Spitfire V

british-flagEnglisches Jagdflugzeug Spitfire Mk V.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Spitfire VB

Ein spätes Modell einer Spitfire VB, mit LF-Flügeln für den Einsatz in niedrigen Flughöhen.

Supermarine Spitfire V
Typ: englisches Jagdflugzeug.

Geschichte:

Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß mit Ausnahme der ersten beiden Varianten der Supermarine Spitfire (Mk I und Mk II), die am häufigsten verwendeten und allgemein zu den erfolgreichsten Varianten zählenden Modelle Lückenbüßer und Eillösungen waren. Im 2. Weltkrieg war es unter dem Druck der Ereignisse nicht immer möglich, genügend Zeit zur Entwicklung und Produktion der bestmöglichen Flugzeuge aufzuwenden, sodaß Kompromisse und Einschnitte unvermeidlich waren. Dies war auch der Fall bei der Spitfire V.

Während der Schlacht um England im Jahre 1940 konnte die Spitfire Mk I eine knappe Überlegenheit gegenüber der deutschen Messerschmitt Bf 109 E aufrecht erhalten, und die paar Spitfire Mk II, welche auch noch daran teilnahmen, hatten nur eine kleine Leistungssteigerung gegenüber der Mk I. Daher befaßte sich die RAF im Oktober 1940 mit der Frage eines Ersatzmodells.

Der geplante Nachfolger für die ersten Modelle war die Mk III, welche seit 1939 in der Entwicklung war und bereits den Erstflug hinter sich hatte. Dieses Flugzeug hatte eine Reihe wichtiger Verbesserungen, z.B. ein neues Flügel-Design, ein einziehbares Schwanzrad und einen Rolls-Royce Merlin XX Motor. Als erste Maßnahme wurden 1.120 Mk III im Oktober bestellt.

Es war jedoch klar, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen würde, um die Produktion vorzubereiten und als vorläufige Lösung wurde Rolls-Royce gebeten, den neuen Merlin 45-Motor in die Spitfire I einzubauen und als Spitfire V zu produzieren (die Bezeichnung Mk IV war schon für eine mit Griffon-Motor geplante Mk III vergeben worden).
Die ersten Spitfire V wurden von der 92.Squadron (RAF Staffel) Anfang Dezember 1940 in Dienst gestellt.

Nur 94 der mit acht 7,7mm Browning Maschinengewehren bewaffneten Version VA wurden produziert, alle anderen waren Spitfire VB mit zwei 20 mm Kanonen und vier MGs. Im Zuge der Ereignisse wurden die Aufträge für die Spitfire III storniert und einige ihrer besonderen Eigenschaften für die Mk V übernommen. Zwischen 1941 und 1943 wurden dann 6.464 Stück dieses Jagdflugzeuges gebaut.

Das Flugzeug wurde von mehr als 140 Staffeln der RAF und neun anderen Nationen, darunter auch die USA, verwendet. Es wurde an allen Fronten des 2. Weltkrieges eingesetzt und war in vielen Fällen präsent, als sich die Waagschale des Krieges zugunsten der Alliierten neigte.

In den ersten Monaten des Jahres 1941 ging die Spitfire V mit der 41., 54., 64. und 91. Squadron (Staffel) der RAF in den Einsatz. Während des Mai wurden erstmals Luftkämpfe mit dem neuen deutschen Messerschmitt Bf 109 F Jäger bekannt. Zu dieser Zeit war die Produktion der Mk V in vollem Gange. Das Flugzeug wurde schnell an die britischen Staffeln ausgeliefert und im Sommer begann die RAF eine Luftoffensive über Holland, Belgien und Nordfrankreich. Diese Offensive bestand aus Jagdeinsätzen über dem Feindgebiet und Tagesangriffen durch Blenheim und Stirling-Bombern, für die die Spitfire V Jagdschutz flogen. Bis September waren 27 Staffeln mit der Mk VB ausgerüstet.
Um die Spitfire auch als Jagdbomber oder mit Zusatztanks verwenden zu können, kam im späteren Verlauf des Jahres die Mk VC aus der Produktion.

Mit Beginn des Jahres 1942 waren mehr als 1.700 Spitfiire V gebaut worden. Im Januar 1942 begann auch Westland Aircraft mit dem Bau der ersten Mk VB, und kurz danach stellte Supermarine schrittweise den Bau der VB zugunsten der neuen Mk VC ein. Die Fabrik in Castle Bromwich folgte dem im Herbst, wo dann täglich acht bis zehn Flugzeuge gebaut wurden. Über 3.300 Mk V wurden schließlich 1942 gebaut.

Die ersten Monate dieses Jahres waren jedoch von einer Reihe militärischer Katastrophen im Pazifik, in Nord-Afrika und im Ärmelkanal für die britischen Truppen geprägt. All diese Ereignisse hatten einen Einfluss auf die Entwicklung und Verwendung der Spitfire.
Vor September 1941 war der wichtigste Gegner der Spitfire die Messerschmitt Bf 109 F. Obwohl dieses Flugzeug eine leichte Überlegenheit bei Flughöhen über 6.500 m hatte, war seine Bewaffnung leicht und die Spitfire V war zumeist das überlegene Flugzeug.

Jedoch dann, im September, erschienen die ersten neuen Focke-Wulf Fw 190 bei Luftkämpfen über Frankreich. Mit der Ausnahme des engeren Wendekreises der Spitfire, war die Fw 190 in allen anderen Aspekten überlegen.
Im Februar 1942 führten die Deutschen die drei Kriegsschiffe Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen direkt durch den englischen Kanal nach Deutschland zurück. Die dabei stattfindenden Luftkämpfe mit einer großen Anzahl von Fw 190 ließen keinen Zweifel daran offen, dass die Spitfire von dem neuen Flugzeug der deutschen Luftwaffe deklassiert war.

Die Antwort darauf war die Spitfire Mk IX, wiederum als ‘Lückenbüsser’ und Eillösung aus einer Zelle der Mk VC und dem mächtigen Merlin 61-Motor entwickelt. Allerdings würde es einige Zeit dauern, das neue Modell in ausreichender Zahl an die Staffeln auszuliefern, und so waren im Juni 1942 nicht weniger als 59 Staffeln in England und 7 im Mittelmeer-Raum mit der unterlegenen Mk V ausgerüstet, mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt.

Im August 1942 wurden die ersten Spitfire V in Nord-Afrika verwendet. Diese Flugzeuge standen dort den deutschen Bf 109 F (und später dem neuen Bf 109 G Modell) und dem italienischen Macchi C.202 Folgore Jägern gegenüber.
Da die meisten Luftkämpfe dort in geringer Höhe stattfanden, hatten die Spitfires wenig Probleme mit der Bf 109 F, wenn dann auch die Bf 109 G etwas schneller als sie selbst waren. Gegen die italienischen MC.202 sah es so aus, als wenn beide Flugzeuge ziemlich gleich auf waren. Das italienische Jagdflugzeug war zwar im Steigflug in geringer Höhe überlegen, jedoch unterbewaffnet.

Im Fernen Osten, gegen die japanische Mitsubishi A6M Zero, wurde das Flugzeug jedoch zum erstenmal von einem Gegner ausmanöveriert, wenn es auch selbst eine überlegene Geschwindigkeit hatte.

Die letzte Mk V wurde von der Firma Supermarine im Juli 1942 gebaut (bei anderen Firmen bis 1943) und im September 1944 befanden sich keine mehr bei Fronteinheiten.

Benutzer: englische RAF, Kanada, USAAF, Russland und andere Alliierte.


Animation 3d-Modell Supermarine Spitfire VB


Spezifikationen Supermarine Spitfire VB

Spezifikationen
Spitfire V Spezifikation
Typ Jagdflugzeug
Antrieb 1 x 1440-PS Rolls-Royce Merlin 45/46/50 V-12 Motor
Besatzung 1
Spannweite 11,23 m
Länge über alles 9,11 m
Höhe über alles 3,48 m
Flügelfläche 22,48 m²
Leer-Gewicht 2.313 kg
Höchstgewicht 3.078 kg
Höchstgeschwindigkeit 602 km/h in 3.960 m
Steigleistung 6.095 m in 7,5 min.
Dienstgipfelhöhe 11.278 m
Reichweite 756 km
Bewaffnung
Spitfire V Spezifikation
in den Flügeln 2 x 20-mm-Kanonen und 4 x 7,7-mm MGs
Zulkadung alle mit Halterung für 227-kg-Bombe unter Rumpf oder Abwurftank. (VC: zusätzlich bis zu zwei 113-kg-Bomben unter den Flügeln)
Einsatzstatistik
Spitfire V Angaben
Serienproduktion Dezember 1940
Endlieferung 1943
Stückzahl 6.464 (94 VA, 3.923 VB, 2.447 VC). 1942/43 wurden 143 Mk V aus Beständen im Nahen Osten an Russland abgegeben. (alle Versionen: 20.351)
Bauzahlen 1941 ca. 1.700
Bauzahlen 1942 ca. 3.300
Bauzahlen 1943 ca. 1.400
US-Einsätze Europa mit Spitfires 1942-1945 28.981
US-Bombenabwurfmenge Europa 1942-1945 212 t
US-Verluste Europa 1942-1945 101
Feindabschüsse Europa durch US-Piloten (1942-1945) 256
Feindflugzeuge auf dem Boden zerstört durch US-Piloten (Europa 1942-1945) 3
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