Luftlandung auf Kreta

Unternehmen Merkur, die Luftlandung auf Kreta.

Ju 52 stürzt über Kreta ab

Eine der deutschen Ju 52-Transportflugzeuge ist während des Absprungs der Fallschirmjäger in Brand geschossen worden und stürzt über Kreta ab.

Unternehmen Merkur

Als am 21. April 1941 in Larissa der Oberbefehlshaber der griechischen Streitkräfte, General Papagos, kapitulierte und der Balkanfeldzug damit nahezu zu Ende ging, fand zur gleichen Zeit im vorgeschobenen Führerhauptuartier auf dem Semmering eine Lagebesprechung statt, in der es um die Frage ging, ob Kreta erobert werden müßte.
Ziel der Besprechung war die Frage zu klären, für welches Ziel die Fallschirmtruppe verwendet werden sollte: Malta oder Kreta.

Kurt Student

General der Fallschirmtruppen Kurt Student, kommandierender General des XI. Fliegerkorps.

Bei der Besprechung, bei welcher u.a. Jeschonnekk, Jodl und Keitel anwesend waren, befand sich auch General der Flieger Student. Dieser führte aus, daß eine so starke Stellung wie Kreta nicht vom Feind kontrolliert werden dürfte.
Die Küsten Kretas wurden von der kampfstarken britischen Mittelmeerflotte samt entsprechendem Luftschutz kontrolliert. Dank ihren beiden Flugplätzen konnten die Engländer von der Insel aus – als unsinkbarer Flugzeugträger – den gesamten östlichen Teil des Mittel­meeres und den Balkan kontrollieren.
In der Hand der Deutschen dagegen hätten diese dann endgültig die Herrschaft über die Ägäis inne, da damit der britischen Entfaltung im östlichen Mittelmeer ein Ende gesetzt werden würde. Kreta könnte außerdem der Luftwaffe als ‘Sprungbrett’ für weitere Unternehmen dienen.

Zur endgültigen Entscheidung wurde schließlich Hitler herbeigerufen und Student trug ihm vor, daß eine Eroberung der Insel aus der Luft möglich sei. Daraufhin entschied Hitler, daß der Angriff gegen Kreta durchgeführt werden sollte.

Student arbeitete daraufhin einen detaillierten Angriffsplan aus, der dann am 25. April durch Hitlers ‘Weisung Nr. 28’ als ‘Unternehmen Merkur’ abgesegnet wurde.
Der Oberbefehl über das Unternehmen wurde Generaloberst Löhr übertragen, dem Oberbefehlshaber der Luftflotte 4, dem damit sämtliche für dieses Unternehmen bereitgestellten Luftwaffen- und Heeresverbände unterstanden. Dazu gehörten in erster Linie das VIII. Flieger-Korps unter dem Befehl von General der Flieger von Richthofen, das für die Luftunterstützung des Unternehmens zuständig war, und das XI. Flieger­Korps unter General der Flieger Kurt Student, der das eigentliche Luftlandeunternehmen durchführen würde. Seit Anfang 1941 unterstanden dem XI. Flieger-Korps die 7. Flieger-Division unter Generalleutnant Süßmann und die 22. (LL) Infanterie-Division. Da Letztere jedoch für das Kreta-Unternehmen nicht zur Verfügung stand, wurden General Student an ihrer Stelle die 5. Gebirgs-Division unter Generalmajor Ringel sowie Teile der 6. Gebirgs­-Division unterstellt.
Die Führung der benötigten Lufttransport-Verbände lag in den Händen von Generalmajor Conrad. Die für den Seetransport bereitgestellten leichten Transportschiffe unterstanden Admiral Schuster. Als Zeitpunkt für den Beginn des Unternehmens wurde schließlich der 20. Mai festgelegt.

Der Angriffsplan

Ju 52 in Maleme gelandet

Eine der in Massen eingesetzten Ju 52 ist auf dem eroberten Flugplatz von Maleme gelandet und bringt Verstärkungen herein.

Da nicht genügend Transportflugzeuge zur Verfügung standen, um alle Kräfte auf einmal anzulanden, sah der Plan vor, die vier Angriffsziele mit insgesamt drei Gruppen in zwei Wellen zu nehmen.
Die erste Welle sollte um 07.15 Uhr im Abschnitt Maleme (Gruppe West) und im Abschnitt Chania (Gruppe Mitte) landen; die zweite Welle sollte um Y-Zeit plus 8 Stunden – also um 15.15 Uhr – bei Rethymno (Gruppe Mitte) und Iraklion (Gruppe Ost) abspringen. General Löhr war überzeugt davon, dass alle strategisch wichtigen Punkte an einem Tag eingenommen werden könnten.

Das Kommando über die erste Welle der Gruppe West wurde Generalmajor Meindl übertragen, dem Komman­deur des LL-Sturm-Regiments, eines schlagkräftigen Sonderverbandes. Meindls Fallschirmjäger waren für derartig wagemutige Unternehmungen ausgebildet und im Einsatz mit Lastenseglern erfahren.
Die Gruppe Mitte stand unter dem Kommando von Generalleutnant Süßmann, während die Gruppe Ost Generalleutnant Ringel von der Gebirgstruppe unterstand.

Entscheidend für den Erfolg des Unternehmens war die schnelle Inbesitznahme der Flugplätze und der wichtigsten Städte der Insel, also Maleme und Chania. Der Verband im Osten sollte die Städte Rethymno und Iraklion samt deren Flugplätzen einnehmen – und all dies an einem einzigen Tag. Ein ehrgeiziger, verwegener und riskanter Plan.

Die deutschen Angrifsstruppen

Deutsche Fallschirmjäger

Deutsche Fallschirmjäger: einige der Männer, welche Kreta nehmen.

Die für die Fallschirm- und Luftlandungen eingesetzten Truppen unterstanden dem Generalkommando XI. Flieger­korps unter General Student, der bei Beginn des ‘Unternehmens Merkur’ 51 Jahre alt war. Kurt Arthur Benno Student war während des 1. Weltkrieg Fliegeroffizier gewesen und war später in die Reichswehr übernommen worden. Seit Kriegsbeginn waren in Polen, besonders aber an der Westfront bereits mehrere erfolgreiche Unternehmen unter seiner Führung gelungen.

Für die Durchführung dieses neuen Auftrages unter­standen ihm die gesamte 7. Flieger-Division unter dem Befehl von Generalleutnant Süßmann mit rund 11.500 Mann sowie das Luftlande-Sturm-Regiment unter Meindl, das rund 3.500 Mann umfasste. Verstärkt wurden sie durch Heerestruppen, die sich vor allem aus Gebirgsjägern der 5. Gebirgs-Division sowie mehreren Bataillonen der 6. Gebirgs-Division zusammensetzten.

Der Lufttransport für diese Truppen, ihre Waffen und Ausrüstung war die Aufgabe von Generalmajor Conrad, dem es gelang dafür 533 Transportflugzeuge Ju 52/3m und 70 Lastensegler DFS 230 zusammenzuziehen.
General von Richthofens VIII. Flieger-Korps hatte den Auftrag, die Transportflugzeuge auf dem Weg nach und von Kreta zu schützen und erkannte Feindstellungen auf der Insel zu bekämpften. Dafür standen ihm 280 Kampf­flugzeuge, 220 Jagd- und Zerstörerflugzeuge, 150 Sturz­kampfflugzeuge und 40 Aufklärungsflugzeuge zur Verfügung.

Für die Überführung von Teilen der Ge­birgsjäger, von Nachschub und schweren Waffen nach Kreta auf dem Seewege waren zwei Motorsegler- und zwei Dampferstaffeln vorgesehen (wobei die Dampferstaffeln aber dann doch nicht aufgestellt wurden), die vom Admiral Südost gebildet werden sollten.

XI. Fliegerkorps:

  • Korpstruppen (u.a. Fallsch.Fla.MG.Btl, Fallsch.San.Abt, Transportkompanie)
  • 7. Flieger-Division (Generalleutnant Süßmann): Fallschirmjäger-Regimenter 1,2 und 3, Fallsch.MG.Btl, Fallsch.Pi.Btl, Fallsch.Art.Abt, Fallsch.Pz-Jäger-Abt.
  • Luftlande-Sturm-Regiment 1 (Generalmajor Meindl)
  • 5. Gebirgs-Division (General Ringel): I., II. und III./GJR 85 sowie das I., II. und III./GJR 100, zwei Abteilungen Geb.Art.Rgt. 95, Geb.Aufkl.Abt.95, Geb.Pz.Jäger-Abt. 95, Geb.Pi.Btl. 85, Geb.Nachrichten-Abt.95
  • 6. Gebirgs-Division (Generalleutnant Schörner): Stab und I./GJR 141, II.GJR 143 und II./GAR 118.

Transportverbände:

  • Kampfgeschwader z.b.V. 1 (Oberstleutnant Henning Wilke): Stab (in Dadion), I.Gruppe (Major Witt in Megara), II.Gruppe (Oberstlt. Drewes) in Megara. Zusätzlich unterstellt I. und II. Gruppe des Kampfgeschwader z.b.V.172 in Korinth.
  • Kampfgeschwader z.b.V.2 (Oberst von Heyking): Stab , Kampfgruppe z.b.V.60 (Major Hammer),  Kampfgruppe z.b.V.101 (Oblt. Mund), Kampfgruppe z.b.V.102 (Hptm. Endmann), alle in Topolia.
  • Kampfgeschwader z.b.V.3 (Oberlt. Buchholz); Kampfgruppe z.b.V.40 (Major Deutsch),  Kampfgruppe z.b.V.105 (Major Wenning), Kampfgruppe z.b.V.106, alle in Tanagra und mit Ju 52 ausgerüstet. Dazu Stab (Major Wilke) und I. Luftlande-Geschwader (Major Stein) mit Lastenseglern DSF 230.

VIII. Flieger-Korps (General der Flieger von Richthofen):

  • KG 2 (Oberst Rieckhoff): Stab, I. und III. Gruppe in Tatoi, mit Do 17 ausgerüstet.
  • III./KG 3 (Hauptmann Rathmann) in Tatoi (zusammen mit KG 2 124 Bomber)
  • II./KG 26 (Major Beyling) in Eleusis, mit 40 He 111 Bombern ausgerüstet.
  • III./KG 30 (Major Schumann) in Eleusis mit 40 Bombern.
  • Sturzkampfgeschwader 2 (Oberst Dinort): Stab und III. Gruppe in Mykene, I. Gruppe in Molaoi.
  • I./Sturzkampfgeschwader 3 (Major Siegel) in Larissa (beide Stuka-Geschwader verfügen über insg. 124 Ju 87 Stuka).
  • Zerstörergeschwader 26 (Oberst Schalk): Stab, I. und II. Gruppe in Argos. Ausgerüstet mit insg. 40 Bf 110.
  • Jagdgeschwader 77 (Major Woldenga): Stab, II. und III. Gruppe in Moaoi. Ausgerüstet mit 84 Bf 109.
  • Lehrgeschwader 1: Stab, I. (Jagd) und II. (Kampf) Gruppe in Eleusis.
  • I.(Jagd-)Lehrgeschwader 2: I. Gruppe in Molaoi mit Bf 109 E.
  • 4./Aufklärungsgruppe (F) 121: 4. Staffel in Eleusis mit Fernaufklärern.
  • Aufklärungsgruppe (See) 126 (Oberst Kaiser): Stab und 1. Staffel in Nauplia (insg. in beiden Aufklärungsgruppen 60 Flugzeuge).
  • Commando Aeronautica Egeo (italienisches Luftwaffenkommando Ägäis):
    41. Gruppo BT (12. Stormo) mit 204. und 205. Squadriglia (Staffel), ausgerüstet mit SM.84 und SM. 79 Bombern.
    50. Gruppo BT (16. Stormo) mit 210. und 211. Squadriglia, ausgerüstet mit Cant Z1007bis Sturzkampfbombern.
    92. Gruppo BT (39. Stormo) mit 200. und 201. Squadriglia mit SM.81 und SM.82.
    95. Gruppo BM (35. Stormo) mit 231. Squadriglia der Marine mit Cant Z1007bis.
    161. Squadriglia CM der Marine mit Fiat CR.42.
    163. Squadriglia CT mit Fiat CR.32 und Fiat CR.42.
    172. Squadriglia BT mit Cant Z1007bis.
    281.Squadriglia AS mit SM 79 Sparvierio Torpedobombern.

Heerestruppen:

  • Kradschützen-Btl. 55 (am 23. Mai 1941 nachgeführt)
  • Flak-Abt. 73 und 4./le.Flak-Abt. 73 (am 25.-26. Mai nachgeführt)
  • Flak-Btl. (mot) 609 (am 24. Mai nachgeführt)
  • Panzer-Rgt. 1 der 5. Panzer-Division (nachgeführt am 27. Mai)

Deutsche Marine, ‘Admiral Südost’ (Admiral Schuster)

  • zwei leichte Motorsegler-Staffeln (80 beschlagnahmte griechische Motorkutter incl. Besatzung):
    1. Staffel (Gruppe Maleme unter Kapitän z.S. Oesterlin) mit 25 Motorsegler von Piräus nach Maleme mit 2.250 Mann (I.GJR 100 ohne schwere Fahrzeuge, 2 Batterien I.Flak-Lehr-Reg, Restgruppen der 7. Flieger-Division, Nachschubsgüter und Kräder). Geleitschutz durch italienisches Torpedoboot ‘Lupo’ (Korvettenkapitän Mimbeli).
    2. Staffel (Gruppe Iraklion unter Fregattenkapitän Lipinski) mit 38 Schiffen von Chalkis nach Iraklion (nicht per Lufttransport heranzubringenden Teile des FJR 1 und der 5. Gebirgs-Division ohne schwere Fahrzeuge, eine Batterie I./Flak-Lehr-Regiment). Geleitschutz durch italienisches Torpedoboot ‘Sagittario’ (Oberleutnant z.S. Fulgos).

Die 1. Motorsegler-Staffel wurde von britischen Seestreitkräften aufgerieben, während die 2. Staffel abdrehen mußte.

Auf Kreta eingesetzte Truppen

Von den 22.000 auf deutscher Seite eingesetzten Soldaten waren 8.060 Fallschirmjäger, von denen wiederum 750 mit Lastenseglern landen sollten. Die verstärkte 5. Gebirgs-Division wurde ab dem 21. Mai im Luft- und Seetransport nachgeführt.

Streitkräfte
Einsatzort Deutsche Alliierte
Maleme 1.860 11.859
Suda-Bucht 2.460 14.822
Rethymno 1.380 6.730
Iraklion 2.360 8.024
Hauptquartier 'Creforce' 405
INSGESAMT 8.060 41.840
Spätere Zuführung 13.980 800
INSGESAMT 22.040 42.640

Alliierte Truppen in Maleme und Chania:
Hauptquartier der Neuseeländischen Division
Hauptquartiere der 5. und 10. neuseeländischen Infanterie-Brigade
neuseeländisches 18., 20., 21., 22., 23. und 28. (Maori) Infanterie-Bataillon
Russell Force (200 Mann neuseeländische Kavallerie)
Royal Perivolians (Abteilung aus verschiedenen Truppenteilen)
Welch Regiment
8. griechisches Infanterie-Bataillon

Alliierte Truppen in Rethymno:
Hauptquartier der 19. australischen Infanterie-Brigade
australisches 2/1, 2/7, 2/8, 2/11 Infanterie-Bataillon
griechisches 4. und 5. Infanterie-Bataillon
australischer 2/1 MG-Zug
800 Mann griechische Gendarmerie

Alliierte Truppen in Iraklion:
Hauptquartier 14. britische Brigade
2. Bataillon Yorks&Lancashire, 2. Bataillon Leicester, 2/4 australisches Bataillon, 2. Bataillon Black Watch
griechisches 3. und 7. Infanterie-Bataillon
Griechisches Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon

Feindlage-Beurteilung

Briten bereiten Verteidigung Kretas vor

Seit November 1940 bereiten die Briten die Verteidigung von Kreta vor. Hier verschafft sich Brigadier Tidbury, der erste Kommandeur der ‘Creforce’, einen Überblick.

Die Briten waren Dank ihrer geheimen Funkaufklärung ‘Ultra’ detailliert über die deutschen Pläne informiert. Wenige Stunden vor der Luftlandung hatten die Briten bereits Kenntnis über die genauen Stärken der dafür eingesetzten Land-, See- und Luftstreitkräfte, die genaue Angriffszeit, die Landeräume und das Kampfverfahren.
Bereits seit dem 17. Mai erwartete ‘Creforce’ die Invasion durch 25.000 bis 35.000 deutsche Truppen, die per Lufttransport herangebracht würden. Zusätzlich wurde mit 10.000 weiteren gerechnet, welche über See unter der Deckung italienischer Kriegsschiffe anlanden sollten.

Im Gegensatz dazu wusste die deutsche Seite nicht besonders viel über ihre Gegner, was sich auch im Operationsbefehl des XI. Flieger-Korps vom 12. Mal 1941 widerspiegelt, der zugab, dass die Lage auf Kreta nur wenig geklärt sei.
Zudem wurden die gegnerischen Stellungen nicht erkannt, sondern nur die gut angelegten Scheinstellungen. Dadurch gingen die ersten, der Luftlandung vorausgehenden Luftangriffe natürlich ins Leere.

Die Fallschirmjäger wurden nicht nur von der Stärke der auf der Insel liegenden britischen, Commonwealth und griechischen Truppen überrascht, sondern auch von der feindseligen Haltung von Teilen der Bevölkerung. Hätten die Briten nicht überaus grobe taktische Fehler begangen, dann hätte das Kreta-­Unternehmen in den ersten paar Stunden leicht in einer Katastrophe für die Deutschen enden können.

Luftlandung auf Kreta

Karte Luftlandung auf Kreta

Die Luftlandung auf Kreta vom 20. Mai bis 1. Juni 1941.

 Fallschirmjäger landen auf Kreta

Deutsche Fallschirmjäger landen auf Kreta.

Der Angriff begann am frühen Morgen des 20. Mai 1941. Nach schweren Luftangrif­fen landete das Sturmregiment General Meindis bei Maleme im Bereich der 5. neu­seeländischen Brigade; der Rest kam ent­lang der Straße Alikianu-Chania, nahe Galatas herunter, um Chania anzugreifen.
Die Neuseeländer um Maleme waren auf­grund der unaufhörlichen Luftangriffe so­wie mangelnder Funkausrüstungen nicht in der Lage, eine zusammenhängende Vertei­digungsstellung aufzubauen. Am Abend sah sich das 22. Bataillon gezwungen, den Flugplatz aufzugeben und in Richtung des 23. Bataillons zurückzugehen. Dagegen wurden die Deutschen bei Galatas aufge­halten, und auch den in Rethymno und Iraklion gelandeten Truppen gelang es nicht, diese Flugplätze einzunehmen.

Am nächsten Morgen besetzten die Deut­schen den Flugplatz von Maleme, ohne auf direkten Widerstand zu stoßen. Die Neu­seeländer versuchten vergeblich, den Flug­platz zurückzuerobern und wurden in Rich­tung Platanias zurückgeworfen. Die beiden deutschen Kampfgruppen begannen nun, ihre Operationen zu koordinieren und auf Chania vorzugehen.

In der zweiten Phase des Kampfes versuchten die Alliierten die Bucht von Suda zu halten, während sich die Deutschen bemühten, ihre Stellungen weiter auszudehnen. Am 25. Mai fiel Galatas, und am 27. mußte Freyberg erkennen, daß die alliierten Stellungen nicht weiter zu hal­ten waren. Er zog sich daraufhin in den Sü­den zurück. Unterdessen hatten die Deut­schen Chania und Suda eingenommen und drängten darauf, ihre Truppen in Rethymno und Iraklion zu entsetzen.

Vom 29. bis zum 30. Mai hielten die Alliierten in Sfakia einen Brückenkopf, um ihre Trup­pen zu evakuieren; die Besatzung von Re­thymno wurde jedoch zur Kapitulation ge­zwungen. Am darauffolgenden Tag wurden die letzten Soldaten evakuiert, und die Deutschen drangen in Sfakia ein.

Die Alli­ierten hatten 17.000 Mann retten können, ihre Verluste betrugen 17.800 Mann. Die Deutschen verloren mit etwa 7.000 Toten, Vermißten und Verwundeten fast ein Drit­tel ihrer Landungstruppen – sie sollten nie mehr ein Luftlandeunternehmen in diesem Umfang durchführen.

Verluste auf Kreta

Alliierte
Nationalität Gefallen Verwundet Gefangen
Briten 797 263 6.576
Australier 274 507 3.102
Neuseeländer 671 1.455 1.692
Auf See verloren (ca.) 2.000 -
INSGESAMT 3.742 2.225 11.370

Die Verluste der griechischen Armee konnten nicht festgestellt werden. Schätzungen gehen von insgesamt 5.000 Mann Verlusten (Gefallen, Verwundet, Gefangen) aus.

Deutsche
Waffengattung Gefallen Verwundet Vermisste
Fallschirmjäger 1.653 2.046 1.441
Gebirgsjäger 262 458 318
Flieger 76 - 236
INSGESAMT 1.991 2.504 1.995

Massengräber für gefallene deutsche Soldaten

Massengräber für gefallene deutsche Soldaten werden auf Kreta ausgehoben. Heute haben sie ihre letzte Ruhestätte auf dem Soldatenfriedhof von Maleme gefunden.

Der Verlust von mehr als 3.000 Fallschirmjägern (von insgesamt 8000 einge­setzten) markierte einen Wendepunkt in der Geschichte und dem Einsatz der deutschen Fallschirmtruppe. Und auch die Luftwaffe büßte bei diesem Unternehmen über 200 Transportflugzeuge ein.

Und obwohl die Eroberung dieser Insel ein großer Erfolg war, da Deutschland damit in den Besitz eines strategisch wertvollen Punktes im Mittelmeer kam, entschied Hitler am 17. Juli 1941: ‘Kreta hat bewiesen, dass die Tage der Fallschirmtruppe vorüber sind. Die Fallschirmwaffe ist eben eine reine Überraschungswaffe. Der Überraschungsfaktor hat sich inzwischen abgenutzt. ‘
Und tatsächlich wurde die deutsche Fallschirmtruppe fortan nur noch selten für Luftlandeoperationen eingesetzt.

Für das britische Weltreich stellte der Verlust von Kreta nicht nur eine militärische Niederlage dar, sondern er war eine echte Demütigung: Die British Expeditionary Force mit ihren mehr als 40.000 Soldaten, welche die Deutschen in gut ausgebauten und getarnten Stellungen, die über den gesamten Nordteil der Insel verteilt waren, erwarteten und von einer gewaltigen Seestreitmacht unterstützt wurden, war trotz ihrer deutlichen zahlenmäßigen Übermacht und dem genauen Wissen um die Pläne des Gegners nicht in der Lage gewesen, die Verteidigung der Insel erfolgreich durchzuführen.

Dafür zahlten die Briten aber auch einen hohen Preis: Fast 4.000 Gefallene, dreimal soviel Gefangene.
Dazu die Verluste der Royal Navy ­im besonderen: drei Kreuzer versenkt, sieben schwer beschädigt, acht Zerstörer versenkt und neun beschädigt­. Dazu ein Flugzeugträger und zwei Schlachtschiffe außer Gefecht gesetzt.

deutscher Küstenschutz auf Kreta

Kreta feindfrei – deutscher Küstenschutz mit erbeutetem englischen Vickers-MG.

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