Sopwith Triplane

britische FahneSopwith Triplane, britisches Dreidecker-Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Sopwith Triplane

Sopwith Triplane von Leutnant Alexander von der ‘Black Flight’ der 10. Squadron des RNAS.

Sopwith Triplane
Typ: Jagdflugzeug.

Geschichte

Die erfreulich kleine Sopwith Triplane wurde von Herbert Smith entworfen, um eine noch bessere Manövrierfähigkeit aus dem Grundentwurf der Sopwith Pup herauszureizen. Ein unbewaffneter Prototyp erschien Ende Mai 1916 und wurde von Harry Hawker probegeflogen.

Das Flugzeug war eine herausragende Kombination aus ästhetischer Anmut und großartigen Handhabungseigenschaften. Es wurden verbesserte Leistung und Manövrierfähigkeit ohne größere Einschränkungen der großartigen Konstruktionsmerkmale der ursprünglichen Pup erreicht.

Vermutlich inspiriert durch die vielversprechenden Konstrukionseigenschaften seines vorhergehenden dreisitzigen Dreideckers mit Schubantrieb LRTTr, entschied sich Smith dafür, die Dreidecker-Anordnung auf den Basisentwurf der Sopwith Pup zu übertragen und verwendete dabei Flügel mit exakt der gleichen Spannweite, aber nur mit einer Sehne von 99,06 cm. Dazu eine einzelne Zwischenebene im I-Typ-Format und Mittelstückstreben, wobei letztere durch die Wurzeln des mittleren Flügels und des Rumpfs gingen, wodurch sie als längliche Abstandhalter dienten und dadurch große Stärke verliehen und ein Minimum an Spanndrähten notwendig machten. Querruder wurden an allen Flügeln angebracht.

Der Antrieb bestand aus einem 110 PS starken Clerget 9Z-Motor. Zusätzlich mit einem in der Mitte bewaffneten Vickers-Maschinengewehr wurde der Prototyp mit der Seriennummer N500 vom Royal Navy Aviation Service im Juni 1916 in Frankreich erprobt. Bereits 15 Minuten nach dem Eintreffen flog sie ihren ersten Kampfeinsatz und zeigte herausragende Leistungen !
Nach der anschließenden Besichtigung durch den dortigen britischen Oberbefehlshaber Sir Douglas Haig und des Auftretens einer großen Anzahl von neuen deutschen Albatros D.I und D.II Zweidecker-Jägern erfolgte die sofortigen Bestellung durch die britische Admiralität für den Royal Navy Aviation Service sowie auch durch das Kriegsministerium für das Royal Flying Corps.

Die beiden Bestellungen lauteten auf ursprünglich über vierhundert Flugzeuge. Im Oktober gab die britische Marine aber alle ihre verfügbaren Spad VII an das Royal Flying Corps ab, wo sie dringend benötigt wurden und erhielt dafür die Zusage vom letzteren, alle bestellten Sopwith Triplane zu erhalten. Jedoch wurden davon nur 95 von Sopwith fertiggestellt, sowie 46 durch die Firma Clayton&Shuttleworth und drei durch Oakley Ltd.

Zwischenzeitlich wurde ein zweiter Prototyp (N504) mit einem 130 PS starken Clerget 9B Motor geflogen, welcher zur Standard-Version wurde. Das einzelne Vickers-Maschinengewehr wurde beibehalten, zusammen mit einem Scarff-Dibowski-Synchrongetriebe, obwohl offensichtlich auch einige Flugzeuge ein Zwillings-Vickers-MG erhielten.

Die Auslieferung der Sopwith Triplane begann um den November 1916 und wurden sofort an die 1., 8., 9., 10., 11. und 12. Squadron (Staffel) des Royal Navy Aviation Service an der Westfront geschickt. Von diesen wurden die 1., 8. und 10. Squadron nach dem ‘Blutigen April’ für den Großteil des Jahres 1917 an das Royal Flying Corps abgestellt.
Ab Februar 1917 wurden bereits Veränderungen an im Bau und Dienst befindlichen Flugzeugen vorgenommen, wobei die Größe des Seitenleitwerks reduziert wurde, um die Sturzflugfähigkeit der Triplane zu verbessern.

Die Gesamtproduktion der Sopwith Triplane überstieg nicht mehr als 150 Maschinen, da die Sopwith Camel ab Mitte 1917 bereits ihre Überlegenheit an der Westfront demonstrierte. Trotzdem wurden sie unvergesslich in den Händen der Piloten vom ‘Black Flight’ oder ‘Naval Ten’, angeführt vom kanadischen Flieger-Ass Raymond Collishaw. Dazu erzielten die Flight Sub-Leutnante W.M. Alexander, G.E. Nash, E.V. Reid und J.E. Sharman während des Sommers 1917 eine Siegesserie, welche von keiner anderen Fliegereinheit in einem so kurzen Zeitraum erreicht wurde. Alleine Collishaw erzielte persönlich 16 Luftsiege nur im Juni 1917.

Sopwith Triplane

Sopwith Triplane

Der Erfolg des Dreideckers, welcher hauptsächlich auf seine überragende Beweglichkeit und Steigleistung zurückzuführen war, schlug dermaßen in den verantwortlichen Kreisen ihrer Gegner ein, daß nicht weniger als vierzehn deutsche und österreich-ungarische Flugzeugbauer eigene Dreidecker als Antwort auf die Sopwith Triplane bauten.

Eingeführt zu der Zeit als gerade die deutschen Albatros D.I und D.II Jagdflugzeuge in Dienst gestellt wurden, behielt die Sopwith Triplane ihre Überlegenheit auch gegen die späteren Albatros D.III und D.V aufrecht und war immer noch nicht deklassiert worden, als sie durch die Sopwith Camel ab Sommer 1917 ersetzt wurde. Bis zum Ende des Jahres wurden dann die meisten Sopwith Triplane für Training und experimentelle Aufgaben von der Front abgezogen.

Die Sopwith Triplane wurde praktisch nur an der Westfront eingesetzt, aber während des Jahres 1917 wurden neben sechs Maschinen, welche an die französische Regierung geliefert wurden, auch eine von den zaristischen russischen Luftfahrtdienst mit Landekuven geflogen und eine ging in die Vereinigten Staaten.
Eine weitere Triplane diente bei dem 2. Wing des Royal Navy Aviation Service in der Ägäis. Hier baute auch Flugleutnant J.W. Alcock, welcher als Vimy-Pilot beim Transatlantik-Flug von 1919 bekannt werden sollte, seinen einzigartigen Alcock A.1 Kampfaufklärer aus Bauteilen einer Triplane.

Zwei weitere Dreidecker-Jäger wurden noch bei Sopwith gebaut. Diese basierten auf der 1 1/2 Strutter und wurden von einem 150 PS bzw 200 PS starken Hispano-Suiza V-Motor angetrieben. Keiner davon erreicht aber mehr als das Prototypen-Stadium.

Benutzer: Großbritannien (RNAS).


Spezifikationen Sopwith Triplane

Spezifikationen
Spezifikationen Sopwith Triplane
Typ Einsitziger Dreidecker-Jäger
Besatzung 1
Antrieb 130 PS Clerget 9B luftgekühlter Umlaufmotor
Spannweite 8,08 m
Länge 5,74 m
Höhe 3,20 m
Flügelfläche 21,46 m²
Leergewicht 499 kg
Startgewicht 699 kg (max)
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h in 1.525m
Steigleistung 3.050m in 11 min 50 sec (366 m/min)
Dienstgipfelhöhe 6.250 m
Reichweite 2 Stunden 45 Minuten oder 450 km
Bewaffnung 1 (manchmal 2) mit Scarff-Dibowski-Unterbrechergetriebe synchronisiertex 7,7-mm Vickers-MG auf dem Bug (500 Schuss)"
Zuladung -
Erstflug 28. Mai 1916
Truppenlieferung ab November 1916
Endlieferung Sommer 1917
Produktion ca. 150

Animation 3d-Modell Sopwith Triplane

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