PPS MP

Russische Maschinenpistolen PPS-43 und PPS-42

PPS-43

Russische Maschinenpistole PPS-43

Sowjetische FlaggePPS-43, PPS-42
Typ: Maschinenpistole.

Geschichte

Dies war die dritte Standard-Maschinenpistole, welche von der Roten Armee während des 2. Weltkrieg angenommen wurde. Sie wurde von A.J.Sudarew entworfen und ihre Produktion war für das von der Sowjetunion praktizierte System, immer nur einen Entwurf zur Massenherstellung auszuwählen, ungewöhnlich. Denn schließlich gab es schon die PPSh, aber die Erfordernisse des Kriegsverlaufs erzwangen diesen Sonderfall.

Als die Stadt Leningrad von der deutschen Armee während des Jahres 1941/42 belagert wurde, waren Waffen dort Mangelware. So wurde die PPS dort entwickelt und in Fabriken der belagerten Stadt hergestellt, von wo sie direkt an die nahen Frontlinien geliefert wurden. Die Waffe war eine bemerkenswerte Produktion, da sie mit Ausnahme des Laufes und Bolzen komplett aus Stahl gepresst wurde und an einigen Punkten zusammengeschweißt wurde. Die einzigen Teile, welche nicht aus Metall waren, sind der hölzerne Griff und ein kleines Stückchen Leder als Puffer auf dem Schlagbolzen. Feinarbeiten existierten praktisch nicht, stattdessen gab es grobe Schweißnähte und Schleifspuren auf der ganzen Waffe. Es muss die billigste Schußwaffe jeglicher Art sein, die jemals hergestellt wurde. Aber trotz allem, sie funktionierte gut und zuverlässig und viele Tausend wurden in ihrer ursprünglichen Form (PPS-42) und in der leicht veränderten Form (PPS-43), welcher aber im wesentlich identisch ist, hergestellt.

Der perforierte Laufmantel erstreckt sich über den Lauf und dient als Mündungsbremse und Kompensator, wie auch bei der PPSh. Ein gekrümmtes Kastenmagazin wurde von unten hineingedrückt und das Stahlgehäuse zieht sich über die Oberseite der Waffe. Eine einfache Sicherung ist an der vorderen Kante des Abzugsbügel angebracht und es gibt keine Möglichkeit Einzelschüss abzugeben.

Die Waffe ist so viel billiger und einfacher in der Herstellung als die PPD oder selbst die PPSh-Modelle, daß sich die Frage aufdrängt, warum sie diese nicht ersetzte. Die gesicherte Antwort darauf wird wohl niemals bekannt werden, aber eine Ahnung von den herrschenden Verhältnisse in der damaligen Sowjetunion erhält man davon, wie die Belagerung von Leningrad anschließend von offizieller Seite abgehandelt wurde. Während der Belagerung wurden die heldenhaften Verteidiger der Stadt zu Nationalhelden – und in den Augen der Moskauer Führung wuchsen sie etwas zu sehr über sich hinaus. Als die Belagerung ausgestanden war, verschwanden viele prominente Persönlichkeiten aus Leningrad aus den Augen der Öffentlichkeit und die ganze Angelegenheit wurde stark heruntergespielt. Es scheint sehr wahrscheinlich, daß diese Haltung auch dazu führte, daß eine Waffe, welche während der Belagerung von Leningrad geboren wurde, nicht weiter verbreitet werden sollte. Deshalb ging die PPS niemals in volle Massenproduktion.

Die meisten PPS-Modelle wurden nach Kriegsende aus den Beständen der Roten Armee entfernt und meist an die Satelliten-Länder weitergegeben. Auf jeden Fall war die PPS in Korea 1951/52 häufiger anzutreffen als jede andere russische Maschinenpistole.

Benutzer: Russland/Sowjetunion.


Animation 3D-Modell PPS-43


Spezifikationen PPS-43

Spezifikationen
PPS-43 Spezifikation
Typ Maschinenpistole
Kaliber7,62 mm
Länge81,92 cm
Gewicht3,4 kg
Lauf25,40 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen
Magazin 35-Schuss Kastenmagaziin
Funktion Rückstoss – nur vollautomatisch
Geschoßgeschwindigkeit 490 m/s
Feuergeschwindigkeit 700 Schuß/min.
Einsatzstatistik
PPS-42/43 Angaben
Hersteller Rüstungsbetriebe in Leningrad
Beginn SerienproduktionHerbst 1942 (PPS-42), Mitte 1943 (PPS-43)
Erster Kampfeinsatz 1942
Endlieferung 1945/1946
Stückzahl (alle)ca. 500.000
Stückpreisunbekannt, aber wahrscheinlich billigste Schußwaffe aller Zeiten (weniger als die Hälft an Rohmaterial und Arbeitszeit zum Typ PPS-41)
Praxisbahn
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