Britische Armee 1941-43

britische FahneStärke und Organisation der britischen Armee in Nordafrika und Großbritannien von 1941 bis 1943.

schweres Vickers-Maschinengewehr

schweres Vickers-Maschinengewehr in Feuerstellung bei der 1. südafrikanischen Division der 8. Armee im Juli 1942.

Die Britische Armee in Nordafrika von 1941 bis 1943

Nach den großen Siegen über die Italiener in Nordafrika im Winter 1940/1941 wurden im folgenden Frühjahr die dortigen britischen Streitkräfte reduziert, als mehrere Einheiten zur Unterstützung für Griechenland verschifft wurden.
Insgesamt wurden über 50.000 britische und Empire-Soldaten nach Griechenland gebracht, zusammen mit 100 Panzern. Dazu gehörten die 1. Armoured (Panzer) Brigade, 6. australische Division und die 2. neuseeländische Division.

Trotzdem wurden diese Truppen schnell beim Balkanfeldzug der Wehrmacht überrannt und verloren dabei 11.000 Mann. Die verbliebenen Soldaten wurden nach Kreta und Nordafrika evakuiert.
Die 28.000 Mann auf Kreta sahen sich nach der deutschen Luftlandung auf Kreta ebenfalls gezwungen, ihre Stellungen zu räumen und wurden auch nach Nordafrika zurückgebracht. Auf Kreta verlor die britische Armee 612 Gefallene, 224 Verwundete und 5.315 Kriegsgefangene.

t_arrow2 siehe auch: die britische Armee 1940

Dagegen wurden die britischen Operation in Italienisch-Ostafrka zu einem vollständigen Triumph, als zwei Kolonnen aus britischen und Empire-Truppen eine Zangenoperation gegen die Italiener durchführten.
Am 19. Januar 1941 begann die erste Kolonne aus zwei indischen Divisionen und einheimischen Truppen mit dem Vormarsch aus dem Sudan. Die zweite Kolonne griff am 24. Januar in nördlicher Richtung von Kenia aus an und bestand aus drei südafrikanischen Divisionen. Beide Kolonnen hatten zusammen etwa 70.000 Mann.
In dem dreimonatigen Feldzug brachten die britischen und Empire-Streitkräfte 50.000 italienische Kriegsgefangene ein und eroberten praktisch ganz Italienisch-Ostafrika bei weniger als 500 Mann Verlusten.

Dn Briten drohte jedoch weiteres Ungemach im Nahen Osten, als ein von den Achsenmächten unterstützter Aufstand im Irak ausbrach, welcher aber bald zusammenbrach.
Dagegen war die Situation in Syrien gefährlicher, wo sich eine 35.000 Mann starke Streitmacht von Vichy-Frankreich befand. So wurde eine britische Truppe aus 20.000 Soldaten zusammengekrazt, um Syrien am 8. Juni 1941 anzugreifen.
Die alliierten Streitkräfte bestanden aus der 7. australischen Division, der 5. indischen Infanterie-Brigade-Gruppe mit der zugeteilten transjordanischen Grenztruppe sowie einer frei-französischen Division.
Damaskus wurde schnell erobert, aber die vichy-französischen Truppen leisteten erbitterten Widerstand und kapitulieren erst am 12. Juli 1941 gegenüber den Briten und ihren Verbündeten.

Während des Sommers und Herbst 1941 bereiteten sich die britischen Truppen in Nordafrika auf ihre nächste Offensive vor. Dabei wurden Veränderung bei ihrer Organisation und Führung vorgenommen. So ersetzt General Sir Claude Auchinleck den gegen Rommel glücklosen General Wavell als britischer Oberbefehlshaber Mittlerer Osten am 15. Juli 1941.
Auf dem Kriegsschauplatz trafen zwischen Januar und Juli 1941 239.000 Mann Verstärkungen ein, davon 144.000 aus Großbritannien. Dazu gehörte die 50. britische Division und das Hauptquartier des X. Korps.

Crusader Mk I (mit 2-Pfünder-Kanone) Panzer in Nordafrika.

Crusader Mk I (mit 2-Pfünder-Kanone) Panzer in Nordafrika.

Am 9. September 1941 wurde die Western Desert Force zur britischen 8. Armee mit dem XIII. und dem XXX. Korps. Die Einheiten in Palästina und Syrien wurden neu geordnet als die britische 9. Armee mit dem I. australischen und X. Korps.
Im November 1941 waren die britischen Panzertruppen einsatzbereit und auch in Umfang und Stärke angestiegen. Die 7. Armoured (Panzer) Division war neu ausgerüstet worden, die 22 Armoured Brigade traf neu in Ägypten ein und die 32. Armee-Tank-Brigade war einsatzbereit im eingeschlossenen Tobruk und die 1. Armee-Tank-Brigade wurde gerade in das XIII. Korps eingegliedert.

Von Ende 1941 bis Sommer 1942 fochte die britische 8. Armee eine Reihe von Gefechten, die gravierende Mängel im Vergleich zu den deutschen Verbänden bei der Vorbereitung auf den Wüstenkrieg aufzeigten. Zum Beispiel hatten die Kämpfe während des Unternehmens ‘Crusader’ (Kreuzzug) im November 1941 General Auchinleck, den Oberbefehlshaber der englischen 8. Armee, davon überzeugt, daß die britische Panzerdivision eine unausgewogene Zusammenstellung aus zu vielen Panzern und zu wenig Infanterie waren. Er strukturierte daher die englischen Panzerdivisionen um.

Die Armoured (Panzer) Divisionen sollten nur aus einer Armoured (Panzer) Brigaden-Gruppe mit knapp unter 200 Panzern bestehen, sowie einer motorisierten Infanterie-Brigaden-Gruppe mit Panzerspähwagen und unterstützt durch Artillerie, Pioniere und Verwaltungs- und Versorgungseinheiten.
Die Armee-Tank-Brigaden, welche aus drei Regimentern mit etwa 60 Panzern bestanden, sollten weiterhin unabhängige Formationen bleiben, welche zu stärkeren Gruppen bei Bedarf zusammengefaßt werden könnten.

General Auchinleck bildete auch die Infanterie-Brigaden um, um ein besseres und dauerhaftes Zusammenwirken der verschiedenen Waffengattungen zu erreichen. Infanterie-Divisionen sollten nun aus drei Infanterie-Brigaden zu je drei Bataillonen bestehen. Dazu ein Feldartillerie-Regiment mit vierundzwanzig 25-Pfündern, ein Panzerabwehr-Regiment mit 48 6-Pfünder-Kanonen, zugeteilte Flugabwehr-Kanonen, Pionieren und Verwaltungs- und Versorgungseinheiten.

Unglücklicherweise für die Briten konnten diese Änderungen nicht vollständig umgesetzt werden, als Rommel am 26. Mai 1942 die 8. Armee angriff und zurückdrängte. Rommel nahm am 21. Juni Tobruk ein, wobei die 8. Armee die 2. südafrikanische Division zusammen mit einer Armee-Panzerbrigade und je eine britische und indische Infanterie-Brigade durch Kapitulation verlor.

In der Zeit von November 1941 bis August 1942 verlor die 8. Armee 102.000 Mann (davon 49.000 Briten), jedoch stieg die Stärke der Armee von 88.000 Mann im Januar 1942 auf 126.000 im Mai durch Verstärkungen an. Unter den 149.800 Mann Verstärkungen, welche im Mittleren Osten zwischen Januar und August 1942 angekommen waren, befanden sich auch die 8. britische Panzerdivision und die 44. und 51. britische Infanterie-Divisionen.


Britische Kriegsgliederung im Mittleren Osten am 1. Juli 1942
Kriegsschauplatz Armee Korps Divisionen und Brigaden
Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte MELF (Auchinleck) 8. Armee (Auchinleck) Reserven: 9. australische Division und 8. Panzerdivision in Zuführung Armee-Truppen 50. Division
XIII.Korps 1. Panzer-Division
7. Panzer-Division
2. neuseeländische Division
5. indische Division
XXX.Korps (Norrie) 1. südafrikanische Division
10. indische Division
9. Armee (Wilson) in Palästina 17. indische Brigade
Frei-französische Brigade
1. griechische Brigade
2. griechische Brigade
2. polnische Brigade
10. Armee (Quinan) im Irak 6. indische Division
8. indische Division
31. indische Panzer-Division
Britische Truppen in Ägypten (Stone) X. Korps 10. Panzer-Division
29. indische Brigade
26. indische Brigade
Britische Truppen in Zypern 7. indische Brigade
Panzerstärke und Verluste der 8. Armee im Juli 1942
Panzertyp Grant Stuart Crusader Valentine Matilda
Stärke am 30. Juni 1942 43 93 63 49 4
in Reparatur 50 80 90 8 4
Gesamtstärke 8. Armee am 30. Juni 1942 93 173 153 57 8
Nachschub vom 1.-25. Juli 1942 96 168 - 248 68
Verluste durch Kampf und mechanischen Schäden vom 1.-24. Juli 1942 118 196 27 186 67

Zur Schlacht von El Alamein konnte General Montgomery, der neue Befehlshaber der 8. Armee, drei Korps mit zusammen 195.000 Mann einsetzen:


Britische Kriegsgliederung zur Schlacht von El Alamein am 23. Oktober 1942
Armee Korps Divisionen und Brigaden
8. Armee (Montgomery XXX. Korps (Leese) 51. Highland-Division
4. indische Division
9. australische Division
2. neuseeländische Division
1. südafrikanische Division
23. Panzer-Brigade
9. Panzer-Brigade
XIII. Korps (Horrocks) 7. Panzer-Division
50. Division
44. Division
1. frei-französische Brigade
2. frei-französische Brigade
1. griechische Brigade
X. Korps (Lumsden) 1. Panzer-Division
10. Panzer-Division
8. Panzer-Division
Ausstattung der 8. Armee zur Schlacht von El Alamein
Waffe Typ Anzahl
Panzer M3 Grant 170
M4 Sherman 252
Crusader (2-Pfünder) 216
Crusader (6-Pfünder) 78
Stuart 119
Valentine 194
insgesamt 1.029
Artillerie Feldgeschütze und Haubitzen 908
2-Pfünder Panzerabwehrkanonen 554
6-Pfünder Panzerabwehrkanonen 849
insgesamt 2.311
Flugzeuge einsatzbereit 530
insgesamt 750

Die Kampfstärke der britischen 8. Armee während der Schlacht von El Alamein belief sich auf etwa 195.000 Mann. Sie erlitt dabei 13.650 Mann Verluste, welche zu 58 Prozent Truppeneinheiten aus Großbritannien betraf.

Als die Achsen-Streitkräfte sich von El Alamein zurückzogen und von der britischen 8. Armee verfolgt wurden, erfolgte die alliierte Landung in Französisch-Nordwestafrika durch das Unternehmen Torch.
Die östliche Invasionsgruppe beinhaltete die 11. und 36. britischen Brigade-Gruppen mit 9.000 Soldaten und die gemischten anglo-amerikanischen 1. und 6. Commandos (Kommando-Einheiten) 2.000 Mann.
Diese britischen Truppen bildeten den Grundstock, was zur britischen 1. Armee in Tunesien wurde. Am 20. Dezember 1942 bestand diese aus insgesamt 189.000 Mann und beinhaltete die 6. Armoured (Panzer) Division und 78. britische Infanterie-Division.

Am 11. April 1943 schlossen die britische 1. Armee und 8. Armee in Süd-Tunesien zueinander auf und mehrere der Einheiten der 8. Armee wurden vorübergehend der anderen unterstellt. Ende April 1943 bestand die britische 1. Armee dann aus zwei britischen, einem amerikanischen und einem frei-französischen Korps.

Es wird geschätzt, daß die dreijährigen Schlachten um den Nahen Osten und Nordafrika von Juni 1940 bis Mai 1943 den britischen und Empire-Truppen etwa 220.000 Mann Verluste gekostet haben.

Grundsätzliche britische Divisionsverbände 1942
Organisation Infanterie-Division (motorisiert) Panzer-Division
Anzahl der Verbände im Mittelmeer-Raum und Großbritannien im Juli 1942 ca. 34 (+ 8 Küstenverteidigungs-Divisionen + 19 Brigaden) ca. 9 (+ ca. 3 Armee-Panzerbrigaden)
Infanterie-Brigaden 3 mit jeweils 2.340 Mann und 99 Offizieren 1 motorisierte Infanterie-Brigade mit drei Bataillonen und ein Bataillon mechanisierte Inf. ( 3.120 Mann und 132 Offiziere)
Gesamtstärke 17.298 13.325
schwere Maschinengewehre 48 (Vickers) -
leichte Maschinengewehre 819 (Bren) 475-860 (Bren)
Granatwerfer 56 (3-inch), 162 (2-inch) 18 (3-inch), 60 (2-inch)
Artillerie 72 (25-Pfünder) 48 (25-Pfünder)
Panzerabwehrkanonen 48 (2- oder 6-Pfünder) 48 (2- oder 6-Pfünder), 202 bei Einheiten in Großbritannien
Flugabwehrkanonen 48 (40mm Bofors) 52-54 (40mm Bofors-Flak, 26 Flak-Panzer bei Einheten in Großbritannien)
Panzerspähwagen 6 58-64 (Humber, Marmon-Herrington, Daimler)
Schützenpanzer 256 (Bren Gun Carriers Schützenpanzer) 88-151 (letztere in Großbritannien)
Panzer - 154 (Grant) – 193 (Stuart), 201 bei Einheiten in Großbritannien
Lastkraftwagen 2.158 1.460-1.468

Britische und Empire-Divisionen in Großbritannien

britische Armee-Panzer-Brigade

Eine britische Armee-Panzer-Brigade, ausgerüstet mit Infanteriepanzern vom Typ Valentine, steht aufgereiht zum Manöver in Großbritannien bereit.

Im Herbst 1941 waren 27 britische, kanadische und polnische motorisierten Infanterie-Divisionen (28 im April 1943) für das britische Feldheer in Großbritannien verwendungsbereit. Diese hatten eine Stärke von jeweils etwa 15.500 Mann. Für die Verteidigung der Strände gab es zudem noch acht Heimat-Divisionen mit einer Stärke von 10.000 Mann und Offizieren, aber nur mit wenig Artillerie und Fahrzeugen ausgestattet. Zusätzlich zu den Divisionsverbänden gab es noch sieben Infanterie-Brigaden, vier motorisierte Brigaden-Gruppen (mit eigener Artillerie), 12 selbständige Bataillone und acht Flugplatz-Verteidigungs-Bataillone. Die Notwendigkeit, auch die Flanken der Konvoi-Routen über den Atlantik zu sichern, erforderte zudem auch noch Besatzungen auf den Färöer-Inseln, Island (24.000 britische Soldaten im Oktober 1941), den Azoren, St.Helena, den Falkland-Inseln und auf den westindischen Inseln.

Nach dem Fall Frankreichs im Juni 1940 befanden sich die britischen Panzerstreitkräfte auf dem Tiefpunkt. Die noch existierenden Einheiten der 1. Armoured (Panzer) Division kehrten mit nur ein paar Panzern und Fahrzeugen aus Frankreich zurück.
In Großbritannien befand sich nur eine neue Armoured Division und vier Armee-Tank-Brigaden in der Aufstellung, und diese waren ebenfalls knapp an Waffen und Fahrzeugen.
Trotz dieser Schwäche wurde beschlossen, auf der Grundlage der zwei bestehenden Einheiten-Typen, diese wiederherzustellen. Die Armoured Division sollte für offensive Aktionen auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden, während die Armee-Tank-Brigaden für das örtliche Gefecht und bei der Zusammenarbeit mit der Infanterie verwendet werden sollten.
Bis zum Ende des Jahres 1940 gab es auf dem Papier fünf Armoured Divisionen in Großbritannien (1., 6., 8., 9. und 11.) und drei Armee-Tank-Brigaden (21., 25., 31.), welche einen unterschiedlichen Fortschritt in der Vervollständigung und Ausbildung erreicht hatten.

Die geplante Erweiterung der Panzertruppe im Jahr 1941 erfolgte durch den Umbau von existierenden Infanterie-Verbänden, welches mit der Garde-Panzer-Division begann und durch den Umbau der 42. Infanterie-Division fortgesetzt wurde.

Eine wesentliche Veränderung in der Organisation der fünf Panzerdivision (vier im April 1943) gab es auch hier im Mai 1942, als eine der Panzerbrigaden in jeder Division durch ein Infanterie-Brigade ersetzt wurde. Jede der Panzerdivisionen in Großbritannien hatte nun eine Stärke von 201 Kreuzer-Panzern (Crusader) und 26 Flak-Panzer.

Die drei bestehenden Armee-Panzer-Brigaden waren von nun an in der Regel auf je eine Infanterie-Divisionen als Ersatz für ein Infanterie-Brigade verteilt. Die Stärke einer dieser Panzer-Brigaden belief sich auf etwa 1.950 Offiziere und Mannschaften mit 178 Panzern, von denen zu mindestens 135 Infanterie-Panzer (Valentine, Matilda, Churchill) waren. Die britische 1., 3., 4., 43. und 53. Infanterie-Division erhielten während des Jahres 1942 jeweils eine Armee-Panzer-Brigade.

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