Schwerer Kreuzer Admiral Hipper

Flagge Deutsches ReichSchwere Kreuzer Hipper-Klasse: Admiral Hipper, Blücher, Prinz Eugen.
Entwurf, Geschichte, Einsätze, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell der deutschen Kreuzer aus dem Zweiten Weltkrieg.

Admiral Hipper in Kristiansand

Der schwere Kreuzer Admiral Hipper in Kristiansand (Norwegen) im September 1940 (Foto des Großvaters des Autors von Kriegsschiffen in Norwegen)

Hipper-Klasse (3 Schiffe: Admiral Hipper, Blücher, Prinz Eugen)
Typ: Schwerer Kreuzer.

Geschichte:

Der Versailler Vertrag verbot den Bau deutscher schwerer Kriegsschiffe. Jedoch wurde 1935 der deutsch-engli­schen Flottenvertrag ratifiziert, welcher es der Kriegsmarine erlaubte, bis zu 35% der Tonnage der britischen Royal Navy in der entsprechenden Kriegschiffs-Klasse zu bauen.

Dadurch konnte das Deutsche Reich 5 Kreuzer entsprechend des Washingtoner Vertrags bauen. Diese wurden als Hipper-Klasse auf Kiel gelegt. Allerdings war Deutschland mehr am Bau kampfstarker Schiffe als an der Einhaltung interna­tionaler Vertragsbestimmungen interessiert.

Die 10.160-Tonnen-Grenze wurde von ihm jedenfalls erheblich überschritten. Der erste Entwurf war 1934, als auch mit der Planung der Bismarck-Klasse begonnen wurde, vorbereitet worden.
Als ihre besondere Auf­gabe war der Hipper-Klasse zugedacht, die französi­schen schweren Kreuzer in Schranken zu halten und zu verhindern, daß Truppen und Versorgungsgüter von Nordafrika nach Frankreich verschifft würden. Die ersten beiden Schiffe, Admiral Hipper und Blü­cher, wurden mit den geraden Steven und den kap­penlosen Schornsteinen fertiggestellt, wie sie für deutsche Entwürfe vor dem 2. Weltkrieg typisch wa­ren. Die Blücher wurde noch vor ihrer geplanten Änderung versenkt, während bei Admiral Hipper später der Steven verlängert wurde und der Schorn­stein einen Aufsatz erhielt. Darüber hinaus kamen zwei weitere Fla-Richtgeräte an Bord.

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Die Prinz Eugen hatte einen längeren Schiffskörper, von Anfang an vier Fla-Richtgeräte, einen Schorn­steinaufsatz und einen ausladenden Vorsteven. Alle Schiffe der Klasse besaßen Bug- und Seitenwulste, eine schlagkräftige Torpedowaffe und ein Passiv­-Bugsonar.
Sie wurden konzipiert, als die meisten Länder keine Kreuzer mit 20,3-cm-Geschützen mehr bauten, und sie waren älteren Entwürfen in vielen Punkten überlegen. Zweifelsohne waren sie besser als die ersten nach den Bestimmungen des Washing­ton-Vertrags gebauten französischen Kreuzer. Mit der kleineren, aber besser gepanzerten Algerie hätten sie jedoch Schwierigkeiten bekommen. Der etwa gleich großen, nur wenig später gebauten amerika­nischen Baltimore-Klasse, die schwerere Waffen, ei­nen dickeren Panzer und ein Flugzeug mehr besaß, war sie jedoch deutlich unterlegen. Besonders ent­täuschte am Entwurf der verhältnismäßig kleine Fahrbereich, der sich zusammen mit der störanfälli­gen Maschinenanlage als großes Handikap bei ihrem Einsatz als Handelsstörer erwies, obschon Deutsch­land im Atlantik ein großes Netz von Tankschiffen aufgebaut hatte.
Abgesehen davon konnten diese Kreuzer sehr wohl selbständig operieren, führten sie doch eine schlagkräftige Hauptartillerie (die Prinz Eugen erzielte noch vor dem Schlachtschiff Bismarck Treffer auf dem britischen Schlachtkreuzer Hood) und eine ausge­zeichnet geleitete Fla-Bewaffnung.

Kreuzer Lützow im Schlepp nach Leningrad

Der noch unfertige Schwere Kreuzer Lützow wird im Austausch für Rohstoffe und Lebensmittel nach Leningrad geschleppt.

Nach der Unterzeichnung des russisch-deutschen Pakts von 1939 wollte man die drei letzten Einheiten der Hipper-Klasse (die noch nicht fertig waren) im Austausch gegen Rohstoffe an Russland abgeben. Schließlich verkaufte man nur die am wenigsten fort­geschrittene Lützow. Die Prinz Eugen wurde ent­wurfsgemäß fertiggestellt, während die Seydlitz zum Flugzeugträger umgebaut werden sollte.

Deutschland hatte bereits die 23.570 t große Graf Zeppelin vom Stapel gelassen und ein Schwester­schiff auf Kiel gelegt. Gleichwohl erkannte man die entscheidende Bedeutung nicht, die der Einbezie­hung einer Luftkomponente bei den Seestreitkräften zukam. Deshalb ging ihr Bau nur sporadisch voran. Als beim Verlust der Bismarck klar wurde, wie not­wendig seegestützte Luftstreitkräfte waren, nahm man die Arbeiten an der Graf Zeppelin wieder auf und begann mit dem Umbau der Seydlitz. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Alliierten jedoch eine große Überlegenheit auf See gewonnen, und keiner der Träger wurde je fertig.

Prinz Eugen

Schwerer Kreuzer Prinz Eugen.

Die wichtigsten Einsätze der Prinz Eugen im 2. Weltkrieg:

  • 1./2. Juni 1940: erhält zwei Bombentreffer.
  • 23. April 1941: Beschädigung durch Minentreffer.
  • 18. Mai 1941: läuft zusammen mit Bismarck aus.
  • 23. Mai 1941: Prinz Eugen läuft vor Bismarck, während die deutschen Kriegsschiffe von den Kreuzern Suffolk und Norfolk beschattet werden.
  • 24. Mai 1941: Gefecht in der Dänemark-Strasse, wobei das Schiff den ersten Treffer auf den britischen Schlachtkreuzer Hood erzielt. Prinz Eugen wird nach dem Gefecht von Bismarck zur selbständigen Operation im Atlantik entlassen.
  • 1. Juni 1941 – 11. Februar 1942: Aufenthalt in Brest.
  • 11. – 13. Februar 1942: Kanaldurchbruch mit Scharnhorst und Gneisenau und beschädigt dabei den britischen Zerstörer Worcester.
  • 21. – 23. Februar 1942: Verlegt nach Norwegen.
  • 23. Februar 1942: Erhält Torpedotreffer vom britischen Unterseeboot Trident; dabei wird das Heck schwer beschädigt.
  • Februar – März 1942: Behelfsreparaturen am Heck in Norwegen.
  • Mai – Oktober 1942: Instandsetzung in Kiel, wobei ein neues Heck eingesetzt wird.
  • Mai 1943 – Mai 1944: beim Flottenausbildungs-Geschwader.
  • Juni 1944 – April 1945: Feuerunterstützung für den Bodenkampf an der baltischen Küste. Am 14. Oktober 1944 wird Leipzig versehentlich gerammt.
  • April 1945: Verlegung nach Kopenhagen.
  • 9. Mai 1945: Übergabe in Kopenhagen. Am 13. Dezember 1945 wird das Schiff an die USA ausgeliefert, im Januar 1946 nach Nordamerika überführt, passiert im März den Panamakanal und wird am 17. Juni bei Atombomben-Tests auf dem Bikini-Atoll als Versuchsschiff verwendet. Am 22. Dezember 1947 wird sie bei der Kwajalein-Lagune versenkt.

Die Admiral Hipper nahm an Operationen in der Nor­wegensee und im Atlantik teil. Ab 1944 befand sie sich in der Ostsee. Bombentreffer beschädigten sie schwer, anschließend versenkte sie sich am 3. April 1945 selbst.
Nor­wegische Küstenbatterien versenkten die Blücher im Oslo-Fjord. Weder Lützow noch Seydlitz (welche die Russen hoben und bargen) wurden fertiggestellt. Beide Schiffe wurden später verschrottet.


Spezifikationen für Admiral Hipper Klasse

Spezifikationen
Prinz Eugen Spezifikation
Typ Schwerer Kreuzer
Wasserverdrängung 14.707 t
Konstruktionsverdrängung 16.490 t
Einsatzverdrängung 18.694 t
Länge in der KWL 199,5 m (Hipper: 195,4 m)
Länge über alles 210,4 m (Hipper: 206,4 m)
Breite 21,9 m
Tiefgang 7,9 m
Kessel 8 x Wagner
Maschinen Brown & Boveri-Einfachgetriebeturbinen mit 3 Wellen
Gesamtleistung 97.020 kW (132.000 PS)
Heizöl 4.320 t
Geschwindigkeit 32 kn (Probefahrt: 33,4 kn)
Fahrbereich 5.500 sm bei 18 kn
Besatzung 1.600
Bewaffnung
Prinz Eugen Spezifikation
Haupt-Bewaffnung 8 x 20,3 cm Geschütze
Sekundär-Bewaffnung 12 x 10,5 cm Geschütze
Flak 12 x 3,7 cm (1945 stattdessen 18 x 4 cm); 8 (1945: 28) x 2 cm
Torpedorohre 12 x 53,3 cm
Flugzeuge 3
Panzerschutz
Prinz Eugen Dicke
Panzerung Seite (Gürtel) 70-80 mm
Panzerung Oberdeck 12-30 mm
Panzerung Panzerdeck 20-50 mm
Panzerung Hauptartillerie 70-105 mm
Einsatzstatistik
Schiffe: Admiral Hipper Blücher Prinz Eugen
Bauwerft Blohm & Voss (Hamburg) Deutsche Werke (Kiel) Germania-Werft (Kiel)
Kiellegung 1935 1936 1936
Stapellauf 6.2.1937 8.6.1937 22.8.1938
Fertigstellung 1938 1939 1.8.1938
Verbleib Selbstversenkung 3.4.1945 versenkt 19.4.1940 gesunken 22.12.1947

Animation 3d-Modell schwerer Kreuzer Blücher


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