Schlachtschiff Iowa

US-Schlachtschiff-Klasse Iowa, New Jersey, Missouri, Wisconsin

USS Iowa

USS Iowa gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik.

US-FlaggeSchlachtschiff-Klasse Iowa (4 Schiffe: Iowa, New Jersey, Missouri, Wisconsin).
Typ: schnelles Schlachtschiff.

Im Mai 1939 verabschiedete der Kongreß ein neues Gesetz, mit dem vier ältere Schlachtschiffe ersetzt werden sollten, und führte damit seine Politik fort, auf japanische Flottenbauprogramme die jeweils richtige Antwort zu geben. Bei den vier Schiffen handelte es sich um die South-Dakota-Klasse, für die mit den Entwurfsarbeiten bereits 1936 begonnen worden war und die zwischen März und August 1942 fertig wurden. Es waren kürzere Versionen der North-Carolina-Klasse mit ähnlicher Bewaffnung und Geschwindigkeit. Nur die Maschinenanlage hatte man auf der Suche nach einer möglichen Verbesserung des Schutzes auf kleinerem Raum untergebracht.

Ein Jahr nachdem der Entwurf für die South-Da­kota-Klasse verwirklicht worden war begannen die Studien für ein 45.720-t-Schlachtschiff in der An­nahme, Japan würde den Londoner Flottenvertrag von 1936 nicht ratifizieren. Hierdurch würde die zu­lässige Größe für Schlachtschiffe von 35.560 auf 45.720 t heraufgesetzt werden. Von Ende 1937 bis Juni 1938 wurde eine ganze Serie von Entwürfen begutachtet, bis der General Board einen ihm im Mai 1938 vorgelegten Entwurf für ein ‘Schnelles Schlachtschiff’ als Grundlage für die neue lowa­-Klasse annahm. Die Schiffe der North-Carolina- und der South-Dakota-Klasse konnten mit den amerika­nischen Flugzeugträgern nicht Schritt halten, wes­halb die lowa-Klasse in erster Linie als Geleitschiffe für schnelle Träger konzipiert wurde.

Vorbild war der Entwurf der South-Dakota-Klasse. Indessen wurde der Schiffskörper erheblich verlän­gert, um die zusätzlichen Antriebsmaschinen unter­zubringen. Zur Lafettierung der weiterentwickelten 40,6-cm-L/50-Geschütze war ein neuer Drillings­turm konstruiert worden, mit dem rund 864 t Ge­wicht eingespart werden konnten.
Die Panzerung entsprach der South-Dakota-Klasse, und das be­deutete, daß die Schiffe nicht so gut geschützt waren wie gleichaltrige britische oder japanische Schlacht­schiffe.
Vielleicht war es ein Glück für sie, daß sie niemals auf Einheiten der Yamato-Klasse trafen. Die Erfahrungen der während der Bauphase dieser Klasse bereits am 2. Weltkrieg Beteiligten führte zu Beunruhigung wegen des Schutzes vor Bomben­angriffen, doch war es zu spät, diese Lehren noch zu beherzigen.

Die Konstruktion der Maschinenanlage war hervorragend: Sie erzeugte mit 155.820 kW (212.000 WPS) die höchste Antriebsleistung, die je in ein Schlachtschiff installiert wurde. Eine sorgfältig geplante wasserdichte Unterteilung mit sehr anpas­sungsfähigen Verbindungen ergaben die größtmög­liche Wahrscheinlichkeit, Gefechtsschäden erfolg­reich zu überstehen, während andererseits die Ge­schwindigkeit von 33 kn (manchmal auf 35 kn heraufgesetzt) die Möglichkeit erhöhte, solche Schäden überhaupt zu vermeiden.

Die ersten beiden Einheiten wurden im Mai 1938 in Auftrag gegeben, als der General Board noch immer beriet. Die nächsten beiden folgten im Juli 1939, und die letzten zwei, die nie fertig wurden, im September 1940.
Die Kriegsschicksale der vier in Dienst gestell­ten Schiffe ähnelten denen der meisten im Pazifik stationierten Schlachtschiffe. Danach traten sie für kurze Zeit zur Reserveflotte, um im Koreakrieg zur aktiven Flotte zurückzukehren. Bis 1957 waren sämtliche Schlachtschiffe wieder bei der Reserve­flotte, nur die New Jersey sah zwischen 1968 und 1969 vor Vietnam nochmals Einsätze. Heute sind sie alle eingemottet.

Als Gegengewicht zur japanischen Yamato-Klasse wurden die Schlachtschiffe der viel größeren und besser geschützten Montana-Klasse mit 40,6-cm-Artillerie geplant. Dies wurde jedoch zugunsten von mehr Flugzeugträgern 1943 wieder fal­lengelassen. Es wäre dies der echte Entwurf für das US-Schlachtschiff des 2. Weltkriegs geworden. Oie Schiffe sollten eine dickere Panzerung erhalten, um 46-cm-Granattreffern widerstehen zu können. Um die Größe in vernünftigen Grenzen zu halten, akzep­tierten die Amerikaner eine bedeutend geringere Ge­schwindigkeit als bei der Iowa- Klasse. Gleichwohl hätten sie über 63.000 t verdrängt und den Panama­kanal nicht passieren können. Ihre Fla-Waffen wären ähnlich ausgefallen wie auf der Iowa-Klasse, mit Si­cherheit aber verstärkt worden, um mit den japani­schen Kamikazeangriffen von 1945 fertig zu werden,

USS Iowa schießt

USS Iowa beschießt 1952 die koreanische Küste.

Nach dem Kriege wurden die Schiffe der Iowa­-Klasse buchstäblich ihrer gesamten leichten Fla­-Geschütze beraubt. Für den Koreakrieg wurden sie nur teilweise bemannt und hergerichtet. Für ihren Einsatz vor der vietnamesischen Küste wurde die New Jersey sogar noch spärlicher gerüstet. Lediglich die 40,6-cm-Geschütze waren einsatzbereit und ihre Geschwindigkeit war stark herabgesetzt. Sie er­hielt ein wenig elektronische Ausrüstung; auf dem Achterdeck wurde ein Hubschrauberlandeplatz mar­kiert.
Ende der 40er Jahre und in den 50er Jahren gab es Vorschläge, diese Schiffe mit Lenkflugkör­pern auszurüsten, Die damit verbundenen Kosten und die Überlegenheit moderner Mehrzweckschiffe gaben dieser Idee keine Chance.


Animation 3D-Modell USS New Jersey


Spezifikationen für Iowa-Klasse

Spezifikationen
Iowa-Klasse Spezifikation
Typ schnelles Schlachtschiff
Wasserverdrängung 45.273 t
Einsatzverdrängung 56.601 t
Länge in der KWL 262,1 m
Länge über alles 270,4 m
Breite 33 m
Tiefgang 11,60 m
Kessel 8 x Babock & Wilcox
Maschinen General Electric (Iowa, Missouri) bzw Westlinghouse (New Jersey, Wisconsin) mit 4 Wellen
Gesamtleistung 155.820 kW (212.000 PS)
Heizöl 7.367 t (Iowa: 7.186 t)
Geschwindigkeit 33 kn (gelegentlich überschritten)
Fahrbereich 18.000 sm bei 12 kn
Besatzung 2.270-2.788 (New Jersey 1968: 1.626)
Bewaffnung
Iowa-Klasse Spezifikation
Haupt-Bewaffnung 9 x 40,6 cm L/50 (in 3 Türmen mit je 3 Kanonen)
Sekundär-Bewaffnung 20 x 12,7 cm L/38 (in 10 Türmen mit je 2 Kanonen)
Flak 60 (1943) bzw 76 (Dez. 1944) bzw 80 (1957) 40-mm Bofors (15-20 Stände zu je 4 Kanonen); 60 (1943) bzw 52 (Dez. 1944) 20-mm Oerlikon
Flugzeuge 3 (Kingfisher-Wasserflugzeuge) mit 2 Katapulten
Panzerschutz
Iowa class Dicke
Panzerung Seite (Gürtel) 41-307 mm
Panzerung Oberdeck 38 mm
Panzerung Hauptdeck 121 oder 153 mm (unterschiedliche Quellen)
Panzerung Splitterfang-Deck 16 mm
Panzerung Unterdeck 13-16 mm
Panzerung Hauptartillerie 184-495 mm (432 mm hauptsächlich)
Barbetten 38-439 mm
Einsatzstatistik
Schiffe: Iowa New Jersey Missouri Wisconsin
Bauwerft Staatswerft New York Staatswerft Philadelphia Staatswerft New York Staatswerft Philadelphia
Kiellegung 27.6.1940 16.9.1940 6.1.1941 25.1.1941
Stapellauf 27.8.1942 7.12.1942 29.1.1944 7.12.1943
Indienststellung 22.2.1943 23.5.1943 11.6.1944 16.4.1944
im Einsatz ab August 1943 Januar 1944 Ende 1944 Ende 1944
Stückpreis ? (US-Schlachtschiffe North-Carolina-Klasse mit 45.500 t ca. 60 Millionen US-Dollar = ca. 135 Millionen Reichsmark)

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