Macchi C.205V Veltro

italy-kingdom-flagMacchi C.205V Veltro, bestes italienisches Jagdflugzeug im 2. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

fabrikneue Macchi C.205V Veltro

Eine fabrikneue Macchi C.205V Veltro.

Macchi C205V Veltro
Typ: Jagdflugzeug.

Geschichte:

Die Entwicklung des besten italienischen Jagdflugzeuges des 2. Weltkrieges, der Macchi C.205V Veltro, wurde durch die Behörden des italienischen Luftfahrtministeriums verschleppt, welche es aus unterschiedlichen Gründen vorzogen, die neuen Fiat G55 Centauro und Reggiane Re 2005 zu unterstützen, anstatt den viel einfacheren und gradlinigen Weg zu beschreiten, die bereits etablierte MC.202 Folgore weiterzuentwickeln.

Tatsächlich behob die Macchi C.205V Veltro eine Reihe von Mängeln, welche ihren Vorgänger plagten, insbesondere die zu leichte Bewaffnung. Bei 80% Gemeinsamkeiten mit der MC.202 hatte die C.205 den neuen Daimler-Benz DB605 RC58-Motor und es war vorgesehen, zwei deutsche Mauser-Kanonen in den Flügeln einzubauen.

Dies machte die C.205V schwerer als die C.202, aber die größere Leistung des neuen Motors machte dieses zusätzliche Gewicht wett und steigerte die Leistung des Jagdflugzeuges.

Eine C.202 der Serie IX wurde aus der Produktionsreihe von Folgore entnommen und zum C.205 Prototypen umgebaut. Angetrieben von einem deutschen Original-Motor flog der erste Prototyp erstmals am 19. April 1942. Die unmittelbaren Eindrücke waren sehr positiv, das Jagdflugzeug erschien als viel besser als die C.202 und hatte hervorragende Flugeigenschaften.

Prototyp der MC.205V Veltro

Der Prototyp der MC.205V Veltro, welcher der erste italienische Jäger mit dem deutschen DB605-Motor war.

Die erste Serienmaschine rollte aus der Macchi-Fabrik in Vanese im Oktober 1942, knapp sechs Monate nach dem Erstflug. Es war die erste Maschine einer Vorserie von 100 Stück. Der einzige Unterschied zu den Prototypen war die Installation eines bei Fiat in Lizenz nachgebauten DB605-Motors.

Die Produktion begann aber nur tropfenweise, da die italienische Luftwaffe darauf bestand, daß die Produktionsanlagen der C.202 und der veralteten C.200 Saetta parallel zur neuen Maschine weiter liefen.

Verzögerungen bei der Auslieferung der DB605-Motoren führten zu einer Begrenzung des monatlichen Ausstoßes von nur etwa neun oder zehn C.205 bis zum Ende des Jahres 1942, und nicht vor Februar des nachfolgenden Jahres konnte die Produktion verdoppelt werden.
Das war immer noch weniger als die durchschnittlich 50 monatlich gleichzeitig gebauten M.C202 Folgore. Darüber hinaus war die 20-mm-Mauser-Kanone noch schwieriger zu produzieren als die Motoren, und die meisten der ersten 100 Exemplare mußten mit 7,7-mm-Maschinengewehre wie die C.202 ausgerüstet werden.

Kampfeinsätze

Der erste Einsatz der C.205 kam im Februar 1943, als vier Flugzeuge die Macchi C202 der 1.Stormo der Regia Aeronautica auf Sizilien und Pantelleria ergänzten. Bis Ende März war ihre Zahl dann auf 21 angestiegen.

Das Flugzeug hatte den ersten Kampfeinsatz am 7. April über Tunesien, als Jäger von Pantelleria See- und Lufttransporte zwischen Italien und Tunesien sicherten. An diesem Tag trafen sie auf eine überlegene Anzahl von Spitfire V und Curtiss P-40, wobei sie erfolgreich abschnitten. Bis zum 19. April sollen sie tatsächlich 18 Flugzeuge der Alliierten zerstört haben.

Mit dem Verlust des Achsen-Brückenkopfs in Tunesien wurde Pantelleria unsicher und die gesamte Einheit wurde im Mai nach Sigonella auf Sizilien verlegt, von wo aus sie italienische Torpedobomber sicherten, welche alliierte Flottenverbände angriffen.
Nach dem Fall von Pantelleria waren die C.205 Veltro jedoch gezwungen, sich auf die Verteidigung von Angriffszielen der alliierte Bomber zu konzentrieren, welche Sizilien für die bevorstehende Invasion ‘weich-klopfen’ sollten.

In diesem Zeitraum verlor die Einheit fast alle ihre C.205V und im Juli wurden sie durch die 4. Stormo abgelöst, während die 1. Stormo nach Venedig zur Neuausrüstung verlegt wurde.
Die 4. Stormo hatte Nordafrika bereits im Januar 1943 verlassen und wurde nach Campoformido und Bresso verlegt, wo die Einheit mit der Veltro neu ausgerüstet wurde. Am Tag der alliierten Landung auf Sizilen am 10. Juli 1943 verfügte die Einheit über nicht mehr als 10 einsatzbereite C.205V in der Nähe von Catania, zusammen mit 38 C.202 Folgore.

In ihrer Verzweiflung schickte die italienische Luftwaffenführung noch 10 weitere C.205V von der 51. Stormo sowie 8 Re.2005. Obwohl die deutsche Luftwaffe weitere 400 Jäger in dem Kampfraum hatte, konnten die gesamten Achsen-Luftwaffen zusammen nur wenig gegen die Alliierten ausrichten, welche eine eindrucksvolle Luft-Armada von 4.900 Flugzeugen aufboten.
Nach vier Tagen zog sich die 4. Storme auf das italienische Festland bei Crotone zurück, nachdem eine große Anzahl von Veltros im Kampf oder bei Unfällen verloren gingen und eine weitere Anzahl beschädigter Maschinen auf dem Flugfeld zerstört werden mußte, um sie nicht in feindliche Hände fallen zu lassen.

Anfang September verfügte das 4. Stormo über 30 C.205V und sollte diesmal die alliierte Landung bei Reggio Calabria ab dem 3. des Monats von neuen Stützpunkten bei Castrovillari und Gioia del Colle bekämpfen. Die Kämpfe hielten dort unvermindert für die nächsten zwei Tage an.

Eine andere bedeutende Einheit, welche die Veltro in den Einsatz flogen, was die 3. Stormo. Die Einheit war ebenfalls ein Veteran der Kämpfe in Nordafrika und erhielt die ersten paar C.202 Folgore beim Rückzug nach Tunis. Im Juni wurde sie nach Ciampino und im Juli nach Cerveteri verlegt, wo ihre 18. Gruppo eine Anzahl von C.205V erhielt, während die 23. Gruppo mit Bf 109 G-6 ausgerüstet wurde. Die Aufgabe war die Verteidigung des Luftraums bei Rom.
Der erste heftige Kampfeinsatz erfolgte am 13. August 1943, als alliierte Bomber einen schweren Angriff gegen Eisenbahnziele außerhalb von Rom flogen.
Die 24. Gruppo erhielt neue C.205 Veltro, wobei die Piloten auf den neuen Typ noch auf dem Flugplatz Cagliari-Monserrato wechseln mußten, bevor sie nach Venafiorita zurück verlegt wurden. Bei einem Zwischenfall wurden die C.205V während des Starts von einem heftigen alliierten Bomberangriff überrascht. Pilot Tenente Cavlli gelang es jedoch zu entkommen und die angreifenden Bomber einzuholen, wobei er zwei Stück abschoss.

C.205V der 51. Stormo kurz nach ihrer Ankunft auf Sardinien

Eine brandneue C.205V der 51. Stormo kurz nach ihrer Ankunft auf Sardinien im Juli 1943, von wo aus sie die alliierte Landung auf Sizilien bekämpfen sollten.

Während der alliierten Invasion von Sizilien war die 51.Stormo, eine Elite-Jagdeinheit der italienischen Luftwaffe, sehr stark mit der Verteidigung Sardiniens beschäftigt. Dabei schossen sie bis Ende Juli zehn P-40 für den Verlust von drei C.205 ab.

Im Luftkampf war die Veltro ein erfolgreiches Jagdflugzeug mit einer eindrucksvollen Bilanz. Am 2. August 1943 zum Beispiel trafen sechs C.205V auf eine viel größere Zahl von P-38 Lightning und P-40 und schossen fünf US-Jäger für den Verlust einer Macchi ab.

National-Republikanische Luftwaffe

Als Italien am 8. September 1943 den Waffenstillstand erklärte, hatten die Alliierten sich bereits auf dem italienischen Festland festgesetzt. Das Land versank im totalen Chaos und splittete sich in einen südlichen und nördlichen Teil unter sich bekämpfenden Streitkräften.
Die politische Lage war polarisiert und der arme und landwirtschaftliche Süden, auch unter dem Einfluss der Mafia und vielen Familien mit Einwanderern nach Nordamerika, sah die langen Jahre des strengen Faschismus dem Ende neigen. Dagegen waren die Faschisten im Norden bereit, den Krieg auf Seiten der Achsenstaaten fortzusetzen. Dies führte praktisch zu einem unerklärten Bürgerkrieg.

In dem Bemühen, die Lage für den italienischen Faschismus zu retten, appellierte der General Tessari an seine Untergebenen, sich in den Norden abzusetzen und die National-Republikanische Luftwaffe aufzustellen (Nazionale Repubblicana).
Der Befehl über die 1. Gruppo CT wurde Adriano Visconti übertragen, dessen Flucht in letzter Minute aus Nordafrika schon zu einem Mythos neben seinem schon charismatischen Erscheinungsbild war.
Viscontis Flug, zusammen mit zwei weiteren C.205 Veltros nach Norditalien, bildete den Grundstein für die neue italienische Luftwaffe. Anfang Oktober hatten sie bereits mit dem Aufbau ihrer Einheit begonnen, welche vollständig aus C.205V bestehen sollte. Alle Flugzeuge waren von Piloten in den Norden geflogen worden. Später kamen auch noch fabrikneue Serienflugzeuge hinzu, da die Machhi-Produktionsanlagen in Varese im faschistischen Teil Italiens lagen.

Die Staffeln der Gruppe wurden nach ihrer Bildung zu einer kurzen Übungszeit nach Lagnasco in der Nähe von Cunoe verlegt, wo sie mit dem deutschen Jagdgeschwader 27 als ‘Gegner’ Übungsgefechte abhielten. Das Training war zwar nur kurz, aber erfolgreich und nur wenige Piloten brauchten etwas mehr Übung, um mit den neuen und mit Kanonen bewaffneten C.205V Veltro klarzukommen.

Veltro und Bf 109

Eine Veltro der National-Republikanischen Luftwaffe zusammen mit einer deutschen Bf 109 über den Alpen.

Nach dem Waffenstillstand Italiens und der Gründung von Mussolinis national-republikanischer Luftwaffe (ANR) seiner Sozialstischen Republik in Nord-Italien gingen die C.205V der 1. Gruppo zum erstenmal am 3. Januar 1944 in den Einsatz, als die 1. Squadriglia (Staffel) auf eine massive Bomberformation der US Air Force traf. Die große Formation von B-17 wurde von P-38 Lightning begleitet. Innerhalb von ein paar Sekunden gingen drei US-Jäger zu Boden, ohne italienische Verluste.

Mitte Januar 1944 wurde die gesamte Gruppe mit rund 70 C.205 Veltro auf Flugplätze bei Campformido weiter östlich verlegt. Während des Februars passierte nicht viel und es gab nur kleinere Zusammenstöße mit alliierten Fliegern ohne bedeutende Resultate.
Am 22. Februar 1944 erschien jedoch dann die USAAF in großer Stärke, um die 1. Gruppo wegzufegen. 615 US-Bomber warfen 1.500 Tonnen Sprengbomben auf die Flugfelder Lavarino, Campoformido, Villorba und Maniago. Alle Flugplätze wurden schwer getroffen und waren unbrauchbar.
Es war ein großer Aufwand vonnöten, um die Rollbahnen wieder herzustellen und die Konzentration der Jäger der Gruppo aufzulösen. Die Flugzeuge wurden nun auch so viele Flugplätze wie möglich verteilt.

Mitte April wurde die C.205V-Gruppe jedoch nach Süden bei Reggio Emilia verlegt. Dies bedeutete, daß die Jäger nun in der Reichweite der Spitfire IX und P-51 Mustang waren. Während einer Patrouille mußte die Gruppe die bittere Erfahrung mit den hervorragenden P-51, welche entschieden schneller waren, machen. Beim ersten Treffen wurden zwei Piloten mit ihren C.205V abgeschossen. Allerdings gelang am 2. Mai dem Piloten Fiorini der erste Luftsieg über eine Mustang.

Gegen Ende Mai 1944 konnten jedoch die C.205V-Staffeln ihre Verluste nicht mehr ersetzen, da die Produktionsanlagen von Macchi in Vanese durch einen US-Luftangriff fast vollkommen zerstört wurden. Deshalb mußten die Einheiten nach und nach auf die Fiat G55 Centauro umrüsten.
Die letzten Macchi C.205V waren bis Mitte August 1944 im Einsatz.

Die Luftsiegstatistik der ANR – also nur während der Einsätze für die national-republikanische Luftwaffe – führen auf, daß die C.205V 115 alliierte Flugzeuge abgeschossen haben sowie weitere 45 wahrscheinlich. Gleichzeitig gingen 55 Veltros verloren und 49 ihrer Piloten kamen dabei ums Leben.

Benutzer: Italien, Deutschland (nur zum Training).


Animation 3d-Modell Macchi C.205V Veltro


Spezifikationen Macchi C.205V Veltro

Spezifikationen
MC.205V Spezifikation
Typ Jagdflugzeug
Antrieb 1 x Daimler-Benz DB605A-1-Motor mit 1.475 PS im Lizenzbau (als Fiat R1050 RC58 Tifone)
Besatzung 1
Spannweite 10,50 m
Länge über alles 8,85 m
Höhe über alles 3,05 m
Flügelfläche 16,8 m²
Leergewicht 2.524 kg
Maximal-Gewicht voll beladen 3.224 kg
Länge der Startbahn mind. 285 m
Höchstgeschwindigkeit 642 km/h (605 km/h in 7.500 m)
Steigleistung auf 6.000 m in 5,05 min.
Dienstgipfelhöhe 11.350 m
Reichweite 1.040 km
Bewaffnung
MC.205V Spezifikation
über dem Motor 2 x 12,7mm Breda-SAFAT MGs (je 400 Schuss)
in den Flügeln 2 x Mauser MG151/20 (720 Schuss/min, 585 m/s Mündungsgeschwindigkeit, je 250 Schuss)
externe Zuladung zwei Bomben bis zu 160 kg oder Abwurftanks
Einsatzstatistik
MC.205V Angaben
Erstflug 19. April 1942
Serienproduktion ab Oktober 1942 (9-10 Stück je Monat, ab Februar 1943 18-20 Stück je Monat)
Truppenlieferung Februar 1943
Erster Kampfeinsatz 7. April 1943
Endlieferung Mai 1944
Stückzahl Insgesamt: 250
ANR Verluste Januar-August 1944 55
ANR Feindabschüsse Januar-August 1944 115
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