21. Panzer-Division im Westen

Flagge Deutsches ReichTeil II: Neuaufstellung der 21. Panzer-Division und Einsatz im Westen und Osten 1943-1945.

Neuaufstellung 1943

Rommel besichtigt die 21. Panzer-Division

Rommel besichtigt die 21. Panzer-Division im Mai 1944. Im Hintergrund 10,5cm leFH18(Sf) auf GW 39H(f).

Kurz nach ihrem Untergang in Tunesien wurde die 21. Panzer-Division jedoch in der Normandie in Frankreich wieder neu aufgestellt. Mit Termin 15. Juli 1943 wurde beim Oberbefehlshaber West auf eigene Initiative hin die ‘Schnelle Brigade 931’ bei der deutschen 7. Armee in 21. Panzer-Division/neu umbenannt.

Zentrale Einheiten dieser Neuaufstellung waren das verstärkte Panzer-Grenadier-Regiment 931, zwei Kradschützen-Kompanien, das gepanzerte Artillerie-Regiment 931 unter Oberst Feuchtlinger und das in Frankreich gebildete Panzer-Regiment 100.
Hinzu kam ein beträchtlicher Kader ehemaliger ‘Afrikaner’ aus dem ‘Afrika-Stau’ aus Urlaubern, Genesenen und Verstärkungen in Italien und Südfrankreich, welche schon in der ursprünglichen 21. Panzer-Division in Nordafrika gekämpft hatten und den Esprit de Corps und die Traditionen des Verbandes aufrecht erhielten.

zurück hier zu Teil I: 21. Panzer-Division in Nordafrika.

Der Divisionsstab dieser neuen 21. Panzer-Division wurde aus dem Stab der Artillerie-Brigade West und Teilen der Panzer-Brigade 10 gebildet.

Das Panzer-Grenadier-Regiment 125 entand aus drei Bataillonen des verstärkten Pz.Gren.Rgt. der ‘Schnellen Brigade West’. Das Panzer-Grenadier-Regiment 192 wurde aus Teilen des Pz.Gren.Rgt 931 und anderen Infanterie-Einheiten beim Oberbefehlshaber West gebildet.

Die Panzer-Aufklärungs-Abteilung 21 enstand aus den zwei Kradschützen-Kompanien, welche verstärkt wurden. Ende 1943 kam noch der Großteil der motorisierten Aufklärungs-Lehr-Abteilung hinzu.

Das Panzer-Regiment 100 war schon im Januar 1943 bei der Panzer-Brigade 100 in Versailles aufgestellt worden. Es verfügte über den Stab und zwei Panzer-Kompanien der Panzer-Abteilung 223. Allerdings war dieses Panzer-Regiment ursprünglich nur mit veralteten französischen Beute-Panzern von zweifelhaften Kampfwert ausgerüstet. Ab Mai 1944 wurde die Einheit als Panzer-Regiment 22 bezeichnet.

Zwar hatten bis Sommer 1944 deutsche Panzertypen viele von den französischen Beute-Panzern ersetzt, aber selbst dann noch gab es einen nicht unerheblichen Anteil veralteter Fahrzeuge, wie PzKpfw IVB und PzKpfw IVC und sogar noch einige alte PzKpfw III.

Deshalb befand sich die neu aufgestellte Division über ein Jahr als Besatzungstruppe in Frankreich, da sie wegen ihrer mangelhaften Ausstattung als nicht geeignet für die Ostfront angesehen wurde. 1944 wurde der Zusatz ‘/neu’ im Namen fallen gelassen und die Division wieder als 21. Panzer-Division bezeichnet.

Im Frühjahr 1944 erhielt das Panzer-Grenadier-Regiment 125 Schützenpanzer und die Panzer-Aufklärungs-Abteilung und das Panzer-Pionier-Bataillon hatten drei bzw zwei Kompanien mit mittleren Schützenpanzern.

Die Neuaufstellung wurde Mitte Mai 1944 in der Normandie östlich von Caen abgeschlossen. Dabei verfügte das Panzer-Regiment 22 am 1. Juni über insgesamt 110 Panzer.
Die I. Abteilung hatte 4 Panzer-Kompanien zu je 17 PzKpfw IV mit langer 7,5-cm-Kanone.
Bei der II. Abteilung befanden sich 5 PzKpfw IV mit langer Kanone beim Stab und bei der 5. bis 7. Kompanien ebenfalls 5 PzKpfw IV mit langer Kanone, der Rest bestand dort weiterhin aus französischen Beute-Panzern. Bei der 8. Kompanien waren 6 PzKpfw IV mit kurzer 7,5-cm-Kanone vorhanden.
Insgesamt waren noch 35 Somua S-35 und 2 Hotchkiss-Panzer französischer Bauart in der Division vorhanden.
Jedoch war die artilleristische Feuerkraft der Division Mitte 1944 sehr stark.

Gliederung 1944
21. Panzer-Division Einheiten
Stab/21.Panzer-Division mit Divisions-Begleit-Kompanien (teilweise Schützenpanzer)
Panzer-Grenadier-Regiment (tgp) 125 I.-II. mit 9 als schwere Nebelwerfer-Kompanie und Fla-Zug, teilweise auf Schützenpanzern
Panzer-Grenadier-Regiment (mot.) 192 I.-II. mit 9., 10. als Stabs-Kompanie, Pionier- und Fla-Zug (LKW und PKW)
Panzer-Regiment 100, dann 22 I.-II., jede Abteilung vier Panzer-Kompanien
Panzer-Artillerie-Regiment 155 I.-III. aus I.-III. des gep.Art.Rgt. 931 und 10. (gp) als schwere Werfer-Batterie auf Selbstfahrlafette
Panzer-Nachrichten-Abteilung 200 Fernsprech- und Funk-Kompanie, Nachrichten-Kolonne
Panzer-Jäger-Abteilung 200 drei schwere Panzerjäger-Kompanien zu je 8 schwere 88-mm-PAK
Panzer-Pionier-Bataillon 220 zwei Panzer-Pionier-Kompanien in Schützenpanzern, eine Pionier-Kompanie
Sturmgeschütz-Abteilung 200 fünf Batterien zu je 6 schwerer Pak auf Selbstfahrlafetten und vier 10,5-cm-Sturmhaubitzen auf Lorraine-Fahrgestellen
Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 305 zwei 88-mm-Flak-Batterien, eine gemischte Fla-Batterie
Div./Nachschub-Fhr.-Nr.200

Westfront 1944

Die 21. Panzer-Division wurde nach Abschluß ihrer Aufstellung und überwiegender Neuausrüstung ab Mitte Reserve bei der Heeresgruppe B von Rommel im Abschnitt des LXXXIV. Armee-Korps.

PzKpfw IV Ausf.C der 21. Panzer-Division

PzKpfw IV Ausf.C der 21. Panzer-Division im Juni 1944.

Bei der alliierten Invasion am 6. Juni 1944 war die 21. Panzer-Division dann der einzige deutsche Panzer-Verband, welcher sich in der Nähe der Landeköpfe befand. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich Teile ihres Panzer-Regimentes in der Nähe auf einer Übung, waren aber nur mit Übungsmunition bewaffnet. Deshalb mußten sie erst schnell zurückgerufen werden, um mit richtiger Munition bewaffnet zu werden.
Bedingt durch die Abwesenheit Rommels, welcher sich zum Geburtstag seiner Frau in Deutschland befand, da eigentlich zu schlechtes Wetter für eine Invasion angekündigt war, sowie das Zaudern seiner Stellvertreter, erhielt die 21. Panzer-Division erst um 10:30 Uhr den Befehl zu einem Gegenangriff in Richtung Küste.

150mm schwere Feldhaubitze 13/1 (Sfl) auf Geschützwagen Lorraine Schlepper (f)

150mm schwere Feldhaubitze 13/1 (Sfl) auf Geschützwagen Lorraine Schlepper (f), SdfKfz 135/1. Die 64 gebauten Selbstfahrlafetten waren in der Normandie 1944 die Grundausstattung der Artillerie der 21. Panzer-Division.

Der Angriff erfolgte mit drei Kampfgruppen zu beiden Seiten des Flusses Orne. Die ‘Kampfgruppe von Lucke’ des Befehlshabers des Panzer-Grenadier-Regiment 125 bestand aus dem verstärkten II. Bataillon mit der 4. Kompanie des Panzer-Regiment 22 und Teilen der Panzer-Aufklärungsabteilung 21 und Sturmgeschütz-Abteilung 200. Deren Angriff erfolgte östlich der Orne über Stützpunkte der verteidigenden deutschen 716. Infanterie-Division hinweg und traf auf britische Fallschirmjäger südlich von Ranville an der östlichen Flanke des britischen Landekopfs ‘Sword’.

Die ‘Kampfgruppe Rauch’, Kommandeur des verstärkten Panzer-Grenadier-Regiments 192, griff westlich der Orne zur Küste in Richtung Lion-sur-Mer an. Um Benouville kam es zu Kämpfen mit britischen und kanadischen Fallschirmtruppen. Bis zum Abend konnte diese Kampfgruppe, welche jetzt von General Marcks, dem kommandierenden General des LXXXIV. Armee-Korps geleitet wurde, über Periers die Küste erreichen. Nördlich von Lagrune-sur-Mer gruben sich die Soldaten in Verteidigungsstellungen ein.

Panzer IV Ausf. H Normandie

Panzer IV Ausf.H in der Normandie 1944.

Die ‘Panzer-Kampfgruppe von Oppeln’, dem Kommandeur des Panzer-Regiment 22, welcher über rund 80 mit langer 7,5-cm-Kanone bewaffneter Panzerkampfwagen IV, Schützenpanzern und die Selbstfahrlafetten des Artillerie-Regiments 155 verfügte, griff Mittags die zwischenzeitlich schon besetzten britischen Abwehrstellungen des Landekopf ‘Sword’ nördlich von Caen an.
Die Briten hatten schon schwere Pak und Artillerie in Stellung gebracht und so mußten die deutschen Panzer ihre Marschrichtungen immer wieder stark ändern. Im unübersichtlichen und ansteigenden Gelände der Normandie wurden sie schließlich von starken britischen Pak-Stellungen bei Periers und Bievelle zum Stehen gebracht und mußten zur Rundum-Verteidgung übergehen.
Nachdem sie die angreifende britische 27. Panzer-Brigade zerschlagen hatten, mußten sie sich bis zum 9. Juli in die Gegend nördlich von Caen zurückziehen.

10,5cm leFH18(Sf) auf Geschützwagen 39H(f)

10,5cm leFH18(Sf) auf Geschützwagen 39H(f) der 21. Panzer-Division in der Normandie.

Die 21. Panzer-Division war dann an den Abwehrkämpfen in der Normandie vom 9. Juli bis 6. August 1944 beteiligt, wo sie ihre Stellungen bei Caen gegen wiederholte britische Angriffe hielt, darunter während der ‘Operation Goodwood’. In diesen Wochen, welche auf die Landung folgten, schlug die Division ununterbrochen aus ihren eingegrabenen Stellungen in der Gegend vor Caen auf die alliierten Truppen ein und hatte großen Anteil daran, den Zeitplan der Alliierten schwer durcheinander zu bringen.

Nach dem Ausbruch der Invasions-Streitkräfte im Westen des alliierten Brückenkopfes wurden Teile der 21. Panzer-Division, welche bei der 12. SS-Panzer-Division der 5. Panzer-Armee eingesetzt waren, im Kessel von Falaise eingeschlossen. Diesen gelang der Ausbruch nur unter dem Verlust nahezu aller schweren Waffen und mit nur sechs PzKpfw IV. Die Besatzungen der verlorenen Panzer mußten als Infanterie eingesetzt werden.

Panzerbestand der 21. Panzer-Division während der Kämpfe in der Normandie:

  • 6. Juni 1944: 127 Panzer,
  • 7. Juni 1944: 70 Panzer,
  • 1. Juli 1944: 40 Panzer,
  • 23. August 1944: 10 Panzer.
Oberst Hermann von Oppeln-Bronikowski

Oberst Hermann von Oppeln-Bronikowski, Befehlshaber des Panzer-Regiment 22 in der Normandie und diente später bei der neuen Bundeswehr.

Nachdem die 21. Panzer-Division aus dem Kessel von Falaise entkommen konnte, wurde sie als ‘mobile Feuerwehr’ im südwestlichen Abschnitt der Westfront eingesetzt.
Der Befehlshaber des Panzer-Regiments, Oberst Hermann von Oppeln-Bronikowski, wurde mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz in Anerkennung der Leistung seines Regiments in der Normandie ausgezeichnet.

Das Panzer-Regiment 22 wurde Ende September 1944 mit 8 PzKpfw V Panther und 20 PzKpfw IV der Panzer-Abteilung 2112 der Panzer-Brigade 112 verstärkt. Im Oktober erhielt die Division eine in Schwetzingen bei Kaiserslautern neu ausgerüstete Panzer-Kompanie mit Panthern. Im Dezember folgte noch eine II. Abteilung aus 36 PzKpfw IV nach.

Vom 11. bis 18. November 1944 führte die 21. Panzer-Division einen Gegenangriff östlich von Metz und stand am 20. November bei Merzig-Dillingen an der Saar, wo die Verteidigung des Westwalls am Orscholz-Riegel erfolgte.

Bis Mitte Dezember stand die Division in der Verteidigung bei Saarlautern, Dillingen und Wallerfdang, als sie am 11. Dezember per Eisenbahntransport nach Weissenburg in das Elsaß abtransportiert wurde. Dort Abwehrkämpfe im Rahmen der Heeresgruppe G bis Weihnachten 1944.

Anschließend kurze, frontnahe Auffrischung bei Landau und Annweiler. Am 28. Dezember 1944 verfügt die Division an einsatzbereiten Panzerfahrzeugen über etwa 30 PzKpfw V Panther und 35 PzKpfw IV beim Panzer-Regiment sowie 20 Jagdpanzer IV und Sturmgeschütze bei der Panzerjäger-Abteilung 200.

Vom 8. bis 20. Januar 1945 nahm die 21. Panzer-Division an der deutschen Offensive in Richtung Strassburg teil, wobei es im Angriff, Verteidigung und wieder Gegenangriffen zu hohen Verlusten kam.
Am 21. Januar wurde die Division abgelöst und kämpfte vom 23. bis 27. Januar in der Verteidigung bei Bischweiler und zuletzt Hagenau.

Ostfront 1945

Feldwebel vom Panzer-Regiment 22 der 21. Panzer-Division

Feldwebel vom Panzer-Regiment 22 der 21. Panzer-Division.

Innerhalb von vier Tagen wurde die 21. Panzer-Division an die Ostfront verlegt. Sie befand sich ab dem 4. Februar 1945 östlich von Berlin hinter der schwachen und im Aufbau befindlichen neuen Front der Heeresgruppe Weichsel an der Oder und wurde der 9. Armee unterstellt.

Gegenangriffe im Bereich von Sorau-Forst sowie Ende des Monats im Rahmen der ‘Panzer-Gruppe Nehring’ zum Entsatz von Lauban an der Queiß, welches seit dem 24. Februar eingeschlossen war. Dabei hatte die Division die Aufgabe des Flankenschutzes für das XXXIX. Panzer-Korps westlich von Lauban bis zum 5. März.
Anschließend war die 21. Panzer-Division Reserve der Heeresgruppe und wurde zum letzten mal auf dem Truppenübungsplatz Königsbrück aufgefrischt.

Ab dem 14. April im Einsatz gegen die sowjetische Großoffensive auf Berlin bei Görlitz und Bautzen, wo sie den Rückzug des IV. Armee-Korps auf den Spreewald deckte.
Vom 18. bis 20. April 1945 folgten Abwehrkämpfe bei Lübben und der Ausbruch in Richtung Norden über Halbe bis an den südwestlichen Rand von Berlin. Anschließend wurde die Division wieder abgedrängt und im Kessel von Halbe eingeschlossen.

Die Reste der 21. Panzer-Division unter Generalleutnant Marcks erreichte im Rahmen der ‘Gruppe Busse’ trotzdem die Abwehrlinie der 12. Armee südlich von Potsdam und anschließende US-Kriegsgefangenschaft. Der Divisionsstab mit Nachhut geriet dagegen am 29. April 1945 im Kessel von Halbe in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

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