PTRD-1941

Sowjetische FlaggeRussische Panzerbüchse PTRD-1941 zur Panzerabwehr.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und Modell.

 Panzerbüchse PTRD-1941

Russische Panzerbüchse PTRD-1941 in Stellung, gedeckt von einem Schützen mit einer PPSh-Maschinenpistole.

PTRD-1941
Typ: Panzerbüchse zur Panzerabwehr.

Entwicklung

Zwischen den beiden Weltkriegen hatten die Russen ursprünglich ein 12,7-mm-Zylinderverschluss-Panzerabwehr-Gewehr von der deutschen Panzerbüchse Modell 1918 kopiert, wobei eine Patrone verwendet wurde, welche ursprünglich für ein schweres Maschinengewehr entwickelt worden war.

Die Leistung der Waffe war relativ schlecht und als eine Streitmacht, welche einen Schwerpunkt bei dem Panzer hatte, wurde 1932 mit einem neuen Entwurf begonnen.
Dafür wurde eine völlig neue Patrone mit dem Kaliber 14,5 mm hergestellt, eine der schwersten jemals hergestellten Geschosse dieser Art.

Die Waffe, welche von Degtyarev entworfen wurde, sieht sehr einfach aus und fast wie ein landwirtschaftliches Gerät. Aber sie verbirgt ein oder zwei feine Details unter der rauhen Schale.
Der Lauf gleitet beim Rückstoß auf einer Art Rutsche zurück, so dass der Rückstoß den Bolzengriff gegen einen Nocken trägt und ihn anhebt, um den Verschluss zu entriegeln. Der Bolzen wird dann gehalten, während sich der Lauf in seine Feuerposition zurückbewegt und die leere Patronenhülse herausgezogen und ausgeworfen wird.
Der Schütze setzt dann eine neue Patrone ein und schließt den Bolzen von Hand. Eine solche Operation ist ein wenig schwer zu klassifizieren, da die Öffnungsmechanik als ‘langer Rückstoß’ bekannt ist, aber der Abschluß des Vorgangs von Hand gemacht wird, was einzigartig ist.

Die Kugel, die von der PTRD-1941 verfeuert wurde, war ursprünglich ein stromlinienförmiger Typ mit Stahlkern, der eine kleine Ladung eines Brandbeschleunigers an der Spitze hatte, welche einen Explosionblitz beim Aufschlag an der getroffenen Stelle verursachte.
Aber stromlinienförmige Kugeln sind nur bei Langstreckenwaffen sinnvoll und 1941 wurde ein neuer Entwurf einer mehr quadratischen Kugel mit einem Wolframkarbidkern eingeführt.
Diese Patrone verbesserte Geschossgeschwindigkeit und Durchschlagskraft auf kurze Entfernungen.

Einsatz

Die Panzerbüchse PTDR-1941 war bei der Roten Armee den ganzen 2. Weltkrieg über im Einsatz und wurde sogar noch von den kommunistischen Truppen während des Korea-Krieges verwendet.

Die Einführung der Panzerbüchse in größeren Stückzahlen erfolgte erst etwa zeitgleich mit Beginn des Unternehmen Barbarossa, dem deutschen Angriff auf Russland. Das erstaunliche daran ist, daß zu diesem Zeitpunkt andere Streitkräfte schon händeringend nach einem Ersatz für die eigentlich veralteten Panzerbüchsen suchten, da deren Durchschlagskraft für die neuste Generation von Panzern nicht mehr ausreichend war.

Wenn man auch zugeben muß, daß die PTRD-1941 wohl die beste und wirksamste jemals hergestellte Panzerbüchse war, so ist es doch erstaunlich, daß die Rote Armee es bis Kriegsende nicht für nötig befand, ihren Soldaten ein wirksameres Panzerbekämpfungsmittel zur Verfügung zu stellen.
Mit ihren 25 mm Durchschlagskraft auf 500 Metern hatte die PTRD-1941 schon gegen einen PzKpfw III oder PzKpfw IV ernsthafte Probleme, sofern der Schütze nicht genau Schwachstellen traf – gegen einen Panther oder gar Tiger-Panzer war das Unterfangen sogar ziemlich aussichtslos.

PTRD-1941

PTRD-1941 und Patrone.

Spezifikationen PTRD-1941

Spezifikationen
PTRD-1941 Spezifikation
Typ Panzerabüchse
Kaliber 14,5 mm
Länge 202 cm
Gewicht 17,3 kg
Lauflänge 1,35 cm, 8 rechtsläufige Züge
Magazin 1 Schuss im Lauf
Funktion Zylinderschloss
Geschoßgeschwindigkeit 1.010 m/s
Durchschlagskraft 25 mm auf 500 m bei 0° Aufschlagswinkel

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