Jugoslawien Streitkräfte

flag-Yugoslavia-RoyalStärke und Organisation der jugoslawischen Armee, Luftwaffe und Marine 1941.

Männer vom Belgrader 'Eisernen Regiment' auf dem Marsch

Männer vom Belgrader ‘Eisernen Regiment’ auf dem Marsch. Die Uniform besteht aus der zweireihigen Tunika, Helmen französischer Adrian-Art, Hosen und Gamaschen.

Jugoslawische Armee

Der nominelle Oberbefehlshaber der jugoslawischen Streitkräfte war der König. Ende März 1941 putschte eine Gruppe von Offizieren gegen den Regenten Prinz Paul und erklärten Kronprinz Peter zum König, obwohl dieser eigentlich noch zu jung dafür war.

Dieser Putsch wurde im Ausland als spontane, patriotische ablehnende Reaktion auf das unpopuläre Bündnis mit Deutschland angesehen. Der Putsch war allerdings schon seit längerem und vor Aufnahme der Bündnisverhandlungen mit den Achsenmächten geplant worden. Hitler entschied sofort, nun auch Jugoslawien zu erobern.

Als die Wehrmacht am 6. April 1941 um 5:15 Uhr von Stützpunkten in Bulgarien aus angriff, war die jugoslawische Armee, einschließlich 400.000 gerade eingezogener Wehrpflichtiger, über die knapp 3.000 Kilometer lange Grenze verteilt. Die Front brach bald zusammen und am 9. April wurden weitere, starke deutsche Offensiven aus Österreich, Ungarn und Rumänien eröffnet. Zwei Tage später griffen auch die Italiener und Ungarn in den Kampf ein.
Am 13. April hörte jeder organisierte Widerstand auf und am 17. April 1941 kapitulierte Jugoslawien. 6.028 Offiziere und 337.684 Mannschaften wurden von den Deutschen gefangengenommen.

Organisation des jugoslawischen Heeres

Jugoslawien hatte ein stehendes Heer und die männliche Bevölkerung ab dem Alter von 20 Jahren war wehrpflichtig. Die ersten 18 Monate wurden in der aktiven Armee verbracht, gefolgt von 19 Jahren in der Reserve und zum Abschluß weitere 10 Jahre als Reservist der Reserve-Armee. Die Friedensstärke der Armee stand bei 148.000 Mann und nach der Mobilisation erreichte sie etwa 1,4 Millionen Mann.

Das Heer war verteilt über 5 Armee-Korps mit Hauptquartieren in Neusatz, Sarajevo, Uskup, Agram und Nis.

Dvisions-Typen der jugoslawischen Armee
Infanterie-Division Garde-Division Kavallerie-Division
Summe der Verbände 16 1 2
Infanterie-Regimenter 2-4 (jedes mit 2.400 Mann, bewaffnet mit 7,9-mm M1924 Gewehren, welche eigentlich tschechische ZB waren, welche unter Lizenz hergestellt wurden) 1 1 Fahrrad-Bataillon
Kavallerie-Brigaden 1 2
Gesamtstärke ? ? ?
Maschinengewehre 168 je Regiment (insg. 336-672) 168 ?
Infanterie-Geschütze 4 je Regiment (insg. 8-16) 4
Artillerie (insg. 32 Regimenter mit 90 Bataillonen und 213 Batterien vorhanden) 1-2 Artillerie-Regimenter (jedes mit etwa 6-7 Batterien) 1 Artillerie-Regiment (ca. 6-7 Batterien) 1 Bataillon Berittene Artillerie
Pioniere und technische Truppen Anzahl unbekannt ? Einheit unbekannter Stärke

jugoslawischer Panzerkommandant

Ein jugoslawischer Panzerkommandant trägt die frühe Version des französischen Helmes für die motorisierte Truppe, was die Standard-Ausrüstung war.

Zusätzlich gab es zwei Panzerbataillone, eins mit französischen Renault- und eins mit tschechischen Skoda-Panzern.

Eine Armee-Korps bestand aus dem Hauptquartier und drei oder vier Infanterie-Divisionen. Die Infanterie-Division verfügte ebenfalls über ein Hauptquartier, zwischen zwei und vier Infanterie-Regimentern, ein oder zwei Artillerie-Regimenter oder ein unabhängiges Artillerie-Bataillon sowie Hilfstruppen.
Zwei der Infanterie-Divisionen waren geringfügig anders organisiert und wurden als Gebirgs-Divisionen bezeichnet.
Die Infanterie-Regimenter waren jeweils 2.400 Mann stark und ihr Unterstützungswaffen bestanden aus 168 Maschinengewehren und vier Infanterie-Geschütze.

Die Garde-Division hatte ein Hauptquartier und eine Kavallerie-Brigade sowie ein Feldartillerie-Regiment.
Die Kavallerie-Division bestand aus einem Hauptquartier, zwei Kavallerie-Brigaden, einem Fahrrad-Bataillon, ein Bataillon bespannter Artillerie und einer Pionier-Einheit.

Die Invasion von Jugoslawien zwang Hitler, den Angriff auf Russland um einen – womöglich entscheidenden Monat – zu verschieben.
Die Wehrmacht war so in Eile, ihre Verbände wieder an die russische Grenze zu verlegen, daß die Gefangennahme, Entwaffnung und Demobilisierung der jugoslawischen Armee nur unzureichend durchgeführt wurde. Tausende von jugoslawischen Soldaten, nach Schätzung vielleicht bis zu 300.000 Mann, behielten ihre Waffen und Ausrüstung und gingen entweder nach Hause oder traten den Soldaten-Banden in den Bergen bei.
Es waren diese Männer und Offiziere, die als ‘Jugoslawische Armee in der Heimat’ als die Ersten in dem von den Deutschen besetzen Europa Widerstand leisteten und den Keim für einen jahrelangen, erbarmungslosen Partisanen-Krieg auf dem Balkan legten, welcher immer mehr Truppen der Achsenmächte band.

Uniformen

Im Jahr 1941 waren die Uniformen der Königlich-Jugoslawischen Armee im Grunde die gleichen wie der serbischen Armee im Ersten Weltkrieg.
Wenn auch neuer Uniformen Schritt für Schritt eingeführt wurden, trugen viele Soldaten noch die alten Muster.

Die Farbe der Uniform war ein braunes Grau, während die Offiziere Uniformen besserer Qualität in einem eher grünen, leichteren Grau erhielten. Der Mantel für Offiziere hatte zwei Reihen aus jeweils sechs Knöpfen, einen passenden Kragen und rückseitige Manschetten.

Alle anderen Ränge erhielten den französischen Adrian-Stahlhelm mit einem Metallabzeichen vorne, in welchen das Wappen der jugoslawischen Streitkräfte eingestanzt war. Dazu eine Seitenkappe mit einer Kokarde in den Nationalfarben vorne, eine Feldbluse (Tunika), Übermantel und Pantalone getragen mit Gamaschen und Stiefeletten.

Es gab eine mehr komfortable und praktischere Uniform für die Gebirgstruppen, welche eine lose geschnittene Tunika und eine lange Sackhose, die an den Knöcheln zusammengeschnürt war, beinhaltete.

Die Besatzung von Panzerfahrzeugen hatten den französischen Helm für motorisierte Truppen (siehe Bild weiter oben) und eine zwei-reihige, braune Lederjacke.

Alle Ränge trugen ihre Rangabzeichen auf den Schulterstücken. Die Schulterstücke der Offiziere waren von denen der russischen Zaren-Armee abgeleitet, wenn auch die Sterne die gleichen waren, welche auch bei den deutschen Schulterstücken verwendet wurden.
Ein weiteres ungewöhnliches Detail waren die in Gold oder silber imitierten Litzen, welche aus Metall gestanzt waren. Es gab auch ein besonderes System von Rangabzeichen, welches auf Regenmänteln und anderern Arten von Schutzkleidung getragen wurde.
Die Farbe der Waffengattung befand sich auf Kordeln an der Kopfbekleidung, der Bluse, Übermantel und Hosen, sowie auf den Schulterstücken und den Kragenstücken der Übermantel.
Regimentsabzeichen oder akademische Abzeichen befanden sich auf den Brusttaschen der Bluse.


Luftwaffe von Jugoslawien

Messerschmitt 109 der jugoslawischen Luftwaffe.

Messerschmitt 109 der jugoslawischen Luftwaffe.

Die Heeres-Luftwaffe, welche auch Ballon-Einheiten und die Flak-Artillerie umfasste, unterstand dem Kriegsminister. Im Jahr 1938 bestand die jugoslawische Heeres-Luftwaffe aus drei Fliegerbrigaden mit insgesamt 14 Bomber-, 8 Jäger- und 21 Aufklärungsstaffeln.
Die Gesamtzahl der Flugzeuge wird auf etwa 500 geschätzt, mit weiteren 300 Reserve- und Trainingsflugzeugen.

In diesen Zahlen enthalten sind Bomber:

  • 30 italienische Savoia-Marchetti-Bomber,
  • 70 deutsche Dornier Do 17 K-Bomber und
  • 50 englische Bristol Bristol Blenheim Bomber.

73 Jagdflugzuge waren deutsche Bf 109E (obwohl nur 46 einsatzbereit waren, als der Krieg ausbrach) und 40 englische Hawker Hurricane.

Gegenüber der Macht der deutschen Luftwaffe hatte die jugoslawische Heeres-Luftwaffe kaum eine Chance und bereits am 13. April 1941 hat sie praktisch aufgehört zu existieren. Rund 25 Maschinen konnten jedoch nach Ägypten evakuiert werden, wo sie im Rahmen der englischen RAF ihren Dienst taten.

Die Stärke des fliegenden Personals belief sich auf 980 Offiziere, 1600 Unteroffiziere, 720 Mann Flak-Personal und 7.500 Mannschaften.

Uniformen Luftwaffe

Die grau-blauen Uniformen der königlich-jugoslawischen Luftwaffe wurden 1938 eingeführt und bestanden aus einer Schirmmütze, Seitenkappe, offener Bluse mit aufgesetzten Taschen, welche entweder zusammen mit passenden langen Hosen und schwarzen Schuhen oder passenden Kniehosen und schwarzen, hohen Stiefeln getragen wurde.
In den Sommermonaten konnten Offiziere und höhere Unteroffiziers-Ränge eine Mütze mit weißem Überzug und eine weiße Version der Dienstuniform tragen.

Die anderen Ränge der jugoslawischen Luftwaffe trugen die gleiche Version der Uniform für Offiziere, aber von schlechterer Qualität und beschnitten, mit Hosen oder Kniehosen und Gamaschen.

Das Korps der Flugabwehr-Artillerie verwendete etwas andere, leicht abgeänderte Uniformen, obwohl diese Soldaten ebenfalls zur jugoslawischen Luftwaffe gehörten. Deren Farbe der Uniform war grau-blau, aber die Bluse der Offiziere bestand aus schwarzen Samt und die Manschetten waren schwarz gefärbt. Rangabzeichen wurden nur auf den Schulterstücken getragen.

Alle Mitglieder der königlich-jugoslawischen Luftwaffe trugen ihre Rangabzeichen auf den Schulterstücken, während Offiziere ihre Rangabzeichen-Litzen auch auf den Manschetten trugen.
Feldoffiziere hatten einen und Offiziere im Generalsrang zwei Reihen Goldstickerei an den Ärmelaufschlägen und Übermantel.

Die jugoslawische Luftwaffe war in Bezug auf die Waffengattungen nochmals in vier unterschiedliche Bereiche unterteilt. So hatte das eigentliche Flugpersonal eine Goldstickerei eines Vogels mit ausgestreckten Flügeln über ihrer Rangabzeichen-Litze am Ärmelaufschlag und qualifiziertes Flugpersonal hatte ein Metallabzeichen über der rechten Brusttasche.
Bodenpersonal hatte nicht dieses dritte Abzeichen am Ärmelaufschlag.

Offiziere des technischen Personals hatte eine rote Markierung an der Litze am Ärmelaufschlag und auf den Schulterstücken und anstatt der Vogel-Abzeichen hatten sie ein Dreieck mit einem Kreis am Ärmelaufschlag.
Offiziere der Fluabwehr-Artillerie hatten ein Abzeichen mit gekreuzten Kanonenrohre, überragt von einem Vogel, auf dem Ärmelaufschlag sowie die schwarze Waffengattungs-Farbe.

Jugoslawische Abzeichen an der Mütze und Qualifikations-Abzeichen wurden auch weiterhin von den Mitgliedern der königlich-jugoslawischen Luftwaffe getragen, welche zu den Alliierten in den Nahen Osten entkommen konnten und dort auf deren Seite weiter kämpften.


Marine von Jugoslawien

Jugoslawische Kadetten auf der Bugspriet des Schulschiff  Jadran

Jugoslawische Kadetten auf der Bugspriet des Schulschiff Jadran, als das Schiff im Jahr 1939 in Portsmouth einläuft.

Die jugoslawische Marine unter dem Kommando von Vizeadmiral Marjan Polic hatte bei Kriegsbeginn eine Stärke von 625 aktiven Offizieren und 5.700 Mannschaften, zusammen mit weiteren 400 Reserveoffizieren und 900 Männern.
Aufgrund der geringen Größe der jugoslawischen Marine wurde von dieser nicht erwartet, offensive Unternehmungen durchzuführen, sondern nur die Unterstützung der Landoperationen.

Die jugoslawische Marine bestand aus:

  • 1 Trainings-Kreuzer
  • 1 Yarrow-Klasse Zerstörer
  • 5 Zerstörern
  • 6 alte Torpedoboote
  • 2 U-Boote
  • 6 Minensuchern
  • 2 alte Motortorpedoboote (S-Boote)

Die jugoslawische Marine war im Balkan-Feldzug schnell ausgeschaltet und es gelang nur einem U-Boot und einigen kleineren Schiffen zu entkommen, um sich den Alliierten anzuschließen. Alle noch weitgehend schwimmfähigen Schiffe in oder in der Nähe von Häfen wurden von den Italienern übernommen.

Marine-Uniformen

Die jugoslawische Marine-Uniform, entsprach den international üblichen Mustern. Offiziere trugen eine Schirmmütze, zweireihige Seemannsjacken, lange Hosen mit schwarzen Schuhen und einen zweireihigen Übermantel.
Während der Sommermonate trugen Offiziere einen weißen Überzug über der Mütze und eine offenem einreihige Jacke.

Niedere Ränge hatten die übliche, viereckige Matrosenuniform mit einer weichen Kappe mit ‘Ratna Mormarica’ in kyrillischen Buchstaben unterhalb einer ovalen Kokarde in den Nationalfarben. Im Winter trugen diese Ränge einen zweireihigen Mantel.

Rangabzeichen waren ein umgekehrt weißes Bandabzeichen auf dem linken Ärmel, während Offiziere niederer Ränge blaue Schulterstücke an der Kleidung hatten, wo sie ihre Rangabzeichen trugen. Offiziere höherer Ränge trugen Schulterstücke und eine Rangabzeichen-Litze an ihren Seemänteln, während auf der weißen Jacke und dem Übermantel nur Schulterstücke vorhanden waren.
Matrosen trugen rote Handelsmarine-Abzeichen über ihren Rangabzeichen. Offiziere trugen kleine, weiße Metallstück-Abzeichen auf den Schulterstücken, während die Waffenfarbe dort sowie als leichte Tönung zwischen der Rang-Litze auf den Ärmelaufschlag erschien.

Jugoslawische Marineangehörige, welche nach dem Fall ihres Landes in der britischen Marine Dienst taten, verwendete dann Uniformen der Royal Navy mit dem jugoslawischen Kappenabzeichen und manchmal auch dem Schriftzug ‘Yugoslavia’ auf beiden Ärmeln in Schulterhöhe. Diese Schulterbeschriftung wurde nur auf dem Übermantel und den weißen Jacken getragen.

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