Colt M1911


US-FlaggeColt M1911 und M1911A1, automatische Pistole der US-Armee von 1911 bis 1985.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Colt M1911A1

Colt M1911A1

Pistole Modell 1911 (Colt M1911 und M1911A1)
Typ: Automatische Pistole.

Geschichte

Der Colt M1911 steht im Wettbewerb mit der Browning HP als eines der erfolgreichsten, jemals gebauten Pistolen-Entwürfe. Millionen wurden von der Waffe gebaut und sie ist überall auf der Welt noch in Verwendung, seit sie 1911 für die US-Armee akzeptiert wurde.

Der Entwurf hatte seine Ursprünge aber schon lange vorher, denn die Waffe basierte auf dem Colt Browning Modell 1900. Diese Waffe wurde als Ausgangspunkt für eine neue Dienstwaffe verwendet, welche von der US-Armee für das neue 11,43-mm-Geschoss verlangt wurde. Denn das bisher übliche Kaliber 9,65mm wurde von vielen Soldaten als zu leicht angesehen, um einen angreifenden Feind aufzuhalten.

Im Jahr 1907 und 1908 wurden eine Reihe von Versuchen durchgeführt. Dabei stellten sich die Modelle Colt von John Browning, Savage und die Luger Parabellum Modell 1908 als vielversprechendste heraus. Der Colt wurde anschließend leicht überarbeitet, um den Anforderungen der Armee an Einfachheit, Robustheit und Sicherheit gerecht zu werden. Als Ergebnis davon wurde 1911 der Colt als Pistol Automatic Caliber .45 M1911 von der US-Armee übernommen.

Colt M1911

Colt M1911

Während viele zeitgenössische Pistolen-Entwürfe einen Empfängeranschlag verwendeten, um die Rückwärtsbewegung des Empfängerschlittens festzuhalten, hatte die M1911 ein Verriegelungssystem, welches ein festeres Anhalten lieferte. Der Lauf hatte Laschen in seine Außenfläche eingearbeitet, welche in die entsprechenden Nuten am Verschluss passten.

Wenn die Pistole abgefeuert wurde, wurden der Lauf und Bügel eine kurze Distanz rückwärts bewegt, wobei diese Laschen noch nicht einrasten. Am Ende der Strecke wurde diese Bewegung durch ein Schwenkglied gestoppt, das umschwenkt und den Laufzapfen aus dem Schlitten herauszieht. Dadurch konnte sich dieser noch weiter bewegen und so die verbrauchte Kartusche auswerfen und den Ladevorgang neu beginnen.

Dieses robuste System, verbunden mit einem positiv angelegten Sicherheitsverschluß mit Außenhahn bei gleichzeitiger Griffsicherheit, machte die Modelle Colt M1911 und später auch M1911A1 zu sehr sicheren Waffen unter Einsatzbedingungen.

 

Zu Beginn war die Produktion nur gering, aber bis 1917 war sie ausreichend ins laufen gekommen, um Teile der sich schnell vergrößernden US-Armee für ihren Einsatz in Frankreich damit auszurüsten. Dies wohl auch deshalb, da bereits 1915 und 1916 eine Menge der M1911-Pistolen für die Royal Navy und das Royal Flying Corps hergestellt wurden, wobei die Kammer für die Patrone der automatischen Pistole .455 Webley & Scott verändert wurde.
Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges erhielt die US-Armee, US-Navy und die Marines insgesamt 592.981 Exemplare, welche hauptsächlich von der Firma Colt in Hartford hergestellt wurden. Zum Schluß waren auch noch die Waffenfabrik in Springfield sowie die Firma Remington an der Herstellung beteiligt.

In Frankreich bewährte sich die neue Pistole gut, aber die Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs zeigte jedoch die Notwendigkeit einiger kleiner Änderungen auf. Die Kontur des Kolbens wurde verändert, um ihn der Hand besser anzupassen. Dazu wurde der Abzug gekürzt und die Vorderkante des Kolben wurde weggeschnitten, um dem Abzugsfinger einen besseren Griff zu ermöglichen. Schließlich wurde noch der Hammersporn gekürzt.

Colt M1911und M1911A1

Colt M1911 (links) und Colt M1911A1 (rechts).

Insgesamt waren diese Veränderungen nicht umfangreich und änderten wenig an der Verwendung im Einsatz. Der grundsätzliche Mechanismus blieb der gleiche und dieser war einer der stabilsten, welcher jemals bei einer Pistole Verwendung fand.
Mit diesen Änderungen wurde die Waffe zum Colt M1911A1 und diese Version stammt aus dem Jahr 1922.

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie neben Colt Firearms auch in einer Reihe anderer Waffenfabriken hergestellt, um die erforderlichen Stückzahlen zu liefern. Mehr als zwei Millionen Stück wurden dabei hergestellt und auch an andere Alliierte geliefert. Die Produktion lief auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter.
Dazu wurde die Waffen in vielen Teilen der Welt kopiert und nach gebaut, allerdings nicht immer unter den hervorragenden amerikanischen Qualitätsnormen.

Mit einem 14,9-Gramm-Geschoss bei 262 Meter Geschossgeschwindigkeit pro Sekunde war die M1911A1 die stärkste Militärpistole im Einsatz seit dem Ende des .455 Webley-Revolvers in den 1920er Jahren.
Um einen Angreifer zu stoppen, ist die Waffe ohne Parallele und die Wirkung von über 400 Newtonmeter auf irgendeinen Teil des Körpers setzt jeden Mann außer Gefecht. Andererseits ist es nicht einfach, mit so einer mächtigen Waffe ohne viel Übung präzise zu schießen.

Der Colt M1911 und M1911A1 war bis 1985 in der US-Armee weit verbreitet. Die Pistole wurde nicht nur von Unteroffizieren getragen, sondern war auch die persönliche Bewaffnung für die Mannschaften von schweren Waffen, darunter schwere Maschinengewehren und Granatwerfer.

Aufgrund von Beschwerden über seine Nutzlosigkeit bei der Verwendung über größere Schussentfernungen wurde er jedoch nach 1942, insbesondere bei den Mannschaften schwerer Waffen, weitgehend durch den US Carbine cal .30 M1 oder die M3 Grease Gun Maschinenpistole ersetzt.



Es besteht kein Zweifel, dass es die am weitesten verbreitete aller Kampfpistolen war, wahrscheinlich deshalb weil Amerikaner aus Tradition schon zu Faustfeuerwaffen neigen. Dazu gibt unzählige Geschichten über die Wirksamkeit der Colt-Pistole im Kampfeinsatz.
Die größte aller ‘Colt-Geschichten’ davon fand bereits am 8. Oktober 1918 statt, als Korporal (Unteroffizier) Alvin York, nachdem er eine Maschinengewehr-Mannschaft mit seinem Gewehr erschossen hatte, ergaben sich ihm 132 deutsche Soldaten und er brachte sie nur mit Hilfe seines Colt M1911 zu den eigenen Linien zurück in die Gefangenschaft.

Benutzer: US Army (und andere Alliierte im 2. Weltkrieg).


3D-Modell Colt M1911A1


Spezifikationen Colt M1911A1

Spezifikationen
Colt M1911A1 Spezifikation
Typ automatische Selbstlade-Pistole
Kaliber.45 ball M1911 (Kaliber .45 ACP) = 11,43 mm
Länge21,7-21,9 cm
Gewicht1,06-1,10 kg (1,36 kg geladen)
Lauf12,80 cm mit 6 linksläufigen Zügen
Magazin7-Schuss-Kastenmagazin
FunktionRückstoß, Browning-Link
Geschoßgeschwindigkeit 252 m/sek
Einsatzstatistik
Colt M1911A1 Angaben
Hersteller im 2. WeltkriegColts Patent Firearms Mfg.Co. (Hartford, Connecticut); Remington Arms-UMC (Bridgeport, Connecticut); Springfield-Armory (Springfield, Massachusetts); Union Switch & Signal Co. (Swissvale, Pennsylvania); Ithacu Gun Co. (Ithaca, New York); Remington-Rand Inc. (Syracuse, New York)
Produktionsbeginn1911
Truppeneinführung1917 (in größeren Mengen); M1911A1 1922
Endlieferungnach dem Zweiten Weltkrieg (von US Army bis 1985 verwendet)
Produktionszahl592.981 (M1911) bis Ende 1. Weltkrieg; über 2 Millionen im 2. Weltkrieg
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