He 111

Deutscher mittlerer Bomber von Heinkel

Heinkel He 111 H-2 Pfadfinder

Heinkel He 111 H-2 Pfadfinder-Flugzeug von KGr100 über England.

Heinkel He 111
Typ:
mittlerer Bomber (später Torpedoflugzeug, Lastenseglerschlepper, Raketenplattform, Transportflugzeug)

Geschichte

Die erste He 111, eine zweimotorige Vergrößerung der He 70 mit elliptischen Tragflächen und Höhenruder, wurde insgeheim als Bomber geflogen und der Welt ein Jahr später als Passagierflugzeug vorgestellt. Bewaffnet war die mit 660 PS BMW VI-Motoren ausgerüstete Maschine mit drei manuellen MGs und einer Bombenladung von 1000 kg in acht Zellen im mittleren Rumpf. Getarnt als Passagierflugzeuge der Deutschen Lufthansa flogen 1937 einige Flugzeuge Photoaufklärung über Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion.

Im selben Jahr übernahm die deutsche Luftwaffe die He 111 B-1 mit zwei 880 PS Daimler Benz DB 600C-Motoren. In Oranienburg wurde zum Bau späterer Versionen eine riesige Fabrik aufgebaut. Mit der verbesserten B-2 mit 950 PS Daimler Benz DB 600CG-Motoren (die auch für die C-Serie übernommen wurden) begannen im Februar 1937 die Einsätze bei der Legion Condor. Die D war schneller und hatte neue, geradlinige Flügel. Bis zu einem gewissen Grade haben die frühen Erfolge der He 111 in Spanien die Luftwaffe zu dem Irrglauben verführt, nichts könne der großen Zahl ihrer mittleren Bomber widerstehen. Diese Flugzeuge – die schmucke Do 17 , die weit ausladende He 111 und die Hochleistungs-Ju 88 – waren zur Zeit ihrer Entstehung, Mitte der dreißiger Jahre, außerordentlich modern. Sie waren schneller als die einsitzigen Jäger dieser Zeit und brauchten deshalb, so meinte man, nicht viel Verteidigungswaffen. So blieb es bei den drei MGs der He 111, bis sich in der Luftschlacht um England zeigte, daß die He 111 in Scharen vom Himmel geholt wurde und ihre Verteidigung nur in ihrer Zähigkeit und der Fähigkeit bestand, auch dann noch zurück zukommen, wenn sie fast in Stücke geschossen war.

Die unvermeidliche Folge war, daß mehr und mehr Verteidigungswaffen eingebaut wurden, was wiederum eine Vergrößerung der Besatzung auf fünf oder gar sechs Mann bedeutete. Mit steigender Bewaffnung und Panzerung aber sanken die Leistungen, so daß die Rekordbrecher von 1936-38 zu den ‘lahmen Enten’ von 1942-45 wurden. Trotzdem wurde die He 111 in steigender Zahl gebaut, wobei alle späteren Untertypen eigentlich zur H-Serie gehörten. Es gab unzählige Variationen, einschließlich solcher mit Sperrballon-Abweisern, mit verschiedenen Lenkwaffen (auch der V-1, die unter der linken Flügelwurzel festgemacht wurde) und zum Absetzen von Agenten.

Heinkel He 111 H-16

Eine der wichtigsten Varianten war die He 111 H-16, von denen einige auch für die Pfadfinder-Rolle verwendet wurden.

Alle notwendigen Modifikationen, welche seit der H-6 für notwendig befunden wurden, waren in der H-16 Hauptserie, welche von 1942 an produziert wurde, vereinigt. Die H-16/R1 hatte ein MG 131 in einem elektrisch betriebenen Heckstand montiert. Mit einer Anhängerkupplung für Lastensegler hatte das Flugzeug die Bezeichnung H-16/R2 und als R3 war es ein Pfadfinder-Bomber mit verstärktem Panzerschutz und reduzierter Bombenladung.

Die H-6 war die zahlenmäßig größte Serie. Auch der Lastensegler-Schlepper He 111Z (Zwilling) bestand aus zwei H-6, die durch einen normalen Mittelflügel verbunden waren, in dem ein fünfter Motor Platz fand. Gegen Ende des Krieges wurde es deutlich, daß das RLM und die deutsche Industrie es versäumt hatten, rechtzeitig einen Nachfolger für den ‘Spaten’ zu entwickeln. Insgesamt wurden in Deutschland und Rumänien mindestens 6.086, vielleicht aber auch über 7.000 produziert. Die spanische Variante C2111 mit Merlin-Motoren blieben in Spanien bis 1956 in der Produktion.

Benutzer: China, deutsche Luftwaffe, Ungarn, Irak, Rumänien (Lizenzbau bei Fabrica de Avione SET), Spanien (Lizenzbau der H-16 bei CASA), Türkei.


Bilder Heinkel He 111


Daten für Heinkel He 111 H-16

Technische Daten
Heinkel He 111 H-16 Angaben
Typ mittlerer Bomber
Antrieb zwei flüssigkeitsgekühlte Junkers Jumo 211 F-2-Motoren mit je 1.350 PS
Besatzung 5
Spannweite 22,60 m
Länge über alles 16,40 m
Höhe über alles 4,00 m
Leer-Gewicht 8.680 kg
Startgewicht (Maximum) 14.000 kg
Höchstgeschwindigkeit 405 (bei Maximalgewicht) – 435 km/h
in Flughöhe von 6.000 m
Reisegeschwindigkeit 356 km/h
in Flughöhe von 5.000 m
Anfangssteigleistung ?
Steigleistung auf 2.000 m in 8,5 minuten
Steigleistung auf 4.500 m in 30-35 min. bei Normallast, 50 min. bei Höchstlast
Dienstgipfelhöhe 6.700 m (Höchstlast) – 8.500 m
Reichweite 1.950 – 2.060 km
Bewaffnung
Heinkel He 111 H-16 Angaben
in unterer Wanne nach vorn 1 x 20-mm MG FF Kanone (540 Schuss/min, Mündungsgeschw. 585 m/s)
in elektrisch betriebenen Heckstand 1 x 13-mm MG 131 (930 Schuss/min, Mündungsgeschw. 750 m/s)
bis zu 7 x 7,92-mm MG 15/17/81 manuelle in der Bugkanzel, offenen Rückstand, untere Wanne nach hinten, zwei in den Seitenfenstern und ein starres MG im Heck und nach vorn (1.200 Schuss/min, Mündungsgeschw. 755 m/s)
Bombenzuladung bis zu 2.000 kg an Bomben (gewöhnlich 8 x 250-kg-Bomben) im Rumpfschacht oder Außenlast für eine 2.000-kg-Bombe, ein oder zwei 765-kg-Torpedos, Bv246-Flugkörper, Hs293-Lenkwaffen, funkgesteuerte FX-Gleitbomben, FZG-76 (V-1) Marschflugkörper
Einsatzstatistik
Heinkel He 111 H-16 Angaben
Erstflug (Prototyp) 24. Februar 1935
Produktionsbeginn (B-1) 30. Oktober 1936
Produktionsbeginn (H-1) Januar oder Februar 1939
Truppenlieferung (H-16) 1942
Endlieferung (in Deutschland) Oktober 1944
Stückpreis ?
Stückzahl (alle) 6.086 + (mit ausländischer Produktion ca. 7.450)
von Luftwaffe übernommen 1/39-12/44 (incl. Transporter) 6.615
Produziert (jeweils nur Bomber) 1939 452
Produziert 1940 756
Produziert 1941 950
Produziert 1942 1.337
Produziert 1943 1.405
Produziert 1944 756
Produziert 1945
Bestand He 111 am 1.9.1939 780
Bestand He 111 am 20.9.1942 398
Bestand He 111 am 21.12.1942 315
Bestand He 111 am 10.1.1945 212

Animation 3D-Modell Heinkel He 111

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