Schlachtschiff Bismarck

Flagge Deutsches ReichSchlachtschiff Bismarck.
Entwurf, Bau und letzte Fahrt des deutschen Schlachtschiff Bismarck mit Spezifikationen, zahlreichen Fotos und 3d-Modell.

Die Bismarck vom Kreuzer Prinz Eugen aus fotografiert, am Anfang ihrer letzen Fahrt am 20.Mai 1941. Um ihre Silhouette zu verschleiern, befindet sich ein Tarnanstrich auf dem Rumpf.

Die Bismarck vom Kreuzer Prinz Eugen aus fotografiert, am Anfang ihrer letzen Fahrt am 20.Mai 1941. Um ihre Silouette zu verschleiern, befindet sich ein Tarnanstrich auf dem Rumpf.

Deutschland-FahneSchlachtschiff der Bismarck-Klasse (2 Schiffe: Bismarck, Tirpitz).
Typ: Schlachtschiff

Geschichte des Schlachtschiff Bismarck

Bismarck Achterdeck

Das Achterdeck vom Schlachtschiff Bismarck.

Unter den Bedingungen des Britisch-Deutschen Flottenvertrag von 1935 wurde Deutschland erlaubt, seine Seestreitkräfte auf 35% der Stärke der Royal Navy aufzubauen.
Kurz darauf entschied sich die Reichsregierung für den Bau von zwei neuen Schlachtschiffen, die unter den Bedingungen des Vertrags auf eine maximale Wasserverdrängung von 35.000 Standard-Tonnen beschränkt waren. Die Schiffe sollten mit Zwillings-38-cm-Türmen bewaffnet werden, welche von Krupp seit 1934 entwickelt wurden.

Die Entwurfsarbeiten, welche auf Studien aus dem Jahr 1933 basierten, begannen umgehend und es wurde schnell klar, daß die geplanten Spezifikationen nicht in den erlaubten 35.000 Tonnen untergebracht werden konnten. Die Vertragsbedingungen wurden daher ignoriert und der endgültige Entwurf überschritt 40.000 Tonnen.
1938 wurden zwar die Vertragsbegrenzungen auf 45.000 Tonnen erhöht, wodurch der Entwurf zwar theoretisch legalisiert wurde, aber durch ihre Handlungen hatten die Deutschen ein zweijährigen Vorsprung beim Bau neuer Schlachtschiffe erhalten.

Der Entwurf für die beiden Schlachtschiffe, welche zu Bismarck und Tirpitz wurden, bestand aus einer Mischung aus fortschrittlichen und älteren Merkmalen. Obwohl die deutsche Stahl- und Rüstungsindustrie seit 1919 erhebliche Fortschritte gemacht hatten, waren die Vorstellungen über den Bau von Schlachtschiffen nur wenig weiterentwickelt worden. Dies lag natürlich an den nach dem 1. Weltkrieg erzwungene Einstellung der Entwurfs- und Erprobungsarbeiten für größere Kriegsschiffe.

Die besten Eigenschaften der beiden Schlachtschiffe waren zum einen die Verwendung eines neuen, verfestigten Stahl im Rumpf, der zu 90% verschweißt war, was eine erhebliche Gewichtseinsparung zur Folge hatte. Dazu kamen der Einbau eines sehr fortschrittlichen Feuerleitsystem (vor allem für die Flak), sowie ein Funkmeßgerät und eine ausgezeichnete Bewaffnung.

Der Schiffskörper war zwar verhältnismäßig breit, was theoretisch mehr Platz für den Unterwasserschutz für die Magazine und Maschinen erlaubt hätte, aber dieser Bereich wurde nicht optimal genutzt und die Anordnung der Schutzmaßnahmen gegen Torpedos unterschied sich nur geringfügig von denen im 1. Weltkrieg verwendeten Techniken.
Auch der Aufbau der Panzerung und die Anordnung der Antriebsmaschinen war ähnlich der im 1. Weltkrieg gebauten deutschen Schlachtschiffen und verglichen mit den modernen Schiffen der anderen Seemächte schnitt der Entwurf dabei nicht gut ab.
Die Maschinen, welche zwar effizient waren, benötigten eine Menge Raum und Gewicht, was zum Teil auf die erhebliche Menge von Hilfsmaschinen zurückzuführen war. Der bessere Teil davon war, daß die Generatorenleistungen dieser Hilfsmaschinen es auf 7.910 kW brachten.

Die Treibstoffkapazität lag bei knapp 7.500 Tonnen; einer beachtlichen Menge, welche nur noch von den US-Kriegsschiffen übertroffen wurde, welche in den weiten Bereichen des Pazifik operieren sollten. Dadurch konnten die Schiffe bei 16 Knoten eine Reichweite von 9.280 Seemeilen erreichen.

Die Aufträge für den Bau der beiden Schiffe wurden 1936 erteilt und Bismarck wurde am 1. Juli des gleichen Jahres auf der Werft von Blohm und Voss in Hamburg auf Stapel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 14. Februar 1939 und am 24. August 1940 wurde sie in Dienst gestellt.

Das Schiff begann sofort mit einem umfangreichen Erprobungsprogramm und Übungen, welche bis zum Mai 1941 andauerten. Anschließend sollte Schlachtschiff Bismarck in Begleitung des Schweren Kreuzer Prinz Eugen in den Atlantik vorstossen, britische Handelsschiffe angreifen und das Konvoi-System durcheinander bringen.

Teil II: Unternehmen Rheinübung, mehr Fotos und Video

 


Animation 3D-Modell Schlachtschiff Bismarck


Spezifikationen Schlachtschiff Bismarck

Spezifikationen
Bismarck Spezifikation
Typ Schlachtschiff
Wasserverdrängung 42.344 t
Einsatzverdrängung 50.996 t
Länge zwischen Loten 241,5 m
Länge über alles 251 m
Breite 36 m
Tiefgang 9 m
Kessel 12 x Wagner-Kessel
Maschinen Blohm und Voss-Einfachgetriebe-Turbinen mit 3 Wellen
Gesamtleistung 150.000 PS
Heizöl 7.461 t
Geschwindigkeit 30,1 kn
Fahrbereich 9.280 sm bei 16 kn
Besatzung 2.092
Bewaffnung
Bismarck Spezifikation
Haupt-Bewaffnung 8 x 38 cm L/47 Geschütze
Sekundär-Bewaffnung 12 x 15 cm L/55
Flak 16 x 10,5 cm L/65, 16 x 3,7 cm Flak, 12 x 2 cm Flak
Flugzeuge 6
Panzerschutz
Bismarck Dicke
Seite (Gürtel) 145 – 323 mm
Oberdeck 50 mm
Hauptdeck 30 mm
Panzerdeck 80 – 120 mm
Hauptartillerie 130 – 360 mm
Barbetten 220 mm
Mittelartillerie 20 – 100 mm
Einsatzstatistik
Bismarck Angaben
Kiellegung 1.7.1936
Stapellauf 2.2.1939
Fertigstellung 24.8.1940
Verbleib versenkt am 27.5.1941

Teil II: Unternehmen Rheinübung, mehr Fotos und Video

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2 Kommentare

  1. Matthias Lipinski

    Hallo,
    sehr interessante Seite. Leider hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Bei diesem Bild http://i2.wp.com/weltkrieg2.de/wp-content/uploads/2015/11/bismarck-vordeck.jpg handelt es sich doch um das Achterdeck und nicht das Vorderdeck, oder?

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