Cetniks
Nachdem die deutschen Streitkräfte in kurzer Zeit die Königlich-Jugoslawische Armee geschlagen und Serbien besetzt hatten, wurden sie schleunigst abgezogen um für den vorgesehenen Angriff auf die Sowjetunion bereitgestellt zu werden. Dies bedeutete, daß die Säuberung des Landes und die Einsammlung und Entwaffnung der jugoslawischen Armee nur unvollständig durchgeführt werden konnte.
Etwa 15.000, meist serbische Soldaten, der 300.000 Mann starken jugoslawischen Armee wollten nicht kapitulieren und begannen sich, was als die Bewegung der Offiziere bekannt werden sollte, unter dem Oberst des Generalstabs der Königlich-jugoslawischen Armee 'Draza' Mihailowitsch zu organisieren. Die Bewegung wurde später besser bekannt als die Cetniks.
Bild: Cetniks zeigen einige ihrer Ausrüstungsgegenstände und Waffen. Sie tragen grundsätzlich die Uniform der ehemaligen Königlich-jugoslawischen Armee, obwohl einige erhebliche Modifizierungen unter den Kriegsumständen stattfinden mußten.
In der Zwischenzeit hatte der junge König Peter unter britischer Schirmherrschaft eine Exil-Regierung gebildet. Allerdings waren die ihm im Mittleren Osten verbliebenen jugoslawischen Truppenverbände so unbedeutend, daß er entschied Mihailowitsch zum General zu befördern und als Verteidigungsminister zu benennen. So wurden die Cetniks zur Königlich-Jugoslawischen Heimatarmee.
Zuerst gab es Versuche, kommunistische Partisanen und Cetniks zu vereinigen. Doch derartige Bemühungen scheiterten allesamt, denn tatsächlich bekämpften sich Cetniks und kommunistische Partisanen oft mit größerer Heftigkeit und Feindseligkeit, als daß sie dies gegen die Besatzer taten.
Gerüchte über Zusammenarbeit mit den Truppen der Achse und ein Mangel an Initiative führte dazu, daß die Briten Mihailowitsch im Mai 1944 fallen ließen und nicht mehr unterstützten. Er wurde 1946 von den Kommunisten erschossen.

Bild: Drei Cetniks posieren mit zwei deutschen Offizieren 1944 für die Kamera.
Die Königlich-jugoslawische Heimtarmee war - zumindest in der Theorie - ebenso organisiert wie die ehemalige reguläre Armee. Ein Korps bestands aus einem Hauptquartier und zwei bis sechs Brigaden, was eine Stärke von etwa 1.200 bis 9.000 Mann ergab. Die Brigaden waren ebenfalls in der Größe unterschiedlich und bestanden aus vier bis sechs Bataillonen zusammen mit Nachrichten-, Sanitäts-, Pionier- und Nachschubseinheiten. Jedes Bataillon hatte ein Hauptquartier und drei bis fünf Kompanien, welche jeweils aus bis zu fünf Zügen zu 50 Soldaten bestanden.
Die besten Männer der Königlich-Jugoslawischen Heimtarmee wurden in Sturm-Brigaden zusammengefaßt, welche die gefährlichsten Aufträge durchführten. Der Ehrentitel 'Sturm-Brigade' wurde den besten Brigaden in Anerkennung für besonders mutiges und erfolgreiches Verhalten verliehen.
Die Garnisonsbataillone bestanden aus älteren Männern und Frauen, welche nicht außerhalb ihrer Heimatgebiete zum Einsatz kommen sollten. Sie waren verantwortlich für die Sicherheit ihrer Dörfer und traten dort als Polizei- und Verwaltungsbehörde auf. Sie enthielten auch Mitglieder der ehemaligen Grenztruppen und der Polizei. Im Falle eines Angriffes sollten die Garnisonsbataillone ihre Stellungen verteidigen, während die beweglichen Bataillone herangeführt werden und versuchen sollten, die feindlichen Truppen im Rücken oder in den Flanken anzugreifen. |