Walther P-38

Deutsches ReichStandard-Pistole Modell 1938 (Walther P-38) des deutschen Heeres im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Automatik-Pistole Walther P-38

Automatik-Pistole Walther P-38

Pistole Modell 1938 (Walther P-38)
Typ: Selbstlade-Pistole.

Geschichte

Anfang der 1930er Jahre begann die Firma Carl Walther in Zella-Mehlis, welche seit vielen Jahren eine Reihe von hervorragenden Taschenpistolen gefertigt hatte, mit der Arbeit an einer militärischen Dienstwaffe im 9-mm-Parabellum-Kaliber. Vollständig die Pfade ihrer bisherigen Entwürfe verlassend, baute sie eine Pistole mit Verriegelung, wobei der Hahn die Fähigkeit des Doppelbewegungs-Abzugssytem hatte. Die Pistole wurde von dem vorausgegangenen Polizeimodell Walther PP von 1929 abgeleitet.

Wenn die Waffe geladen und gespannt wurde, senkte das Betätigen die Sicherungssperre den Hahn. Um zu schiessen mußte die Sicherungssperre auf ‘Feuern’ gestellt werden, der Schütze betätigte den Abzug um den Hahn anzuziehen und anschließend freizugeben. Beim Schuss wurde der Verschluss mit einem Pendelriegel verschlossen, der nach einer kurzen Rückbewegung des Laufs freigegeben wurde. Nach dem ersten Schuß verblieb der Hahn gespannt und das Feuern erfolgte im üblichen Einzelschuß-Modus automatischer Pistolen.

Die Waffe wurde unter dem Namen Modell AP (Armee-Pistole) bekannt und nur eine sehr geringe Stückzahl wurde hergestellt. Als sie dem deutschen Heer angeboten wurde, wurde sie aus dem Grunde zurückgewiesen, daß der Hahn nicht sichtbar wäre. Soldaten bevorzugten es den Hahn zu sehen, als ein äußerlich sichtbares Zeichen des Bereitschaftszustandes ihrer Waffe.
Walther überarbeitete die Waffe sofort mit einem äußeren Hahn und während über ihre Einführung im deutschen Heer nachgedacht wurde, wurde sei kommerziell als Modell HP (Heeres-Pistole) auf dem zivilen Markt verkauft.

Da das deutsche Heer, bedingt durch seine starke Erweiterung, nun ernsthaft nach einem einfacher herzustellenden Ersatz für seine hervorragende, aber alte Dienstpistole Luger Parabellum von 1908 suchte, wurde die Waffe von der Wehrmacht nach einigen kleinen Änderungen zur einfacheren Produktion übernommen. Sie änderte nochmals den Namen in Pistole 38, wenn auch die ‘HP’ immer noch bis zum Sommer 1939 auf dem Privatmarkt erworben werden konnte.
Die ersten einhundert Stück wurden an die Wehrmacht im August 1939 ausgeliefert und bis Ende des Jahres wurden 1.470 Exemplare übernommen.

Die P-38 wurde 1939 auch von der schwedischen Armee als ihr Modell 39 übernommen, wenn es auch zweifelhaft ist, ob sie vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs viele erhalten haben.
Während des Krieges wurde die Tugenden der einfachen Massenproduktion der Pistole bis auf die Spitze getrieben, als drei Fabriken damit beschäftigt waren, sowie zahlreiche Unterauftragsnehmer, welche Bauteile herstellten, die in den Hauptwerken zusammengebaut wurden.
Diese Eigenschaft hatte zu ihrer Übernahme in die Wehrmacht als Standardpistiole geführt, da die Walther-Pistole weniger traditionelle Arbeitsmethoden von Pistolenschmieden benötigte, als ihr Vorgänger Parabellum 08.
Bis 1945 wurden etwa eine Million Stück gebaut, von denen Walther 580.000 herstellte. Ab November 1942 baute auch die Firma Mauser die Pistole, welche 360.000 Stück an Wehrmacht und Polizei auslieferte. Später kamen schließlich auch noch die Spreewerke hinzu.

Walther P-38

Walther P-38

Alle gebauten Waffen waren gut verarbeitet, mit glänzenden, schwarzen Kunststoffgriffen und mattschwarz plattiert überzogen. Die Waffe konnte leicht zerlegt werden und war sehr gut mit Sicherungseinrichtungen ausgestattet, einschließlich der Sicherung für den Hahn, welcher von der Polizeipistole PP mit seinen Einstellungen ‘Kammer’ und ‘Geladen’ übernommen wurde.
Im Kampf erwies sie sich auch zuverlässiger als die Pistole 08, wegen ihrer Kombination aus Sicherung und Abzug. Die Waffe konnte gespannt mit einer Patrone in der Kammer getragen werden und wenn der Abzug durchgedrückt wurde, erfolgte gleichzeitig die Entsicherung und der Schuß konnte abgegeben werden.

Wie die Luger P-08, war auch die Walther P-38 innerhalb des deutschen Heeres während des Zweiten Weltkriegs weit verbreitet. Wenn es auch amerikanische Kritik gab, wie ‘Wunder aus Blech und Federn’, war es doch eine bemerkenswerte robuste Waffe. Dies zeigte sich besonders an der Ostfront, wo die extrem kalten Bedingungen schon zahlreiche andere, bewährte Waffen außer Gefecht gesetzt hatten.
Sie war auch genau und einfach zu bedienen; Eigenschaften welche sich in ihrer Beliebtheit bei der Truppe im Gefecht und bei der Effektivität niederschlugen. Daher war die Walther P-38 auch bei den alliierten Truppen eine begehrte Trophäe.

Mit Kriegsende hielt natürlich auch die Produktion der Waffe an, aber sie wurde 1957 von der neuen Firma Carl Walther in Ulm wieder aufgenommen und wurde von der Bundeswehr als Pistole 1 übernommen. Die Walther-Pistole war so modern konzipiert, daß sie bei der Bundeswehr als P-1 bis 1998 verwendet wurde.
Die Waffe wird weiterhin gebaut und wurde bei zahlreichen Streitkräften eingeführt.


3D-Modell Pistole Walther P-38


Spezifikationen Walther P-38

Spezifikationen
Walther P-38 Spezifikation
Typ automatische Selbstlade-Pistole
Kaliber 9 mm Parabellum
Länge 21,50 cm
Gewicht 0,95 kg
Lauf 12,40 cm mit 6 rechtsläufigen Zügen
Magazin 8 Schuss-Kastenmagazin
Funktion Rückstoß, Keilschloß, Doppelbewegungs-Abzugssystem
Geschoßgeschwindigkeit 350 m/sek
Einsatzstatistik
Walther P-38 Angaben
Hersteller Carl Walther Waffenfabrik (Zella-Mehlis), Spreewerke GmbH (Berlin), Mauserwerke AG (Oberndorf)
Produktionsbeginn 1938
Truppeneinführung August 1939 (100 Stück)
Endlieferung 1945
Produktionszahl über 1 Millionen (580.000 von Walther, 360.000 durch Mauser), davon 1.470 bis Ende 1939
Stückpreis ? (weniger als 32 Reichsmark der Pistole 08)

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