Gewehr Modell 98

ReichskriegsflaggeDeutsches Infanterie-Gewehr Modell 98 Mauser.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und Modell.

Gewehr Modell 98

Deutsches Gewehr Modell 98 (Mauser).

Gewehr Modell 98 (Mauser)
Typ: Infanterie-Gewehr.

Geschichte:

Das erste Mauser-Gewehr, welches beim deutschen Heer eingeführt wurde, war das Modell 1888. Dieses verwendete den Mauser-Zylinderverschluss, welcher praktisch unverändert bis heute verwendet wird, jedoch mit einer eher veralteten 8-mm-Patrone. Versuche führten zur Einführung einer neuen 7,92-mm-Patrone und diese Ausführung wurde als Gewehr Modell 98 oder kurz ‘Gew 98’ bekannt.

Dieses neue Gewehr wurde zu einem der am weitesten verbreiteten und erfolgreichsten Waffen seiner Art und es wurde in großen Stückzahlen hergestellt. Bei vielen der nachfolgenden Gewehre kann der Ursprung zum Gewehr 1898 zurückverfolgt werden.
Es war ein ‘klassisches’ Mauser-Gewehr, formschön, aber ziemlich lang und dafür gut ausbalanciert und alle Teile waren hervorragend konstruiert und wurden zumeist auch in guter Qualität hergestellt. Der Begriff ‘zumeist’ wird verwendet, da nachdem erst einmal der 1. Weltkrieg ausgebrochen war, die Standards für die Herstellung gesenkt wurden und einige vergleichsweise grobe Exemplare an die Truppe ausgegeben wurden.

Trotzdem wurde die Mehrzahl in guter Qualität hergestellt unter Verwendung von Möbelholz, welches durch die Verwendung eines pistolenartigen Griffs hinter dem Abzug betont wurde und das Halten und Zielen unterstützte. Das ursprünglich offene Visier war eine sehr aufwendige Angelegenheit mit Schieberahmen und anderen Nettigkeiten, welche viel Erfahrung für die effektive Nutzung erforderte, aber einige größere Versionen waren einfacher zu handhaben.

Das Zylindersystem behielt das übliche Mauser Verschluss-System, mit dem Zusatz einer zusätzlichen Verschlußlasche auf insgesamt drei, um eine zusätzliche Sicherheit für die neue und leistungsfähigere Patrone zu gewährleisten. Der Bolzen erforderte eine gerade gezogene Handhabung, welche zwar immer noch etwas umstämdlich und weniger schnell war, dafür im Einsatz weniger Probleme bereitete. Das integrierte Kastenmagazin konnte 5 Patronen aufnehmen, welche in einen Ladestreifen gesteckt wurden.

Während das Gewehr 1898 in erster Linie für die deutschen Streitkräfte produziert wurde, war es auch der Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Gewehr-Entwürfen und auf der ganzen Welt weit verbreitet. Spanien war einer der ersten Anwender des ursprünglichen Mauser-Verschluß und stellte verschiedene Versionen her, welche sich nur geringfügig vom Gewehr Modell 1898 unterschieden.

Mauser-Modelle aus Deutschland oder Spanien konnten bald auf der ganzen Welt vorgefunden werden und wurden an so weit zueinander entfernten Orten wie z.B. in China und Costa Rica verwendet.
Der Mauser-Verschluß hatte sich bald einen beneidenswerten Ruf an Zuverlässigkeit, Feuerkraft und Genauigkeit erworben und noch bis heute werden heftige Debatten darüber geführt, ob das Gewehr Modell 1898 und seine verschiedenen Ableger und Nachfolger das beste Infanterie-Gewehr aller Zeiten war.

Sicher ist jedoch, daß das Gewehr 1898 von 1914 bis 1918 im deutschen Heer sehr gute Dienste leistete. Die Frontsoldaten mußten es sorgsam behandeln, was sich aber in der Regel darauf beschränkte, den Zylinderverschluß mit einem Tuch zu bedecken, wenn das Gewehr nicht verwendet wurde.
Eine Sonderversionen, wie Scharfschützengewehre, erschienen mit speziellen Zieleinrichtungen, darunter auch verschiedene Formen optischer Zielfernrohre.

Zusätzlich beansprucht die Waffe immer noch die Ehre, daß sie die erste Panzerabwehrwaffe überhaupt war. Dies geschah durch die zuflällige Entdeckung, daß die Panzerung der ersten britischen Tank Mark I durch das einfache Hilfsmittel einer umgekehrt geladenen Patrone durchschlagen werden konnte, welche umgekehrt geladen wurde, bevor das Gewehr abgefeuert wurde. Das stumpfe Ende der Patrone stanzte ein Loch durch die Panzerung, wodurch die Kugel diese durchdringen konnte.

Das deutsche Gewehr Modell 98 wurde in den Jahren seiner Fertigung auch noch weiter vervollkommnet und 1935 durch den Karbiner 98k für die Wehrmacht im 2. Weltkrieg ersetzt.


Spezifikationen Gewehr Modell 98 (Mauser)

Spezifikationen
Gewehr Modell 98 Spezifikation
Typ Infanterie-Gewehr
Kaliber 7,92 mm
Länge 125 cm
Lauflänge 74 cm
Gewicht 4,0 – 4,2 kg (unterschiedliche Quellen)
Magazin 5 Schuss integriertes Kastenmagazin
Funktion Mauser-Zylinderschloss
Geschossgeschwindigkeit 640 m/s
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