mit Dreh-Zylinderverschluss, welches in der letzten Phase des 2. Weltkrieges für den Volkssturm hergestellt wurde.
Das Gehäuse für den Verschluss verfügt über Stahlblech und das Visier ist ebenfalls nicht einstellbar und ebenso wie beim VG-1 wurde das Magazin des halb-automatischen Gewehr 43 mit 10 Schuss verwendet.

Das VG-2 ist grob verarbeitet und alle Teile wurden nur mit einer hohen Toleranz hergestellt und zusammengebaut. Trotzdem ist die Waffe ebenso wie das VG-1 auf kürzere Schussentfernungen, in denen der kaum ausgebildete Volkssturmmann sowieso nur Treffer erwarten konnte, effektiv und hatten ein großes Magazin. Dazu waren sie äußerst einfach und schnell zu produzieren sowie billig herzustellen.

Volkssturmkarabiner VG-45

Volkssturmkarabiner VG-45

Dieser Selbstladekarabiner wurde Ende 1944 von Karl Bernitzke, einem Konstrukteur der Gustloffwerke, entworfen. Auch diese Waffe war grob mit Stanzteilen zusammengesetzt und verwendete so wenig gegossene oder bearbeitete Teile wie möglich.

Die Funktion erfolgte durch einen unverriegelten Verschluss mit verzögerter Öffnung. Das erfolgte durch das Ablassen von Teilen der Pulvergase an der Mündung des Laufs in einen Behälter zwischen der Oberfläche des Laufs und einem eng darüber liegenden Zylinders aus Blech, welcher fest an den Verschluss angebunden war.
Als Munition sollte die kurze 7,92-mm-Patrone (33mm Länge) wie beim StG-44 oder StG-45 verwendet werden.

Diese automatische Waffe, eigentlich eine primitive Form des Sturmgewehr 44 der regulären Einheiten der Wehrmacht, sollte in ungeheuren Stückzahlen in mehreren Fabriken hergestellt werden und an den Volkssturm ausgeliefert werden. Jedoch vereitelte die sich 1945 rasch verschlechternde Kriegslage derartige Pläne.

MP 3008

Maschinenpistole MP 3008

Im Laufe des 2. Weltkrieg begann der SD schon erbeutete britische Sten-MPs zu verwenden. Da sich die Waffe für Geheim- und Kommandoeinsätze als nützlich erwies, begann in Deutschland der Nachbau der Sten Mk II unter dem Namen Gerät ‘Potsdam’.

Für den Volkssturm sollte im Laufe des Jahres 1944 diese einfach herzustellende Waffe dann als Maschinenpistole in Großserie hergestellt werden. Zu diesem Zweck wurde die Sten Mk II von der Firma Mauser unter ihrem Konstrukteur Vorgrimler überarbeitet, bei der einige Mängel der britischen Version behoben wurden und sogar die Produktion noch einfacher und billiger möglich wurde, als es für diese grobschlächtige Waffe ohnehin schon war.

Die auffälligste Modifikation war die Verlegung des Magazins an der für deutsche Maschinenpistolen typischen Stelle unterhalb des Laufes, anstatt wie beim britischen Original an der linken Seite.

Bis Kriegsende begannen dann einige kleinere Waffenfabriken mit der Herstellung dieser einfachen Waffe, wobei sich die einzelnen Modelle von Fabrik zu Fabrik nochmals deutlich voneinander unterschieden.

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