Wehrmachts-Uniformen

Die Heeres-Uniformen der Wehrmacht.
Deutsche Uniformen und Rangabzeichen im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg von 1935 bis 1945.

Rast einer Gruppe deutscher Infanteristen.

Die feldgraue Uniform der Wehrmacht war eine Weiterentwicklung der während des Ersten Weltkrieges verwendeten deutschen Uniform. Die endgültige Form dieser Uniform wurde in mehreren Schritten ab 1935 eingeführt.

Im deutschen Heer gab es zwei Arten von Uniform: Standard-Uniformen, welche von der Wehrmacht ausgegeben wurden, oder vom Träger persönlich auf eigene oder Staatskosten maßgeschneidert angefertigte Uniformen.
Während der Friedenszeit und auch noch während des ersten Kriegsjahres wurden maßgeschneiderte Uniformen häufig von Offizieren verwendet, aber da sich diese im Kampfeinsatz als unpraktisch, unkomfortabel und teuer zu ersetzen herausstellten, wurden von diesen zunehmend mehr Standard-Uniformen mit entsprechenden Rangabzeichen verwendet.

Die feldgraue Standard-Uniform war im Heer vereinheitlicht und bestand aus den grundsätzlichen Komponenten Stahlhelm, Seitenkappe, Feldbluse, Überzugmantel, Hose und Marschstiefel.
Gebirgsjäger erhielten die gleiche Uniform, jedoch wurde die Seitenkappe durch eine Jägermütze ersetzt, sowie die Hosen und Stiefel durch lange, sackartige Hosen mit elastischen Gamaschen am Knöcheln und Bergstiefeln.

Berittene Angehörige des Heeres waren nicht nur bei der Kavallerie vertreten, sondern hauptsächlich in der Masse der Verbände, welche immer noch auf Pferde für den Transport oder die Aufklärung angewiesen waren. Diese Männer erhielten Reithosen aus Leder und schwere Reitstiefeln.

Eine spezielle schwarze Uniform für die Besatzungen von geschlossenen Kampffahrzeugen wurde 1935 ebenfalls eingeführt. Diese Uniform bestand aus einem schwarzen, gepolsterten Barett, welches auch als Schutzhelm diente, einer zweireihigen Jacke und langen Sackhosen.
Diese Uniform, welche anfangs nur beim Dienst mit dem Fahrzeug getragen wurde, war zugleich praktisch und beliebt. Die schwarze Farbe, welche durch ein silbernes Totenkopf-Abzeichen auf dem Barett ergänzt wurde, hatte ein dramatisches Aussehen und trug nicht wenig zum Esprit der jungen Waffengattung bei. So wurde diese Uniform ab Anfang 1940 auch an die Besatzungen der Selbstfahrlafetten in einer feldgrauen Version ausgegeben.

Soldaten der Wehrmacht im Jahr 1940 (Foto des Großvaters des Autors).

Im Allgemeinen hatte die deutsche Bekleidungsindustrie Wunder erreicht, um mit dem Ausbau der Armee Schritt halten zu können und die deutsche Uniform war eine seltene Kombination aus Tradition und Moderne, Komfort und Zweckmäßigkeit.
Trotzdem gab es nicht genug Uniformen, um die stark anwachsende Wehrmacht vollständig auszustatten. Das führte dazu, dass die Deutschen selbst vorgefundene Uniformen der österreichischen, tschechoslowakischen und polnischen Armee verwendeten. Diese wurden sortiert, eingelagert, von den jeweiligen nationalen Abzeichen befreit und vorübergehend an deutsche Wehrpflichtige ausgegeben, um den Mangel zu überbrücken.

Abzeichen

Die wichtigste Methode zu Ermittlung des Ranges eines Angehörigen des deutschen Heeres erfolgte über das System der Schultergurte, an dem sich nicht nur der Rang des Trägers erkennen ließ, sondern auch die Waffengattung, Einheit und der Status.
Darüber hinaus erkannte man Offiziere an ihrer Kopfbedeckung, der Schirmmütze mit silbernen Kinnschnüren oder einer Seitenkappe mit Silberpappeln und der braunen Lederausstattung.

Alle Unteroffiziere trugen die gewöhnliche Soldatenuniform, was im Gegensatz zu vielen europäischen Armeen stand, welche nach dem französischen System organisiert waren und wo diese eine Offiziersuniform trugen. Im deutschen Heer wurden die Unteroffiziere durch silberne Spitzen auf ihrem Uniform-Kragen und Schulterriemen erkannt. Gewöhnliche Soldaten trugen ihre Abzeichen auf dem linken Ärmel.

Die Waffengattung wurde durch unterschiedliche Farben (zum Beispiel goldgelb in der Kavallerie), die als Pappeln auf der Schirmmütze, Dienstgradabzeichen auf der Vorderseite der Seitenkappe, Streifen auf den Kragenstücken und als Kordel und Unterstück an den Schultergurten getragen wurden.

Abzeichen des deutschen Heeres (I), v.l.n.n.r: Feldmarschall; Generaloberst, General der Infanterie; Generalleutnant; Generalmajor; Oberst (Infanterie); Oberstleutnant Gebirgsjäger); Major (Kavallerie); Hauptmann (Panzer); Oberleutnant (Nachschub); Leutnant (Artillerie). Unterste Reihe die Ärmelabzeichen für Tarnanzüge. Die Farbe der Waffengattung umrandet die Schulterstücke.

Auszeichnungen und Dekorationen waren zu Beginn des Krieges vergleichsweise selten, wobei diese sich auf Auszeichnungen aus dem 1. Weltkrieg, für lange Dienstzeiten, Nazi-Partei-Abzeichen und für den Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg beschränkten.
Es war für den deutschen Soldaten jedoch charakteristisch, dass er seine Auszeichnungen und Dekorationen auch im Gefecht trug, obwohl er damit als Ziel für feindliche Scharfschützen auffiel.

Abzeichen des deutschen Heeres (II), v.l.n.n.r: Stabsfeldwebel (Panzer); Oberfeldwebel (Panzergrenadiere); Feldwebel (mot. Aufklärung); Unterfeldwebel (Pioniere); Unteroffizier (Nachrichten); Infanterist (Schütze); Stabsgefreiter; Obergefreiter; Gefreiter; Oberschütze; Artillerie-Feldwebel (Kriegsbeginn). Unterste Reihe die Ärmelabzeichen für Tarnanzüge. Die Farbe der Waffengattung umrandet die Schulterstücke.

Weiter zu Teil II: Deutsche Uniformen in Nordafrika und an der Ostfront.


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