Achsen-Verbündete Kräfteverteilung 1942

Italienische Infanterie mit dem alten Tropenhelm

Italienische Infanterie mit dem alten Tropenhelm rückt während der Kämpfe im Jahr 1942 in der nordafrikanischen Wüste vor.

Kräfteverteilung der Achsen-Verbündeten (Italien, Finnland, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Slowakei) nach Kriegsschauplätzen im Sommer 1942.

Italienische, finnische, rumänische, ungarische, bulgarische und slowakische Kräfteverteilung nach Kriegsschauplätzen im Sommer (Juni/Juli) 1942 nach Sollstärken.
ITALIEN

Italienische Streitkräfte: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie, Gebirgs- (Alpini), Fallschirm-jäger und Schwarz-hemden mobile, motorisierte und teil-mot. Nordafrika-Infanterie-Divisionen Panzer
Commando Supremo Afrika 1 6 2
8. Armee (Expeditions-Streitkräfte Ostfront) 6 -
in Zuführung zur 8. Armee, Ostfront 3 1
Norditalien ca. 19 1
Mittel- und Süditalien, Sizilien ca. 23 -
Sardinien, Korsika ca. 9 -
Balkan, Kroatien, Griechenland ca. 29 1 1
INSGESAMT 90 9 3
Italienische Infanterie
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
Commando Supremo Afrika 28.729 124+ ? 1.668 96 ?
8. Armee (Expeditions-Streitkräfte Ostfront) 49.506 ? ? 1.656 1.044 ?
in Zuführung zur 8. Armee, Ostfront 29.414 ? ? 960 582 ?
Norditalien 162.693 ? ? 5.316 3.250 ?
Mittel- und Süditalien, Sizilien 189.773 ? ? 6.348 4.002 ?
Sardinien, Korsika 74.259 ? ? 2.484 1.566 ?
Balkan, Kroatien, Griechenland 247.030 ? ? 8.208 4.999 ?
INSGESAMT 781.404 124+ ? 26.640 15.539 ?
Italienische Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
Commando Supremo Afrika 310 182 ? 4.200 (?) 280 646 144
8. Armee (Expeditions-Streitkräfte Ostfront) - - ? 516 216 144 48
in Zuführung zur 8. Armee (Ostfront) 46 - ? 476 144 88 32
Norditalien 46 - ? 1.766 708 448 152
Mittel- und Süditalien, Sizilien - - ? 1.978 828 552 184
Sardinien, Korsika - - ? 774 324 216 72
Balkan, Kroatien, Griechenland 190 41 ? 2.844 1.118 691 258
INSGESAMT 592 223 ? 12.554 3.618 2.785 890

FINNLAND

Finnische Streitkräfte: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie motorisierte Infanterie, Kavallerie Panzer
Südostarmee 7 -
Karelische Armee 5 1
Lappland 2 -
Reserven 2 -
INSGESAMT 16 1
Finnische Infanterie
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
Südostarmee ca. 70.000 ? 1.750 812 126 ?
Karelische Armee ca. 60.000 ? 1.500 736 114 ?
Lappland ca. 20.000 ? 500 232 36 ?
Reserven ca. 20.000 ? 500 232 36 ?
INSGESAMT 170.000 ? 4.250 2.012 312 ?
Finnische Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
Südostarmee - ? - 252 70
Karelische Armee ca. 150 - ? ca. 400 204 ca. 60
Lappland - - ? - 72 20
Reserven - - ? - 72 20
INSGESAMT 150 - ? 400 600 170

RUMÄNIEN

Rumänische Streitkräfte: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie, Gebirgs-Divisionen motorisierte Infanterie, Kavallerie Panzer
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) 9 3
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront) 9 4 1
in Rumänien 15 -
INSGESAMT 33 7 1
Rumänische Infanterie
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 84.000 ? - ca. 1.050 ca. 210 ?
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 92.000 ? - ca. 1.150 ca. 230 ?
in Rumänien ca. 120.000 ? - ca. 1.500 ca. 300 ?
INSGESAMT 296.000 ? - 3.700 740 ?
Rumänische Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) - - insg. ca. 400 Skoda ca. 100 350 261
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 150 - - - 386 318
in Rumänien - - - - 360 450
INSGESAMT 150 - 400 100 1.096 1.029

UNGARN

Ungarische Streitkräfte: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie, Gebirgs-Divisionen motorisierte Infanterie, Kavallerie Panzer
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) 7 - 1
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront) 2 -
bei dt. H.Gr. Mitte (Ostfront) 1 -
in Ungarn 9 -
INSGESAMT 19 - 1
Ungarische Infanterie
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 75.000 ? ? ca. 1.150 ca. 220 266
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 20.000 ? ? ca. 300 ca. 230 76
bei dt. H.Gr. Mitte (Ostfront) ca. 10.000 ? ? ca. 150 ca. 30 38
in Ungarn ca. 90.000 ? ? ca. 1.350 ca. 270 342
INSGESAMT 195.000 ? - 2.950 750 722
Ungarische Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) 107 24 - ca. 200 168 ca. 300
in Zuführung zur dt. H.Gr. Süd (Ostfront) - - - - 48 80
bei dt. H.Gr. Mitte (Ostfront) - - - - 24 40
in Ungarn - - - - 216 360
INSGESAMT 107 24 - 200 456 780

BULGARIEN

Bulgarische Streitkräfte: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie, Gebirgs-Divisionen motorisierte Infanterie, Kavallerie Panzer
5. Armee in Südost-Serbien 3 -
5. Armee in Makedonien 3 1
I. Besatzungs-Korps 7 -
in Bulgarien 8 1 1
INSGESAMT 21 2 1
Bulgarische Infanterie
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
5. Armee in Südost-Serbien ca. 12.000 ? ? ca. 300 ca. 30 ?
5. Armee in Makedonien ca. 16.000 ? ? ca. 350 ca. 35 ?
I. Besatzungs-Korps ca. 28.000 ? ? ca. 700 ca. 70 ?
in Bulgarien ca. 36.000 ? ? ca. 900 ca. 90 ?
INSGESAMT 92.000 ? - 2.250 225 ?
Bulgarische Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
5. Armee in Südost-Serbien . - - - ca. 72 ca. 30
5. Armee in Makedonien - - - - ca. 84 ca. 35
I. Besatzungs-Korps - - - - ca. 168 ca. 70
in Bulgarien 121 - - ca. 100 ca. 216 ca. 90
INSGESAMT 121 - - 100 540 225

SLOWAKEI

Slowakische Streitkräfte: Divisionen
Kriegsschauplatz Infanterie, Gebirgs-Divisionen motorisierte Infanterie Panzer
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) - 1
in der Slowakei 2 -
INSGESAMT 2 1
Slowakische Infanterie
Kriegsschauplatz Infanteristen (Gewehr-Träger) automat. Gewehre MPIs MGs Granat- werfer leichte Panzer- abwehrwaffen
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 7.000 ? ? ca. 200 ca. 50 ?
in der Slowakei ca. 20.000 ? ? ca. 400 ca. 100 ?
INSGESAMT 27.000 ? ? 600 150 ?
Slowakische Fahrzeuge und Artillerie
Kriegsschauplatz Kampfpanzer Sturmgeschütze, Selbstfahrlafetten Schützen- panzer LKWs Feld- geschütze PAK Flak
bei dt. H.Gr. Süd (Ostfront) ca. 20 - - 695 27 ca. 30
in der Slowakei - - - - 54 ca. 60
INSGESAMT 20 - - 695 81 90

Kräfteverteilung der Luftstreitkräfte

Die Stärkenachweise der Flugzeuge für die Regia Aeronautica stammt vom Oktover/November 1942.

Stärke der Regia Aeronautica
Kriegsschauplatz Jagdflugzeuge Jabos leichte Bomber mittlere Bomber
italienisches Festland 264 - 20 209
Sizilien 184 - - 84
Sardinien 33 - - 72
Libyen ca. 210 ca. 150 ca. 25 ca. 60
Ägäis 46 - - 41
Griechenland 81 - -
Albanien 15 - - 17
Slowenien, Dalmatien - - - 17
Russland 40 - -
INSGESAMT 873 150 45 500
alle anderen Luftwaffen der Achsen-Verbündeten
Kriegsschauplatz Jagdflugzeuge Jabos leichte Bomber mittlere Bomber
Finnland ca. 200 - ca. 50 ca. 50
Rumänien, Ostfront ca. 80 - ca. 25 ca. 70
in Rumänien ca. 80 - - ca. 100
Ungarn, Ostfront ca. 50 - - ca. 50
in Ungarn ca. 40 - - ca. 60
Bulgarien ca. 150 - ca. 30 ca. 30
Slowakei, Ostfront ca. 20 - ca. 10
INSGESAMT 620 - 115 360

Kräfteverteilung der Seestreitkräfte

Stärke der Achsen-Verbündeten
Kriegs- schauplatz Schlacht- schiffe schwere Kreuzer leichte Kreuzer Zerstörer Torpedoboote S-Boote U-Boote Handels- schiffe
Regia Navale (Italien, Mittelmeer) 6 (+1 Reparatur langfristig) 4 ca. 12 ca. 45 ca. 60 ? ca. 90 ca. 483 (ca. 1,481 Mill t)
Finnland (Ostsee) - - 1 (Küsten-panzer-schiff) - - ca. 7 5 432 (alle Größen)
Rumänien (Schwarzes Meer) - - - 7 - ca. 6 3 35
Bulgarien (Schwarzes Meer) - - - - 4 ca. 10 - 14
INSGESAMT 7 (1 in Reparatur) 4 ca. 13 ca. 52 ca. 64 23+ ca. 98 ca. 2 Mill t

Deutschlands Verbündete im Osten

Rumänische Soldaten Parade

Rumänische Soldaten paradieren auf dem Kasernenhof.

Die 1930er Jahre waren eine Zeit der zunehmenden Anspannung für die kleineren Staaten Europas. Erst hatte das Ende des Ersten Weltkriegs den Genuss der Unabhängigkeit gebracht, welche die meistens seit Jahrhunderten nicht mehr gekannt hatten. Dies alles wurde aber nun bedroht durch die zunehmenden Machtansprüche von Nazi-Deutschland und Stalins Sowjetunion.

Das Deutscher Reich hatte territoriale Ansprüche gegenüber seinen östlichen Nachbarn und war an deren ökonomischen Ressourcen interessiert, besonders am Öl Rumäniens. Die Sowjets wollten sich wieder Finnland, die baltischen Staaten, Ostpolen und das rumänische Bessarabien einverleiben, welche bis 1914 Provinzen des russischen Zaren waren.

Anstatt sich zur Selbstverteidigung zusammen zu schließen, waren die osteuropäischen Staaten jedoch völlig gespalten. Insbesondere die Ungarn wollten ihr Territorium, was sie 1919 an die Nachbarn verloren hatten, wieder zurückerhalten. Die ‘Kleine Entente’ aus der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien war eine Verteidigungsallianz gegen diese ungarischen Bestrebungen. Aber selbst diese relativ stabile Staatengruppe war fatal in ihren Interessen gespalten, denn die Rumänen fürchteten die Russen mehr als die Deutschen und als Hitler 1939 die Tschechoslowakei bedrohte, lehnten sie es ab, daß sowjetische Truppen durch ihr Land ziehen können, um den Tschechen zu helfen.

Die Krise von München zeigte dann auch, wie wenige zuverlässig die westlichen Demokratien waren, deren militärische Macht zur Intervention in Osteuropa fraglich war. Dies führte dazu, daß für die kleineren osteuropäischen Staaten nur noch die Alternative bestand, sich Deutschland oder der Sowjetunion anzuschließen.

Die deutschen und sowjetischen Führer erkannten dies klar und einer der Hauptgründe für den Hitler-Stalin-Pakt von 1939 war es, Osteuropa in Einflusszonen aufzuteilen.
Die Russen forderten Bessarabien, Ostpolen, die baltischen Staaten und Finnland und begannen sofort, ihre Stellungen dort zu konsolidieren. Nur die Finnen waren in der Lage, sich ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Trotzdem verloren sie ein großes Gebiet an ihrer Ostgrenze nach dem Ende des Winterkrieges von 1939/40.

Ungarische Militärparade

Ungarische Militärparade mit CV Kleinkampfwagen in einer von Rumänien übernommenen Stadt in Siebenbürgen nach dem Wiener Schiedsspruch.

Die Deutschen standen dagegen vor dem großen Problem, den brüchigen Frieden in ihrer Einflusszone zu bewahren. Die Ungarn forderten ein Stück des neu gegründeten Marionettenstaates Slowakei und setzten Zwang ein, um dieses zu erhalten. Die Slowaken hatten dagegen Ansprüche gegenüber Polen und setzten diese beim deutschen Angriff im September 1939 durch, indem sie sich diesem anschlossen.
Als nächstes drohten 1940 die Ungarn gegenüber Rumänien mit Krieg, falls sie nicht Transsylvanien zurückerhalten. Der Wiener Schiedsspruch sprach schließlich die Hälfte des strittigen Gebietes den Ungarn zu, die dann auch noch ihre Ansprüche auf das Banat durch die Teilnahme beim Angriff auf Jugoslawien während des Balkanfeldzugs im April 1941 durchsetzten.

Diese Territorialveränderungen mündeten schließlich in verschärftem nationalen Hass untereinander, während zur gleichen Zeit all diese besorgten Regierungen sich enger an Deutschland banden. Rumäniens einzige Hoffnung auf territoriale Integrität lag in solch einem Bündnis mit Deutschland, während die Garantie der Slowakei für ihr Bestehen nur im deutschen ‘Schutz’ lag. Die Ungarn fürchteten dagegen, ohne ihren mächtigen Freund all ihr annektiertes Land wieder zu verlieren.

Deshalb traten alle drei Staaten 1940 dem Dreimächtepakt bei, zusammen mit Bulgarien. Finnland war davon theoretisch unbetroffen, erlaubte aber die Passage von deutschen Truppen über sein Territorium und trat in militärische Bündnisgespräche ein.
Hitler zählte deshalb auf Finnen und Rumänen beim geplanten Unternehmen Barbarossa und diese Operation wurde ihnen zweifelsfrei zuvor angekündigt. Tatsächlich war aber die Slowakei der erste der Satellitenstaaten, welcher der Sowjetunion den Krieg erklärte, während die Ungarn sich erst beteiligten, als ein rätselhafter Luftangriff eine bequeme Ausrede anbot. Nur die traditionell pro-russischen Bulgaren konnten sich heraushalten.

Vom politischen Standpunkt aus, hatten alle Satellitenstaaten nur wenig gemeinsam mit Nazi-Deutschland. Finnland war eine parlamentarische Demokratie, Ungarn eine Monarchie mit einem unbesetzten Thron und demokratisch, wenn auch mit einer rechten Regierung. Rumänien war eine Monarchie mit einem Militärdiktator, welcher gerade zuvor die faschistische Partie des Landes zerschlagen hatte.
Tatsächlich waren die Faschisten in Rumänien und Ungarn relativ bedeutungslos und erhielten auch bis in die letzte Kriegsphase keine Hilfe aus Deutschland, bis sie dazu ausersehen wurden, Marionettenregierungen zu bilden, nachdem die legalen Regierungen von deutschen Truppen aus dem Amt entfernt worden waren.
Nur die Slowakei hatte ein vollständig totalitäres Regime und selbst dieses hatte eher klerikale Wurzeln und war sehr unterschiedlich vom Nationalsozialismus.

Die einzige Sache, welche bei allen diesen sehr unterschiedlichen Regierungen gemeinsam vorhanden war, war eine alles andere außer Kraft setzende Angst vor den Russen und dem Kommunismus.

Teilnahme der Verbündeten am Krieg im Osten

Die Teilnahme dieser Satellitenstaaten am Krieg im Osten kann grob in vier Phasen untergliedert werden.
Während der ersten Abschnitte des Unternehmens Barbarossa drangen starke finnische und rumänische Streitkräfte zusammen mit den Deutschen in die Sowjetunion ein. Dazu kamen kleinere, eher repräsentative Kontingente aus Ungarn, Italien und der Slowakei.
Nachdem die Finnen ihre Grenzen von 1939 erreicht hatten, gruben sie sich ein und weigerten sich weiter vorzurücken. Die anderen nationalen Kontingente waren bis zum Beginn des Winters 1941/42 erschöpft und die Ungarn und der Großteil der Rumänen wurde abgezogen, um sich neu zu gruppieren.

Als den Deutschen Anfang 1942 klar geworden war, daß sie mehr Männer für ihre Offensive im Sommer 1942 benötigen würden, schickten sie Feldmarschall Keitel aus, um die Ungarn und Rumänen zu überreden, mehr Truppen bereitzustellen. Keitel mußte jedoch einwilligen, daß diese Truppen im Rahmen unabhängiger, nationaler Armee eingesetzt werden.

Truppen der ungarischen 2. Armee auf dem Marsch

Truppen der ungarischen 2. Armee auf dem Marsch in Russland im Sommer 1942.

Diese Armeen begannen an der Ostfront während des Sommers 1942 einzutreffen. Als die Deutschen sich ihren Weg in den Kaukasus und nach Stalingrad freikämpften, fanden sich ihre Verbündeten in langen Abschnitten entlang des Dons wieder.
In diesen verbündeten Armeen erkannte die Rote Armee ihre Möglichkeiten und im November 1942 durchbrachen sie die zwei rumänischen Armeen, um Stalingrad einzuschließen. Dem folgte eine Reihe von Hammerschlägen auf die italienische und ungarische Armee.

Nach diesen Katastrophen sagte Hitler ‘Ich will nie mehr einen Soldaten unserer östlichen Verbündeten an der Ostfront sehen’ und die meisten dieser Überlebenden wurden tatsächlich mit Beginn des Jahres 1943 nach Hause geschickt. Die Verbleibenden wurden zur Bekämpfung von Partisanen, Garnisonsdiensten oder Küstenschutz am Schwarzen Meer für den Rest des Jahres verwendet. Die Moral dieser Soldaten zerfiel und ihre Regierungen zuhause streckten Friedensfühler zu den westlichen Alliierten aus.

1944 war dann das Jahr des endgültigen Zerfalls des Achsenbündnis. Anfang 1944 mußten die Rumänien zurück in die Frontlinie kommen, um die Situation im Süden nun vor ihrer Haustür zu stabilisieren, während Slowaken und Ungarn sich darauf vorbereiteten, die Karpaten-Pässe gegen die vorstürmende Rote Armee zu verteidigen.

Im August 1944 stiessen die Russen dann wieder durch die rumänischen Armeen hindurch und schlossen dabei wieder eine deutsche Armee ein. Durch einen Putsch in Bukarest liefen die Rumänen zu den Russen über und die Slowaken begannen einen erfolglosen Aufstand.
Zwischenzeitlich hatten die Russen auch im Norden eine Offensive gegen die Finnen begonnen, welche um Frieden bitten mußten und zustimmten, die deutschen Einheiten aus ihrem Land zu vertreiben.

Der letzte Abschnitt des Krieges brachte dann Rumänen und Finnen dazu, aktiv auf der Seite der Sowjets gegen die Deutschen zu kämpfen, während die Slowakei zu einem besetzten Land wurde. Nur Ungarn verblieb an der deutschen Seite, aber hauptsächlich nur deshalb, weil ein deutscher Putsch eine faschistische Regierung an die Macht brachte. Dazu führte der Umstand, daß die verhassten Rumänen nun auf der anderen Seite kämpften, auch dazu, daß die Ungarn sich nun wesentlich mehr in diesem Krieg engagierten. Rumänen und Ungarn waren sich gegenseitig so sehr verhasst, daß sie nun mit erheblich mehr Enthusiasmus aufeinander schossen, als sie das noch gegen die Russen getan hatten.

Während des Jahres 1942, als ihre Teilnahme an dem Krieg am größten war, stellten die Satelliten-Armeen etwa ein Vietel der Achsen-Divisionen an der Ostfront. Abgesehen von den Finnen, waren sei fast ausschließlich bei der deutschen Heeresgruppe Süd konzentriert. Jedoch bedeutete ihre Mängel bei Ausrüstung, Training und Begeisterung, daß ihre Präsenz in der Frontlinie eine Schwachstelle darstellte.

Gegen Ende des Krieges hatten die Deutschen jegliche Begeisterung für Massen von unwilligen Wehrpflichtigen ihrer Verbündeten verloren und beschränkten sich auf eine begrenzte Anzahl fanatischer Freiwilliger, welche nach deutschen Maßstäben ausgerüstet und organisiert werden konnten.
Trotzdem gaben deutsche Verantwortliche zu, daß die Finnen überlegen in ihrem eigenen, nördlichen Kriegsschauplatz waren und daß auch Ungarn, Rumänen und Slowaken bei vielen Gelegenheiten gut gekämpft hatten.

Verhältnis Deutschlands zu den Verbündeten

ungarische und deutsche Offiziere

Ungarische Offiziere besprechen sich 1944 mit den Deutschen.

Die Beziehungen zwischen den Deutschen und ihren Verbündeten waren im allgemeinen gut. Viele der höheren Offiziere dieser osteuropäischen Armeen hatte vorausgegangen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Deutschen. Die Ungarn und Slowaken hatten in der österreich-ungarischen Armee zusammen mit deutschen Einheiten während des Ersten Weltkriegs gekämpft, vor allem gegen Russen an der Ostfront. Und viele der Finnen hatten in der deutschen Armee gekämpft, als sie in den Jäger-Freiwilligen-Bataillonen organisiert waren.
Ihr Respekt vor den deutschen militärischen Fähigkeiten half ihnen dabei, die ‘Ratschläge’ deutscher Vorgesetzter zu akzeptieren, wenn auch die an eher zeremonielle Ausdrucksweise gewöhnten Italiener und Rumänen durch die manchmal grobe Sprache deutscher Generalstäbler sich gekränkt fühlten.

Aus Sicht der Rassentheorie der Nazis war es auch nicht unwichtig, daß abgesehen von den Slowaken keiner der Verbündeten der slawischen Volksgruppe angehörte. Die Finnen und Ungarn sind rassisch eindeutig unterschiedlich und die Rumänen bezeichneten sich selbst als die Römer oder Italiener Osteuropas.
Die Finnen stellten auch aus diesem Grunde einige der ersten ausländischen Freiwilligen für die Waffen-SS, wenn auch die Deutschen offensichtlich zuerst annahmen, daß diese vor allem ‘schwedische’ und damit ‘germanische’ Finnen waren.

Die Rasse verursachte jedoch ein schwieriges anderes Problem. Verteilt über ganz Osteuropa befanden sich Kolonien von Volksdeutschen oder rassisch deutschstämmigen Menschen, von denen viele stolz auf ihre Abstammung waren und in deutschen Einheiten dienen wollten. Diejenigen davon, welche in den besetzten Gebieten lebten, waren kein Problem, da sie sich direkt bei den deutschen Dienststellen freiwillig melden konnten. Aber Personen, welche in Ungarn, Rumänien oder der Slowakei lebten, waren technisch gesehen Bürger eines verbündeten Staates und verpflichtet, in dessen Armee zu dienen. Da diese deutschstämmigen Bürger zumeist zu den gebildetsten Einwohner dieser Länder zählten, wäre ihr Verlust für die dortigen Streitkräfte ein schwerer Verlust, vor allem bei den technischen Diensten.

Jedoch führte Druck durch diese Volksdeutschen selbst und von der immer nach neuen Rekruten Ausschau haltenden Waffen-SS dazu, daß die Slowakei 1940, Rumänien 1943 und Ungarn 1944 Vereinbarungen eingehen mußten, alle Volksdeutschen mit Ausnahme dringend benötigter Spezialisten freiwillig Militärdienst bei den deutschen Streitkräften leisten zu lassen. Viele hatten dies zuvor schon auf illegale Weise getan.

Die Armeen der Verbündeten waren weit davon entfernt, Blaupausen der Wehrmacht zu sein. Diese Streitkräfte hatten ihre eigene Tradition, Organisation, Ausrüstung und Bewaffnung. Der Einfluß des ehemaligen Österreich-Ungarn war noch stark, zusammen mit französischen und zu einem geringeren Ausmaß italienischen Einflüssen. Die Slowaken behielten die Doktrinen der hoch-professinellen tschechoslowakischen Armee bei, während die Finnen spezielle Taktiken und Waffen für ihre eigene, besondere Situation entwickelt hatten.

Diese Unterschiede verursachten Probleme, da eine Division der Satellitenstaaten nicht unbedingt vergleichbar zu einer der Wehrmacht sein mußte. Dies betraf die Mannschaftsstärke und auch die Feuerkraft. Jedoch brachte der deutsche Einfluß nach und nach eine gewisse Standardisierung, insbesondere bei Panzerverbänden.

Ungarische Soldaten ziehen eine 5-cm PAK38

Ungarische Soldaten ziehen eine 5-cm Pak 38 im Sommer 1942 in eine neue Stellung. Im Hintergrund ist ein PzKpfw 38(t) zu sehen.

Der größte Schwachpunkt dieser Satelliten-Armeen war ihre Ausrüstung. Die osteuropäischen Staaten hatten nur eine geringe industrielle Leistung und als der Zweite Weltkrieg erst einmal ausgebrochen war, wurde es schwierig für sie, genügend Nachschub an schweren Waffen zu erhalten.
Als Ergebnis davon zogen sie mit veralteter Artillerie, Panzern, ungenügenden Transportmitteln und sogar im Falle der Ungarn mit unzureichenden Gewehren in den Krieg. Sie waren insbesondere knapp an Panzerabwehrwaffen, eine Schwäche, welche die Russen bald ausnutzen sollten.
Die Deutschen versuchten mit Beutewaffen aus Polen, Frankreich und Belgien zu helfen, aber dies waren praktisch auch veraltete Vorkriegsmodelle. Nur wenige moderne Waffen konnten geliefert werden.

Dazu war die deutsche Politik merkwürdig kurzsichtig, da sie volle Bezahlung für jede Waffenlieferung verlangten. Als zum Beispiel die Ungarn 1944 um die Erlaubnis zur Lizenzproduktion für den hervorragenden Panther-Panzer baten, scheiterte dies an den außerordentlich hohen Preis, den die Deutschen dafür verlangten.
Es ist zwar richtig, daß die Deutschen in den Jahren 1942 bis 1943 eine Studie zur Standardisierung der Waffen vorantrieben und sogar eine Vereinbarung mit den Ungarn erzielten, aber im Allgemeinen tat sich nicht viel in diesem wichtigen Bereich.

Die Alliierten hatten ja ein ähnliches Problem in Nordafrika, wo ihre Streitkräfte durch die schlecht ausgerüsteten französischen Einheiten der Armee d’Afrique verstärkt wurden. Den Franzosen wurden daher Stellungen in den gebirgigen Regionen der Front zugewiesen, in der Hoffnung, daß diese ihnen Schutz vor Panzern geben würden, aber die deutschen Truppen stießen trotzdem hindurch.
Danach wurden alle alliierten Kontingente erst einmal nach britischen oder amerikanischen Standard ausgerüstet und dieser Schwachpunkt war behoben.

Dies wurde allerdings durch die große amerikanische industrielle Kapazität möglich gemacht. Dagegen war man in Deutschland noch nicht einmal in der Lage, den eigenen Standard für die eigenen Truppen zu erfüllen. Was blieb da noch für die kleineren Verbündeten übrig ?
Dies führte natürlich dazu, daß die verbündeten Truppen immer die Schwachpunkte in der Verteidigungslinie waren, welche der Gegner nur zu gerne ausnutzte. Tapfer wie viele ihrer Männer waren, konnte von ihnen jedoch nicht erwartet werden, daß sie unbegrenzt den Kampf als ‘arme Verwandte’ für eine verlorene Sache fortsetzten.

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