Kriegsgefangenschaft

Endkampf, Kriegsgefangenschaft und Dokumente.

Bilder vom Endkampf sowie Dokumente aus der Kriegsgefangenschaft und NS-Zeit.
In der letzten Kriegsphase in Deutschland bestand der Rest der 214.Infanterie-Division aus einem Bataillon, was zur Wiederaufstellung verwendet werden sollte. Dazu kam es jedoch nicht mehr und die Soldaten wurden in die letzten Kämpfe der Heeresgruppe Mitte verwickelt.


Aufgehängter Major

Aufgehängter Major der Wehrmacht in Wien.

Ein in der letzten Kriegsphase, vor allem bei der Heeresgruppe Mitte unter Schörner, ein übliches Bild. Wer nicht sinnlos weiterkämpfen wollte oder als Versprengter der Fahnenflucht verdächtigt wurde, konnte sofort aufgehängt oder erschossen werden. Hier ein Major der Wehrmacht am 8.April 1945 (Archivfoto).

Polnische Soldaten im April 1945

Polnische Soldaten im April 1945 in Deutschland.

Polnische Soldaten im April 1945 in Deutschland (Archivfoto). Die polnische 2.Armee deckte die südliche Flanke der auf Berlin vorstoßenden russischen Armeen. Zwischen dem 25.April und 6.Mai 1945 griff die Heeresgruppe Mitte aus dem Raum Bautzen in Richtung Cottbus-Berlin die Flanke der polnischen Armee an und zwang diese vorübergehend nach Norden auszuweichen. In diesen letzten Kämpfen ist der Großvater des Autors am 30.April 1945 mit seiner Einheit in polnische Kriegsgefangenschaft geraten.
Seiner Beschreibung nach haben sich die polnischen Soldaten zumeist anständig gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen verhalten.


NS-Abmahnung

NS-Abmahnung

Eine NS-Abmahnung vom November 1943 oder 1944 an die Großmutter des Autors in Frankfurt: Nach Durchsicht der Sammellisten musste ich leider feststellen, dass Sie den Sinn des Opfersonntages immer noch nicht begriffen haben. Der gezeichnete Betrag von 30 oder 50 Pfennigen ist kein Opfer, sondern nur ein lächerliches Trinkgeld. Ich erinnere nur an die Stalingradkämpfer, sowie die Väter, Söhne und Brüder die an der Front stehen und ihr Leben opfern für uns in der Heimat sowie für Deutschlands Zukunft. Aus diesem Grunde richte ich an Sie, Volksgenossen, diese Mahnung und hoffe, daß auch Sie sich der Volksgemeinschaft nicht ausschliessen und am Opfersonntag auch wirklich ein Opfer geben – denn es geht um Sein oder Nicht sein.
Heil Hitler, gez. Becker, Zellenleiter

Erläuterung des Autors:
Eine Abmahnung als Volksgenosse konnte man bei sogenannten Verstössen gegen die Volksgemeinschaft erhalten. Dazu zählten der Einkauf in jüdischen Geschäften, zu geringe Spendenbereitschaft, als Vermieter zu wenig Wohnraum zur Verfügung zu stellen u.s.w.

Im nationalsozialistischen Staat stand das Recht der Gemeinschaft über dem Recht des Individuums.

Verstieß man nach der Abmahnung ein weiteres mal gegen die Volksgemeinschaft, so wurde der Fall an die Gestapo (Geheime Staatspolizei) abgegeben und konnte mit Gefängnis bestraft werden.


Tagebuchseite

Tagebuchseite aus der Kriegsgefangenschaft

In polnischer Kriegsgefangenschaft’ nennt sich das nur schwer leserliche Tagebuch des Großvaters des Autors von 1945 bis 1947.
Hier ein Auszug vom 7. Mai 1946 aus Warschau, abends 10-11 Uhr: Alarm Garage – Werkstatt Explosion. Hatte den Abend Ohrenschmerzen. Machte ein Dampfbad und legte mich hin, habe dabei geschwitzt. Konnte nicht aufstehen. Als Hans(?) wegging und die Stube dunkel war, kam der Posten an mein Bett und gab mir FÜNF (5!) Kolbenstösse auf die Brust. Zeuge ist Josef Haldesheim.

Anmerkung des Autors: Die Geschichte, welches das Tagebuch erzählt, ist ein ständiger Ärger mit SS-Soldaten, welche ihre Entdeckung und Auslieferung an die Russen befürchteten, was zu einer unabsehbaren Kriegsgefangenschaft in Sibirien oder der Hinrichtung geführt hätte.


Entlassungspapiere aus der Kriegsgefangenschaft:


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