Saint-Chamond

French-flagFranzösischer Saint-Chamond Sturmpanzer.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell.

Saint Chamond Sturmpanzer

Saint-Chamond Sturmpanzer überrollen einen Graben.

Saint-Chamond
Typ: Sturmpanzer.

Geschichte:

Der Schneider-Panzer war der erste Panzer, der in Frankreich konstruiert und gebaut wurde. Das Werk hatte jedoch nichts mit dem STA (Service Technique Automobile) zu tun, dessen Aufgabe es eigentlich war, das französische Heer mit derartigen Fahrzeugen auszurüsten. Deshalb ging man bei STA nun schnell daran, einen ‘offiziellen’ Panzer zu bauen – und nahm nicht einmal Kontakt mit Colonel Estienne auf, der den Schneider-Panzer entwor­fen hatte.

Der erste Prototyp wurde im Februar 1916 in den Chamond-Werken der Compagnie des Forges et Acieries de la Marine et Homecourt fertig. Zwei Monate später entschied man sich dafür, von diesem Saint­-Chamond Sturmpanzer 400 Stück zu bauen.
Wie der Schneider­-Panzer ging auch der Saint-Chamond vom Holt-Traktor aus, doch wurde das Fahrgestell verlängert. Die Wanne war genietet und hatte eine Höchststärke von 17 mm ­- eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Schnei­der-Panzer.
Der Bug war ebenfalls wie ein Schiffsbug geformt. Der Fahrer und sein Kommandant saßen vorn und waren jeder durch eine runde Kuppel geschützt.

Bei den Prototypen war das Laufwerk durch seitliche Panzer­platten geschützt, doch ging man hiervon ab, weil die Ketten durch den Dreck festgeklemmt wurden.
Das Lauf­werk bestand aus drei Radgestellen: Im vorderen waren das Leitrad und zwei kleine Laufrollen, im mittleren drei kleine Laufrollen und im letzten drei kleine Laufrollen und das Triebrad. Die Kette lief über fünf kleine Stützräder zurück.
Eine der Eigenheiten des Saint-Chamond war es, daß jede Kette durch einen Elektromotor angetrieben wurde, der den Strom von einem Dynamo erhielt, der von dem in der Mitte der Wanne gelegenen Panhard-Motor angetrieben wurde. Das Getriebe lieferte Crochat-Collar­deau.

Die ersten Serienfahrzeuge waren mit einer 75-mm-Saint-Chamond-Kanone ausgerüstet, die jedoch später gegen die Standardkanone 75-mm Modell 1897 ausgetauscht wurde.
Die vier 8-mm-Hotchkiss-MG lagen vorn rechts in der Wanne, je eines an beiden Seiten und eines hinten. Es konnten 106 Schuß 75-mm- und 7.500 Schuß MG-Munition mitgeführt werden.

Der Saint­-Chamond wurde zuerst am 5. Mai 1917 bei Laffaulx Mill eingesetzt. Von den hier eingesetzten 16 Saint-Chamond blieben alle bis auf einen bereits im ersten deutschen Schützengraben hängen.
Der Nachteil dieses Panzers war, daß Bug und Heck weit über die Ketten hinaushin­gen. Beim Durchfahren von Gräben oder Granattrichtern bohrte sich deshalb der Bug in den Boden und der Panzer saß fest.

Die Franzosen versuchten diesen Nachteil durch Änderungen zu überwinden, doch konnte keine der vor­geschlagenen Lösungen befriedigen. Die Unfähigkeit der französischen Panzer, mit den deutschen Schützengrä­ben fertig zu werden, läßt sich dadurch erklären, daß sowohl der Schneider als auch der Saint-Chamond als Basis einen handelsüblichen Raupenschlepper verwen­deten.
Die britischen Truppen benutzten ebenfalls Holt­Traktoren, merkten jedoch bald, daß etwas mehr not­wendig war, um die deutschen Gräben zu überwinden. Durch die Rautenform konnten die britischen Panzer auch breite Gräben überqueren. So konnte der Tank Mark I mit Heckstütze zum Beispiel Gräben bis zu 3,51 m über­schreiten und senkrechte Hindernisse bis zu 1,37 m überklettern.

Während der Serie wurde der Panzer mehr­fach geändert. So wurden die Kommandanten- und Fahrerkuppeln modifiziert, und das Dach der Wanne wurde abgeschrägt, damit Granaten abrollen konnten, bevor sie explodierten.

Insgesamt wurden 400 Saint-Chamond ge­baut, von denen der letzte im März 1918 fertig wurde.

Einige Saint-Chamond wurden – ohne 75-mm-Kanone­ – als Nachschubfahrzeuge verwendet. Die Produktion der Schneider und Saint-Chamond wurde endgültig einge­stellt, als man sich entschloß, die kleineren Zwei-Mann-Panmzer Renault FT-17 in größeren Stückzahlen zu bauen.


Animation 3d-Modell Saint-Chamond Sturmpanzer


Spezifikationen Saint-Chamond Sturmpanzer

Spezifikationen
Saint-Chamond Spezifikation
Typ Sturmpanzer
Besatzung 8 oder 9 Mann
Bewaffnung 1 x 75-mm-Kanone im Bug (106 Schuss)
Sekundär-Bewaffnung 4 x 8-mm-Hotchkiss-MG (zusammen 7.500 Schuss)
Länge 8,69 – 8,83 m mit Kanone (Rumpf 7,91 m)
Breite 2,67 m
Höhe 2,34 – 2,36 m
Panzerung maximal 17 mm
Kampfgewicht 22.000 kg
Bodendruck 0,79 kg/cm²
Leistungsgewicht ?
Antrieb Panhard 4-Zylinder-Benzinmotor mit 90 PS (welcher ein Crochat-Collardeau Elektroantrieb antreibt)
Höchstgeschwindigkeit 8 – 8,5 km/h
Fahrbereich (Strasse) 59,5 km
Kletterfähigkeit 0,38 m
Grabenüberschreitfähigkeit 2,44 m
Steigfähigkeit 57 %
Indienststellung 1917
Ersteinsatz 5. Mai 1917
Endlieferung März 1918
Stückzahl 400
Verluste 328
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