S-Boot

Flagge Deutsches ReichSchnellboote (S-Boote) der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Schnellboot S11

Schnellboot S11 der deutschen Kriegsmarine

S-Boot (Schnellboot)
Typ:
Motortorpedoboote.

Geschichte

Bei den britischen Gegnern als E-Boot bekannt, unterschied sich das deutsche S-Boot sehr stark von ihren Gegenstücken in der Royal Navy. Vermutlich ist die Bezeichnung E-Boat auf ‘Feind-Boot’ (‘E’ wie ‘Enemy’ = Feind) zurückzuführen.

Die Ursprünge des S-Boots stammen vom zivilen Lürssen-Entwurf Anfang der 1930er Jahre. Durch ihre Rundspantbauweise – im Gegensatz zu der üblichen Knickbauweise – waren sie besonders seetüchtig. Sie waren dadurch zwar langsamer als die schnellsten der englischen Motortorpedoboote, jedoch konnten sie ihre Geschwindigkeit auch bei rauher See halten, während die Engländer mit der Fahrt heruntergehen mußten.

Ein Diesel-Motor wurde von Anfang an vorgesehen, wenn auch der Prototyp S1 von 1930 und die nachfolgenden Boote S2 bis S5 in den Jahren 1931/1932 noch mit feuergefährlichen Benzinmotoren ausgestattet werden mußten, da die Firmen Daimler-Benz und MAN noch einen geeigneten Antrieb entwickelten.

Erst ab den S-Booten S6 wurde der Dieselantrieb mit drei Wellen in den Jahren 1934/1935 eingeführt. Diese Boote waren 32,4 Meter lang und erreichten bis zu 35 Knoten.
Diese Geschwindigkeit wurde aber als ungenügend angesehen, sodaß in der nächsten Baugruppe die Motoren mit sieben Zylindern gegen welche mit elf Zylindern ausgetauscht wurden. Dies erhöhte zwar die Geschwindigkeit, führte aber zwangsläufig auch zu einer Vergrößerung der Länge auf 34,7 Meter. Dieses Maß blieb erstaunlicherweise bis 1945 nahezu konstant, was in starkem Kontrast zu den britischen Motortorpedobooten stand.

Wegen ihrer größeren Länge trugen die S-Boote ihre zwei Torpedorohre vor dem Ruderhaus, was Platz für zwei Reservetorpedos dahinter schaffte. Nun war es nur noch ein kleiner Entwicklungsschritt ab S26, das Vorschiff um einen Meter anzuheben und dadurch die Torpedorohre einzuschließen und Platz für einen vorderen Geschützstand dazwischen zu schaffen. Noch wichtiger war, daß dadurch das Freibord vergrößert wurde und dem Boot eine beneidenswertes Trockenheit bei Fahrt gab.

Immer leiser als ihre britischen Gegner, hatten die S-Boote auch ein flaches Profil, wodurch sie schwierig ohne Radar zu entdecken waren. Bei ihren vielen Einsätzen in der Nordsee und Ärmelkanal waren die S-Boote den britischen Motortorpedobooten daher überlegen.
Die Geschützbewaffnung wurde ständig verstärkt, um es mit den britischen Motortorpedo- und Motorkanonen-Booten aufnehmen zu können. Die letzten Klassen führten sogar 3-cm-Flak. Dieses zusätzliche Gewicht wurde zu einem Großteil durch Gewichtseinsparungen bei der Rumpfkonstruktion und Motoren mit mehr Leistung ausgeglichen.

S-100 erhielt als erstes Boot einen gepanzerten Steuerstand vom ‘Kalotten’-Typ. Bis 1945 wurde die Höchstgeschwindigkeit bis auf 42 Knoten gesteigert, wobei aber die Maschinen sehr unzuverlässig wurden. Der längere Typ S700 führte erstmals zwei weitere, nach hinten feuernde Torpedorohre ein.

Über 200 S-Boote wurden gebaut, von denen etwa die Hälfte den Krieg überstanden.

Benutzer: Deutsche Kriegsmarine, Spanien (insg. 5 Boote in 1943 abgegeben).


Animation 3d-Modell S-Boot


Spezifikationen Schnellboot S-26

Spezifikationen
Schnellboot S-26 Spezifikation
Typ Motortorpedoboot
Wasserverdrängung 94 t
Einsatzverdrängung 106 t
Länge zwischen Loten
Länge über alles 34,95 m
Breite 5,1 m
Tiefgang 1,4 m
Maschinen 3 Daimler-Benz-Dieselmotoren mit 6.000 PS für 3 Wellen
Gesamtleistung 6.000 PS
Dieselöl 17 t
Geschwindigkeit 39,5 kn
Fahrbereich 750 sm (1.390 km) bei 35 kn
Besatzung bis zu 21 Mann
Bewaffnung
Schnellboot S-26 Spezifikation
Haupt-Bewaffnung 2 x 2-cm-Schnellfeuerkanonen
Torpedorohre 2 (mit 4 Torpedos)
U-Abwehr-Waffen 2 Abwurfschienen (8 Wasserbomben)
Einsatzstatistik
S-Boote Spezifikation
Bauzeit S1-Klasse 1929-1930
Bauzeit S18-Klasse 1938-1939
Bauzeit S38-Klasse 1942-1943
Bauzeit S186-Klasse 1944-1945
Fertigstellung 1941 36
Fertigstellung 1942 36
Fertigstellung 1943 41
Fertigstellung 1944 63
Insgesamt über 200 Boote
Verbleib etwa die Hälfte im Krieg verloren

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