Portugiesische Armee

Die Armee von Portugal im 1. Weltkrieg 1916-1918.
Uniformen, Stärke und Organisation der portugiesischen Armee in Europa und Afrika.

Portugiesische Armee an der Westfront

Portugiesische Armee an der Westfront 1917/18 (v.l.n.r.): Unteroffizier der Infanterie, Generalstabsoffizier, Artillerist.

Portugal trat auf Seiten der Alliierten im März 1916 in den 1. Weltkrieg ein. Bevor die portugiesischen Expeditionsstreitkräfte nach Frankreich verschifft wurden, erhielten sie erst eine Gefechtsausbildung sowie neue Ausrüstung in Sussex in England.

Die Farbe der portugiesischen Felduniform war einheitlich und ähnlich dem französischen Horizont-Blau. Die Uniform bestand aus einer Einreiher-Tunika mit Stehkragen und Hosenlatz. Sie hatte parallel aufgesetzte, gefaltete Brusttaschen mit spitzer Klappe und Knopf, aber keine Seitentaschen. Die Schultergurten sind aus dem gleichen Material hergestellt und es gab zwei Knöpfe an der Rückseite jeder Manschette. Die Tunika wurde mit passenden Hosen und Gamaschen getragen. Der große Mantel war ein Zweireiher mit großen Fallkragen und Halbgürtelbefestigung an der Rückseite mit zwei Knöpfen.

Offiziere trug einen Einreiher-Mantel mit sechs Knöpfen vorne, gefalteten aufgesetzten Brusttaschen und schräge Seitentaschen mit zugeknöpften Klappen. Dieser hatte einen einzigen Knopf an den Manschetten, welcher um das Handgelenk mittels eines Riemens befestigt werden konnten. Offiziere trugen auch einen langen grauen Mantel mit dunkelblauen Samtkragen und einem spitzen grauen Tuchkragen mit dunkelblauen Samtkragen, auf dem die Rangabzeichen getragen wurden.
Die Schirmmütze, welche im Dienst getragen wurde, war mit einem passenden Tuch bedeckt und hatte an der Spitze eine Reihe von Silbertressen für Offiziere und einem Kinnriemen aus naturfarbenen Leder (mit silberner Spitze für Offiziere) und das Abzeichen der Waffengattung wurde auf der Vorderseite getragen.
Es wird angenommen, daß die geriffelten Stahlhelme in Birmingham (England) mit Liefervertrag hergestellt wurden.

Offiziere neigten dazu, die gleiche grundlegenden Uniform wie ihre Männer zu tragen, aber einige haben offene Tuniken getragen mit grauen Hemden und schwarzen Krawatten, während andere Tuniken mit großen ‘unteren’ Seitentaschen getragen haben. Passende Kniehosen wurden mit braunem Lederreitstiefel getragen, oder Stiefeletten mit Ledergamaschen. Offiziere trugen die ‘Sam Browne’, während andere Ränge die portugiesische Version des britischen Musters von 1908 als Ausrüstung erhielten.

Der Rang wurde an den Manschetten der Tunika und Mantel angezeigt sowie auf dem Mantelkragen der Offiziere, während andere Ränge ihre Rangabzeichen auf den Schulterriemen trugen.
Die Waffengattung wurde auf einem oxidierten (geschwärzten) Metall- oder Silberbestickten Abzeichen angezeigt, welches auf der Vorderseite der Schirmmütze und auf dem Kragen getragen wurde. Einige Abzeichen und Regiments-Zahlen wurden in dunkelblau angezeigt und auf den beiden oberen Ärmeln aufgestickt.

Portugiesische Streitkräfte 9. März 1916:
Über 12.000 reguläre Soldaten (davon 4.300 – einschließlich 2.800 Afrikaner – in Moçambique).

Portugiesische Stärke an der Westfront am 11. November 1918:
35.000 Soldaten (2 Infanterie-Divisionen) mit 768 Kraftfahrzeugen.

Die portugiesische Armee in Ostafrika

Eine zweites portugiesische Expeditionskorps befand sich noch in Moçambique, als der Krieg im März 1916 erklärt wurde, und einige ihrer Mitglieder wurden in die anfänglichen Kämpfe verwickelt. Es bestand aus der 3. Brigade des Regimento de Infantaria Nr.21, einer Maschinengewehr-Grupo (Nr.7), einer Schwadron vom Regimento de Cavalaria Nr.3, einer Gebirgsartillerie-Gruppe sowie Pionier-, Lazarett- und Versorgungseinheiten.

Die dritte und größere Expedition traf im Juli 1916 ein. Diese bestand aus den dritten Bataillonen der Regimentos de Infantaria Nr.23, 24 und 28 sowie zwei Verstärgungskompanien für Nr. 21. Dazu kamen drei weitere Maschinengewehr-Gruppen (Nummern 4, 5 und 8), fünf Artilleriegruppen (Nummern 1 und 2 plus drei weitere aus dem Gebirgs-Artillerie-Regiment), Pioniere, Lazarett- und Versorgungseinheiten.

Die Portugiesen unternahmen auch Schritte, um ihre Askari-Einheiten zu erweitern. Zu den Truppen, welche an der Überquerung des Rovuma beteiligt waren, gehörte die Guardia Republicana, eine Reihe von Companhias Indigenas Expeditionarias (insbesondere Nr. 17 und 19 bis 24), und die Nyassa-Kompanie 1a Companhia.

Die europäischen Bataillone waren die Hauptstreitmacht, aber Askaris begleiteten sie, und sie wurden von einer ‘schwarzen Kolonne’ abgeschirmt, bestehend aus einer europäischen, berittenen Infanterie-Kompanie und vier afrikanischen Kompanien. Einige portugiesische Soldaten von Cavalaria Nr.3 nahmen am Vorstoß in Richtung Nevala teil, aber danach gibt es nur noch wenige Informationen über den Einsatz von Kavallerie.

Die Askaris erlitten mehr Verluste im Kampf als die Europäer, aber bei den letzteren waren die Ausfälle durch Krankheit zehnmal höher als bei den Afrikanern. Abgesehen von Hauptmann Curados 21a Companhia Indigena, welche zeigten, was Askaris unter guter Führung leisten konnten, zeigten die Portugiesen jedoch, dass sie kein Gegner für die deutschen Truppen waren. Tatsächlich zogen die Deutschen daraus den Schluss, dass 500 deutsche Truppen ohne weiteres eine Offensive gegen die 1.500 Portugiesen aufnehmen konnten.

Portugiesische Verluste in Ostafrika 1916-18:
4.723 Mann (von 30.701 eingesetzten Soldaten), 4 Kanonen, 16 MGs.


PORTUGAL (9. März 1916 – 11. November 1918)

  • Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 12.000+
  • Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 100.000
  • Tote Militär = 8.145
  • Verwundete Militär = 14.784
  • Ziviltote = unbekannt, aber gering
Praxisbahn
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