Japanische Marine 1939/40

Stärke und Organisation der kaiserlich-japanischen Marine

Japanischer Schlachtkreuzer Kirishima

Die Kirishima war eines von vier im Ersten Weltkrieg gebauten Schlachtkreuzern. Sie wurden zwischen 1933 und 1940 alle zu schnellen Schlachtschiffen umgebaut. Ihre Bewaffnung bestand aus acht 36,6-cm-Geschützen, die Geschwindigkeit lag bei 30 Knoten.

Der japanische Ministerpräsident hatte den Vorsitz über das kaiserliche Hauptquartier (GHQ), welches in zwei Bereiche aufgeteilt war: das Heer und die Marine. Führende Positionen im kaiserlichen Hauptquartier hatten der Marine-Minister und der Chef des Marine-Generalstabes, Admiral Osami Nagano. Andere Offiziere und Abteilungen behandelten die Verantwortlichkeiten von Stab und Ministerien.
Die Ausführung der Befehle des kaiserlichen Hauptquartiers an die Marine oblag dem Oberbefehlshaber aller Kriegsschiffe. Dieser war Admiral Isoroku Yamamoto, und nach dessen Tod im April 1943 wurde sein Nachfolger Admiral Mineichi Koga, dann ab März 1944 Admiral Soemu Toyoda und zuletzt ab Mai 1945 Admiral Jisaburo Ozawa.
Neben der Verantwortung für die Umsetzung der strategischen Aufgaben wurde auch von ihnen erwartet, daß sie den taktischen Oberbefehl über die wichtigsten Operationen selbst übernahmen. Admiral Yamamoto hatte seine Flagge auf dem Schlachtschiff Nagato bis das Superschlachtschiff Yamato am 16. Dezember 1941 in Dienst gestellt werden konnte. Es gab eine starke Beschränkung für Funksprüche, wenn sich die Flotte auf See befand und in diesen kritischen Momenten war der Oberbefehlshaber oft nicht über den augenblicklichen Stand der Lage informiert.
Von Mai bis September 1944 war der Kreuzer Oyodo das Flaggschiff des Oberbefehlshabers. Das Schiff sollte ein spezieller Kommando-Kreuzer für kombinierte Operationen von See-, Luft und U-Boot-Streitkräften sein und obwohl es ständig zuerst in Tokio und dann in der Bucht von Hiroshima ankerte, erwiesen sich seine Kommunikations-Einrichtungen als unzureichend. Das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Kombinierten Flotte wurde schließlich in der Keio-Universität im Vorort Hiyodashi von Tokio verlegt.

Wie der Name schon sagt, war die Kombinierte Flotte (Rengo Kantai) die gesamte Flotte. Alle anderen Einheiten, unabhängig von Auftrag und Zusammensetzung, wurden als Tai oder Butai bezeichnet, was als Korps oder Kampfgruppe übersetzt werden könnte. Andere Marinestäbe bezeichneten sie als Flotten, Geschwader oder Divisionen zum Zwecke der Beschreibung.
Es war für Gruppen kleiner Kriegsschiffe üblich, daß sie von einem größeren Schiff angeführt wurden. So wurden vier Zerstörer zu einer Division, vier Divisionen zu einem Zerstörergeschwader mit einem Kreuzer als Flaggschiff. Eine ähnliiche Organisation gab es auch für U-Boote.
Für administrative Zwecke wurde die Kombinierte Flotte in kleinere Flotten nach Funktion unterteilt.


Japanische Marine 1939/40

Schiffe der Kombinierten Flotte
Schiffe der Kombinierten Flotte Anzahl Schiffsklassen im Bau
Schlachtschiffe 10 4 Kongo, 2 Fuso, 2 Ise, 2 Nagato 3 (Yamato – einer davon später zum Flugzeugträger Shinano)
Flugzeugträger 6 1 Hosho, 1 Akagi, 1 Kaga, 1 Ryujo, 2 Hiryu 10
Schwere Kreuzer 16 2 Furutaka, 2 Aoba, 4 Myoko, 4 Takao, 4 Mogami 2
Leichte Kreuzer 17 2 Tenryu, 1 Yubari, 5 Kuma, 3 Jintsu, 6 Natori 9 (nur 8 fertig)
Zerstörer 99 3 Momi, 13 Minekaze, 7 Wakatake, 4 Kamikaze, 12 Mutsuki, 20 Fubuki, 4 Akatsuki, 6 Hatsuhara, 10 Shiratsuyu, 10 Asashio 62
U-Boote 63 ?

Japanische Marine-Luftwaffe 1939/40

Abgesehen von 370 Trainings- und Reservemaschinen, hatte die japanische Marine-Luftwaffe etwa 1.400 Flugzeuge. Es gab 660 Jäger, 330 bordgestützte Bomber, 240 zweimotorige, landgestützte Torpdeoflugzeuge für den abgestimmten Einsatz mit der Flotte, und 520 Flugboote und Wasserflugzeuge.
Alle diese Flugzeuge waren in der Kombinierten Flotte in Kanoya zusammengefaßt. Sie wurden unterteilt in die 1.Luftflotte (zum Einsatz von den Flugzeugträgern) und der 11.Luftflotte unter Vize-Admiral Nishizo Tsukuhura auf Landflugplätzen in Formosa und Indo-China. Diese Luftflotten wurden desweiteren unterteilt in Flottillen (jede von einem Vize-Admiral kommandiert), welche wiederum aus zwei oder mehr Luft-Gruppen bestanden. Jede Gruppe hatte 12 bis 36 Flugzeuge und 4 bis 12 weitere in Reserve, je nach Größe. Die Kampfformation war die Luft-Division aus neun Flugzeugen.

Mitsubishi A5M Claude

Zwei Mitsubishi A5M Claude über China. Dieses Jagdflugzeug veränderte das Kräfteverhältnis im Luftkrieg über China zugunsten Japans und erlangte vollständige Luftüberlegenheit.

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