Browning 12,7-mm-Maschinengewehre M1921, M2

Browning schwere 12,7-mm-Maschinengewehre M1921 und M2.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Browning 12,7-mm schwere Maschinengewhr auf Dreibein
Das klassische Browning 12,7-mm schwere Maschinengewehr auf Dreibein für den Infanterie-Einsatz.

zurück hier zum Vorgänger Browning M1917 und M1919.

Browning 12,7-mm-Maschinengewehre M1921 und M2

Browning M1921, M2
Typ: Schweres Maschinengewehr.

# Browning .50 Caliber Heavy Machine Guns

Das Browning .50 Caliber (12,7 mm) Heavy Machine Gun (schweres Maschinengewehr), oft auch „Ma Deuce“ oder M2 genannt, ist eines der erfolgreichsten schweren Maschinengewehre der Geschichte.

Überblick

Hauptmerkmale

– Kaliber: .50 BMG (12,7×99mm)
– Gewicht: ca. 38 kg für doe Basiswaffe
– Feuerrate: 450-600 Schuss pro Minute
– Effektive Reichweite: Über 1.800 Meter
– Bedienung: Rückstoßbetrieben, gurtgespeist

Geschichte und Entwicklung

Die M2 wurde von John Browning gegen Ende des Ersten Weltkriegs als Antwort auf die Notwendigkeit eines leistungsfähigeren Maschinengewehrs mit größerer Reichweite und Durchschlagskraft als die bestehenden Waffen vom Kaliber .30 entwickelt. Die Waffe wurde 1933 in Dienst gestellt und ist seit über 90 Jahren ununterbrochen im militärischen Einsatz.

Varianten

– M2HB (Heavy Barrel): Die gebräuchlichste Variante, konzipiert für Dauerfeuer
– M2 Aircraft: Leichtere Version für den Einbau in Flugzeugen
– M3: Variante mit höherer Feuerrate für den Einsatz in Flugzeugen
– M2A1: Modernes Upgrade mit festem Kopfraum und Timing

Bemerkenswerte Anwendungen

– Fahrzeugmontiert: Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Marineschiffe
– Flugzeugbewaffnung: Kampfflugzeuge und Bomber (besonders im Zweiten Weltkrieg)
– Flugabwehr: Bodenlafetten für die Luftabwehr
– Infanterieunterstützung: Typischerweise auf Dreibein montiert

Die Browning .50 cal war in praktisch jedem größeren Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg im Einsatz und wird aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, Leistung und Vielseitigkeit weiterhin von Streitkräften auf der ganzen Welt genutzt.

M1921

Browning M2
12,7-mm-Maschinengewehr Browning M2.

Seit das erste schwere 12,7-mm-Maschinengewehr von Browning im Jahre 1921 produziert wurde, war es für gegnerische Infanteristen eine der am meisten gefürchteten Waffen. Das von dem Maschinengewehr abgefeuerte Projektil setzt jeden getroffenen Soldaten sofort außer Gefecht und die Waffe kann auch dazu verwendet werden, gepanzerte Ziele zu zerstören, insbesondere wenn panzerbrechende Munition verwendet wird.

Das Projektil ist das eigentliche Herzstück der Waffe und vorausgegangene Versuche von Browning, ein derartig schweres Maschinengewehr zu bauen, scheiterten alle an dem Fehlen einer geeigneten Patrone.

Erst als eine im Ersten Weltkrieg erbeutete deutsche 13-mm-Patrone aus der Mauser-Panzerbüchse untersucht wurde, konnte eine brauchbare Lösung gefunden werden. So blieb die Grundausführung der Patrone seitdem unverändert, obwohl zahlreiche alternative Treibmittel und Projektil-Arten zwischenzeitlich verwendet wurden.

Vom ursprünglichen schweren Maschinengewehr Browning M1921 wurden eine ganze Reihe von Varianten bis heute entwickelt, welches noch immer als Browning M2 Maschinengewehr im Einsatz ist.
Bei all diesen Varianten blieb der Mechanismus der Waffe identisch, welcher dem kleineren Maschinengewehr Browning M1917 sehr ähnlich ist. Worin sich diese Varianten voneinander unterschieden, war der Typ des angebrachten Laufs und die Ausstattung für den Sockel der Waffe.

Eines der zahlreichsten Modelle des M2 war der Typ M2 HB, wobei die zwei Buchstaben am Ende als Abkürzung für ‚Heavy Barrel‘ (schwerer Lauf) stehen. Diese HB-Version kann in allen möglichen Arten installiert werden und wurde in der Vergangenheit als Infanteriewaffe, als Flugabwehr-Waffe und sogar als starr eingebaute oder manuell bedienbare Flugzeug-Bewaffnung verwendet.
Für den Einsatz bei der Infanterie ist das M2 HB gewöhnlich auf einem Dreibein montiert, kann aber auch auf Fahrzeug-Pinolen, Ringbefestigungen und Drehzapfen montiert werden.

Andere M2-Typen schließen Versionen mit wassergekühlten Läufen ein, welche gewöhnlich als Flugabwehr-Waffen eingesetzt wurden. Insbesondere auf Schiffen der US-Marine wurden sie während des Zweiten Weltkriegs in Mehrfachbefestigungen gegen tieffliegende Angriffsflugzeuge verwendet. Einzelne wassergekühlte MG-Befestigungen wurden oft bei Landinstallationen zur Luftabwehr verwendet.

M2-MG auf Halbkettenfahrzeug
Browning 12,7-mm-M2-Maschinengewehr auf einem amerikanischen Halbkettenfahrzeug in Rom, 1944.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen den auf dem Boden und in Flugzeugen eingesetzten Versionen des Maschinengewehrs war der, dass die Flugzeug-Ausführung eine Lauflänge von 91,4 cm hatte, während der Lauf des konventionellen 12,7-mm-Brownings bei den Bodentruppen 114,3 cm lang war. Abgesehen vom Lauf und der Art der Anbringung, konnten alle Teile zwischen allen Versionen der M1921 und M2-Maschinengewehren ausgetauscht werden.


Modernes M2

M2-MG heute
Das 12,7-mm-M2-Maschinengewehr auf einem amerikanischen Kampffahrzeug in der heutigen Zeit.

Das heutige Browning M2 ist immer noch die automatische, durch einen Patronengurt gespeiste und luftgekühlte Waffe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Es hat eine Rückenplatte mit Haltegriffen, eine Blatt-Kimme, Mündungsfeuer-Unterdrücker und einen Ersatzzylinder. Durch die Veränderung einiger Bauteile kann die Munition entweder von der rechten oder linken Seite eingeführt werden. Das M2 ist in der Lage, im Einzelfeuer oder automatischen Dauerfeuer zu schießen.

Heutzutage wird das M2 fest eingebaut auf Fahrzeugen zur Bekämpfung von Infanterie und Flugzeugen verwendet. Zugehörige Komponenten sind der Flugabwehr-Sockel und das M3-Dreibein, welche beide stabile Waffenplattformen abgeben. Die M2 0,5-inch flexible Version wird als Bodenwaffe auf dem M3-Dreibein oder auf verschiedenen Befestigungen der US-Marine an Bord von Schiffen verwendet.

Taktisch soll das M2 Unterdrückungsfeuer während des eigenen Angriffs oder in der Verteidigung bieten. Es kann dabei effizient gegen Infanterie, leicht gepanzerte Fahrzeuge, langsame und tieffliegende Flugzeuge und kleine Boote eingesetzt werden. Die 12,7-mm-Patrone hat außerdem eine gute Durchschlagskraft gegen die meisten Arten von Mauerwerk.

Überraschenderweise wurde das M2 aufgrund seiner geringen Feuergeschwindigkeit und guter Schwenkbarkeit und Hebemechanismus während des Vietnam-Krieges in begrenzter Zahl als Scharfschützen-Waffe gegen feste Installationen, wie Feuerbasen, verwendet.

Es wurden in den USA mehr 12,7-mm-Browning-Maschinengewehre gebaut als von jedem anderen Typ eines MGs. Bis heute gehen die Stückzahlen in die Millionen und die Serienproduktion ist immer noch nicht beendet. Ende der 1970er Jahre fanden es zwei weitere US-Firmen rentabel, die Waffe wieder in die Produktion zu nehmen, und das Gleiche gilt für den belgischen FN-Konzern.
Viele andere Firmen, verstreut über die ganze Welt, finden es profitabel, Ersatzteile und Zubehör für die M2-Serie herzustellen und praktisches jedes Jahr kommt ein anderer Munitionsfabrikant mit einem neuen Typ von Patrone für diese Waffen auf den Markt. Einige Händler haben sich ganz auf den Ankauf oder Verkauf dieser einzigen Waffe spezialisiert, so groß ist die Nachfrage nach diesen Maschinengewehren und keine Ende dafür in Sicht.
Das M2 wird noch für viel Jahre im Einsatz sein und es gibt keine Anzeichen für einen moderneren Ersatz. Aus diesem Grunde ist das 12,7-mm-Browning eines der erfolgreichsten Maschinengewehre aller Zeiten.


Animation 3d-Modell 12,7-mm Browning M2


Spezifikationen Browning M2 12,7-mm-Maschinengewehr

Spezifikationen:

Spezifikation
M2 HB
modernes M2
Typ
schweres Maschinengewehr
=
Kaliber
12,7 mm
12,7 mm (.50 Browning)
Länge
165,4 cm
255,9 cm
Lauf
114,3 cm
=
Züge
8
8
Gewicht
38,1 kg (+19,96 kg Dreibein)
38,1 kg
Magazin
110-Schuss Metallgliederband
=
Funktion
Rückstoß
=
Geschoßgeschwindigkeit
884 m/s
893 m/s
Feuergeschwindigkeit
450-575 Schuss/min
!ERROR! array_intersect_key(): Argument #1 ($array) must be of type array, string given
Maximale Schussweite
?
6.800 m (effektiv 1.830 m)
Funktion
?
Einzel- und Dauerfeuer

Einsatzstatistik:

Spezifikation
M2
Hersteller
?
Produktionsbeginn
1933 (M2), M1921: 1921
Truppenverwendung
nach 1933
Gesamtproduktion
mehrere Millionen (bis heute)
Stückpreis
unbekannt


Weitere amerikanische Maschinengewehre

Johnson M1941

Johnson M1941 Maschinengewehr
Johnson M1941 Maschinengewehr

Melvin M. Johnson war Hauptmann in der Reserve des US-Marine-Korps und eine bekannte Autorität für automatische Waffen.
Mitte der 1930er Jahre hatte er das automatische Johnson-Gewehr entworfen und begann daraus ein leichtes Maschinengewehr zu entwickeln. Wie das Gewehr wurde auch das Maschinengewehr durch Rückstoß betrieben. Dies war kein übliches System für leichte Waffen und erforderte einen hohen Fertigungsstandard, um zuverlässig zu funktionieren.
Obwohl der Entwurf mechanisch einwandfrei funktionierte, war die Waffe nicht robust genug, den harten Bedingungen während eines Feldzuges standzuhalten.

Das Maschinengewehr wurde von der US-Armee getestet, welche aber wenig Interesse zeigte, da sie mit dem Browning Automatic Rifle BAR zufrieden war und außerdem genug davon hatte und wenig Neigung zeigte, daran etwas groß zu ändern.

Die niederländische Regierung kaufte dann eine Anzahl für ihre Streitkräfte in Ostindien, aber mit der japanischen Invasion dieses Gebietes verlor der Vertrag seine Grundlage. Die Produktion wurde während des gesamten Krieges für das US Marine Corps und die US Rangers fortgesetzt, aber die Gesamtproduktion war relativ gering.

Die Waffe besaß eine Reihe interessanter Merkmale. Im Einzelschuss-Modus schloss und verriegelte sich der Bolzen vor jedem Schuss, im Automatik-Modus feuerte sie jedoch mit einem offenen Bolzen, wobei sichergestellt wurde, dass keine Patrone jemals in eine heiße Kammer geladen wurde und Luft zwischen den Schüssen durch den Lauf strömen konnte, um ihn zu kühlen.
Das Magazin wurde von der linken Seite versorgt, was die Silhouette niedrig hielt, aber zu Gleichgewichtsproblemen führte. Zudem konnte das Magazin von der rechten Seite des Mechanismus mit dem standardmäßigen Springfield-M1903-Ladestreifen aus fünf Patronen ‚aufgefüllt‘ werden.
Ein interessantes ‚Extra‘ war, dass selbst bei vollem Magazin weitere fünf Schuss aus einem Ladestreifen in die Magazin-Zufuhr eingeschoben werden konnten. Die Feuergeschwindigkeit konnte grob im Rahmen eines großen Bereichs eingestellt werden, indem die Einstellung des Rückstoßpuffers verändert wurde.

Das Johnson-Maschinengewehr war dadurch ein origineller und interessanter Entwurf und wenn die Waffe zu einem geeigneteren Zeitpunkt vorgestellt worden wäre, hätte ihr Einsatz viel verbreiteter sein können. So erfolgte der Einsatz im Zweiten Weltkrieg fast nur im Südwest-Pazifik in den Händen der US-Marines. Auch sollen einige von dem First Special Service Forces der US-Armee in Italien verwendet worden sein.
Interessant ist zudem, dass in den Nachkriegsjahren für die israelische Armee unter dem Namen ‚Dror‘ ein leicht verbesserter Entwurf hergestellt wurde, aber auch dieser wurde nur in kleinen Stückzahlen hergestellt.

Variante M1944: Dies war grundsätzlich die gleiche Waffe wie das M1941 und unterschied sich nur dadurch, dass sie ein röhrenförmiges Einbeinstativ anstelle eines Zweibeinstativs hatte. Ein Skelett-Stahlkolben mit Holzseitenfüllern wurde ebenfalls angebracht. Der überarbeitete Entwurf scheint ausschließlich eine Frage des einfacheren Produktionsprozesses gewesen zu sein.

Benutzer: US Marines, US Army Special Service Forces, Israel (Nachkriegszeit).

Spezifikationen Johnson M1941:

Spezifikation
Johnson M1941
Typ
leichtes Maschinengewehr
Kaliber
7,62 mm
Länge
106,68 cm
Lauf
55,88 cm
Züge
4, rechtsläufig
Gewicht
6,48 kg
Magazin
abnehmbares 20-Schuss-Kastenmagazin
Funktion
Rückstoss, rotierender Bolzenkopf
Geschoßgeschwindigkeit
853 m/s
Feuergeschwindigkeit
300-900 Schuss/min (grob einstellbar)
Maximale Schussweite
?
Funktion
Einzel- und Dauerfeuer

Einsatzstatistik Johnson M1941:

Spezifikation
Johnson M1941
Hersteller
Cranston Arms Corp.
Produktionsbeginn
1941
Truppenverwendung
nach 1941
Gesamtproduktion
?
Stückpreis
unbekannt


M60

M60 Maschinengewehr
M60 Maschinengewehr

Das Maschinengewehr M60 ist seit 1960 das Universal-Maschinengewehr der US-Armee. Er feuert die Standard-NATO-7,62mm-Patrone und hat einen abnehmbaren Lauf, der leicht gewechselt werden kann, um Überhitzung zu vermeiden. Dazu kommt ein integriertes, klappbares Zweibeinstativ und die Waffe kann aber auch auf einem klappbaren Stativ montiert werden.

Das M60E2 ist ein modifiziertes M60, das für den koaxialen Einbau in Panzern entwickelt wurde. Der Stumpf und das Vorderschaft werden entfernt und ein verlängertes Rohr wird am Lauf und ein weiteres am Gaszylinder angebracht, welche die Gase während des Feuerns nach außerhalb des Panzers abführen.

Die Version M60E3, welche von Saco gebaut wird, ist eine leichte, luftgekühlte, tragbare oder auf Stativ montierte Waffe, die für Kampfeinsätze auf dem Boden entwickelt wurde. Es ist gasbetrieben mit einem festen Kopfbereich und mit einer Zeiteinteilung, welche den schnellen Austausch des heißen Laufs ermöglicht.
Das M60E3 verfügt auch über ein an das Gehäuse angeschlossenes Zweibein, das sich leicht ausfahren lässt, um Stabilität zu gewährleisten. Es verfügt über beidhändige Sicherheit, universelle Tragegurte, einen Tragegriff am Lauf und ein vereinfachtes Gassystem, das keinen Sicherheitsdraht benötigt, um ein Loslösen zu verhindern.
Allerdings kann der leichte Lauf eine hohe Feuergeschwindigkeit von 200 Schuss pro Minute oder mehr nicht ohne ein katastrophales Versagen desselben überstehen.

Die Version E4 ist eine weitere Verbesserung gegenüber dem M60E3. Es verfügt über ein verstärktes Zweibein, ein verbessertes Munitions-Zufuhr-System für ein besseres Einziehen des Patronengurts, einen verbesserten Mündungsblitz-Unterdrücker und eine optische Visier-Halterung, welche in den Gehäuserahmen integriert ist.

Spezifikationen M60:

M60
Spezifikation
Hersteller
Bridge&Inland
Typ
universelles Maschinengewehr
Kaliber
7,62 mm
Patrone
7,62x51mm NATO
Länge
110,5 cm
Lauflänge
56,0 cm
Züge
4
Gewicht
10,51 kg
Feuerrate/min
550
Praktische Feuerrate/min
200
Funktion
Gas
Magazin
Metallgurt
Feuermodus
vollautomatisch
Geschossgeschwindigkeit
865 m/s
Max. Schussweite
3.000 m
Effektive Schussweite
1.000 m
Indiensstellung
1960


Quellenangaben und Literatur

The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)
The Encyclopedia of Infantry Weapons of World War II (Ian V.Hogg)
Infanterie im 2. Weltkrieg (J.B.King, John Batchelor)
Illustriertes Lexikon der Waffen im 1. und 2. Weltkrieg (V. Dolinek, V. Francev, J. Sach)
Twenty-First Century Small Arms – The World’s great Infantry weapons (Steve Crawford)

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