Japanische Marine

Stärke und Organisation der kaiserlich-japanischen Marine im Zweiten Weltkrieg. Schiffe der Vereinigten Flotte und die Marine-Luftwaffe beim Angriff Japans auf Pearl Harbor.

Superschlachtschiff 'Yamato'
Superschlachtschiff ‚Yamato

Die Kaiserlich-Japanische Marine im 2. Weltkrieg

Die Kaiserlich Japanische Marine (IJN) spielte im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle, insbesondere im Pazifik.

Überblick

Stärke in der Vorkriegszeit: Bis 1941 hatte Japan die drittgrößte Marine der Welt aufgebaut, wobei der Schwerpunkt auf Flugzeugträgern und Schlachtschiffen lag.

Angriff auf Pearl Harbor: Die IJN griff am 7. Dezember 1941 überraschend Pearl Harbor an und zog die Vereinigten Staaten in den Krieg.

Frühe Erfolge: Die IJN errang in der Anfangsphase des Krieges zahlreiche Siege, darunter die Eroberung Südostasiens und von Teilen des Pazifiks.

Flugzeugträger: Die IJN stützte sich in hohem Maße auf trägergestützte Operationen, mit berühmten Trägern wie Akagi, Kaga, Soryu und Hiryu.

Schlacht von Midway: Diese entscheidende Schlacht im Juni 1942 führte zum Verlust von vier japanischen Flottenträgern und markierte einen Wendepunkt im Pazifikkrieg.

Seeschlachten: Die IJN nahm an großen Gefechten wie im Korallenmeer, auf Guadalcanal, im Philippinischen Meer und im Golf von Leyte teil.

Kamikaze-Angriffe: Im weiteren Verlauf des Krieges griff die IJN auf Selbstmordattacken von Piloten gegen alliierte Schiffe zurück.

Technologische Neuerungen: Die IJN entwickelt fortschrittliche Torpedos, U-Boote und die größten jemals gebauten Schlachtschiffe (Yamato-Klasse).

Niedergang: Die IJN erlitt im Laufe des Krieges immer größere Verluste und hatte mit einem Mangel an Treibstoff, Piloten und Schiffen zu kämpfen.

Kapitulation: Am Ende des Krieges war die IJN praktisch zerstört. Die meisten ihrer verbliebenen Schiffe wurden versenkt oder an die alliierten Streitkräfte übergeben.

Die anfänglichen Erfolge und der anschließende Niedergang der Kaiserlich Japanischen Marine spielten eine entscheidende Rolle für den Verlauf des Zweiten Weltkriegs im Pazifikraum.

Japanische Marine

Zuikaku, Kaga und Akagi
Die japanischen Flugzeugträger Zuikaku, Kaga und Akagi auf dem Weg nach Pearl Harbor (Ende November 1941).

Mitte 1941 schloss die japanische Marine ihre Pläne für einen Pazifik-Krieg ab. Als erstes musste die US-Pazifik-Flotte ausgeschaltet werden und gleichzeitig sollten Kriegsschiffe den Vorstoß der japanischen Armee nach Süden in Richtung der Erdöl- und Rohstoffgebiete unterstützen. Die Kontrolle über diese Gebiete war notwendig, um Japans Existenz und den militärischen Erfolg in China zu gewährleisten.

Ein Verteidigungsring sollte über die Pazifik-Inseln und Südost-Asien gezogen werden, um die Gebiete zu schützen. Es wurde von den Japanern angenommen, dass die Amerikaner mit der Zeit erlahmen würden, gegen diesen uneinnehmbaren Wall anzukämpfen.

Jedoch machten die Japaner bei der Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten im Dezember 1941 mehrere schwerwiegende Fehlkalkulationen. So wurde der Wille der amerikanischen Bevölkerung unterschätzt, einen langen und harten Krieg auszufechten und wohl am meisten wurde die eigene Kampffähigkeit überschätzt, zusammen mit der Schiffsbaukapazität im Krieg.

Das japanische Oberkommando hatte bereits die schnellen Flugzeugträger als die besten strategischen Waffen für einen Pazifik-Krieg aufgrund der Einsatzerfahrungen mit träger- und landgestützten Flugzeugen im Feldzug in China erkannt. Deshalb wurde der Erfolg in Pearl Harbor dadurch geschmälert, dass noch nicht einmal ein amerikanischer Flugzeugträger getroffen werden konnte.

Während der anfänglichen, rasanten Siege im japanischen Eroberungsfeldzug, wurden die alliierten Streitkräfte neu aufgebaut und bis zum April 1942 waren bereits sechs amerikanische und drei britische Flugzeugträger gegen die Gesamtzahl von zehn japanischen Trägern auf diesem Kriegsschauplatz vorhanden.
Der japanische Versuch im Mai 1942, Australien zu isolieren, wurde in der Seeschlacht in der Korallensee abgewiesen und resultierte in schweren Verlusten bei den gut ausgebildeten Flugzeugbesatzungen der Träger. Im nachfolgenden Monat führte die Seeschlacht von Midway schon zu einer schweren Niederlage durch trägergestützte Flugzeuge, als vier japanische Flottenträger für den Verlust von nur einem US-Träger versenkt wurden.

Hiryu in Brand
In der Schlacht von Midway steht an diesem Tag der japanische Flugzeugträger ‚Hiryu‘ nach einem US-Luftangriff in Brand.

Somit hatten die Japaner recht schnell ihre Überlegenheit eingebüßt und die Marineeinsätze konzentrierten sich nun auf den Süd-Pazifik. Nach den schweren Verlusten in der Korallensee, bei Midway und Guadalcanal gingen der japanischen Marine ihre erfahrenen Piloten aus. Staffeln wurden nicht abgelöst, sodass Flugschüler nicht von erfahrenen Front-Piloten lernen konnten.
Es wurde zwar ein umfangreiches Träger-Bauprogramm gestartet, aber die japanische Industriekapazität war nicht ausreichend, um dadurch den Kriegsverlauf zu ändern.
Im April 1943 scheiterte die japanische Marine daran, die Luftüberlegenheit im Südwest-Pazifik zurückzugewinnen, nachdem sie dort mit einer konzentrierten Luftoffensive begonnen hatte. Diese Niederlage deutete die Überlegenheit besser ausgebildeter amerikanischer Piloten in neuen, modernen Flugzeugen an, welche in Kürze von neu in Dienst gestellten großen Flottenträgern der Essex-Klasse operieren würden.

Im Juni 1944 führten die Japaner einen erfolglosen Luftschlag gegen die US-Flotte in der Schlacht in der Philippinen-See durch, was in dem Verlust von rund 300 japanischen Flugzeugen und der Versenkung von drei japanischen Flugzeugträgern resultierte.
Kurz danach, im Oktober 1944, hörte die japanische Marine als Faktor im Pazifik-Krieg praktisch auf zu existieren, als vier Flugzeugträger, drei Schlachtschiffe und zehn Kreuzer in der Schlacht im Leyte-Golf zerstört wurden.

Nicht in der Lage, den Gedanken einer Niederlage anzuerkennen und ohne eine geeignete Verteidigungsstrategie, verbrauchte die japanische Marine nun ihre schlecht ausgebildeten, neuen Piloten in Kamikaze-Angriffen, welche nur einen begrenzten Erfolg erzielten.


Organisation

Japanischer Schlachtkreuzer Kirishima
Die Kirishima war eines von vier im Ersten Weltkrieg gebauten Schlachtkreuzern. Sie wurden zwischen 1933 und 1940 alle zu schnellen Schlachtschiffen umgebaut. Ihre Bewaffnung bestand aus acht 36,6-cm-Geschützen, die Geschwindigkeit lag bei 30 Knoten.

Der japanische Ministerpräsident hatte den Vorsitz über das kaiserliche Hauptquartier (GHQ), welches in zwei Bereiche aufgeteilt war: das Heer und die Marine. Führende Positionen im kaiserlichen Hauptquartier hatten der Marine-Minister und der Chef des Marine-Generalstabes, Admiral Osami Nagano. Andere Offiziere und Abteilungen behandelten die Verantwortlichkeiten von Stab und Ministerien.

Die Ausführung der Befehle des kaiserlichen Hauptquartiers an die Marine oblag dem Oberbefehlshaber aller Kriegsschiffe. Dieser war Admiral Isoroku Yamamoto, und nach dessen Tod im April 1943 wurde sein Nachfolger Admiral Mineichi Koga, dann ab März 1944 Admiral Soemu Toyoda und zuletzt ab Mai 1945 Admiral Jisaburo Ozawa.

Admiräle Yamamoto und Ugaki
Die Admiräle Yamamoto und Ugaki auf dem Schlachtschiff Nagato.

Neben der Verantwortung für die Umsetzung der strategischen Aufgaben wurde auch von ihnen erwartet, dass sie den taktischen Oberbefehl über die wichtigsten Operationen selbst übernahmen. Admiral Yamamoto hatte seine Flagge auf dem Schlachtschiff Nagato bis das Superschlachtschiff Yamato am 16. Dezember 1941 in Dienst gestellt werden konnte. Es gab eine starke Beschränkung für Funksprüche, wenn sich die Flotte auf See befand und in diesen kritischen Momenten war der Oberbefehlshaber oft nicht über den augenblicklichen Stand der Lage informiert.

Von Mai bis September 1944 war der Kreuzer Oyodo das Flaggschiff des Oberbefehlshabers. Das Schiff sollte ein spezieller Kommando-Kreuzer für kombinierte Operationen von See-, Luft und U-Boot-Streitkräften sein und obwohl es ständig zuerst in Tokio und dann in der Bucht von Hiroshima ankerte, erwiesen sich seine Kommunikations-Einrichtungen als unzureichend. Das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Vereinigten Flotte wurde schließlich in der Keio-Universität im Vorort Hiyodashi von Tokio verlegt.

Wie der Name schon sagt, bestand die Vereinigte Flotte (Rengo Kantai) aus der gesamten Flotte. Alle anderen Einheiten, unabhängig von Auftrag und Zusammensetzung, wurden als Tai oder Butai bezeichnet, was als Korps oder Kampfgruppe übersetzt werden könnte. Andere Marinestäbe bezeichneten sie als Flotten, Geschwader oder Divisionen zum Zwecke der Beschreibung.
Es war für Gruppen kleiner Kriegsschiffe üblich, dass sie von einem größeren Schiff angeführt wurden. So wurden vier Zerstörer zu einer Division, vier Divisionen zu einem Zerstörergeschwader mit einem Kreuzer als Flaggschiff. Eine ähnliche Organisation gab es auch für U-Boote.
Für administrative Zwecke wurde die Vereinigte Flotte in kleinere Flotten nach Funktion unterteilt.

Zur Zeit des Angriffs auf Pearl Harbor im Dezember 1941, war die administrative Einteilung der japanischen Marine in etwa wie folgt:

  • Die Erste Flotte (die Schlachtflotte) mit dem Stützpunkt Hiroshima bestand aus 10 Schlachtschiffen, 3 Wasserflugzeug-Trägern, 10 Kreuzern und 10 Zerstörern.
  • Die Zweite Flotte (Aufklärungs-Flotte) mit dem Stützpunkt Hainan bestand aus 13 Kreuzern und 32 Zerstörern.
  • Die Dritte Flotte (Blockade und Transport) mit dem Stützpunkt Formosa bestand aus 5 Kreuzern, 12 Zerstörern, 6 Minenlegern und 1 Geleitschiff.
  • Die Vierte Flotte (japanische Mandats-Inseln im Pazifik) mit dem Stützpunkt Truk bestand aus 4 Kreuzern, 1 Wasserflugzeug-Träger, 12 Zerstörern und 2 Minenlegern.
  • Die Fünfte Flotte (nördliche Gewässer) mit den Stützpunkten Maizuru und Ominato bestand aus 2 Kreuzern.
  • Die Sechste Flotte (Unterseeboote) mit dem Stützpunkt Kwajalein bestand aus 3 Kreuzern und 63 U-Booten.
  • Die Träger-Flotte mit dem Stützpunkt Kure bestand aus 10 Flugzeugträgern.
Schlachtschiff Nagato
Japanische Frauen und Kinder zu Besuch auf dem Schlachtschiff Nagato.

Zusätzlich gab es Marinestreitkräfte mit Stützpunkten auf den Inseln Formosa, Truk, Palau, Saipan, Kwajalein, Maizuru und Ominato, sowie in Indochina. Dort und bei anderen Unterstützungsgruppen befanden sich insgesamt 89 bewaffnete Handelszerstörer, U-Jäger und Patrouillen-Boote, sowie 6 Minenleger, 42 Minenräumer, 46 Hilfsschiffe und 87 Transportschiffe.
Alle ehemaligen Handelsschiffe behielten das Kürzel ‚Maru‘ in ihrem Namen und einige davon wurden auch weiterhin von zivilen Besatzungen bemannt. Reparaturschiffe und Transporter fuhren unter einer besonderen Flagge.

Die Schiffe der japanischen Marine wurden jedoch nicht immer im Rahmen dieser administrativen Gruppen eingesetzt, sondern wurden auf Flotteneinheiten verteilt, welche die jeweiligen Schiffe jeweils benötigten.
So bestand der Angriffsverband für Pearl Harbor aus sechs Schiffen der Träger-Flotte sowie zwei Schlachtschiffen, zwei Kreuzern und einer Zerstörer-Flottille der Schlachtflotte.
Die südliche Kampfgruppe mit der Stoßrichtung Südost-Asien und Philippinen bestand aus den vollständigen Zweiten und Dritten Flotten, sowie den verbleibenden Schlachtschiffen, Kreuzer und Zerstörer der Ersten Flotte (Schlachtflotte). Zusätzlich kamen noch einige Unterseeboote hinzu, welche zuvor zur Ersten Flotte transferiert wurden und anschließend von dort zur südlichen Kampfgruppe.

Jeder Flottenverband hatte seine eigene Aufklärungsgruppe und Hauptstreitmacht, welcher unabhängig von der Zweiten oder Aufklärungs-Flotte oder der Hauptmacht der Vereinigten Flotte operierte und von dem jeweiligen Flottenbefehlshaber auf dem Flaggschiff kommandiert wurde.
Manchmal wurden diese Gruppen vor dem Auslaufen zusammengestellt, manchmal trafen sie sich erst auf See und ebenso kam es vor, dass ihre Anmarschwege so geplant wurden, dass sie sich erst nach einer Reise über den Ozean sichteten, wenn auch der Feind in der Nähe war.
Solche detaillierten und komplizierten Aufmarschpläne funktionierten gut, wenn die japanische Flotte vom Zentrum des Kriegsgebietes aus operierte, aber sie konnten auch schwer daneben gehen, wie bei dem komplexen Aufmarsch in drei gleichzeitigen Stoßrichtungen zur Korallensee, Midway und den Aleuten-Inseln.

Die japanische Marine verfügte über 291.359 Mann Personal im Dezember 1941, welches bis auf 1.663.223 Mann im Juli 1945 anstieg.


Japanische Marine im Dezember 1941

Schiffe der Vereinigten Flotte:

Schiffe der Vereinigten Flotte
Anzahl
Schiffsklassen
im Bau
Schlachtschiffe
10
4 Kongo, 2 Fuso, 2 Ise, 2 Nagato
3 (Yamato - einer davon später zum Flugzeugträger Shinano)
Flugzeugträger
8
1 Hosho, 1 Akagi, 1 Kaga, 1 Ryujo, 2 Hiryu, 2 Shokaku (1941)
8
Schwere Kreuzer
18
2 Furutaka, 2 Aoba, 4 Myoko, 4 Takao, 4 Mogami, 2 Tone
1
Leichte Kreuzer
20
2 Tenryu, 1 Yubari, 5 Kuma, 3 Jintsu, 6 Natori
9
Zerstörer
108
3 Momi, 13 Minekaze, 7 Wakatake, 4 Kamikaze, 12 Mutsuki, 20 Fubuki, 4 Akatsuki, 6 Hatsuhara, 10 Shiratsuyu, 10 Asashio, 18 Kagero (1939-41), 1 Yugumo (1941)
43
U-Boote
63
?


Japanische Marine-Luftwaffe

Mitsubishi A5M Claude
Zwei Mitsubishi A5M Claude über China. Dieses Jagdflugzeug veränderte das Kräfteverhältnis im Luftkrieg über China zugunsten Japans und erlangte vollständige Luftüberlegenheit.

Abgesehen von 370 Trainings- und Reservemaschinen, hatte die japanische Marine-Luftwaffe etwa 1.400 Flugzeuge. Es gab 660 Jäger (vor allem A6M Zeros), 330 bordgestützte Bomber, 240 zweimotorige, landgestützte Torpedoflugzeuge für den abgestimmten Einsatz mit der Flotte, und 520 Flugboote und Wasserflugzeuge.
Für Wasserflugzeuge war es üblich, dass diese von Kreuzern aus mithilfe eines Katapults gestartet wurden, um die Aufklärungsaufgaben für die Flotte zu übernehmen. Dadurch wurden die Flugzeugträger von dieser Aufgabe befreit.

Alle diese Flugzeuge waren in der Vereinigten Flotte in Kanoya zusammengefasst. Sie wurden unterteilt in die 1.Luftflotte (zum Einsatz von den Flugzeugträgern) und der 11. Luftflotte unter Vize-Admiral Nishizo Tsukuhura auf Landflugplätzen in Formosa und Indo-China.

Diese Luftflotten wurden des weiteren unterteilt in Flottillen (jede von einem Vize-Admiral kommandiert), welche wiederum aus zwei oder mehr Luft-Gruppen bestanden. Jede Gruppe hatte 12 bis 36 Flugzeuge und 4 bis 12 weitere in Reserve, je nach Größe. Die Kampfformation war die Luft-Division aus neun Flugzeugen.

Zeros auf dem Flugzeugträger Akagi
Zeros auf dem Flugzeugträger Akagi lassen am Morgen des 7. Dezember 1941 ihre Motoren warm laufen.

Die japanische Marinefliegertruppe während des Zweiten Weltkriegs – offiziell bekannt als Imperial Japanese Navy Air Service (IJNAS) – war zu Beginn des Konflikts eine der mächtigsten und fortschrittlichsten Luftstreitkräfte der Welt. Sie spielte eine entscheidende Rolle bei den frühen Siegen Japans, verlor jedoch im Verlauf des Krieges rapide an Bedeutung.

Ursprünge und Organisation
Die IJNAS wurde 1912 gegründet und operierte unabhängig von der Kaiserlichen Japanischen Armee-Luftwaffe. Sie unterstand der Kaiserlichen Japanischen Marine (IJN) und konzentrierte sich in erster Linie auf:

– Trägergestützte Luftfahrt
– Langstrecken-Seezielangriffe
– Flottenverteidigung und Aufklärung

Ihre Piloten wurden nach außergewöhnlich hohen Standards ausgebildet, wobei der Schwerpunkt auf individuellen Fähigkeiten, Navigation und Luftkampf lag.

Flugzeuge und Technologie

Legendäre Flugzeuge:
– Mitsubishi A6M „Zero” – Das berühmteste japanische Kampfflugzeug des Krieges, bekannt für seine große Reichweite, Manövrierfähigkeit und Wendigkeit.
– Aichi D3A „Val” – Sturzflieger, der in frühen Seeschlachten häufig zum Einsatz kam.
– Nakajima B5N „Kate” – Torpedobomber, der für große Erfolge verantwortlich war, darunter Pearl Harbor.
– Yokosuka D4Y „Judy” – Schnellerer Sturzflieger, der später im Krieg eingeführt wurde.

Stärken
– Außergewöhnliche Reichweite und Treibstoffeffizienz
– Leichtes Flugzeugdesign
– Hochqualifizierte und kampferprobte Piloten

Schwächen
– Minimale Panzerung und fehlende selbstdichtende Treibstofftanks
– Begrenzte Radar- und Verteidigungstechnologie
– Langsame Anpassung an neuere Flugzeugkonstruktionen

Dominanz zu Beginn des Krieges (1941–1942)
Die IJNAS befand sich in der Anfangsphase des Krieges auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Zu ihren bemerkenswertesten Operationen zählen:

– Angriff auf Pearl Harbor (7. Dezember 1941)
– Schlacht im Korallenmeer
– Schlacht um Midway (ein Wendepunkt)
– Rasche Eroberung Südostasiens und des Pazifiks

Zu diesem Zeitpunkt war die japanische Marinefliegertruppe den meisten Luftstreitkräften der Alliierten in Bezug auf Erfahrung und taktische Koordination überlegen.

Niedergang und Wendepunkte
Die Schlacht um Midway (Juni 1942) war für die IJNAS katastrophal. Japan verlor:
– Vier Flottenflugzeugträger
– Hunderte von Flugzeugen
– Viele seiner bestausgebildeten Piloten

Im Gegensatz zu den Alliierten verfügte Japan nicht über ein groß angelegtes System zur Ausbildung und Ersetzung von Piloten. Verluste konnten nicht schnell ersetzt werden, was zu einem starken Rückgang der Luftkampfkraft führte.

Späte Kriegsjahre und Kamikaze-Einsätze
In den Jahren 1944/45 sah sich die IJNAS einer überwältigenden Luftüberlegenheit der Alliierten gegenüber. Treibstoffmangel, veraltete Flugzeuge und unerfahrene Piloten beeinträchtigten ihre Schlagkraft erheblich.

Als Reaktion darauf führte Japan Kamikaze-Angriffe (Selbstmordangriffe) ein, die offiziell als Tokkōtai bezeichnet wurden:
– Piloten stürzten ihre Flugzeuge absichtlich auf alliierte Schiffe
– Einsatz während Schlachten wie Leyte Gulf und Okinawa
– Spiegelt eher Verzweiflung als strategischen Vorteil wider

Vergleich mit den alliierten Seestreitkräften
Während die IJNAS den Schwerpunkt auf Elitepiloten und offensive Taktiken legte, konzentrierten sich die alliierten Streitkräfte – insbesondere die US-Marine – auf:
– Massenproduktion
– Radar und Kommunikation
– Überlebensfähigkeit und Rotation der Piloten

Dieser industrielle und organisatorische Vorteil erwies sich als entscheidend.

Vermächtnis
Die Kaiserliche Japanische Marinefliegertruppe hinterließ ein komplexes Vermächtnis:
– Bewundert für die Fähigkeiten ihrer Piloten und innovative Flugzeugträgeroperationen
– Kritisiert für technologische Stagnation und strategische Rigidität
– Ihre frühen Erfolge beeinflussten die moderne Doktrin der Marinefliegerei

Die IJNAS wurde nach der Kapitulation Japans im Jahr 1945 offiziell aufgelöst, aber ihre Geschichte bleibt ein wichtiges Kapitel in der Entwicklung der Marinefliegerei.

 

weiter siehe auch: Japanische Armee 1941/42


Quellenangaben und Literatur

World War II – A Statistical Survey (John Ellis)
The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
Fighting Ships of the World (Antony Preston)
Flotten des 2. Weltkrieges (Antony Preston)
Kriegsschiffe von 1900 bis heute – Technik und Einsatz (Buch und Zeit Verlagsgesellschaft)
Das große Buch der Luftkämpfe (Ian Parsons)

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