Verluste im Zweiten Weltkrieg

Anzahl der Verluste und Opfer im Zweiten Weltkrieg.

Pionier-Gräber

Pionier-Gräber im September 1940 (Bild des Großvaters des Autors).

Militärische und zivile Menschenverluste der Kriegsteilnehmer 1939 bis 1945

Alliierte
Nation Gefallen oder vermisst Verwundet Gefangen Ziviltote
Großbritannien 395.800 277.100 172.600 60.600 (plus 30.000 in der Handelsmarine)
Australien 29.400 39.800 26.400 ca. 250
Kanada 39.300 53.200 9.000
Indien 36.100 64.300 79.500 ca. 500
Neuseeland 12.200 19.300 8.500
Südafrika 8.700 14.400 14.600
Britische Kolonien 6.877 6.972 22.323
Britisches Empire mit Commonwealth insgesamt 528.377 475.072 332.923 61.350
Belgien 8.000 (1940-45) 15.900 200.000 12.000
Brasilien 943 4.222 - ca. 100
China 1.400.000 (2.200.000 1937-45) ca. 1.800.000 - 8.000.000 (20.000.000 1937-45)
Dänemark 1.800 - - ca. 1.000-2.000
Frankreich 122.000 (1939-45) 335.000 (1939-45) 1.456.500 (1939-45) 470.000
Griechenland 18.300 60.000 - 415.000 (incl. 260.000 Verhungert)
Niederlande 13.700 (1940-45) 6.900 ? 150.000 (einschl. in Asien und Vermisster)
Norwegen 2.000 ? ? 3.800
Philippinen 27.000 - - 91.000
Polen ca. 90.800 (1939-45) ca. 166.700 (1939-45) ca. 1.000.000 ca. 5.675.000 (davon 4.800.000 in Todeslagern)
Sowjetunion über 13.600.000 (incl. 2.600.000 Kriegsgefangene) ? ca. 6.000.000 ca. 6.700.000
Tschechoslowakei 10.000 ? - 215.000
USA 405.400 671.801 139.709 6.000
Jugoslawien 410.000 425.000 - 1.200.000
Alliierte insgesamt 1939-45 ca. 16.638.320 ca. 3.960.595 ca. 9.462.055 ca. 23.061.600

Hinweis zur Sowjetunion: Während der Zeit des Kommunismus blieben Unterlagen über den Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion unter Verschluß und die offiziell angegeben Verlustzahlen waren propagandistische Schönfärbungen. Stalin selbst erklärte im Mai 1946, daß sich die sowjetischen Verluste von 1941 bis 1945 auf 7 Millionen Tote belaufen haben.
Eine genauere Untersuchung im März 2008, bei der die eingetragenen Dienstpflichtigen der Roten Armee überprüft wurden, ergab, daß als tot oder vermisst 14,241 Millionen (970.000 Offiziere und 13.271.269 Wehrpflichtige) Soldaten gelten müssen. Diese Arbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen, da weiterhin Kriegsgräber auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und in Osteuropa untersucht werden.

Achsenmächte
Nation Gefallen oder vermisst Verwundet Gefangen Ziviltote
Deutsches Reich ca. 3.250.000 ca. 4.606.600 ca. 3.400.000 2.350.000 (davon 300.000 Nazi-Opfer)
Italien 226.900 ca. 66.000 ca. 350.000 ca. 60.000
Japan ca. 1.219.000 (1.740.000 1937-45) 94.000 ca. 810.000 (davon 41.000 Tote) ca. 672.000
Bulgarien ca. 20.000 ca. 22.000 - 50.000 (incl. 30-40.000 Juden)
Finnland 89.900 201.600 - 3.400
Ungarn 136.000 ca. 250.000 170.000 290.000
Rumänien ca. 481.000 (davon ca. 100.000 auf sowjetischer Seite) ca. 313.000 (davon ca. 70.000 auf sowjetischer Seite) ca. 100.000 340.000
Achsenmächte insgesamt 1939-45 ca. 5.422.800 ca. 5.553.200 4.830.000 3.765.400
Gesamtzahl der Opfer
Total Gefallen oder vermisst Verwundet Gefangen Ziviltote
Insgesamt 22.061.120 9.513.795 14.292.055 26.827.000
Holocaust
Land Ermordete Juden
Baltikum (Estland, Litauen, Lettland) 200.000
Belgien und Luxemburg 75.000
Bulgarien 30.000
Frankreich 120.000
Deutschland (1933-45) 330.000
Griechenland 60.000
Ungarn 400.000
Italien 12.000
Niederlande 177.000
Norwegen und Dänemark 1.000
Polen 3.000.000
Rumänien 230.000
Sowjetunion 700.000
Jugoslawien 60.000
Insgesamt 5.645.000

Flugzeug-Verluste

In Bezug auf die Verluste von Flugzeugen ist es nicht möglich, auf präzise Vergleichswerte zurückzugreifen. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zum einem haben verschiedene Streitkräfte überhaupt keine offiziellen Angaben publik gemacht.
Zweitens gibt es verschiedene Definition, was ein ‘verlorenes’ Flugzeug ist. Bei der deutschen Luftwaffe zum Beispiel wurden die Verluste nach dem Prozentsatz des Schadens an dem Flugzeug bemessen. Ein Hundert-Prozent-Schaden ist offensichtlich ein Verlust, aber tatsächlich wurden Flugzeuge mit einem Schaden ab 60 Prozent als solchen gewertet. Dagegen wurden Flugzeuge mit einem Schaden von weniger als 60 Prozent als reparaturfähig eingestuft, wenn auch der Umfang und Dauer der Wiederherstellung unterschiedlich war.
Zum Dritten machen die meisten der vorhandenen Verlustanzahlen nicht eindeutig klar, ob diese aus allen Ursachen bestanden (Gefechtseinwirkung und die zahlreichen Unfälle bei der Ausbildung, Landung, Transfer usw.) oder nur aus Kampfeinsätzen.

Es ist daher nicht möglich, eine genaue und zuverlässige Übersicht über die Flugzeugverluste wiederzugeben, noch nicht einmal für die wichtigsten beteiligten Luftstreitkräfte. Lediglich für die Verluste der alliierten schweren strategischen Bomber in Europa und während der Luftschlacht um England gibt es genaue Zahlen, welche hier aber in die mehr oder weniger genauen vollständigen Angaben eingearbeitet wurden.

Etwaige Flugzeugverluste aus Kampfeinsätzen
Luftstreitkräfte verlorene Flugzeuge
Deutschlandca. 28.000 (ab 10% Schaden vom 1.9.1939 bis 10.1.1945: 40.613 im Einsatz, 10.457 bei Unfällen, 11.442 bei der Ausbildung)
Großbritannien15.992-22.010 (10.045 Jäger, 11.965 Bomber)
Italien5.272-6.483 (3.269 im Kampf, 1.771 bei Unfällen, 232 Außerdienststellungen). Andere Quelle 3.380 Jäger und 3.110 Bomber verloren
Japanüber 31.500 (38.105 Flugzeuge, davon 17.760 Heeres- und 20.345 Marine-Flugzeuge; andere Quelle etwa 50.000 Flugzeuge, davon 40% im Einsatz und 60% beim Training verloren)
Sowjetunionca. 56.000 (106.652 bis 31. Dezember 1944 aus allen Ursachen)
USA22.951 bei Einsätzen, davon 8.420 Jäger und 9.949 Bomber nur in Europa (plus 22.000 aus anderen Ursachen verloren)
Frankreich413 im Einsatz (250 Jäger, 106 Bomber, 57 Aufklärer), 234 auf dem Boden, 245 bei Unfällen (nur 1940)
Finnland67 (davon 42 im Einsatz) im Winterkrieg 1939/40; 536 (davon 209 im Einsatz) 1941-44
Niederlande 81 (nur Mai 1940)
Polen 398 (nur 1939)

Verluste an Kriegsschiffen und Handelsschiffen

Kriegsschiffsverluste
Marinen Flugzeug- träger Schlacht- schiffe Schwere Kreuzer Leichte Kreuzer Zer- störer Ge- leiter U-Boote
USA 11 2 7 3 71 10 53
Groß-britannien 10 5 3 31 110 58 79
UdSSR - 1 1 2 33 ca. 100
Australien - - 1 2 4 2
Kanada - - - - 6 11
Japan 19 8 17 20 134 - 130
Deutsches Reich - 3 5 4 28 16 781
Italien - 2 4 7 56 28 84
Frankreich 1 4 4 6 58 - 58

Bemerkungen:

  • Zusätzlich wurden 217 deutsche U-Boote bei der Kapitulation im Mai 1945 selbst versenkt. Das vierte deutsche Großkampfschiff, der im ruhenden Umbau befindliche Schlachtkreuzer ‘Scharnhorst’, wurde Ende März 1945 selbst versenkt. Alle drei Panzerschiffe (die sogenannten ‘Westentaschen’-Schlachtschiffe) wurden gemäß ihrer im Zweiten Weltkrieg gültigen Klassifizierung als schwere Kreuzer eingerechnet.
  • Bei den Flugzeugträgern wurden auch Geleitträger (aber keine Wasserflugzeug-Träger) eingerechnet.
  • Drei weitere, inaktive japanische Schlachtschiffe kenterten nach US-Luftangriffen kurz vor Kriegsende in ihren Häfen. Bei den japanischen Zerstörern sind auch Geleitzerstörer eingerechnet.
  • Der Großteil der französischen Verluste entstand bei der Selbstversenkung vor dem deutschen Zugriff im November 1942.
Handelsschiffsverluste
Schiffsraum (t) Anzahl Schiffe
Alliierte im Atlantik 16.899.147 3.843
Alliierte anderswo 5.029.957 1.250
Achse Mittelmeer 2.190.857 597
Japan im Pazifik 8.617.234 2.345

Panzer-Verluste

siehe Panzerverluste an der Ostfront 1941-45


Deutschlands Kriegsverluste

Die Verluste deutsche Volkssubstanz im Zweiten Weltkrieg, welche durch unmittelbare Kriegseinwirkungen entstanden, erreichten rund 6,5 Millionen Menschen. Etwa 3,05 Millionen Tote hatten die Angehörigen der Wehrmacht nur aus den dem Reichsgebiet von 1937 erlitten. Davon wurden 1,65 Millionen bis Oktober 1946 amtlich als tot erklärt. Der andere Teil beruht auf Schätzungen aufgrund der Vermisstenmeldungen und Kriegsgefangenen.
Nach dem Stand von Ende 1946 wurden noch 1,9 Millionen als Kriegsgefangene angenommen, während die Zahl der Vermissten 1,6 Millionen Soldaten betrug. Nach Schätzungen mussten davon etwa 400.000 als Gefallene und 800.000 in der Kriegsgefangenschaft als Umgekommen angesehen werden. Dies würde etwa 2,85 Millionen Tote Wehrmachtsangehörige ergeben. Weitere 200.000 in der harten sowjetischer Gefangenschaft konnten diese nicht überlebt haben.

Zusätzlich zu diesen Angehörigen der Wehrmacht kommen die Toten der Volksdeutschen aus dem Sudetenland und anderswo. Ohne die österreichischen Wehrmachtsangehörigen muß hier mit mindestens 200.000 weiteren Toten gerechnet werden. Somit ergibt sich eine Summe von etwa 3,25 Millionen deutschen Wehrmachtstoten von 1939 bis 1945.

Ermordete Volksdeutsche

Ermordete Volksdeutsche in der Tschechoslowakei.

Die Opfer unter der deutschen Zivilbevölkerung setzen sich vor allem aus den Toten der Kriegshandlungen – hier vor allem der Bombenkrieg – und denen aus Vertreibung und Racheaktionen im Osten zusammen.

Zu Beginn wurden die Opferzahlen durch den Luftkrieg – vor allem aus propagandistischen Gründen – übertrieben dargestellt. Verlässlichere Schätzungen kommen auf etwa 100.000 Tote unter der deutschen Zivilbevölkerung durch Luftangriffe (zum Vergleich, in Großbritannien wurden etwa 60.000 Zivilisten durch vom Umfang wesentlich weniger heftige Luftangriffe getötet, was doch statistische Zweifel aufkommen lässt), was damit etwa schon die zivilen Gesamtverluste aller Kriegsteilnehmer aus der Zeit des Ersten Weltkriegs erreichte.

Bei der Flucht und Vertreibung aus den ostdeutschen Gebieten von 1944 bis 1946 gelten 1,55 Millionen Zivilisten als verschollen, welche als tot angesehen werden müssen. Dazu kommen etwa 1 Million Angehöriger deutscher Volksgruppen aus Osteuropa und dem Balkan, insbesondere in Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei und Polen.

Die deutschen Zivilverluste belaufen sich damit zusammen auf mindestens 3 Millionen Menschen. Dazu kommen noch etwa 300.000 Deutsche, welche den Nazis aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen in den Kriegsjahren zum Opfer gefallen sind.
Dazu können die Opfer unter den Wolgadeutschen und ähnlichen Gruppen in Osteuropa nicht annähernd geschätzt werden.

Bis 1944 lebten etwa 16,5 Millionen Deutsche in den bis dato deutschen Provinzen östlich der Oder und Neiße, in Danzig, Memel, Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien und der Tschechoslowakei. Zunächst durften oder mußten von diesen zwei Millionen in ihrer Heimat verbleiben. In Polen verblieben etwa 1,12 Millionen deutsche Volksangehörige, welche der Vertreibung oder Tötung entgingen.

Durch den Zweiten Weltkrieg büßte die deutschstämmige Bevölkerung somit mindestens 6,5 Millionen Angehörige ein. Diese Verluste bestanden zu einem großen Teil aus Menschen der besten und jüngsten Jahrgänge. Auch von den 2,01 Millionen Verwundeten der Wehrmacht und unter den Zivilisten wurden viele dauerhaft Kriegsgeschädigt und konnten keine volle Leistung mehr erbringen.

Die Zahl von 6,5 Millionen toten Deutschen ist eher konservativ geschätzt und die genaue Anzahl dürfte eher mehr als weniger sein.

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3 Kommentare

  1. die deutschen Zivilveluste betrugen ungefähr 4 Millionen und die Militärtoten 4,5 Millionen.Es ist unnötig , die Zahl der deutscehn Opfer ständig zu verniedlichen und dann jeden Juden dreifach zu zählen !!!

    • Warum trennen wir immer noch nach Religionszugehörigkeit? Juden sind und waren Deutsche, Polen, Russen oder sonstiger Nationalität.

  2. Jeder Tote war einer zu viel. Niemand hat mehr Deutsche auf dem Gewissen, als die Nationalsozialisten, niemand hat mehr deutsche Soldaten sinnlos geopfert und das Reichsgebiet nachhaltiger verkleinert. Wie viele Leben, wie viele zerrissene Schicksale … Schlimmer ist noch, dass hierdurch die Großmächte entstanden sind, welche seit dem 2. WK andauernd für Kriege und Aufstände weltweit gesorgt haben. Gelernt hat niemand etwas.

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