Deutsche Kräfteverteilung 1942

Die Kräfteverteilung der deutschen Wehrmacht nach Kriegsschauplätzen im Sommer 1942.

Panzerkampfwagen IV des DAK

Panzerkampfwagen IV des DAK in Nordafrika.

Kräfteverteilung der Wehrmacht

Deutsche Kräfteverteilung der Wehrmacht nach Kriegsschauplätzen im Sommer (Juni/Juli) 1942 nach Sollstärken.
Die tatsächliche, durchschnittliche Isstärke beim Heer lag aber bei nur 88%, wobei die Verbände der Heeresgruppe Süd in Süd-Russland für den Fall Blau auf Kosten der anderen weitgehend vollständig aufgefrischt waren.

Heer: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie, Gebirgs- und Luftlande motorisierte Infanterie Panzer
Ostfront, H.Gr.Süd 49 1/3 8 12
Ostfront, H.Gr.Mitte 49 4 8
Ostfront, H.Gr.Nord 35 1/3 4 3 1/3
AOK 20, Finnland 6 1/3 -
AOK Norwegen 10 1/3 - 1
Dänemark 1 -
AOK 15 (Calais), Holland 11 - 1
AOK 7 (Normandie) 8 1/3 - 1 1/2
AOK 1 (Südwest-Frankreich) 4 - 1
AOK 12 (Serbien, Griechenland) 4 1/3 -
Festung Kreta 1 -
DAK, Nordafrika - 1 2
Ersatzheer, Reich 1 -
INSGESAMT 181 17 29,83
Infanterie (Sollstärke)
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
Ostfront, H.Gr.Süd 564.000 ? ? 30.747 7.207 ?
Ostfront, H.Gr.Mitte 525.000 ? ? 28.260 7.820 ?
Ostfront, H.Gr.Nord 366.000 ? ? 19.467 5.674 ?
AOK 20, Finnland 46.000 ? ? 2.139 703 ?
AOK Norwegen 96.000 ? ? 5.107 1.446 ?
Dänemark 9.000 ? ? 500 140 ?
AOK 15 (Calais), Holland 105.000 ? ? 5.720 1.590 ?
AOK 7 (Normandie) 81.000 ? ? 4.827 1.190 ?
AOK 1 (Südwest-Frankreich) 42.000 ? ? 2.220 610 ?
AOK 12 (Serbien, Griechenland) 39.000 ? ? 2.167 607 ?
Festung Kreta 9.000 ? ? 500 140 ?
DAK, Nordafrika 18.000 ? ? 773 193 ?
Ersatzheer, Reich 6.000 ? ? 220 90 ?
INSGESAMT 1.906.000 ? ? 102.647 27.410 ?
Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
Ostfront, H.Gr.Süd 2.130 568 ? 63.867 4.683 4.646 832
Ostfront, H.Gr.Mitte 1.420 284 ? 46.900 4.157 4.311 732
Ostfront, H.Gr.Nord 592 284 ? 31.866 2.970 3.036 512
AOK 20, Finnland - - ? 1.333 364 376 76
AOK Norwegen 177 - ? 6.067 773 790 136
Dänemark - - ? 500 73 75 12
AOK 15 (Calais), Holland 177 - ? 6.900 849 867 144
AOK 7 (Normandie) 266 - ? 4.900 641 652 118
AOK 1 (Südwest-Frankreich) 177 - ? 3.400 338 342 60
AOK 12 (Serbien, Griechenland) - - ? 2.167 316 325 52
Festung Kreta - - ? 500 73 75 12
DAK, Nordafrika 355 - ? 4.667 141 134 36
Ersatzheer, Reich - - ? - 46 48 12
INSGESAMT 5.294 1.136 ? 173.067 15.424 15.677 2.734

Kräfteverteilung der Luftwaffe

Für die deutsche Luftwaffe liegen nur Zahlenangaben für September 1942 vor, allerdings sind diese auch auf das Flugzeug genau.

Stärke der Luftwaffe
Kriegsschauplatz Jäger, Nachtjäger Jabos leichte Bomber und Stukas" mittlere und schwere Bomber
Ostfront, H.Gr. Süd 322 - 162 277
Ostfront, H.Gr. Mitte und Nord 612 - 202 926
Finnland und Norwegen 100 - 59 49
Dänemark -
Westen (Frankreich, Benelux) 521 - - 222
Balkan, Kreta, Afrika 111 - - 41
Reichsgebiet 327 - -
INSGESAMT 1.933 - 423 1.515

Kräfteverteilung der Kriegsmarine

Die Angaben für die deutsche Kriegsmarine beziehen sich auf den Sommer 1942, sind aber teilweise Schätzungen.

Stärke der Kriegsmarine
Kriegsschauplatz Schlachtschiffe, Schlachtkreuzer schwere Kreuzer leichte Kreuzer Zerstörer Torpedoboote S-Boote U-Boote Handels- schiffe
Norwegen 2 3 - 6+ ? ? ? ?
Frankreich - - - 6 (?) ? ? ? ?
Ost- und Nordsee 1 (beschädigt) 2+ 1+ ? ? ? ? ?
INSGESAMT 3 (2 Schlachtkreuzer) 6 (incl. 2 Panzer- und 2 Linienschiffe) 4 ca.12 ca.12 ca.35 315 ca.615 (ca.1,12 Millionen t verfügbar bei Kriegsbeginn)

Der Feldzug in Nordafrika Mitte 1942

Kesselring mit Rommel

Der deutsche Oberbefehlshaber für den Mittelmeer-Raum, Kesselring (links), mit Rommel.

Für fast vier Monate war es Anfang 1942 ruhig im Wüstenkrieg in Nordafrika. Abgesehen von der Unfähigkeit beider Seiten, eine größere Offensive zu starten, gab es auch verschiedene Auffassungen bei den Verantwortlichen über den weiteren Verlauf des Krieges in Nordafrika.

Das Hauptaugenmerk auf Seiten der Achsen-Streitkräfte und Briten lag nämlich zwischenzeitlich auf Malta. Es war beiden Seiten klar, daß, solange die Briten die Insel kontrollierten, diese dadurch eine Position inne hatten, von der aus sie jederzeit die Nachschubverbindungen der Achse nach Nordafrika unterbrechen konnten. Umso mehr sie diese Verbindungen störten, desto besser war es ihnen möglich, Nordafrika zu sichern.
Auf Seiten der Achse war die Lage genau umgekehrt und die Eroberung von Malta galt als wichtig, um einen entscheidenden Sieg über die Briten in Nordafrika erzielen zu können.
Anfang 1942 wurde die Luftoffensive gegen Malta verstärkt und als Ergebnis davon, gingen weniger Nachschubsgüter in den Konvois verloren, was mehr Versorgung für Rommel bedeutete. Dieser nahm jedoch an, daß er erst Tobruk nehmen müßte, um seine Versorgungswege so kurz wie möglich zu halten, bevor er den Suez-Kanla erreichen konnte. Die Einnhame von Tobruk müßte vor der Eroberung von Malta geschehen. Aber erst im Frühjahr 1942 wurde vereinbart, daß Rommel als erster in Richtung Tobruk angreifen soll.

Auchinleck von der britischen Achten Armee stand ebenfalls unter Druck. Churchill und der britische Generalstab teilten ihm mit, wenn er die Flugplätze in der westlichen Cyrenaika nicht erobert, würde der Druck auf Malta zu groß werden. Auchinleck erwiderte, solange er nicht eine ausreichende Überlegenheit über Rommel hätte, und hier insbesondere bei den Panzern, könne er keinen Erfolg garantieren. Auch glaubt er, daß den britischen Truppen eine ausgeglichene Zusammensetzung fehlen würde. Vor allem würde es zu viele Panzer im Verhältnis zur Infanterie in den britischen Panzer-Divisionen geben und das eine zunehmende Anzahl seiner Truppen unerfahren wären und viel mehr Training benötigen, wenn die Rückschläge des vergangenen Jahres sich nicht wiederholen sollten.

Schließlich wurde vereinbart, daß Auchinleck seine Offensive bis Juni verschieben konnte, während Rommel mit seinen Vorgesetzten ausgemacht hatte, Ende Mai anzugreifen, worauf die Invasion von Malta im Juni folgen sollte.

Das Problem, welches die Briten bei der Verteidigung der Ghasla-Linie hatten, war die Frage, wie weit diese nach Süden in die Wüste ausgedehnt werden sollte. Wenn sie ihre Truppen konzentriert auf einer kurzen Frontlinie zusammenfassten, wäre es ein leichtes für Rommel, diese Stellungen im Süden in der Wüste zu umgehen. Eine längere Verteidigungslinie bedeutete Zersplitterung und die Gefahr, daß diese von den Deutschen durchtrennt wird.
Schließlich wurde ein unvermeidbarer Kompromiss eingegangen und von Ghasala aus in südlicher Richtung lag die 1. südafrikanische Division, die britische 50. Division und schließlich die frei-französische Brigade in Bir Hacheim.
Die Verteidiger bezogen eine Linie in mit Stacheldraht in alle Richtungen umzäunten Feldstellungen und dazwischen befanden sich umfangreiche Minenfelder, welcher allerdings nicht vollständig durch Feuer gedeckt werden konnten, was entgegen jedem elementaren Prinzip der Verteidigung stand.
Die 2. südafrikanische Division hielt Tobruk und stand zusammen mit den Verbänden in der Ghasala-Linie unter dem Kommando von Gotts XIII. Korps. Das XXX. Korps, das ‘Corps de Chasse’, welches immer noch von Norrie befehligt wurde, wurde südlich von Tobruk als Reserve für einen Gegenangriff platziert.
Aber im Gegensatz zu Auchinlecks Intention, welche er aber auch nicht in klaren Befehlen herausgab, verteilte Ritchie seine Panzerstreitmacht in einer Reihe von befestigten Stützpunkten, welche die wichtigsten Versorgungslinien und Verbindungsknotenpunkte sicherten. Dies war ein weiterer fataler Fehler im britischen Plan.

Bei der Panzerstreitmacht konnte die britische Achte Armee nun 573 Kreuzer-Panzer aus M3 Grant, Crusader und Stuart aufbieten,s sowie beim XIII. Korps weitere 276 Infanterie-Panzer. Dagegen verfügte Rommel über 560 Panzer, mit weiteren 77 in der Reserve.
In der Luft konnte die Royal Air Force aufgrund vieler nicht einsatzbereiter Flugzeuge nur 190 gegen 497 bei der Achse aufbieten.

Der Plan der Achsenmächte war es, mit dem Unternehmen ‘Venezia’ durch Rommel in der ersten Phase, die Ghasala-Linie zu durchbrechen und Tobruk zu nehmen und dann anzuhalten. Anschließend sollte erst das Unternehmen ‘Herakles’ folgen, die Wegnahme von Malta.

Während die italienische Infanterie vor der Ghasala-Linie aufmarschierte, plante Rommel mit dem DAK aus der 15. und 21. Panzer-Division, sowie der 90. Leichten Division und den mobilen italienischen ‘Ariete’- und ‘Trieste’-Divisionen um Bir Hacheim herum zustossen, dann zur Küste vorzudringen und das britische XIII. Korps von hinten anzugreifen.
Am Abend des 26. Mai begann die Operation und obwohl seine Truppen schon vor der Dunkelheit gesichtet wurden, nahmen Ritchie und seine Untergebenen an, es handele sich um ein Ablenkungsmanöver, da sie davon überzeugt waren, Rommel würde den Hauptangriff am Zentrum der Ghasala-Linie durchführen.

Schlacht um die Ghasala-Linie

Die erste Phase der Schlacht um die Ghasala-Linie von Abend des 26. Mai bis zum 28. Mai 1942.

Rommel bei der Operationsplanung

Rommel bei der Operationsplanung.

Als erstes traf Rommels Angriffsverband auf die britische 7. Panzer-Division, welche zwei ihrer motorisierte Brigaden in deren Stützpunkten ausgeschaltet bekam. Messervy, welcher die britische 7. Panzer-Division befehligte, fragte bei Norrie um Erlaubnis an, den Rest seiner Division in eine Schlachtformation gegen diesen Schlag aufzustellen, aber dieser lehnte ab, da er immer noch überzeugt war, daß der Hauptschlag woanders erfolgen würde.
Daraufhin schickte Messervy seine 4. Panzer-Brigade südlich in Richtung Bir Hacheim, um seine Infanterie zu unterstützen, aber diese fuhr direkt in die deutsche 15. Panzer-Division hinein und wurde nach Belhamed zurück geworfen. Anschließend wurde Messervys eigenes Hauptquartier überrollt und er selbst gefangen genommen. Obwohl er zwei Tage später entkommen konnte, blieb seine Division zersprengt und ohne ein effektives Kommando.

Norrie reagierte nun letztlich und warnte seine andere Panzer-Division. Seine britische 1. Panzer-Division bereitete sich auf den Marsch nach Süden vor. Die 22. Panzer-Brigade begann vorzurücken, wurde aber von Rommels Panzer angegriffen und zurückgedrängt. Später an diesem Tag gelang es aber der britischen Panzer-Brigade zusammen mit der auch eingetroffenen 2. Panzer-Brigade einen Angriff auf das DAK durchzuführen, welche dieses zum stehen brachte.

Allerdings lief nicht alles nach Plan, wie es Rommel vorgesehen hatte. Er hatte gehofft, daß die ‘Ariete’-Division in der Lage wäre, die Frei-Franzosen in Bir Hacheim zu überrennen, aber diese hielten standhaft ihre Position. Weiter nördlich geriet die ‘Trieste’-Division durch einen Navigationsfehler in ein Minenfeld, was aber zum Glück nicht unter britischem Feuer lag. Auch waren Rommels Panzer nun knapp an Treibstoff und Munition und er hatte auch rund ein Drittel seiner Panzer verloren. Dazu hatte er auch noch die Verbindung zur 90. Leichten Division verloren, welche er auf einen tiefer südlich geführten Schlag in Richtung El Adem und Belhamed geschickt hatte.

Am nächsten Tag setzte Rommel seine Bemühungen um einen Durchbruch fort, mit einer Reihe von verstreuten Panzergefechten, da die Panzer beider Seiten sich immer mehr verteilten. Trotzdem hatte es die deutsche 21. Panzer-Division am Ende des Tages geschafft, nahe an die Strasse von Ghasala nach Tobruk heranzukommen. Auch die italienischen Truppen fingen an, Fortschritte zu erzielen und sich durch den südlichen Abschnitt der Ghasala-Linie hindurchzukämpfen.

Auchinleck, Coningham, Ritchie

Die verantwortlichen britischen Generale (v.l.n.r): Auchinleck, Coningham, Ritchie, unbekannter Stabsoffizier und der Marine-Verbindungsoffizier.

Jedoch befanden sich Rommels weit auseinander gezogene Panzertruppen nun in einer gefährdeten Lage und seine Versorgungswege waren noch immer blockiert, da die britischen Truppen hinter ihm immer noch ihre Stellungen hielten. Ritchie und auch Auchinleck wollten Rommels schwierige Lage ausnutzen, konnten aber nicht genug Panzer zusammenziehen.
Rommel entschied nun, daß erst einmal sein Nachschub ungehindert durchkommen mußte, um erfolgreich zu sein. So beließ er einen starken Panzerabwehr-Schirm in östlicher Richtung und die 21. Panzer-Division im Norden als äußere Verteidigungslinie des sogenannten ‘Wurstkessel’ und setzte alle anderen Truppen dafür ein, eine große Bresche in die Ghasala-Linie hinter ihm zu schlagen.

Im Mittelpunkt seiner Angriffsbemühungen stand die britische 150. Brigade, welche die linke Flanke der 50. Division bildete. Dieses Gefecht wurde zur ‘Schlacht um den Wurstkessel’. Die britische 150. Brigade wurde durch die Angriffe des DAK in ihrem Rücken und Frontalangriffe italienischer Infanterie zerschlagen.
Zwischenzeitlich waren Ritchies Bemühungen, mit Hilfe seiner Panzer die 150. Brigade zu entsetzen, erfolglos gewesen, da diese am deutschen Panzerabwehrt-Schirm liegen geblieben waren.
Die Achsen-Truppen konnten schließlich am 2. Juni ihre rückwärtigen Verbindungslinien herstellen und vom südlichen Teil der Ghasala-Linie blieb nur noch Bir Hacheim in britischen Händen.

Ritchie verlangte nun nach Zeit um seine Truppen vor einem Schlag gegen Rommel zu reorganisieren, aber Auchinleck warnte ihn, daß die Achsen-Truppen nun mit ihrer wiederhergestellten Versorgung ihm diese Zeit nicht geben würden.
Und so schickte Rommel die 21. Panzer-Division zur Ablenkung in die Gegend von Acroma, während die 90. Leichte und die ‘Trieste’-DFivision Bir Hacheim angriffen, welches nach einer tapferen Verteidigung am 11. Juni fiel.

88 Flak wird nachgeladen

Eine deutsche 88-mm-Flak wird während der Kämpfe gegen britische Panzer an der Ghasala-Linie nachgeladen.

Ritchie begann zwischenzeitlich am 5. Juni seine eigene Angriffsoperation ‘Aberdeen’, um Rommels Truppen im ‘Wurstkessel’ zu zerstören. Während die 32. Armee-Panzer-Brigade aus den Norden angriff, sollte die 5. indische Division aus dem Osten kommen und in den Verteidigungsgürtel einbrechen. Anschließend sollte die 22. Panzer-Brigade durch diese Lücke durchstoßen und die Panzerverbände der Achsen-Truppen vernichten.
Die ganze Operation lief vollständig schief. Die britische 32. Armee-Panzer-Brigade wurde in einem Minenfeld zerstört, während die Inder in einer Fehleinschätzung von Rommels Verteidigungsstellungen, zu weit im Osten angriffen, sodaß die 22. Panzer-Brigade voll in die intakten Hauptverteidigungslinie der Achsen-Truppen hineinfuhr.
Um das ganze noch zu verschlimmern, hatte Ritchie beschlossen, den Befehl über die Operation ‘Aberdeen’ abwechselnd zwischen Messervy und Biggs von der 5. indischen Division zu verteilen. Deshalb gab es keine feste und bestimmte Kontrolle während des ganzen Unternehmens.

So entschieden Auchinleck und Ritchie, nun wieder auf Rommel zu warten. Die 1. südafrikanische und 50. britische Division standen weiterhin im Norden der ehemaligen Ghasala-Linie, während der Rest der britischen Achten Armee abgestuft von der Knightsbridge-Stellung bis nach El Adem zurückgezogen wurde. Dies war allerdings gefährlich nahe an der Hauptversorgungsroute entlang des Trigh Capuzzo.

Nachdem Rommel einige seiner Reserve-Panzer erhlaten hatte, stand seine Stärke nun bei 124 Panzer gegen 185 Kreuzer- und 63- Infanterie-Panzer der Briten. Am 11. Juni 1942 griff er an und schaffte es, sich zwischen der 2. und 4. britischen Panzer-Brigade am Knightsbridge und El Adem hindurch zu drücken. Zusätzlich verursachte er schwere Verluste bei der britischen 22. Panzer-Brigade, welche zu Hilfe eilte.
Danach hatten die Briten nur noch rund 100 Panzer übrig, welche sich zum Knightsbridge zurückzogen, wo sie aber am 13. Juni überrannt wurden.

Nun bestand die ernsthafte Gefahr, daß die 1. südafrikanische und 50. britische Division, welche weiterhin den nördlichen Abschnitt der ursprünglichen Ghasala-Linie hielten, abgeschnitten werden. Deshalb befahl Ritchie ihnen den Rückzug, unterließ es aber Auchinleck mitzuteilen, daß er diesen bis zur liybisch-ägyptischen Grenze befohlen hat, während letzter annahm, daß sie westlich von Tobruk stehen bleiben müssen.
So nahm Auchinleck an, daß Tobruk nicht evakuiert werden muß und das die Linie von Acroma über El Adem nach Bir Gubi gehalten wird.

Auchinleck befand sich zu diesem Zeitpunkt unter großem Druck von Churchill, welcher nach den militärischen Katastrophen im Fernen Osten und anderswo Angst hatte, daß auch noch der Fall von Tobruk zu große Auswirkungen auf die britische Moral hätte. Jedoch waren die Verteidigungsanlangen von Tobruk zwischenzeitlich heruntergekommen und es hätte Zeit bedurft, diese auf Vordermann zu bringen. Diese Zeit würde Rommel diesmal aber nicht geben.

Am 15. Juni griff die 90. Leichte Division die 29. indische Brigade bei El Adem an, wurde aber abgeschlagen. Jedoch hatte die 21. Panzer-Division mehr Erfolg im Nordwesten.
Norrie, welcher die britische Verteidigungslinie befehligte, fühlte, daß er über zu wenige Panzer verfügte, um den Gegner länger als eine kurze Zeit aufzuhalten. Ritchie teilte ihm mit, daß er entscheiden müsse, die Stellungen zu halten oder sich zurückzuziehen. Am Abend des 16. Juni entschied sich Norrie für den Rückzug. Dies brachte jedoch einen der Eckpfeiler der Verteidigung von Tobruk zum Einsturz, und am 17. Juni wurde die Situation noch schlimmer gemacht, als Norrie die 20. indische Brigade von Sidi Rizegh abzog, obwohl diese zuvor einmal die 21. Panzer-Division abgeschlagen hatte.
Der Schild, welcher Tobruk deckte, wurde so immer schwächer und am 18. Juni gab es überhaupt keinen mehr, welcher Rommel den Weg öffnete, die Küstenstraße nach Gambut abzuschneiden und den Hafen zu belagern.
Noch schlimmer für die Briten war es, daß so auch ihre vorgeschobenen Flugfelder verloren gingen, sodaß die Desert Air Force keine Luftunterstützung für Tobruk mehr geben konnte.

Deutsche Soldaten in Tobruk

Deutsche Soldaten in Tobruk kurz nach der Kapitulation um 8 Uhr morgens am 21. Juni 1942.

Auchinleck entschied nun, daß die Verteidigung von Tobruk direkt durch das Hauptquartier der Achten Armee geleitet werden soll. Das XIII. Korps sollte die Grenze zu Ägypten halten, während das XXX. Korps in Mersa Matruh aufgefrischt und neu ausgerüstet werden sollte.
Rommel war jedoch daran interessiert, das Maximum aus der britischen Konfusion herauszuholen und zögerte nicht, das schlecht vorbereitete Tobruk aus der unerwarteten südöstlichen Richtung am 20. Juni anzugreifen. Schon am nächsten Tag kapitulierte die Garnison aus der 2. südafrikanischen Division, 32. Armee-Panzerbrigade und 11. indischer Brigade.

Nach diesem großen Erfolg konnte Rommel sowohl Hitler als auch Mussonlini überzeugen, daß es verrückt wäre, nun anzuhalten und auf die Eroberung von Malta zu warten, während der Feind so desorganisiert war. Am 23. Juni 1942 setzte er sich wieder nach Osten in Bewegung. Am Ende des nächsten Tages hatte er Sidi Barrani erreicht, nachdem er Gotts britische Nachhuten verjagt hatte.

Ritchie wollte nun alles zur Verteidigung von Mersa Matruh einsetzen, aber am 25. Juni erschien Auchinleck mit dem stellvertretenden Befehlshaber der britischen Landstreitkräfte im Nahen Osten, Dorman-Smith, in seinem Hauptquartier und verkündete die Änderung des Plans. Auchinleck würde nun die Führung der Schlacht persönlich übernehmen und Ritchie wurde von seinem Posten abberufen und nach Kairo zurückgeschickt. Die einzige Stelle, Rommel nach dem Fall von Tobruk noch einmal zu stoppen, war die 50 km breite Landenge von El Alamein, wo die Kattara-Senke jeden Umgehungsversuch im Süden verhindern würde.

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