A7V Sturmpanzerwagen

Deutsches ReichErster deutscher Panzer A7V aus dem Ersten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell.

A7V Sturmpanzerwagen

A7V Sturmpanzerwagen im Panzermuseum Munster

A7V Sturmpanzerwagen
Typ: schwerer Infanteriepanzer.

Geschichte:

Für eine Nation, welche normalerweise immer bei der Militärtechnologie mit führend ist, war das Deutsche Reich überraschen langsam bei der Einschätzung der potentiellen Möglichkeiten des Panzers. Trotz einiger früher und weit vorausschauender Entwürfe, welche von einzelnen Ingenieuren hervorgebracht wurden, so wurde doch kein offizielles Interesse – mit Ausnahme an Panzerwagen – gezeigt.
Dies änderte sich recht schnell, nachdem der britische Tank Mark I auf den Schlachtfeldern der Somme im Jahr 1916 erstmals erschien, und so wurde ein Komitee gebildet, um einen deutschen Panzer zu entwerfen und zu produzieren.
Das deutsche Oberkommando war allerdings nicht sonderlich beeindruckt von Tanks und bemängelte den hohen Ausfall durch mechanische Schäden und die Empfindlichkeit gegen alles, angefangen von Geländeschwierigkeiten bis zum Artilleriebeschuß.

Wie so viele andere Entwürfe, welche von einem eingesetzten Komitee unter Zeitdruck entstanden sind, war auch dieses Wagnis kein großer Wurf. Das Fahrzeug wurde unter dem Namen A7V Sturmpanzer bekannt, wobei das Kürzel ‘A7V’ von der Abteilung stammte, die den Panzer bestellt hatte: ‘Allgemeines Kriegsdepartment 7 Abteilung Verkehrswesen’.

Der Entwurf basierte aus Gründen der Zeitersparnis auf dem bereits verfügbaren Holt-Raupentraktor mit seinem Aufhängungssystem. Allerdings baute Joseph Vollmer eine Verbesserung an der Kettenaufhängung ein, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dieser Effekt wurde aber wieder dadurch zunichte gemacht, daß auf das ursprüngliche Fahrgestell eine große, gepanzerte Kiste installiert wurde, welche eine Besatzung von sage und schreibe 18 Mann mit sich führte. Dazu wurden so viele Waffen wie möglich in diese Kiste eingebaut und das Ungetüm war eher eine Festung als ein beweglicher Panzer auf den Schlachtfeldern.

Diese Kiste hatte große Seiten aus Panzerplatten, wobei Nase und Ende über das Fahrgestell so weit herausragten, daß die Bodenfreiheit lediglich 40 cm betrug. Dadurch hing der Panzer in unebenem oder verschlammten Gelände sofort auf dem Boden fest.
Die Länge der Ketten am Boden war ebenfalls eher zu kurz und das Ergebnis war, daß das Fahrzeug grundsätzlich instabil fuhr eine sehr schlechte Geländegängigkeit hatte.

Die Hauptbewaffung bestand aus einem 57-mm-Beutegeschütze, entweder russischen oder belgischen Ursprungs. Diese Kanone war vorne im Bug eingebaut und dazu kamen sechs Maschinengewehre, jedes mit einer zweiköpfigen Mannschaft.
Neben der starken Bewaffnung war die einzige Überlegenheit des A7V über die britischen Tanks die Stärke seiner Panzerung, welche zwischen 15 mm und 30 mm dick war.
Zum Zeitpunkt der Einführung des A7V hatten die Deutschen panzerbrechende Munition entwickelt und die Panzerung des Fahrzeuges konnte nicht mit dieser durchschlagen werden. Auch beim einzigen bekannten Panzergefecht zwischen einem A7V und einem Tank Mark IV (männlich) konnte der britische Panzer mit drei Treffern aus seiner 6-Pfünder-Kanone keinen Durchschlag erzielen.

Der erste A7V war im Oktober 1917 fertig und im Dezember des gleichen Jahres wurden 100 bestellt. In die Herstellung des A7V waren mehrere Firmen eingebunden, welche alle nur unter großen Problemen die Vorgaben für die Herstellung zu erfüllen versuchten, da ein großer Rohstoffmangel herrschte. Das Ergebnis war, daß von dem ursprünglichen Auftrag bis Kriegsende nur etwa 20 bis 35 Fahrzeuge fertiggestellt wurden.
Zwar verfügte die deutsche Armee bei Kriegsende über acht Panzereinheiten mit je fünf Panzern und sechs Offizieren und 170 anderen Dienstgraden, aber die Mehrzahl bestand aus alliierten Beutepanzern.

Die ersten A7V-Panzer gingen am 29. März 1918 in den Kampfeinsatz. Wen sie über gut befahrbares Gelände oder Strassen als mobile Feuerunterstützung für die angreifenden Sturmtruppen eingesetzt wurden, waren sie erfolgreich genug. Wenn aber das Gelände schwierig war, ließ auch der Erfolg nach und die ersten Exemplare hatten noch Mängel bei den Panzerplatten, wo teilweise ungehärteten Stahl verwendet worden war.
Der A7V hatte praktisch keine Fähigkeiten, größere Gräben zu überschreiten, was dazu führte, daß die Panzer oft hinter der angreifenden Infanterie zurückblieben, welche sie ja eigentlich unterstützen sollten. Wenn die feindlichen Feldgeschütze den großen und nicht zu übersehenden A7V im Direktbeschuß bekämpfen konnten, führte dies auch schnell zu Ausfällen.

Drei A7V-Panzer nahmen Teil am ersten Panzergefecht am 24. April 1918 bei Villers-Bretonneux, wo sie auf drei britische Mk IV trafen, von denen zwei ‘weiblich’ waren, welche nur mit MGs bewaffnet waren. Die zwei nur mit MGs bewaffneten britischen Tanks waren schnell beschädigt und mußten sich zurückziehen, aber der ‘männliche’ Mk IV konnte einen A7V ausschalten.
Es gab noch weitere Panzergefechte vor dem Waffenstillstand, bei denen sich die wenigen A7V aber nicht hervortun konnten. Der letzte bekannte Kampfeinsatz des A7V fand am 8. Oktober 1918 statt.
Letztlich bevorzugten sogar die Deutschen die verschiedenen britischen Tanks, welche sie erbeuten konnten, da der A7V zu schlechte Geländeeigenschaften hatten.

Trotz der langsamen Herstellung des A7V wurde noch ein ungepanzerter Nachschubswagen mit offenen Dach als Überlandwagen gebaut. Dazu wurden Versuche unternommen, die A7V/U-Version des Panzers herzustellen, mit der Gleiskette um die ganze Panzerkiste herum, ebenso wie bei den britischen Tanks. Diese Versuche blieben jedoch fruchtlos, ebenso wie die Projekte A7V/U2 und A7V/U3, ersterer mit kleineren Radgehäuse und zweiter eine ‘weibliche’ Version, welche nur mit Maschinengewehren bewaffnet sein sollte.

Nach dem Waffenstillstand wurden einige A7V für innere Sicherungsaufgaben gegen Revolutionäre in Deutschland eingesetzt und einige auch von der neuen polnischen Armee für einige Jahre verwendet.

Benutzer: Deutsches Reich, Polen (nach 1918).

Animation 3d-Modell A7V Sturmpanzerwagen


Spezifikationen A7V Sturmpanzerwagen

Spezifikationen
A7V Sturmpanzerwagen Spezifikation
Typ Schwerer Sturmpanzer
Besatzung 18 Mann
Hauptbewaffnung 5,7-cm-Kanone vorne (250 oder 600 Schuß)
Sekundärbewaffnung 6 (manchmal 7) 7,92-mm-Maxim-MG (36.000 Schuß)
Länge 7,34 m (8,00 m)
Breite 3,07 m
Höhe 3,30 m
Panzerung 15-30 mm
Kampfgewicht 29-900 kg
Bodendruck ?
Leistungsgewicht 6,8 PS/t
Antrieb zwei wassergekühlte Daimler 4-Zylinder-Benzinnmotoren mit je 100 PS bei 1600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 8-13 km/h
Fahrbereich (Strasse) 40 km
Kletterfähigkeit ?
Grabenüberschreitfähigkeit 2,13 m
Steigfähigkeit ?
Erstlieferung Oktober 1917
Erster Kampfeinsatz 29. März 1918
Stückzahl ca. 20-35
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