Ju 87 Stuka

flag-GermanyDeutscher Junkers Ju 87 Stuka Sturzkampfbomber.
Geschichte, Entwicklung, Sturzflug-Taktik, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Mit Winterttarnanstrich versehener Junkers Ju 87 B Sturzkampfbomber

Ein mit Winterttarnanstrich versehener Junkers Ju 87 B Sturzkampfbomber fährt nach einer Mission an der Ostfront im Winter 41/42 zu seinem Abstellplatz.

Junkers Ju 87 Stuka
Typ: zweisitziger Sturzkampfbomber

Geschichte:

Kette von Ju 87-Sturzkampfbombern

Eine Kette von Ju 87-Sturzkampfbombern. Das ohrenbetäubende Geheul der niederstürzenden Flugzeuge gehörte für die Bevölkerung im Kriegsgebiet zu den schrecklichsten Erlebnissen.

Zumindest bis 1942 war die Ju 87 Stuka der Schrecken der Gegner auf der Erde. Zunächst mit Doppelleitwerk und R-R Kestrel-Motor 1935 geflogen, ging sie als Ju 87 A im Jahr 1937 in Serie. Sie hatte ein langes, verkleidetes Fahrgestell und unter dem Rumpf eine Bombenaufhängung, welche die Bombe vor dem Auslösen vom Rumpf ab schwenkte.

Die Ju 87 B war die erste Serienmaschine mit dem doppelt so starken Jumo 211-Motor. Außerdem hatte sie eine Abfangautomatik, um ein sicheres Hochziehen nach dem Sturzflug zu gewährleisten, und Winkelmarkierungen von 60°, 75° und 80° seitlich am Pilotenfenster. Die Erfahrungen in Spanien hatten gezeigt, daß die Piloten beim Aufschwung ohnmächtig werden und die Kontrolle über das Flugzeug verlieren konnten. Eine ganze Formation zog einmal in Spanien zu spät hoch, wobei viele Maschinen in den Boden rasten. In Polen und in den Niederlanden hatte die Stuka große Erfolge, die sie in Griechenland, auf Kreta und an Teilen der Ostfront wiederholte.

In der Schlacht um England jedoch waren ihre Verluste durch Supermarine Spitfire und Hawker Hurricane Jäger so hoch, daß sie bald zurückgezogen wurde. Sie wurde dann gegen Schiffe und Truppen in den Gebieten eingesetzt, in denen die Achsenmächte noch eine gewisse Luftüberlegenheit hatten. Die Stuka, die so schwere Schläge während der Luftschlacht um England hatte einstecken müssen, erntete noch einmal Siegeslorbeeren als Zerstörer feindlichen Schiffsraumes in der Schlacht um Kreta. Stukas des ‘Immelmann’-Geschwaders fügten der britischen Mittelmeerflotte gewaltige Verluste zu. Und nicht einmal die schnellen Zerstörer waren sicher vor ihren Angriffen.

Sturzflugangriffe waren der genauste Weg um Bomben im Ziel zu platzieren. Nach Abschluss ihrer Ausbildung in spezialisierten Sturzkampfbomber-Flugschulen waren die Besatzungen der Stukas in der Lage, 50% ihrer Bomben in einem Radius von nur 25m um ein unverteidigtes das Ziel zu platzieren. Der Radius für Horizonatalbomber ist etwa zwei bis dreimal so groß. Hinzu kommt, das die Genauigkeit bei durch Flugabwehrkanonen verteidigten Zielen generell um das zwei- bis dreifache abnimmt.

Gleichzeitig wurde seit 1940 die Ju 87 R hergestellt, welche speziell für Angriffe gegen Schiffe ausgelegt war. Die Ju 87 C wurde bereits vor dem 2. Weltkrieg entworfen und sollte von dem – allerdings niemals fertiggestellten – Flugzeugträger Graf Zeppelin eingesetzt werden. Die handvoll fertiggestellter Ju 87 C wurden dann schließlich von landgestützten Verbänden verwendet und die noch im Bau befindlichen Flugzeuge als B-2 fertiggestellt.

Von der größten Serie Ju 87 D wurden verschiedene Varianten gebaut. Sie hatte einen leistungsfähigeren Jumo-Motor, verbesserte Zellenauslegung, verstärkte Bewaffnung, Panzerschutz und mehr Treibstoff. Der Großteil der Ju 87 waren Erdkampfflugzeuge, welche mit zahlreichen verschiedenen Zuladung geflogen werden konnten: von einer einzigen 1.800-kg-Bombe unter dem Rumpf bis zu einer Batterie von jeweils 6 x 7,9-mm-MGs unter jedem Flügel. Die Ju 87 D-5 hatte eine größere Spannweite von 15 Metern und die D-7 war spezialisiert für Einsätze bei Nacht.

Die letzte in den Einsatz gekommene Variante war der Panzerknacker Ju 87 G, welcher aus D-5-Modellen umgebaut wurde, sowie der Kampftrainer Ju 87 H mit Doppelsteuerung, welcher ebenfalls aus verschiedenen D-Varianten umgebaut wurde.
Die Ju 87 G, welche ab 1943 zum Einsatz kam, hatte je eine 37-mm-BK-Kanone unter den Flügeln, mit denen sie erfolgreich russische T-34-Panzer zerstören konnte, bis die russische Luftüberlegenheit durch neue Jäger wie die Jak-9 oder La-7 in der zweiten Jahreshälfte 1944 zu groß wurde.

Von 1942-45 flog die Stukas nur noch vornehmlich Erdkampfunterstützung und Panzerbekämpfung mit schweren Kanonen (Ju87G-1) und wurde sogar als Transporter und Lastenseglerschlepper eingesetzt. Die Gesamtproduktion schätzt man auf 5.709 Stück.

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Sturzflug-Taktik

Die nachfolgende Beschreibung von Sturzflug-Taktiken bezieht sich auf den deutschen Sturzkampfbomber (kurz Stuka) Junkers Ju 87. Die Methoden der zweimotorigen Junkers Ju 88 waren im wesentlichen ähnlich, wenn auch der tatsächliche Sturzflugwinkel etwas flacher war (60° in der ersten Kriegshälfte, später dann 50°).

Der Sturzflugangriff war eine der genauesten Methoden zur Bombardierung. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an der spezialisierten Sturzkampfbomber-Flugschule wurde von den Besatzungen erwartet, daß sich 50% der geworfenen Bomben innerhalb eines Radius von 25 m vom Ziel befinden.
Der vergleichbare Radius für mittlere Horizontal-Bomber war etwa zwei- bis dreimal so groß (wobei die Bombendichte der mittleren Bomber im Zielgebiet noch zweieinhalb mal höher war als die der alliierten schweren viermotorigen Bomber).

Zudem waren operative Ziele in der Regel von Flugabwehrkanonen (FLAK) verteidigt, sodaß die Genauigkeit bei allen Arten der Bombardierung um den Faktor zwei bis drei abnahm. Wenn auch der Sturzangriff nicht genau genug war, um kleine, geschützte Ziele, wie z.B. einzelne Panzer zu zerstören, so war er doch sehr wirksam gegen weiche Ziele, wie Fahrzeug-Kolonnen, die anfällig auch für Nahtreffer waren.

Gegen eine Feldbefestigung mit einem Durchmesser von etwa 75m, welche mäßig mit schwereren Flak-Geschützen verteidigt wurde, hatte eine Staffel von Ju 87 (volle Stärke neun Flugzeuge) eine gute Erfolgsaussicht, etwa vier oder fünf Treffer mit großen Bomben zu erzielen.

Die Bombenladung der Ju 87 Stuka war abhängig vom ausgewählten Ziel. Gegen eine Beton-Stellung wurde eine einzelne SD-500-Bombe verwendet, gegen eine Artillerie-Feldstellung eine SC-250 und vier SC-50-Bomben unter den Flügeln. Die Bezeichnung der deutschen Bomben gibt den Typ und das Gewicht in Kilo an.

Bei der Annäherung an das Ziel flogen die Ju 87 in der Regel in Ketten von drei Flugzeugen in einer Höhe von etwa 5.000 m und mit 250 km/h. Grössere Formationen, bis zur Gruppenstärke von 30 Flugzeugen, bestanden aus mehreren Ketten, mit einem Abstand von etwa 250 Metern. Wenn Jagdschutz bestand, befand sich dieser knapp hinter und etwas über den Sturzkampfbombern. Am Ziel blieben etwa ein Drittel der Jagdflugzeuge in der Flughöhe, während die anderen auf etwa 1000 m heruntergingen, um die Stukas nach dem Sturzangriff vor feindlichen Jägern zu schützen.

Ju 87 drehen zum Angriff ein

Ju 87 drehen zum Angriff ein.

Vor Beginn des Sturzangriffs schaltete der Stuka-Pilot sein Zielkontrollfenster ein, trimmte das Flugzeug für den Sturz, wählte die Bombenabwurfhöhe in der Vorwahlanzeige für den Sturzflug, schloss die Klappen, drosselte den Motor und öffnete die Lüftung für die Windschutzscheibe, um ein Anlaufen durch feuchte Luft in Bodennähe zu verhindern. Schließlich öffnete er die Sturzflugbremsen.

Das Signal für den Angriff wurde durch den Formationsführer gegeben, indem dieser zum Sturzflug überging. Gegen kleinere Ziele staffeln sich die Flugzeuge hintereinander und eine Maschine nach der anderen griff an. Gegen grössere Ziele, wie z.B. Hafenanlagen und Schiffswerften, erfolgte der Angriff in Kettenformation. Die Stuka-Piloten konnten durch ein kleines Fenster im Boden ihr Ziel sehen, und wussten dann wann sie in den Sturzflug zu gehen hatten.

Nachdem der Sturzflug begonnen hatte, normalerweise in einem Winkel von 80°, wurde die Geschwindigkeit durch die geöffneten Sturzflugbremsen nur allmählich größer. Die Maschine mußte bis auf unter 3000 m stürzen, bevor sie ihre Maximalgeschwindigkeit von 570 km/h erreichte, die dann konstant blieb. Die Genauigkeit des Angriffs hing davon ab, wie genau der ausgewählte Sturzflugwinkel eingehalten wurde. Zur Hilfe hatte der Stuka-Pilot Linien auf seiner Windschutzscheibe, ähnlich einem Winkelmesser, wodurch er durch anpeilen des Horizontes den Winkel ablesen konnte. Erfahrene Stuka-Piloten benötigten diese Hilfe jedoch nicht und konnten schon gefühlsmäßig den richtigen Sturzflugwinkel einhalten.

Ein Sturz aus 5000m zur Bomben-Abwurfhöhe von etwa 1000m , der üblichen Höhe gegen verteidigte Ziele, dauerte etwa 30 Sekunden, bei dem der Stuka-Pilot sein Flugzeug kontrollierte, um das Ziel in der Mitte seines Zielkontrollfensters zu halten.
Vier Sekunden bevor der Sturzkampfbomber seine Bombenabwurfhöhe erreichte, ertönte ein Signal einer Hupe. Wenn die Hupe nicht mehr ertönte, drückte der Stuka-Pilot einen Knopf, durch den die Höhenklappen in eine neutrale Position zurückgestellt wurden. Das Flugzeug begann nun automatisch den Sturzflug zu beenden.
Das Drücken des Knopfes hatte auch die Bombenabwurf-Mechanik in Gang gesetzt, und nach einem festgelegten Intervall wurden die Bomben scharf gemacht und abgeworfen.

Nach Abfangen des Sturzfluges bekam der Stuka-Pilot die Kontrolle über das Flugzeug wieder zurück, zog die Sturzflugbremsen ein, öffnete die Drosselkappen für den Motor, trimmte die Ju 87 für den Horizontalflug und sah zu, daß er sich davon machte.


Animation 3d-Modell Junkers Ju 87 B Stuka (Afrika-Tarnanstrich)


Spezifikationen Junkers Ju 87 B-2 Stuka

Spezifikationen
Ju 87 B-2 Spezifikation
Typ Sturzkampfbomber
Antriebein flüssigkeitsgekühlter 12-Zylinder-V-Motor Junkers Jumo 211Da mit 1100 PS
Besatzung 2
Spannweite13,80 m
Länge über alles11,10 m
Höhe über alles4,01 m
Flügelfläche31,90 m²
Leer-Gewicht3.900 kg
max.Startgewicht4.250 kg
max.Flügelbelastung133,23 kg/m²
max.Leistung3,54 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit380 km/h in 4.100 m
Marschgeschwindigkeit336 km/h in 3.700 m
Steigleistung3.700 m in 12 minuten
Dienstgipfelhöhe8.000 m
Reichweite595 km (mit einer 500-kg-Bombe)
Bewaffnung
Ju 87 B-2 Spezifikationen
starr nach vorne in den Flügelnzwei 7,92 mm Rheinmetall MG 17 (1200 Schuss/min, 755 m/s Mündungsgeschwindigkeit)
manuell im Heckein 7,92 mm MG 15
Bombenzuladungeine 500 kg-Bombe unter dem Rumpf, vier 50 kg-Bomben an den Unterflügelstationen
Einsatzstatistik
Junkers Ju 87 Angaben
SerienproduktionNovember 1936 (Ju 87 A), August 1938 (Ju 87 B)
Endlieferung September 1944
Stückzahl (alle) 5.709
Übernommen von Luftwaffe Jan.1939-Dez.1944 5.314
Produktion 1939 134
Produktion 1940 603
Produktion 1941 500
Produktion 1942 960
Produktion 1943 1.672
Produktion 1944 1.012
Bestand am 1.9.39 335
Bestand am 20.9.42 379
Bestand am 31.12.42 270
Bestand am 10.1.45 293
Praxisbahn
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