Lancaster Spezial Mk II

british-flag

Avro Lancaster Spezial und Mk II, die schwersten Bombenflugzeuge auf dem europäischen Kriegsschauplatz.

Geschichte, Einsatzleistungen, Bilder, 3d-Modell und Video.

hier zu Teil I: Avro Lancaster Bomber (und alle Spezifikationen)


Animation 3d-Modell Lancaster Bomber Mk II

Avro Lancaster Bomber Spezial und Mk II.

Bodenpersonal belädt eine Lancaster mit einer 5443-kg-Tallboy-Bombe

Das Bodenpersonal belädt eine Lancaster mit einer 5443-kg-Tallboy-Bombe. Die auf dem Rumpf der Lancaster gemalten Bomben geben die Anzahl der bisher geflogenen Bombeneinsätze an.

Eine Serie von 300 Avro Lancaster-Bombern wurden als Mk II mit den kräftigeren Bristol-Herkules Sternmotoren ausgerüstet. Sie hatten vergrößerte Bombenkammern (durch Ausbeulungen erkennbar) und einen Waffenstand unter dem Rumpf.

Unter Verzicht auf die ‘Radarbeule’ unter dem Rumpf war der Mk II und Mk I Spezial darauf eingerichtet, Luftminen mit 5443 kg und Sprengbomben mit 5443 kg und 9979 kg Gewicht aufzunehmen.

Die Flugzeuge der 617. Staffel (Dambusters) waren dafür ausgerüstet, die Wallis-Lufttorpedos abzuwerfen und zum Einsatz zu bringen.

Sie transportierten eine schwerere Ladung und größerer Bomben als jedes andere Flugzeug auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Die panzerbrechenden 5443 kg-Bomben wurden eingesetzt, um das deutsche Schlachtschiff Tirpitz zu versenken und mittels 9979 kg-Bomben letztlich das mächtige Viadukt in Bielefeld im März 1945 zerstört.

Der Mk I (FE) war speziell für Fernostoperationen mit der Tiger Force ausgerüstet.
Die Mk VI der 635. Staffel und der 100. Gruppe hatten Merlin-Höhenmotoren und vierblättrige Propeller. Sie dienten, ohne Waffentürme, als Funk- und Radarstörmittel. Weitere Varianten dienten als Luft- und Seeaufklärer sowie als Seenotrettungs-Flugzeuge.

Einsatzleistung der Lancaster-Bomber

Der Befehlshaber des englischen Bomberkommandos, genannt Bomber-Harris, fasste folgendes über die Avro Lancaster zusammen: ‘Man kann eine Lancaster vier Halifax-Bomber vorziehen. Die Halifax erleidet viermal so viele Verluste für die gleiche abgeworfene Bombenmenge. Niedrige Flughöhe und kürzere Reichweite machen sie zu einer Verlegenheitslösung bei der Planung von Angriffen zusammen mit der Lancaster.’

Tatsächlich aber erlitten die Lancaster eine höhere Verlustquote als der Halifax während der Tagesangriffe, welche gegen Ende des 2. Weltkrieges vorherrschten. Außerdem kamen im Verhältnis mehr ihrer Besatzungsmitglieder ums Leben, wenn ihr Flugzeug abgeschossen wurde. Es wird auch vielfach vermutet, daß die Besatzungen von Lancaster-Bombern aufgrund der größeren Flughöhe und ihrer unkomfortabelen Ausstattung letztlich ihre Bomben ungenauer abgeworfen haben. Schließlich, obwohl es die größere Bombenmenge tragen konnte, war die Lancaster weniger nützlich als Mehrzweck-Flugzeug als die geräumige Halifax, und war auch weniger gut für Einsätze in den Tropen geeignet.

Aber in Arthur Harris strategischem Bombenkrieg waren lebende Bomberbesatzungen in deutschen Kriegsgefangenenlagern nicht mehr nützlich als die Gefallenen, und ein zwar etwas ungenauerer, aber dafür richtig dichter Bombenteppich um das Ziel, das ja immerhin die Größe einere ganzen Stadt hatte, viel wichtiger.

Die Tatsache, daß ein durchschnittlicher Lancaster 154 Tonnen Bomben in seinen 27,2 Einsatzleben abwerfen und auch Ziele hinter Berlin erreichen konnte, war eher nützlich als eine kürzere Reichweite der Halifax mit ihren durchschnittlichen 100 Tonnen. Mit diesen Vorteilen von einem Flugzeug, daß zudem auch noch billiger in der Herstellung war, war es unvermeidlich, daß die Lancaster in größerer Zahl als jeder andere Bomber gebaut wurde und auch die Hauptlast des Luftkrieges trug.

Sie wurden während des 2.Weltkrieges auf 156.192 Einsätze geschickt, bei denen 3.836 verloren gingen. Diese Einsätze beinhalteten 107.085 Angriffe auf Deutschland (23.204 davon bei Tag) wobei 2.508 Lancaster verloren gingen (179 bei den Tagesangriffen), was fast die Hälfte aller Verluste des englischen Bomberkommandos entspricht.

Die Optimierung der Lancaster auf die einzige Rolle als strategischer Bomber war weitgehend eine Konsequenz des Krieges. Die Halifax- und Stirling-Bomber waren in Friedenszeiten für einen voraussichtlichen Kriegsbedarf entwickelt worden, während die Lancaster im Lichte der tatsächlichen Ereignisse entstanden ist. Ein Mehrzweck-Kampfflugzeug war nicht erforderlich, es kam vielmehr auf leichte und wirtschaftliche Herstellung an, weniger auf Komfort für die Besatzungen oder die bestmögliche Sicherheit für deren Überleben im Falle eines Abschuss.

Lancaster-Bomber nahmen in der zweiten Kriegshälfte bei jedem wichtigen Nachtangriff auf Deutschland teil. Sie zeigten darin bald ihre Überlegenheit durch den Abwurf von 132 Tonnen Bomben für jedes verlorene Flugzeug, während es die Halifax auf 56 (später 86) und der Stirling auf nur 41 Tonnen brachten. Bei den Kämpfen in der Normandie im Raum Caen wurden die Lancaster-Bomber auch zur Unterstützung der Bodentruppen eingesetzt und sie beendeten den Krieg mit dem Rücktransport von ehemaligen Kriegsgefangenen und den Abwurf von Hilfgütern über dem zerstörten Europa.
Im Februar 1954 verließen die letzten den aktiven Dienst in der RAF.


Video vom Flug einer Lancaster

hier zu Teil I: Avro Lancaster Mk I (und technische Daten Spezial, Mk II)

Ähnliche Reports:
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen