Bristol Blenheim

Englischer leichter Bomber Bristol Blenheim

Bristol Blenheim I

Bristol Blenheim I der 62. RAF-Staffel.

british-flagBristol Blenheim I-VD, IF und IVF
Typ: Leichter Bomber, schwerer Jäger, Nachtjäger

Geschichte:

Der Zeitungsverleger Lord Rothermere beauftragte die Bristol-Werke, ihm ein 390 km/h schnelles Geschäfts­flugzeug für einen Piloten und sechs Passagiere zu bau­en. Das war erheblich schneller als jeder RAF-Jäger im Jahre 1934. Es entstand der Typ 142, der erste britische Eindecker mit mittragender Außenhaut, mit einziehba­rem Fahrgestell, Landeklappen und amerikanischem Verstellpropeller. Die Flugleistungen erstaunten selbst den Konstrukteur Bamwell.

Bei einem Test für das Luft­fahrtministerium erreichte die Maschine etwa 494 km/h. Die logische Folge war der Blenheim Bomber als Mittel­decker mit neu konstruiertem Rumpf und Bombenschacht. Pilot und Navigator/Bombenschütze saßen im verglasten Bug. Hinter den Tragflächen wurde auf dem Rumpf ein teilweise einziehbarer Waffenturm unterge­bracht.

Die hohen Auftragszahlen für die Blenheim waren für ein Werk, dem die Aufträge fehlten, recht erfreu­lich. Es wurden 1.134 Bristol Blenheim gebaut, mit denen Anfang des Krie­ges viele Angriffe geflogen wurden.
Sie wurden dann als IF zu Jägern umgebaut und manche hatten als Nachtjäger das AI Mk III-Ra­dar, das erste in einem schweren Jäger verwendete Radargerät der Welt.

Der neue Schnellbomber wurde in die Türkei, nach Finnland, Jugoslawien, Litauen, Rumänien und Griechenland ex­portiert.
Um den Bombenschützen vor dem Piloten pla­zieren zu können, wurde der Bug um knapp einen Meter verlängert. Diese Versionen hießen Bolingbroke, ein Name, der auch für alle in Kanada gebauten Blenheim übemommen wurde (Bolingbroke Mk III war ein Wasser­flugzeug).
Für die schnelle Mk IV wurde ein asymmetri­scher Bug entwickelt. Sie wurde mit Jägerbewaffnung zur IVF, mit rückwärts feuerndem Bug-MG zur IVL und hatte schließlich einen Bugstand mit Doppel-MG. Bel Bri­stol, Avro und Rootes produziert, wurde die Mk IV zum Hauptmodell der RAF. Es wurden 3.297 geliefert, die Ta­gesangriffe auf vielen Kriegschauplätzen flogen.

Die schwer bewaffnete zweisitzige Bisley ging nicht in Serie, dafür jedoch die dreisitzige Blenheim V. Die 902 schwe­ren und untermotorisierten VD wurden in Nordafrika und Fernost eingesetzt.

Benutzer: Kanada, Finnland, Frankreich. Griechenland, Jugoslawien, Litauen, Portugal, Rumänien, Türkei, Großbritannien (RAF).


Animation 3D-Modell Bristol Blenheim I


Spezifikationen Bristol Blenheim

Spezifikationen
Spezifikation Blenheim I Bolingbroke Blenheim IVL Blenheim V
Typ Leichter Bomber
Antrieb 2 x 840 PS Bristol Mercury VII 2 x 840 PS Bristol Mercury VII (IV: 2 x 750-920 PS Twin Wasp Junior, Cyclone oder Mercury XX) 2 x 920 PS Mercury XV 2 x 950 PS Mercury XXX
Besatzung 3 3 3 3
Spannweite 17,17 m 17,17 m 17,17 m 17,31 m
Länge über alles 12,11 m 14,10 m (III) 13,0 m 13,38 m
Höhe über alles 3,91 m 5,49 m (III) 3,91 m 3,91 m
Leergewicht 3.946 kg 3.946 kg 4.441 kg 4.990 kg
Startgewicht 5.557 kg 6.078 kg 6.531 kg 7.711 kg
Höchstgeschwindigkeit 459 km/h 394-419 km/h 428 km/h (frühe IV: 475 km/h) 394-419 km/h
Steigleistung 457 m/min 457 m/min 457 m/min 457 m/min
Dienstgipfelhöhe 9.600 m 7.925 m (III) 9.600 m 9.600 m
Reichweite 1.811 km 2.898 km 3.138 km 2.576 km
Bewaffnung
Typ Spezifikation
Blenheim I 1 x 7,62-mm Browning Bugstand, 1 x 7,62-mm Vickers K Rückenturm
Blenheim IVL 1 x 7,62-mm Vickers im Bug, 2 x 7,62-mm Brownings im Bugstand, 2 x 7,62-mm Brownings im Rückenturm
Blenheim IF, IVF (Jäger, Nachtjäger) 4 x starre 7,62-mm Brownings unter dem Rumpf zusätzlich, keine Bomben
Bombenzuladung intern 454 kg, manchmal zusätzliche Unterflügelstationen für 2 x 225-kg-Bomben
Einsatzstatistik
Bristol Blenheim Angaben
Erstflug 25. Juni 1936 (Blenheim I)
Truppenlieferung November 1936
Endlieferung Juni 1943 (VD)
Stückpreis unbekannt
Stückzahl 5.213 + ca. 120 Wasserflugzeuge (1.134 I, 3.297 Bolingbroke und IV, 902 V)

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