Unternehmen Rheinübung

Unternehmen Rheinübung, die letzte Fahrt der Bismarck.
Ausführlicher Bericht, zahlreiche Fotos und Video.

t_arrow2 hier zu Teil I: Entwurf, Spezifikationen, 3D-Modell der Bismarck

Bismarck vs Hood

Bismarck im Kampf gegen den Schlachtkreuzer Hood.

Unternehmen Rheinübung, die letzte Fahrt der Bismarck

In Mai 1941 lief das Schlachtschiff Bismarck in Begleitung des Schweren Kreuzer Prinz Eugen in den Nordatlantik aus, um die alliierten Konvoi-Routen zu stören. Es wurde gehofft, daß sie unentdeckt in den Atlantik ausbrechen könnten, aber am 23. Mai wurden die Schiffe im Nebel der Dänemark-Strasse durch den britischen Kreuzer Suffolk gesichtet. Kurz danach trat noch ein zweiter Kreuzer dazu, die Norfolk. Trotz aller Bemühungen diese abzuschütteln, begannen die zwei britischen Kreuzer die deutschen Schiffe zu beschatten und ihre Position zu melden.

Schlachtschiff Bismarck verlässt Bergen

Das Schlachtschiff Bismarck läuft von Bergen zur letzten Fahrt aus.

Am Morgen des 24. Mai erschienen zwei schwere Schiffe aus dem Südosten und um 5:32 Uhr eröffnete das führende Schiff, der Schlachtkreuzer Hood, das Feuer auf Prinz Eugen aus einer Entfernung von 24.232 Metern. Das zweite Schiff, das Schlachtschiff Prince of Wales, eröffneten das Feuer kurz darauf, während die deutschen Schiffe um 5:35 Uhr auf das Feuer mit dem Beschuß der Hood antworteten. Das Schlachtschiff Bismarck traf deckend mit der dritten und fünften Salve, wobei die letzte ein oder zwei direkte Treffer erzielte. Um 6:01 Uhr explodierte das hintere Munitionsmagazin des britischen Flaggschiffs. Sie brach in zwei Teile und sank innerhalb von 3 Minuten, wobei es nur drei Überlebende gab.
Danach wechselnden die deutschen Schiffe ihr Feuer auf die Prince of Wales und nach 10 Minuten brach das britische Schiff das Gefecht ab und zog sich zurück.

Das Schlachtschiff Bismarck erhielt drei Treffer mit 355-mm-Granaten von der Prince of Wales, wobei einer einen Treibstofftank beschädigte und den Inhalt kontaminierte. Eine weitere durchschlug die Seitenpanzerung und verursachte ein Leck, welches später einen Kesselraum mit einem Dynamo außer Gefecht setzte, während der dritte Treffer keine wesentlichen Schäden verursachte. Der verunreinigte Treibstoff reduzierte die Reichweite des Schlachtschiff Bismarck und der Verlust eines Kesselraum verringerte die Geschwindigkeit um 2 Knoten, soßdaß beschlossen wurde, das Unternehmen abzubrechen und nach St. Nazaire für Reparaturen zu laufen.
Der Schwere Kreuzer Prinz Eugen war unbeschädigt und wurde gegen Ende des Tages zur selbständigen Karperfahrt in den Atlantik entlassen.

RAF-Aufklärungsflugzeug hat Bismarck gefunden

RAF-Aufklärungsflugzeug hat die unregelmäßige Ölspur im Kielwasser der Bismarck entdeckt.

Am Abend des 24. Mai wurde das Schlachtschiff Bismarck von Swordfish-Flugzeugen vom Flugzeugträger Victorious angegriffen und wurde von einem Torpedo getroffen, der aber keinen ernsthaften Schaden verursachte. Später in der Nacht gelang es ihr, den weiterhin beschatteten britischen Kreuzern zu entgehen, indem sie unentdeckt einen weiten Bogen nach Westen, machte. Um 10.30 Uhr am 26.Mai wurde sie jedoch wieder von einem Catalina-Flugboot der RAF-Küstenkommandos gesichtet. Dieses Flugzeug war in diesen Bereich geschickt worden, nachdem Signale von der Bismarck abgefangen und von Ultra decodiert worden waren.

In dieser Nacht wurde das Schlachtschiff Bismarck wieder von Swordfish-Flugzeugen – diesmal vom Träger Ark Royal – angegriffen, wobei sie von zwei Torpedos getroffen wurde. Ein Treffer mittschiffs hat nur geringfügigen Schaden verursacht, aber der Zweite traf völlig glücklich die Ruderanlage und verklemmte diese. Mit beiden verklemmten Rudern nach 15° Backbord ausgerichtet, begann das deutsche Schlachtschiff Bismarck im Kreis zu laufen. Mit Hilfe der Propellerdrehungen konnte sie dann zwar einen erratischen Kurs nach Nordwesten halten, dieser führte aber genau in Richtung des aufkommenden Feindes.
In der Nacht wurde das Schlachtschiff Bismarck von Zerstörern der 4. Flottille angegriffen, welche bis auf die Unterbrechungen bei den Reparaturversuchen der Steuerruder wenig erreichten.

Am Morgen des 27. Mai 1941 erschienen zwei große Schiffe am nördlichen Horizont. Es waren die Schlachtschiffe King George V (Admiral Tovey, Befehlshaber der Home Fleet) und Rodney. Letzteres Schiff eröffnete das Feuer um 8:47 Uhr, eine Minute später gefolgt durch das Flaggschiff. Ab 8:49 Uhr antwortete das deutsche Schlachtschiff Bismarck und deckte die Rodney mit ihrer zweiten Salve. Allerdings war sie auch selbst durch die dritte und vierte Salven der Rodney deckend getroffen worden, wobei ein Treffer der letzteren den A-Turm außer Gefecht setzt. Fünf Minuten später, um 8:57 Uhr, setzte ein Volltreffer auch den B-Turm außer Gefecht. Ein weiterer Treffer zerstörte die vorgeschobenen Gefechtsstand, wobei die meisten der höheren Offiziere fielen. Kurz darauf wurde auch die Feuerleitstände der Hauptartillerie, sowohl vorne und hinten, ebenfalls zerstört.

brennende Bismarck

Salven von Rodney und King George V umhüllen die brennende Bismarck mit Wasserfontänen.

Um 9:20 Uhr schoß nur noch der X-Turm unter selbständiger Leitung, um 9:40 Uhr war das gesamte Schlachtschiff Bismarck still geworden. Erst Rodney, dann King George V, schlossen auf um aus kürzester Distanz von 3000 bis 4000 Metern zu feuern. Als die britischen Schlachtschiffe endgültig das Feuer eingestellt hatten, war das Schlachtschiff Bismarck nur noch ein schwimmende Wrack, tief im Wasser liegend und in Brand geraten. Um 10:25 Uhr feuerte der Kreuzer Dorset zwei Torpedos in die Steuerbordseite und zehn Minuten später einen dritten in ihre Backbordseite. Sie kippte über und begann vom Heck her zu sinken. Um 10:40 Uhr, immer noch mit wehender Flagge, kenterte das Schlachtschiff Bismarck und sank in der Position 48 ° 10’N, 16 ° 12’W. Es gab nur 118 Überlebenden.


Expedition zum Wrack der Bismarck


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