Matilda II

Britischer Infanteriepanzer Mark II (A12), Matilda II

erbeutete Matilda-Panzer

Mehrere erbeutete Matilda-Panzer wurden vom Afrika-Korps benutzt.

Matilda II
Typ: Infanteriepanzer Mark II (A12).

Geschichte:

Zu dem Zeitpunkt als das Pilotmodel A11E1 des Infanteriepanzer Mark I ausgeliefert wurde, dachte das britische Kriegsministerium bereits über eine aufgerüstete Version mit einem zusätzlichen Besatzungsmitglied, einer 2-Pfünder-Kanone oder einem Zwillings-MG und einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h nach. Gleichzeitig sollte das Gewicht auf 14 Tonnen begrenzt sein, um die Einschränkungen von Brücken für Militärfahrzeuge einzuhalten.

Es wurde bald klar, daß diese Anforderungen nicht vom Grundentwurf des A11 erfüllt werden konnten, da der Einbau einer 2-Pfünder-Kanone in einem Turm das Gewicht überschreiten und der Motor völlig überlastet sein würde. So wurde ein völlig neuer Entwurf in Angriff genommen, auf der Grundlage einer 60 mm starken Panzerung, einem handelsüblichen AEC-Dieselmotors, Seitenschürzen für das Kettenlaufwerk ‘japanischer Art’ vom mittleren Vickers-Panzer. Der Entwurf des ‘Matilda-Seniors’, wie der A12 Infanteriepanzer Mark II anfangs genannt wurde, basierte eng auf dem mittleren Panzer A7, welcher von den Royal Ordnance Factory in Woolwich im Jahr 1929 entwickelt wurde und als Prototyp von 1929-1932 gebaut wurde.

Im November 1936 wurdem mit der Vulcan Foundry in Warrington Verträge abgeschlossen, ein hölzernes Modell und zwei Pilotmodelle aus Weichstahl vom A12-Entwurf herzustellen. Das Holzmodell wurde im April 1937 begutachtet und es wurde beschlossen, gekoppelte Doppel-AEC-Dieselmotoren und ein Wilson-Schaltgetriebe zu verwenden. Außerdem wurden in dieser frühen Phase Vorbereitungen getroffen, eine 3-inch-Haubitze für Nahunterstützungsmodelle einbauen zu können und verschiedene andere Details. Der Bau der Pilotmodelle wurden jedoch durch Verzögerungen bei der Lieferung von Getriebe und anderen Bauteilen aufgehalten, und der A12E1 war nicht vor April 1938 fertig. Inzwischen wurden ein Auftrag direkt ‘vom Reißbrett’ für 65 Panzer im Dezember 1937 erteilt, welcher bald auf 165 aufgestockt wurde.
Die Tests waren im allgemeinen zufriedenstellen, wenn auch einige kleine Änderungen am Getriebe und Fahrwerk gemacht wurden. Die Kühlung wurde ebenfalls verbessert und für den Einsatz in Kolonialgebieten der Einbau eines Luftfilters vorgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt war die Aufrüstung voll im Gange und der Bedarf an Panzerfahrzeugen war dringend. Im Juni 1938 wurden Veträge für weitere Fahrzeuge mit Fowler und Rouston&Hornsby als Lizenznehmer vom Hersteller Vulcan unterzeichnet, sowie anschließend mit LMS, Harland&Wolff und North British Locomotive. Für spätere Versionen wurde auch Leyland im Jahr 19430 hinzugenommen, um Motoren herzustellen.
Die Gesamtproduktion des A12 belief sich auf 2.987 Stück, bis die Herstellung im August 1943 eingestellt wurde.

Der A12 eignete sich nicht für die einfache Massenproduktion aufgrund der Größe und Form der Gussteile der Panzerung. Es gab insbesondere Schwierigkeiten bei der Herstellung der nur aus einem einzigen Teil bestehenden Seitenschürzen, sodaß die Anzahl der Öffnungen zum Abwerfen des in den Ketten sitzenden Schmutzes von 6 beim Pilotmodell auf 5 beim Serienmodell reduziert wurde.

Bei Ausbruch des Krieges mit Deutschland im September 1939 waren erst 2 A12 Infanteriepanzer im Dienst. Allerdings konnte noch eine Reihe an das 7. Royal Tank Regiment in Frankreich bis Anfang 1940 ausgeliefert werden, wo sie erfolgreich in der Schlacht von Arras – kurz vor der Evakuierung bei Dünkirchen – eingesetzt wurden.

Nachdem die ursprüngliche A11 Matilda zurückgezogen wurde, fielen auch die Begriffe ‘Matilda-Senior’ oder ‘Matilda II’ als Bezeichnung für den Infanteriepanzer Mark II weg, und das Fahrzeug wurde einfach als die ‘Matilda’ bezeichnet.
Die Matilda ist vor allem bekannt geworden wegen ihrer wichtigen Rolle in den frühen Kämpfen in Nordafrika. In Libyen war sie 1940 praktisch immun gegen jede italienische Panzerabwehrwaffe oder Panzer.
Die Matildas beherrschten das Schlachtfeld der Wüste bis zum Erscheinen der 88-mm-Flak in der Rolle als Panzerabwehrgeschütz Mitte 1941 unangefochten. Erst die Acht-Acht war in der Lage, die dicke Panzerung der Matilda auf große Entfernungen zu durchdringen.

Es war nicht möglich, die 6-Pfünder-Kanone in die Matilda einzubauen – auch wenn der Versuch unternommen wurde, den Turm des A27 auf das Chassis zu montieren. Der Turm selbst war zu klein für die stärkere Kanone und ebenso der Turmring, um einen geeigneten Turm stattdessen zu verwenden. So sank die Bedeutung der Matilda als Kampfpanzer während des Jahres 1942 immer weiter ab und ihren letzten Einsatz in dieser Rolle erlebte sie in der ‘Ersten Schlacht von El Alamein’ im Juli 1942.

Von nun an wurden Matildas nur noch in Nebenrollen mit speziellen Sonderumbauten verwendet. Aber Matildas wurden auch beim Feldzug in Äthopien und später von der australischen Armee in Neu-Guinea eingesetzt. Bei einigen australischen Reserveverbänden waren sie sogar noch in der Nachkriegszeit im Einsatz.

Außerdem wurden mehr als 1/3 aller gebauten Matildas als Lend-Lease nach Russland verschifft, wo sie bei der Roten Armee in ihrer ursprünglich gedachten Aufgabe, nämlich als Unterstützungspanzer für die Infanterie, verwendet wurden.

Benutzer: Großbritannien, Australien, Russland.


Bilder Matilda II


Spezifikationen Matilda II (Infanteriepanzer Mark II, A12)

Spezifikationen
Matilda II (Infanteriepanzer Mark II, A12) Spezifikation
Typ Infanteriepanzer
Getriebe Wilson
Besatzung insg. 4
Turm-Besatzung 3
Länge 5,61 m
Breite 2,59 m
Höhe 2,51 m
Gewicht 26.926 kg
Straßengeschwindigkeit 24 km/h
Geländegeschwindigkeit 12,8 km/h
Verbrauch/100 km ?
Kraftstoffvorrat ?
Straßen-Fahrbereich 256 km
Gelände-Farbereich ?
Kletterfähigkeit 0,61 m
Grabenüberschreitung 2,13 m
Watfähigkeit 0,91 m
Wendekreis ?
Steigfähigkeit ?
Panzerung
Matilda II (Infanteriepanzer Mark II, A12) mm Winkel
alle Bereiche 14-78 mm, Einzelheiten unbekannt Winkel unbekannt
Turm Vorn ? ?
Turm Seite ? ?
Turm Hinten ? ?
Turm Oben ? ?
Aufbau Vorn ? ?
Aufbau Seite ? ?
Aufbau Hinten ? ?
Aufbau Oben ? ?
Wanne Vorn ? ?
Wanne Seite ? ?
Wanne Hinten ? ?
Wanne Unten ? ?
Geschütz-Mantel ? ?
Bewaffnung und Ausrüstung
Matilda II (Infanteriepanzer Mark II, A12) Spezifikation
Hauptbewaffnung 2-Pfünder QQF (wichtiger Hinweis: kann keine Sprenggranaten verschießen)
Schuß 93
Schwenkbereich 360°
Höhenbereich ?
Mündungsgeschwindigkeit 853 m/s
Granatgewicht 1,08 kg
Maximale Schußweite ?
Sekundär-Bewaffnung 1 x 7,92-mm Besa-MG (Vickers-MG in Mk I)
Funkgerät ?
Zieloptik ?
Durchschlagskraft mm der Kanone auf 30° Panzerplatte
Entfernung Durchschlagskraft
100 m ?
500 m 57 mm
1.000 m 40 mm
1.500 m
2.000 m
Herstellung
Matilda II Angaben
Produktion 1939 – August 1943
Ersteinsatz Frühjahr 1940 in Frankreich
Stückpreis unbekannt, aber hoch, da nicht geeignet für Massenproduktion
Stückzahl 2.987 (davon 1.084 nach Russland)
Einsatzstatistik für Matilda II
Jahr Bestand Produktion Verluste
vor 1939
1939 2 (Sep) ?
1940 ? ? ?
1941 ? ? ?
1942 4 am 30.6., 24 am 25.7 bei 8.Armee ? ?
1943 2.987 von 1939-1943 ?
1944
1945
Insgesamt 2.987 ?

Animation 3D-Modell Matilda II


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Ein Kommentar

  1. die Italiener haben immernoch alpträume von der Mathilda….

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