Springfield M1903

US-Rifle cal .30 Springfield M1903

Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Modell 1903 Springfield

Amerikanisches Gewehr Modell 1903 Springfield

Springfield M1903, US-Rifle cal .30
Typ: Infanterie-Gewehr.

Geschichte:

Wenn auch das M1 Garand das Standardgewehr der US-Armee im Zweiten Weltkrieg war, so blieben jedoch viele Tausende der älteren Zylinderschloß-Gewehre Springfield M1903 weiterhin in Gebrauch.
In der ersten Hälfte des Krieges wurden sie auch weit verbreitet von den Fronttruppen verwendet, bevor ausreichende Mengen des M1 produziert werden konnten. Anschließend wurden sie jedoch immer noch von Wachsoldaten, Reserveverbänden, Garnisonen hinter der Front und für die Grundausbildung von Rekruten verwendet. Außerdem wurden viele an die national-chinesische Armee, die britische Home Guard oder an die frei-französischen Truppen und Résistance geliefert. Selbst noch bei der Invasion in der Normandie 1944 verwendeten viele der anlandenden US-Truppen die M1903 Springfield.

Obwohl seit 1936 das Garand-Gewehr bei der US-Armee neue eingeführt wurde, wurde jedoch auch das M1903 Springfield-Gewehr während des 2. Weltkrieges noch als Standard-Waffe geführt. Nachdem 1940 einige an die britische Home Guard ausgegeben wurden, waren die mit dem Springfield-Gewehr ausgerüsteten Einheiten damit so zufrieden, daß das Gewehr auf britischen Wunsch hin wieder in Produktion genommen wurde.

Als dann die USA im Dezember 1941 in den Krieg eintraten, stand das M1 Garand weder in ausreichenden Mengen zur Verfügung noch wurden genügend davon gebaut. So wurde das Springfield als M1903A3 wieder in die Massenproduktion aufgenommen.
Diese Version war für die schnellere Herstellung vereinfacht worden, war aber immer noch eine gut gemachte Infanteriewaffe. Einige der Teile wurden nun gestanzt, aber der Hauptunterschied war das Zielkorn, was nach hinten versetzt wurde.
Eine Reihe der Scharfschützen-Gewehre vom Modell 1903A4 wurden sogar noch im Korea-Krieg in den 1950er Jahren verwendet.

Die M1903 wurde üblicherweise als die ‘Springfield’ bezeichnet, da sie vom Springfield Arsenal entwickelt und entworfen wurde, sowie dort auch größten Teils hergestellt wurde.
Das erste Magazin-Gewehr der US-Army war die Krag-Jorgensen, aber nach wenigen Jahren im Einsatz begann schon die Arbeit an der Entwicklung eines Ersatzes. Nach Prüfung aller verfügbaren Entwürfe wurde beschlossen, das Zylinderschloß-System und Magazin von Mauser zu verwenden. Für 200.000 US-Dollar kaufte die US-Regierung eine Lizenz von der Firma Mauser.

Der ursprüngliche Entwurf war ein Langgewehr mit einem 76,2-cm langen Lauf. Während der Arbeiten führte jedoch die Britische Armee ihr ‘Short’ Lee-Enfield ein, und die US-Army beschloss, diese Idee für ein einziges Gewehr für alle Waffengattungen zu übernehmen. Der Entwurf wurde geändert und die ersten Modelle wurden 1905 mit einem 61 cm langen Lauf hergestellt.

Die ursprüngliche Kugel, für die das Gewehr entwickelt wurde, war ein 14,26 Gramm schweres Exemplar, welches eine abgerundete Spitze hatte. Als die deutsche Armee jedoch 1905 ihren ‘Spitzer’ – oder die spitze Kugel – einführte, welche eine bessere Leistung versprach, folgte der Rest der Welt eilig nach. Die US-Army führte eine Spitzkugel mit 9,72 Gramm ein und die Zielvorrichtung der Gewehre wurden modifiziert, um deren geänderter Ballistik zu entsprechen.

Obwohl das Gewehr grundsätzlich vom Mauser-Typ war, gab es ein oder zwei Eigenschaften, welche das Springfield einzigartig machten. Der Schlagbolzen besteht aus zwei Teilen, der Hülsenauswurf erfolgt nicht durch eine Feder, und ein genialer Schlossanschlag ermöglicht es, den Bolzen zu entfernen und als Sperre zu wirken, sodaß die Kugeln im Magazin festgehalten werden und das Gewehr als Einzellader verwendet werden kann.

Varianten

M1903A1: Wie M1903, aber mit einem neu geriffelten Holzrahmen, um einen besseren Halt zu geben.

M1903A2: Ein Vorschlag, um den Lauf mit einer speziellen Halterung als unter-kalibrierte Übungswaffe in Panzerabwehrkanonen und Küstengeschützen zu verwenden, um Kosten beim Training zu sparen. Das Projekt wurde später jedoch abgebrochen.

M1903A3: Das Visier wurde nach hinten versetzt. Verschiedene Änderungen an der Konstruktion, um eine Vereinfachung und Beschleunigung während der Herstellung zu erreichen. Dieses Modell kann nur 2 Züge statt 4 haben. Der Entwurf wurde am 21. Mai 1942 zum Standard, als das Gewehr wieder in Produktion genommen wurde, da nicht genügend M1 Garand vorhanden waren.

M1903A4: Wie A3, jedoch mit einem Zielfernrohr Weaver 330C statt der üblichen Zielvorrichtung. Der Bolzen wurde ebenfalls durch Schneiden und Biegen modifiziert, damit er beim Einsatz nicht das Zielfernrohr beeinträchtigt. Wie bei vielen Zylinderschloß-Gewehren, welche als Scharfschützengewehre verwendet wurden, konnte die Waffe nur noch als Einzellader verwendet werden, da die Anbringung des Zielfernrohrs verhinderte, daß vom Magazin über das normale Ladesystem neue Kugeln in die Kammer gelangen konnten.

Benutzer: US-Army (bei Fronttruppen bis mindestens Mitte 1944) und US-Marine-Korps (bis mindestens 1943), Britische Home Guard, National-Chinesische Armee, frei-französische Armee und Résistance.

Animation 3D-Modell Springfield M1903


Spezifikationen Springfield M1903, US-Rifle cal. 30

Spezifikationen
Springfield M1903 Spezifikation
Typ Zylinderschloß-Infanteriegewehr
Kaliber7,62 mm
Länge1,105 m
Gewicht4,1 kg
Lauf61,0 cm mit 4 (2 ab A3) linksläufigen Zügen
Magazin 5 Schuß integriertes Kastenmagazin
Funktion Mauser-Zylinderschloß
Geschoßgeschwindigkeit 855 m/s
Einsatzstatistik
Springfield M1903 Angaben
HerstellerRemington Arms Co., L.C. Smith Corona Typewriter Co., Springfield Arsenal, Rock Island Arsenal
Produktionsbeginn 1905 – und dann wieder ab 1941/42
Endlieferung nach 1942
Produktionszahlinsg. über 3 Millionen
Stückpreis ?
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