Albatros B, C

ReichskriegsflaggeDeutsche zweisitzige Aufklärungsflugzeuge Albatros B und C-Typen aus dem Ersten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und Modell.

Alabtros B II

Albatros B II

Albatros B I, B II, B III, C I, CIII
Typ: Zweisitziges Aufklärungsflugzeug.

Albatros B

Der unbewaffnete, zweisitzigen Doppeldecker Albatros, welcher in Deutschland während des gesamten Ersten Weltkriegs verwendet wurde, war wahrscheinlich das beste Aufklärungsflugzeug, was bei Kriegsausbruch auf deutscher Seite im Einsatz stand. Der Entwurf wurde von Ernst Heinkel Anfang 1914 fertiggestellt und die erste Version wurde in kleinen Stückzahlen hergestellt, noch bevor der Krieg ausbrach.
Die vorhandenen Flugzeuge wurden mit der Bezeichnung Albatros B I in den militärischen Dienst übernommen und den Feldflieger-Abteilungen im August 1914 zugeteilt. Die Produktion war nicht besonders standardisiert und die B I erschien mit ein, zwei oder drei Ausbuchtungen und entweder mit einem 100 PS Mercedes D.I oder 120 PS D.II Motor, wobei der Kühler über dem Zylinderblock montiert war.

Wie es zu jener Zeit üblich war, saß der Pilot im hinteren Cockpit, während der Beobachter den Vordersitz besetzte. Es gab keine fest eingebauten Verteidigungswaffen, aber während der ersten paar Monate des Krieges begannen die Beobachter damit, sich mit Gewehren oder Karabinern zu bewaffnen.
Zwei Serien Albatros B I (Serie 23 und 24) wurden in Österreich-Ungarn von der Firma Phönix gebaut.

Eine zweite Version des Albatros-Zweisitzers wurde im Jahr 1914 ebenfalls erstmals geflogen und erzielte im Sommer 1914 einen Höhenrekord mit 4.500 Metern. Es war ein Doppeldecker mit zwei Ausbuchtungen und mit einer kürzeren Spannweite als die B I und wurde als B II bekannt, welche anfangs durch den 100-PS Mercedes-D.I-Motor angetrieben wurde.
Die Albatros B II war eines der am meisten eingesetzten Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeuge während des ersten Jahres des Krieges und wurde in einem umfangreichen Produktionsprogramm hergestellt.
Zur Verbesserung der Sicht nach unten, sowohl für Pilot also auch Beobachter, wurden kleine Ausschnitte in die unteren Flügelwurzeln gemacht.

Ein kleine Lieferung von der B I und B II (Serie 21) wurde an Österreich-Ungarn abgegeben und es wird vermutet, dass einige oder alle dieser Flugzeuge mit einer rudimentäres Halterung für ein Maschinengewehr im vorderen Cockpit ausgerüstet worden sein sollen. Spätere Produktionsserien der B II und der B IIa-Modelle hatten eine verstärkte und aerodynamisch verbesserte Flugzeugzelle, Doppelsteuerung und einen 120-PS-Motor – entweder den Mercedes D.II oder der Argus As.II.

Der endgültige Albatros Typ B war der B III, welcher in kleinen Stückzahlen im Jahr 1915 für die Aufklärungseinsätze sowohl mit der deutschen Armee und der Marine gebaut wurde. Diese erhielten mehr oder weniger den gleichen Rumpf wie die B II, hatte aber eine kürzere Flügel-Spannweite und ein neues Seitenleitwerk mit hohem Aspektverhältnis sowie ein geschwungenes Höhenleitwerk ähnlich dem, welches bei der C III (siehe Abschnitt weiter unten) verwendet wurde.

Mit der Einführung der C-Serie als bewaffnete Zwei-Sitzer im Sommer 1915 wurden die B-Typen für den Aufklärungseinsatz überflüssig. Allerdings machten die hervorragenden Flugeigenschaften der Albatros-B-Maschinen diese ideal für den Einsatz beim Pilotentraining, und so wurden sie ausgiebig in dieser Funktion für den gesamten Rest des Krieges verwendet.

Die Produktion des Albatros B-Serie wurde von den Firmen B.F.W., L.F.G., Linke-Hofmann, Merkur, Kondor und Refla in Deutschland durchgeführt, zusätzlich zu denen durch die ‘Ostdeutsche Albatros-Werke’ hergestellten. Einige Albatros B-Typen waren auch im Militärdienst in Schweden von 1918 bis 1919 im Einsatz.

Benutzer: Deutschland, Österreich-Ungarn, Schweden.


Albatros C I

In den ersten Monaten des Ersten Weltkrieges führten die gegnerischen Luftstreitkräfte in Frankreich die Aufklärung und Beobachtung der feindlichen Truppenbewegungen und Artilleriemassierungen mit Flugzeugen durch, die keine eigentliche Bewaffnung zum Angriff oder zur Verteidigung mit sich führten.
Am besten erfolgte noch die Verteidigung durch vom Beobachter mitgeführte Revolvern oder Gewehre. Da der Beobachter aber für gewöhnlich das vordere Cockpit in einem Flugzeug mit Zugpropellern belegte, war sein Sicht- und Feuerbereich durch die darum liegenden Motorzylinder, Flügelverstrebungen und Verspannungsdrähten zu sehr eingeschränkt, um von diesen Waffen wirksamen Gebrauch zu machen.

Deshalb führten die Deutschen im Frühjahr 1915 eine neue Kategorie von Militärflugzeugen ein, die bewaffneten Zweisitzer der C-Klasse, welche nicht nur einen leistungsstärkeren Motor hatten, sondern bei dem der Beobachter in das hintere Cockpit versetzt wurde, wo er ein viel besseres Schussfeld zu den Seiten und nach hinten hatte. Dort wurde er mit einem schwenkbaren Maschinengewehr bewaffnet.

Albatros C I

Albatros C I

Eines der ersten dieser Flugzeuge, welche zum Einsatz gelangten, war der Albatros C I. Dieses Flugzeug war im wesentlichen eine geringfügig verkleinerte Version der unbewaffneten B II, welches als Prototyp von einem 150-PS-Mercedes-Dz-III-Motor angetrieben wurde.
Abgesehen von der besseren Verteidigung durch das auf einem Ring um das Cockpit montierte Parabellum-Maschinengewhr bot die C I ein besseres Sichtfeld für die beiden Besatzungsmitglieder durch eine ausgeprägte duale Kurvenaussparung in der oberen Hinterkante und rechteckige Ausschnitte an den unteren Flügelwurzeln.
Die Serienproduktion waren zweibuchtige Doppeldecker mit 160-PS-Motoren, entweder dem Mercedes D III oder Argus As III. Die Flugzeuge waren robust gebaut und hatten nahezu die gleiche Stabilität und Flugqualitäten der früheren B II.

Ab dem Frühjahr 1915 wurden die Albatros C I in beträchtlichen Mengen, sowohl an der Westfront wie auch an der Ostfront, eingesetzt, hauptsächlich zur Fotoauklärung oder visuelle Aufklärung und zur Artillerie-Beobachtung.

Das Flugzeug konnte auch für leichte Bombeneinsätze verwendet werden, mit einer Zuladung von etwa 70 kg Bomben, welche vertikal in einem Raum zwischen den beiden Cockpits verstaut wurden.
Die Leistung der Albatros C I war für ihre Zeit hinreichend gut genug, um sie auch neben den passiven Einsätzen auch agressiv einzusetzen. Unter den Piloten, welche mit der Albatros C I erste Luftkampferfahrungen sammelten, waren auch Oswald Boelcke und Manfred von Richthofen.

Die von Albatros gebauten C I konnten durch die auffälligen Seitenkühlerklappen, welche das vordere Cockpit flankierten, unterschieden werden. Die C Ia wurde von B.F.W und F.F.G (Roland) gebaut, wo dieser durch einen einzigen vorderkantigen und kastenartigen Kühler ersetzt wurden.
Es wurden aber nur vergleichsweise wenige C Ia gebaut, da zu dieser Zeit die verbesserte C III zur Verfügung stand. Allerdings erschien 1917 noch eine Dual-Steuerungsversion C Ib, welche von Merkur für Trainingszwecke gebaut wurde. Es ist jedoch nicht sicher, ob es sich dabei um Neubauten oder aus der C I umgebaute Flugzeuge handelte, aber nach ihrem Ersatz an der Front durch modernere Versionen der Albatros und anderen C-Typen, dienten die Flugzeuge der Serie C I weiterhin nützlich in der Ausbildungsrolle.

Eine C I wurde mit einer experimentellen, dreibuchtigen und vergrößerten Flugzeugzelle und einem langen, gemeinsamem Cockpit gebaut. Beim Bau der experimentellen C II Anfang 1916 wurde die standardmäßige C I-Flügeleinheit und ein Untergestell verwendet. Diese hatte ein Schubprobeller mit einem 150-PS-Benz-Bz-III, ging aber nicht in die Serienproduktion.


Albatros C III

Nachdem die Albatros C I Doppeldecker schon gut und weit verbreitet in den Flieger-Abteilungen Dienst taten, war die nachfolgende C III noch erfolgreicher.
Wie die Albatros C I, welche aus dem unbewaffneten B II Doppeldecker entstanden war, so war nun die C III eine ähnliche verbessertes Flugzeug aus dem Albatros B III. Dabei wurde die gekrümmte Höhenflosse und das niedrige Seitenverhältnis der Schwanzflosse beibehalten. Diese überarbeiteten Schwanzflächen verbesserten noch weiter die schon hervorragenden Flugqualitäten des Flugzeuges und machten es horizontal noch stabiler und versetzen es in die Lage, besser mit den alliierten Jägern im Luftkampf zu manövrieren.

Wie bei der C I, so wurde auch der Prototyp der C III von einem 150-PS-Bz-III-Motor angetrieben und dieser wurde auch in einigen Serienflugzeugen verwendet. Der standardmäßige Motor wurde aber der bewährte und durchaus zuverlässige Mercedes-D-III mit 160 PS.

Der Albatros C III war der am weitesten verbreitete Albatros-C-Typ, wobei das Produktionsprogramm auf die Firmen Albatros, O.A.W., D.F.W., Hansa, Linke-Hofmann, L.V.G. und Siemens-Schuckert aufgeteilt war.
Das Parabellum-Maschinengewehr auf einem Schneider-Laufring im Beobachter-Cockpit gehörte zur Standardeinrichtung. Dazu wurden die meisten der C III auch mit einem synchronisiert, vorwärts feuernden Spandau-Maschinengewehr auf der Steuerbordseite des Motorblocks versehen.

Die Albatros C III wurde 1915 in Dienst gestellt, und sie fuhr fort, an der Westfront, in Mazedonien und in Rußland während des Jahres 1916 und Anfang 1917 eingesetzt zu werden. Die Aufgaben umfaßten visuelle und photographische Aufklärung. Dazu konnten aber leichte Bombenladungen bis zu 90 kg mitgeführt werden, die intern zwischen den beiden Cockpits verstaut wurden.
Ohne die Bombenzuladung konnten in der C III auch Funkgeräte für den Einsatz als Artillerie-Verbindungsflugzeug verwendet werden.
Neben den angenehmen Qualitäten der Handhabung war die C III ein kompaktes, robust gebautes Flugzeug, dessen langer Rumpf es auch erheblichen Schäden in Kampf überstehen ließ.

Nach dem Ersatz an der Front durch modernere Typen ab Anfang 1917 wurde es bis Kriegsende als nützliches Trainingsflugzeug weiter verwendet.

Eine einzelne C IV wurden im Jahr 1916 gebaut, welches die grundsätzliche Flugzeugzelle der C III hatten, jedoch mit einer neuen einbuchtigen Flügelzelle. Dazu kam noch eine W 2, ein Wasserflugzeug mit zwei Schwimmern wie eine C III, welches der deutschen Marine im Juni 1916 übergeben wurde. Von beiden Modellen wurde keine Serienproduktion aufgenommen.

Ein paar Albatros C V wurden gebaut, welche eine robustere, aber gleichzeitig leichtere Flugzeugzelle als die C III hatten, zusammen mit einem 180-PS-As-III-Motor, was eine geringfügig bessere Leistung brachte.

Die nachfolgenden Albatros C V, VII, X und XII waren von Ernst Heinkel vollständig neu entworfene Flugzeuge gegenüber den hier beschriebenen B- und C-Versionen.


Spezifikationen Albatros B- und C-Typen

Spezifikationen
Spezifikationen B II C I C III
Typ Zweisitziges Aufklärungsflugzeug = =
Besatzung 2 2 2
Antrieb 1 x 100 PS wassergekühlter Mercedes D.I 1 x 160 PS wassergekühlter Mercedes D.III =
Spannweite 12,80 m 12,90 m 11,70 m
Länge 7,63 m 7,85 m 8,00 m
Höhe 3,15 m 2,96 m 3,07 m
Flügelfläche 40,12 m² 40,40 m² 36,90 m²
Leergewicht ? ? ?
Startgewicht 1.071 kg 1.190 kg 1.353 kg
Höchstgeschwindigkeit 105 km/h in Seehöhe 132-140 km/h in Seehöhe 150 km/h
Steigleistung ? ? ?
Dienstgipfelhöhe 3.000 m 3.000 m 3.350-3.400 m
Reichweite 4 Stunden 2 1/2 Stunden 4 Stunden
Bewaffnung keine 1 x 7,92mm-Parabellum-MG auf Drehkranz beim Beobachter wie C I plus meistens 1 x 7,92mm-Spandau-MG synchronisiert neben dem Motor
Zuladung - 70 kg Bomben 90 kg Bomben
Erstflug Anfang 1914 (B I) Winter 1914/15 1915
Truppenlieferung vor August 1914 Frühjahr 1915 1915
Endlieferung 1915 1915/16 vor 1917
Produktion unbekannt unbekannt unbekannt
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