SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf

Einsätze der SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf (Teil III: 1943).
Der Gegenschlag auf Charkow, die Panzerschlacht von Kursk und die Kämpfe im Donez-Becken während des Jahres 1943.

Grenadiere der Totenkopf-Division

Grenadiere der Totenkopf-Division in einer Gefechtspause.

t_arrow2hier zu Teil II: Einsätze der SS-Totenkopf-Division 1940 bis 1942.

Gegenangriff auf Charkow

Totenkopf-Soldaten inspizieren einen KW-1

Totenkopf-Soldaten inspizieren einen KW-1, den sie abgeschossen haben und der anschließend in eine Scheune gerollt ist.

Die in Frankreich zu einer Panzergrenadier-Division erweiterte Totenkopf – welche aber tatsächlich nun sogar über den Panzerbestand einer Heeres-Panzerdivision 1943 verfügte – kehrte Anfang 1943 wegen der Stalingrad-Krise an die Ostfront zurück.

Zusammen mit der SS-Division Reich bildete sie das I. SS-Panzerkorps, welches zwar für die in Stalingrad eingeschlossene 6. Armee zu spät eintraf, aber zusammen vernichteten sie die russische 6. Armee.

Am 26. Februar traf die Division aber ein schwerer moralischer Schlag, als Divisionskommandeur Theodor Eicke getötet wurde, als sein Beobachtungsflugzeug, indem er mitflog, durch konzentriertes Infanteriefeuer von in der Nähe befindlichen Rotarmisten abgeschossen wurde. Deswegen wurde dem SS-Panzergrenadier-Regiment 6 der Division der Ehrentitel ‘Theodor Eicke’ gegeben.
Die Moral der Männer der Division war aber schnell wieder hergestellt, da diese an einer erfolgreichen Operation beteiligt waren, welche Charkow zurückeroberte und dabei die russische 25. Garde-Schützen-Division vernichtete.

Totenkopf Panzer Charkow

Panzer der Totenkopf-Division rücken gegen Charkow vor.

Im Mai und Juni war die Division Armeereserve im Raum Charkow und wurde aufgefrischt. Dabei wurde die Pz.AA. 3 (Panzer-Aufklärungsabteilung) auf 6 und das SS-Panzer-Regiment 3 auf 10 Kompanien, darunter Panzer-Pionier-Schützenpanzern und eine schwere Kompanie Tiger-Panzer, verstärkt. Die Panzeraufklärungs-Abteilung 3 erhielt zwei und das Panzer-Pionier-Bataillon eine leichte gepanzerte Kompanie mit Schützenpanzerwagen. Das IV.Pz.Art.Regt. 3 (Panzer-Artillerie-Regiment) wurde vollständig aufgefüllt zugeführt und die SS-Panzerjäger-Abteilung 3 neu aufgestellt und mit Teilen der SS-Sturmgeschütz-Abteilung 3 bis zum Herbst 1943 verstärkt.

Panzerschlacht von Kursk

Der nächste bedeutende Einsatz der 3. SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf erfolgte im Juli 1943, als sie in die Schlacht von Kursk geworfen wurde. Als Teil einer starken Armee von nahezu einer Million Mann und knapp unter 3.000 Panzern schützte die Division die rechte Flanke der angreifenden 4. Panzer-Armee.

Panzerbestand SS-Totenkopf 5. Juli 1943:
Bei Beginn der Schlacht am 5. Juli 1943 verfügte die SS-Totenkopf-Division über 11 Tiger-Panzer, 63 PzKpfw III Ausf. J2 – N, 52 PzKpfw IV und 9 Panzerbefehlswagen. Dies waren zusammen 135 Kampfpanzer.

Auf der rechten Flanke von Haussers II. SS-Panzerkorps nördlich von Belgorod im Süden des sowjetischen Frontbogens um Kursk, griff die SS-Totenkopf-Division am 5. Juli 1943 nicht sofort an, sondern wartete, dass die SS-Division Reich Beresow sicherte. Erst am Nachmittag begannen die Totenkopf-Soldaten sich durch die Stellungen der 375. sowjetischen Schützen-Division vorzuarbeiten, wobei Minen fünf ihrer Tiger-Panzer außer Gefecht setzten und drei StuG III durch Panzerabwehrkanonen zerstört wurden.
Gleich nachdem Totenkopf den Haupt-Panzerabwehrgraben überschritten hatte, führte die sowjetische 96. Panzer-Brigade einen Gegenangriff durch, welcher den deutschen Vorstoß verlangsamte. Totenkopf machte an diesem Tag gute Fortschritte, wobei sie 20 km in den südlichen Abschnitt des Frontvorsprungs eindrang und die russische 52. Garde-Division zerschlug.

Dank reichlicher Luftunterstützung, gelang es Haussers II. SS-Panzerkorps bereits am ersten Tag des Unternehmens Zitadelle, die sowjetische erste Verteidigungslinie im Beresow-Sektor zu überwinden. Zwar erfolgte dies nur auf einem relativ schmalen Frontabschnitt, schockierte aber die sowjetische Führung. Dieser Vorstoß kostete das gesamte II. SS-Panzerkorps 1.081 Mann Verluste und 44 Panzer und Sturmgeschütze wurden außer Gefecht gesetzt, während die sowjetischen Verteidiger in diesem Sektor über 2.000 Mann Verluste einbüßten.

Am zweiten Tag der Offensive, am 6. Juli 1943, wurde Generalmajor Dmitri Chernienkos 31. Panzerkorps der 1. Panzer-Armee, sowie das 2. und 5. Garde-Panzerkorps zur Verstärkung der 51. und 52. Schützendivision nach Jakowlewo geschickt, um zu verhindern, dass Haussers II. SS-Panzerkorps in die zweite Verteidigungslinie der 6. sowjetischen Garde-Armee entlang der Achse Tomarowka-Prochorowka eindringt. Diese drei neuen Panzerkorps mit über 400 Panzern hätte ausreichen müssen, um diesen Abschnitt der Front zu stabilisieren, aber jedes traf dort einzeln ein und begann mit unkoordinierten, lokalen Gegenangriffe, anstatt gemeinsam zu operieren.

Zusammen mit LSSAH setzten Das Reich und Totenkopf ebenfalls ihre Angriffe fort und konnten weiter vordringen, wenn auch nicht so dramatisch wie am ersten Kampftag.
Die Tiger von Das Reich trugen zur Niederlage des 5. Garde-Panzerkorps zusammen mit LSSAH bei und wehrten auch einen kleineren Gegenangriff des 2. Garde-Panzerkorps ab. Am Ende des zweiten Tages stand die Totenkopf-Division 32 km tief im feindlichen Territorium.

Die Kämpfe des Tages kosteten Haussers SS-Korps insgesamt 1.701 Mann Verluste und 79 Panzerfahrzeuge, aber auch die zweite sowjetische Verteidigungslinie war durchdrungen und auch die 51. sowjetische Schützendivision aufgerieben.
Dennoch war es kein klarer Durchbruch, denn die Sowjets hatten starke Kräfte an beiden Flanken zusammengezogen und Hausser hatte keine direkte Verbindung mit den benachbarten deutschen Streitkräften auf beiden Flanken. Zunehmend musste Hausser daher mit eigenen Mitteln seine Flanken decken, bis das III. und XLVIII. Panzer-Korps die Lücken auf beiden Seiten schlossen.


Am dritten Tag der Offensive, dem 7. Juli 1943, wollte Hausser die zweite sowjetische Linie weiter in Richtung Prochorowka durchdringen, verbrachte aber den größten Teil des Tages damit, die sowjetischen Gegenangriffe abzuwehren.
Dabei wurde Totenkopf gezwungen, sich den ganzen Tag gegenüber defensiv zu verhalten, da Breiths III. Panzerkorps nicht wie beabsichtigt die Flanke decken konnte.

Bis Ende des 7. Juli verlangsamte sich das Unternehmen Zitadelle in allen Bereichen merklich, mit Ausnahme beim II. SS-Panzerkorps von Hausser, das eine herausragende Stellung einnahm und auf einer Breite von 8 km bis zu 14 km in das sowjetische Verteidigungssystem eingedrungen war.
Von Mansteins Streitkräfte im Süden von Kursk hatten nun über 14.000 Mann Verluste erlitten und ein Drittel der Panzerfahrzeuge war auf die ein oder andere Art außer Gefecht gesetzt. Watutins Verluste waren noch schwerer – 29.000 Mann – aber seine Panzer hatte weniger gelitten, da sie sich nicht durch Minenfelder und Pak-Sperrriegel durchkämpfen mussten.

Am 8. Juli 1943 verteidigte SS-Totenkopf immer noch einen 14 km langen Abschnitt an der östlichen Flanke des SS-Panzerkorps, während Das Reich und LSSAH wütende Angriffe von 500 sowjetischen Panzern abwehrten, wovon 100 bei geringen deutschen Verlusten abgeschossen wurden. Erstmals machten sich dabei auch Hs 129 Panzerjagd-Flugzeuge entscheidend gegen einen feindlichen Panzerangriff bemerkbar. Allerdings wurde der Befehlshaber des Panzerregiments von Totenkopf durch in das Hinterland durchgebrochene, marodierende sowjetische Panzer getötet.

Am nächsten Tag, dem 9. Juli 1943, hatte das Panzerregiment von Totenkopf, trotz des Verlustes seines Befehlshabers, immer noch 122 einsatzbereite Kampfpanzer, darunter sechs Tiger. Etwa um 10 Uhr begann die Division, zusammen mit LSSAH, wieder zum Angriff überzugehen.

Tiger-Panzer der Totenkopf bei Kursk.

Tiger-Panzer der Totenkopf bei Kursk.

Bis zum 12. Juli 1943 hatten die deutschen Spitzen Prochorowka erreicht, wo sie in eine neu herangeführte, riesige russische Panzerreserve hineinrannten. Alleine der Totenkopf-Division stand ein viermal so starker Gegner gegenüber und erzwang den Übergang zur Defensive.
Während die größte Panzerschlacht der Geschichte um die Männer der Totenkopf herumstattfand, musste die Division schwer Prügel einstecken, konnte aber ihr Primärziel erreichen, nämlich die rechte Flanke gegen den russischen Angriff zu halten. Bis zum Zeitpunkt des Abbruchs der deutschen Offensive hatte die Division nahezu die Hälfte ihrer Panzer eingebüßt und schreckliche Verluste erlitten.

Ursprünglich war dann vorgesehen, alle Division, welche das I. SS-Panzerkorps bildeten, nach Italien zu verlegen, wo die Alliierten zwischenzeitlich auf Sizilien gelandet waren. Eine russische Offensive im Donez-Becken erzwang dann aber, dass die Divisionen Das Reich und Totenkopf wieder an der Ostfront in den Einsatz gingen und nur die 1. SS-Division Leibstandarte für eine kurze Zeit nach Italien verlegt wurde.
Die Totenkopf-Division zog sofort nach Süden in die Gegend um Stalino, wo nach schweren Kämpfen der russische Angriff zum Stehen gebracht werden konnte.

Soldaten und Panzer der Totenkopf

Soldaten und Panzer der Totenkopf bei den Abwehrkämpfen in der Ukraine.

Praktisch zur selben Zeit begann aber eine neue russische Offensive um Kursk und die Division eilte wieder nach Norden. Hineingeworfen in die Linie bei den Zufahrten auf Charkow, hielten die SS-Männer trotz schwersten Feinddrucks für eine volle Woche, bevor die Entscheidung gefällt wurde, dass die Stadt nicht gerettet werden könnte.
Trotzdem begannen die zwei SS-Divisionen Totenkopf und Das Reich mit lokalen Gegenangriffen, um den Rückzug der deutschen Truppen aus der Gegend zu decken.

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Abwehrkampf im Donez-Becken

Während dem August und September 1943 wurde die Division zusammen mit Das Reich und der Heeres-Elite-Division Grossdeutschland als ‘Feuerwehr-Einheiten’ verwendet, welche von einer Stelle zur nächsten an den bedrohten Fronten geworfen wurden. Das Eintreffen dieser kampferprobten Verbände rettete meist den Tag, wenn auch nur vorübergehend bis zu ihrem Weitermarsch.

Im Oktober war die Totenkopf-Division bei einem großen Gegenangriff beteiligt, welche den russischen Vormarsch bei Kriwoi-Rog zum Stehen brachte. Die Stadt war ein lebenswichtiger Verbindungs-, Nachschubs und Eisenbahnknotenpunkt für die Wehrmacht und sein Verlust hätte eine Katastrophe bedeutet.

Wachsoldaten der Totenkopf

Wachsoldaten der Totenkopf im Winter 1943/44.

Während dem November begann der Ausbau der Totenkopf zu einer SS-Panzer-Division, wenn diese auch durch die vorhergehenden Verluste erst einmal relativ schwach war. Trotzdem verloren die Russen während dieser Kämpfe 500 Panzer und alleine 5.000 Kriegsgefangene an Totenkopf.

Neue russische Vorstöße zwangen Totenkopf wieder in die Bresche zu springen und am 18. November begann eine dreitägige Schlacht, wobei die Männer der Division weitere 250 Panzer zerstörten. Nach ein paar Tagen der Ruhe begann ein weiterer russischer Sturmangriff, welcher ebenfalls abgeschlagen wurde.
Trotz weiterer Verluste von 20 bis 25 Prozent von ihrer Stärke bei diesen Schlachten, konnte Totenkopf einen weiteren russischen Angriff in der Gegend zum Stehen bringen, bevor die Division nach Kirowgrad verlegt wurde.
Zusammen mit der Division Grossdeutschland war Totenkopf in viele harte Gefechte zwischen Kirowgrad und dem Fluss Bug verwickelt, um den Rückzug der deutschen Verbände zu decken.

Hier zum Teil IV: Einsätze der 3. SS-Panzer-Division Totenkopf 1944-45.

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