Fokker Dr.I Dreidecker

Deutsches Fokker Dr. I Dreidecker Jagdflugzeug aus dem 1. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Fokker Dr.I

Fokker Dr.I

Fokker Dr.I Dreidecker
Typ: Einsitziges Jagdflugzeug.

Geschichte

Der Eindruck, den der britische Sopwith Triplane Dreidecker bei den führenden Kreisen des deutschen Militärs und der Luftfahrt hinterließ, war derartig gewaltig, daß nicht weniger als vierzehn deutsche und österreich-ungarische Flugzeughersteller ihren eigenen Entwurf eines Dreideckers entwickelten. Es hatte offensichtlich ganz den Anschein, als wenn die magische Formel für den Erfolg im Luftkampf nun bei den Dreideckern liegen würde.

Die meisten dieser Hersteller begannen mit ihren Entwürfen, nachdem einer der britischen Dreidecker im Juli 1917 erbeutet und inspiziert worden war. Damit begannen diese jedoch mit ihren Entwürfen ein gutes Stück nach Anthony Fokker, welcher eine Sopwith Triplane bereits im April 1917 an der Westfront in Aktion gesehen hatte.

Es wurde oft behauptet, daß die Fokker Dr.I eine Kopie der Sopwith Triplane gewesen wäre, aber Reinhold Platz, der die Fokker-Maschine auf Wunsch seines Arbeitgebers entwarf, hatte niemals das britische Flugzeug gesehen und war eigentlich auch nicht von dessen Vorzügen überzeugt.
Trotzdem baute er einen Prototyp, der als V-3 mit drei Sätzen von freitragenden Flügeln bekannt wurde, wobei die einzigen Streben diejenigen waren, welche an die oberste Ebene montiert waren. Einzelne, dünne Zwischenwellenstreben und ausgeglichene Querruder, zusammen mit zwei 7,92-mm-Spandau-MGs, wurden nach dem erfolgreichen Testflug von Fokker dem V-3 hinzugefügt und wurde in dieser Form zum V-4.

In nahezu unveränderter Form wurden zwei weitere Prototypen gebaut und 318 Fokker Dr.I (‘Dr’ steht für Dreidecker) im Sommer 1917 bestellt.
Der zweite und dritte Prototyp wurden an Richthofens Jagdgeschwader I ausgeliefert. Das dritte Flugzeug wurde praktisch nur von Leutnant Werner Voss geflogen, welcher seinen ersten Luftsieg damit am 30. August 1917 erzielte.
In den nächsten 24 Tagen erzielte Voss mit dem Flugzeug 20 weitere Luftsiege, bevor er am 23. September von einer S.E.5a der 56. Squadron abgeschossen wurde und ums Leben kam.

Nach der Truppenerprobung begann Mitte Oktober die Auslieferung von Serienmaschinen an das JG I, aber bereits Anfang November zwangen eine Reihe tödlicher Unfälle die Flugzeuge dazu, auf dem Boden zu bleiben.
Ursache war eine fehlerhafte Verarbeitung bei der Flügelkonstruktion und für den Großteil vom verbleibenden Monat November war die Fokker-Fabrik mit der Reparatur oder dem Ersatz der defekten Flügel beschäftigt.
Die Fokker Dr.I Jagdflugzeuge wraen also erst wieder Ende November 1917 einsatzfähig und die anschließende Frontverwendung nur kurz.

Trotzdem erzielten die Flugzeuge ansehnliche Erfolge, vor allem aufgrund ihrer herausragenden Manövrierfähigkeit. Es war eine Fokker Dr.I, in welcher das legendäre Flieger-Ass Manfred von Richthofen am 21. April 1918 abgeschossen wurde und ums Leben kam.
Weitere deutsche aufsteigende Asse wie Hermann Göring, Ernst Udet und Adolf Ritter von Tutschek flogen ebenfalls den Dreidecker.
Die Fokker Dr.I erreichte den Höhepunkt ihrer Einsätze Anfang Mai 1918, als 177 Stück im Fronteinsatz waren.

Zu diesem Zeitpunkt erschienen jedoch neue alliierte Flugzeugtypen an der Front und Luftkampf-Taktiken gingen mehr und mehr dazu über, überlegene Leistung, Fluggeschwindigkeiten und Flughöhen auszunutzen, anstatt auf Wendigkeit zu setzen.
So endete später im gleichen Monat auch die Produktion und die Fokker Dr.I wurden anschließend in die Heimatverteidigung verlegt, wo sie bis zum Waffenstillstand Dienst taten. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 69 im Einsatz.

Fokker Dr.I im Luftfahrtmuseum Hannover-Laatzen

Fokker Dr.I im Luftfahrtmuseum Hannover-Laatzen

Der Standard-Antrieb der Fokker Dr.I war der 110-PS-Oberursel DR.II oder der Goebel Goe.II-Motor. Einige Flugzeuge hatten auch den 200-PS-Goe.III oder IIIa Motor oder den erbeuteten bzw nachgebauten französischen 110-PS-Le-Rhone-Motor.
Experimentell wurden auch Sh.III und erbeutete 130-PS-Clergets-Motoren eingebaut.

Ebenfalls im Jahr 1917 baute der Entwickler Platz einen alternativen Prototyp eines Dreideckers, die V-6. Diese verwendete einen 120-PS-Mercedes-D.II Motor. Aber die V-6 erwies sich als noch unruhiger in der Luft als die bisherige Fokker Dr.I mit den Umlaufmotoren und so wurden keine weiteren Prototypen mehr gebaut.

Benutzer: Deutschland.


Animation 3d-Modell Fokker Dr.I Dreidecker


Spezifikationen Fokker Dr.I Dreidecker

Spezifikationen
Spezifikationen Fokker Dr.I
Typ Jagdflugzeug (einsitziger Kampfaufklärer)
Besatzung 1
Antrieb 110-PS Le Rhone 9-Zylinder Umlaufmotor, 110-PS Oberursel UR II, 110 PS Goebel Goe II, 145 PS Oberursel UR III, 160 PS Siemens und Halske Sh III oder 200 PS Goebel Goe IIIa
Spannweite 7,17-7,19 m
Länge 5,77 m
Höhe 2,95 m
Flügelfläche 18,66 m²
Leergewicht 410-430 kg
Startgewicht 585 kg (maximum 626 kg)
Höchstgeschwindigkeit 165 km/h in 4.000m (185 km/h in 1.000m)
Steigleistung 220 m/min (3.000 m in 7min 6sec)
Dienstgipfelhöhe 6.100 m
Reichweite 1:30 h (ca. 210 km)
Bewaffnung 2 x 7,92-mm-Spandau-MGs auf dem Bug
Zuladung
Erstflug Juni 1917
Truppenlieferung August 1917
Endlieferung Ende Mai 1918
Produktion 329
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