Kampfkraft

Kampfkraft im Zweiten Weltkrieg (Teil I). Definition von Kampfkraft und die Effektivität der Wehrmacht gegen die Westalliierten an der Westfront 1944/45. Was ist Kampfkraft ?…


Kampfkraft im Zweiten Weltkrieg (Teil I).
Definition von Kampfkraft und die Effektivität der Wehrmacht gegen die Westalliierten an der Westfront 1944/45.

Die letzte Zigarette vor dem Angriff während der Ardennen-Offensive im Dezember 1944.

Was ist Kampfkraft ?

In der Militärgeschichte gab es immer wieder herausragende Streitkräfte. Die Griechen unter Alexander dem Großen, die Römer unter Cäsar, die Mongolen des Dschingis Khan, die Franzosen unter Napoleon.
Zum Teil spielte das Genius der hier aufgeführten, großen Anführer eine Rolle, aber in allen Fällen war es auch eine Frage der Organisation dieser Heere.
Für die Beurteilung einer Armee kann der endgültige Sieg in einem Krieg auf gar keinen Fall das entscheidende Kriterium sein, denn eine zahlenmäßig deutlich unterlegene Armee kann natürlich von überlegenen Massen besiegt werden.

Deshalb ist die Stärke einer Armee das Ergebnis aus ihrer Quantität multipliziert mit der Qualität ihrer Ausrüstung und Bewaffnung multipliziert mit der ‘Kampfkraft’. Die Kampfkraft ist die Bereitschaft und Fähigkeit des einzelnen Soldaten, sich im Kampf auszuzeichnen und auch notfalls zu sterben.
Obwohl besserer Waffen und größere Zahlen an Soldaten die Kampfkraft bis zu einem gewissen Grad ausgleichen können, ist eine Armee ohne Kampfkraft nicht viel wert.

Kampfkraft der Wehrmacht im Westen 1944/45

Nach Berechnungen der US-Army waren die Ergebnisse der Gefechte im Zweiten Weltkrieg nur möglich, wenn die Soldaten der Wehrmacht – jeder Mann oder jede Einheit – um 20 Prozent bis 30 Prozent effektiver waren als die anglo-amerikanischen Truppen, welche ihnen gegenüberstanden.

Wenn wir die Anzahl der Truppen gegeneinander aufrechnen, so verursachten die deutschen Bodentruppen bei den anglo-amerikanischen Verbänden immer Mann für Mann um etwa 50 Prozent höhere Verluste zu, als sie selbst erlitten. Als Verluste gelten im übrigen immer Gefallene, Verwundete und Kriegsgefangene auf dem Schlachtfeld, jedoch keine Kranken u.ä.



Vorgehende deutsche Truppen neben einem ausgefallenen US-Halbkettenpanzer in den Ardennen.

Dies war der Fall, obwohl die Wehrmacht bei der Gesamtstärke zahlenmäßig weit unterlegen war und dies traf sowohl bei der Verteidigung als auch beim Angriff der deutschen Truppen zu. Dazu spielte es auch keine Rolle, ob die Wehrmacht in dem lokalen Gefecht zahlenmäßig überlegen war, oder wie üblicherweise, unterlegen; ob sie Luftunterstützung oder Luftüberlegenheit hatte oder wie zumeist keine; ob sie als Sieger oder Verlierer daraus hervorging.

Ebenso traf dies auch für alle Gefechtsbedingungen zu. Dabei gilt für:

  • Angriff der Basis-Faktor von 1,0
  • Verteidigung mit ausgesuchten Stellungen und Sichtfeld: 1,3
  • Verteidigung aus vorbereitenden Stellungen: 1,5
  • Verteidigung aus Feldbefestigungen: 1,6

Diese Faktoren bedeuten, dass bei exakt gleicher Qualität der Truppen, z.B. 1.000 Mann in vorbereitenden Stellungen (Faktor 1,5) den gleichen Kampfwert haben, wie 1.500 Angreifer.

WEITER ZU TEIL II: Kampfkraft der Wehrmacht.


Siehe auch: Deutsche Militärische Leistungsfähigkeit nach der HERO-Datenbank.
Siehe auch: Deutsche Kampfkraft im 1. Weltkrieg

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