Me 262

Messerschmitt-Jagdflugzeug mit Strahltriebwerk, erster Düsenjäger und Aufstellung des ersten Jagdgeschwaders mit Jets. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Messerschmitt Me 262 Typ: Jagdflugzeug,…

Messerschmitt-Jagdflugzeug mit Strahltriebwerk, erster Düsenjäger und Aufstellung des ersten Jagdgeschwaders mit Jets.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Me 262 A-1a als Museumsflugzeug.

Messerschmitt Me 262
Typ:
Jagdflugzeug, Jagdbomber und Nachtjäger mit Strahltriebwerk.

Geschichte

Der Entwurf des Düsenjägers Me 262, welcher bei Messerschmitt die Projekt-Nummer 1065 führte, begann schon gut ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und hätte ab 1943 der Luftwaffe die Herrschaft über den deutschen Luftraum zurückgewinnen können.

Durch Verzögerungen bei der Entwicklung und der Auslieferung geeigneter Düsentriebwerke, offizielles Desinteresse der Führung, Schäden durch alliierte Luftangriffe, ein von lästigen Schwierigkeiten geplagtes Entwicklungsprogramm und nicht zuletzt Hitlers Ablehnung, das Flugzeug in seiner ursprünglich geplanten Rolle einzusetzen, führten dazu, dass es fast sechs Jahre dauerte, bis die Me 262 Schwalbe endlich bei Staffeln der deutschen Luftwaffe zum Einsatz kommen konnte.

Me 262 V1 mit dem Jumo 210 G Motor in der Nase.

Ein Attrappen-Modell des Flugzeuges wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1939 fertiggestellt. Nach Begutachtung durch das Reichsluftfahrtministerium (RLM) wurde im Frühjahr 1940 der Auftrag erteilt, drei flugfähige Prototypen fertigzustellen. Diese waren alle Anfang 1941 fertig, lange vor dem Eintreffen ihrer Düsentriebwerke.
Um aber die grundsätzlichen Flugeigenschaften der Flugzeugzelle zu erproben, wurde die Me 262 V1 (PC+UA) mit zwei Attrappen-Düsentriebwerken unter den Flügeln und einem einzelnen 700-PS-Jumo-210G-Kolbenmotor in der Nase ausgerüstet und machte ihren Erstflug am 18. April 1941.

Die Me 262 V3 landet nach ihrem Erstflug in Leipheim. Der Rauch wird durch unverbrannten Kraftstoff in den Strahlrohren verursacht, welcher auf die Landebahn ausläuft. Dies war der erste Flug einer Me 262, welche ausschließlich durch Strahltriebwerke angetrieben wurde. Die ersten Prototypen hatten noch einen in der Nase montierten Kolbenmotor.

Am 25. März 1942 konnte ein wenig erfolgreicher Versuch eines Erprobungsfluges mit zwei BMW-003-Strahltriebwerken unter den Flügeln, aber immer noch mit dem in der Nase montierten Jumo-210G-Kolbenmotor, durchgeführt werden. Der erste vollständige Flug mit Düsenantrieb erfolgte am 18. Juli 1942, als die Me 262 V3 (PC+UC) unter der Kraft von zwei 800-kg-Jumo-004A-Strahltriebwerken abhob.
Noch viel mehr Prototypen wurden fertiggestellt um diese mit unterschiedlicher Bewaffnung und Ausrüstungsanordnungen zu erproben. Ab der V5, welche ihren Erstflug am 26. Juni 1943 hatte, wurde ein Dreiradfahrwerk für den ursprünglichen Spornrad-Typ verwendet.

Pläne zur Massenproduktion unter höchster Priorität wurden durch alliierte Luftangriffe auf die Messerschmitt-Fabrik in Regensburg zunichtegemacht. Dazu gab es noch zahlreiche Probleme während der abschließenden Entwicklung, wozu Motorbrände und Motorversagen, Zusammenbrüche des Fahrgestells, Verklemmen der Munitionszufuhr bei den Maschinenkanonen und das Abbrechen von Bauteilen während des Flugs gehörten.

Die zuverlässigen Lieferungen der Strahltriebwerke begann erst im Juni 1944, was die Auslieferung der ersten Serienflugzeuge der Me 262A ermöglichte.
Trotz vieler Schwierigkeiten wurden im Juli 1944 die ersten Serienmaschinen ausgeliefert. Nur 513 Me 262 wurden 1944 von der Luftwaffe übernommen, was weniger als 40 Prozent von der ursprünglich vorgesehenen Anzahl war. Hitler hatte bereits 1.000 Jagdbomber-Versionen der Me 262 bis zum Sommer 1944 gefordert, um die erwartete alliierte Invasion im Westen zerschlagen zu können. Der Ausstoß erreichte aber erst Anfang 1945 akzeptable Mengen.

Jedoch waren die Flugqualitäten der Me 262 hervorragend und eine Vorserie von 23 A-0 konnte bereits im Frühjahr 1944 von der Luftwaffe übernommen werden. Diese wurden dem Erprobungskommando in Rechlin und der Piloten-Umschulungseinheit EKdo 262 zugeteilt. Letzterer Verband setzte die Me 262 erstmals auch im Luftkampf ein, als am 25. Juli 1944 ein bis dato weitgehend unbelästigter englischer Mosquito Aufklärungsbomber über München abgeschossen wurde.

Jagdbomber Me262 A-2a Sturmvogel der I. Gruppe des Kampfgeschwaders KG51.

Die zwei hauptsächlich gebauten Modelle waren der Abfangjäger Me 262 A-1a Schwalbe und der Jagdbomber Me 262 A-2a Sturmvogel. Von dem Abfangjäger wurden zahlreiche Untertypen mit vier 30-mm-MK-108-Maschinenkanonen in der Nase oder mit alternativen Bewaffnung-Variationen gebaut. Der Jagdbomber war das Ergebnis von Hitlers Beharren, das Flugzeug als Bomber einzusetzen und hatte Unterstationen für eine 1.000-kg oder zwei 500-kg-Bomben.

Andere Versionen beinhalteten die A-1a/V083 mit einer einzelnen 50-mm-MK5-Kanone in der Nase, die A-1b mit zwölf ungelenkten 55-mm-R4M-Raketen unter jedem Flügel, einer A-2a/U2 mit einer verglasten Nase um einen geneigten Bombenzielstand, das Bodenangriffsflugzeug Me 262A-3a und den Fotoaufklärern Me 262A-1a/U3 und Me 262A-5a.

Zweisitziger Me 262 B-1a Nachtjäger.

Eine zweisitzige Tandem-Trainerversion wurde als Me 262 B-1a bezeichnet und ein Prototyp wurde für den geplanten zweisitzigen Nachtjäger Me 262B-2a fertiggestellt. Dieser hatte einen längeren Rumpf, größeren Treibstoffvorrat und einen Einbau einer nach oben feuernden ‘Schrägen Musik’ aus zwei MK108-Kanonen hinter dem Cockpit.
Die B-2a ging jedoch nicht mehr in Serienproduktion, aber mehrere der B-1a-Trainingsflugzeuge wurden ohne verlängerten Rumpf in Nachtjäger umgebaut und als Me 262B-1a/U1 bezeichnet. Diese wurden durchaus erfolgreich vom Kommando Welter und anschließend unter der regulären Verbandsbezeichnung 10./NJG 11 eingesetzt.
Nur wenige der C-Modelle mit zusätzlichen, verschiedenen Raketenmotoren wurden bis Kriegsende fertiggestellt, um die Steiggeschwindigkeit des Düsenjägers zu verbessern.

Wenn auch nur etwa mehr als 500 Me 262 bis Jahresende 1944 gebaut worden waren, so stieg deren Zahl bis Kriegsende doch auf 1.433 an. Von diesen sahen vermutlich weniger als 350 – also maximal ein Viertel – Einsätze bei Frontverbänden und auch ihre Verluste waren schwer. Aber nur wenige dieser Verluste hatten Kampfeinwirkung als Ursache.

Während jedoch die alliierten Jagdflugzeuge mit Strahltriebwerk, wie z.B. die amerikanische Shooting Star oder die englische Vampire, entweder die Staffeln nicht mehr erreichten oder aber keinen Gegner mehr sahen, schossen die etwa 100 Me 262, die noch Treibstoff bekamen, weit mehr als 100 alliierte Bomber und Jäger ab.
Die Einheit mit den meisten Abschüssen war der JV44, welcher in einem Monat Operationszeit bis zum Kriegsende im Mai 1945 etwa 50 Feindflugzeuge zerstörte.
Ein Luftkampf zwischen der Messerschmitt Me 262 und alliierten Strahljägern wurde nicht bekannt, dagegen wurden eine Reihe der Jets durch P-51 Mustang, Spitfire, Tempest und P-47 Thunderbolt, insbesondere während der kritischen Starts und Landungen, zerstört.

Benutzer: Deutschland.

Me 262 beim Erprobungskommando 262 in Lechfeld (Bayern) im Sommer 1944.
Eine Me 262 vom Erprobungskommando 262 wird mit einem Kettenrad zum Abstellplatz gezogen.
Der revolutionäre doppelstrahlige Messerschmitt Me 262 Düsenjäger, in dem Hitler einige Monate später den 'Blitz-Bomber' sieht, mit dem er hofft, die erwartete alliierte Invasion in Westeuropa aus der Luft zerschlagen zu können. more

Aufstellung des ersten Düsenjäger-Jagdgeschwaders

Die Jumo 004B-Strahltriebwerke einer Me262 A-1a des Kommandos Nowotny werden im Oktober 1944 angelassen.

Die offizielle Genehmigung zur Serienproduktion der Jägerversion Me 262 Schwalbe ließ bei vielen verzweifelte Optimisten in Deutschland und im Oberkommando selbst die Hoffnung anwachsen, dass der Feind in der Luft noch einmal durch den Masseneinsatz von Düsenjägern zurückgeworfen werden könnte.
General der Jagdflieger, Adolf Galland, nutzte sogleich die geänderte Stimmungslage dazu, Piloten von II./JG 3, die Stabsstaffel von III./JG 6 und besonders geeignete Piloten anderer Verbände nach Lechfeld zur Umschulung auf die Me 262 zu schicken. Das vorausgegangene ‘Kommando Nowotny’ diente als Basis für die neu aufzustellende Düsenjäger-Einheit, welche als III./JG 7 bezeichnet wurde.

Nach dem Tod von Mölders im November 1941 und nach 94 Luftsiegen wurde Adolf Galland zum ‘General der Jagdflieger’ ernannt. Im Alter von 30 wurde er als jüngste Offizier der deutschen Streitkräfte in den Generals-Rang befördert. Gallands unverholene Kritik des Oberkommandos brachte ihn in Konflikt mit Göring und er wurde schließlich von diesem entlassen. Aber Göring hatte nichts dagegen, als Galland sich selbst zum Befehlshaber der Me 262 Elite-Einheit ‘Jagdverband 44’ einsetzte und diese mit 10 weiteren Luftsiegen während der letzten Monate anführte.

Das Jagdgeschwader 7, welches ursprünglich im August 1944 aufgestellt wurde und mit Fw 190 A und später Bf 109 Gustav ausgerüstet werden sollte, wurde auf drei Gruppen für Me 262 erweitert.
Oberst Johannes Steinhoff, Träger des Ritterkreuzes mit Eichenblätter mit Schwertern und seit 1939 ununterbrochen im Fronteinsatz mit zwischenzeitlich 170 Luftsiegen, wurde zum Kommandanten bestimmt.

Er stand jedoch bei der Aufstellung des Verbandes vor großen Schwierigkeiten, da es weder genügend Ausbildungskapazitäten noch Piloten gab und die Auslieferung des neuen Düsenjägers erst langsam anlief. Deshalb beschloss er, erst einmal nur die III. Gruppe einsatzbereit zu machen. Die zweite Gruppe, I./JG 7, folgte Ende Januar 1945 und als letztes die II. Gruppe.

Mindestens vier Piloten von III./JG 7 verloren während des Ausbildungsprogrammes im Dezember 1944 bei Unfällen ihr Leben. Im selben Monat, am 2.12.1944 gelang Leutnant Weber der erste Abschuss, eine P-38 Lightning. Einen Tag später folgte schon Oberfeldwebel Lübking mit der Zerstörung einer B-17 Fliegende Festung der 15. US-Air-Force.
Das schlechte Winter-Wetter ab der ersten Dezember-Woche verhinderte dann die meisten Trainingseinsätze bis zum 20. Dezember.

Am 23.12.1944 gelang dann der Abschuss eines P-38-Fotoaufklärers sowie dessen Eskorte, eine P-51 Mustang, durch Oberfeldwebel Büttner. Eine weitere Mustang wurde durch Feldweberl Böckel abgeschossen, welcher am 29. Dezember eine Mosquito folgen ließ. Am letzten Tag des Jahres 1944 schoss Feldwebel Baudach eine Mustang über der Basis Lechfeld ab.
Am 2. Januar 1945 ging eine von vier Me 262 beim Einsatz gegen 1.200 US-Bomber, welche von 1.400 Langstreckenjäger der 8. US-Air-Force gedeckt wurden, verloren.

In den ersten Tagen des siebten Kriegsjahres 1945 konnte die Aufstellung der III./JG 7 mit zwar 40 Piloten, aber nur 19 einsatzbereiten Me 262, in Lechfeld abgeschlossen werden und die Staffeln wurden auf neue Flugfelder in Norddeutschland verteilt.
Nachdem die Me 262 bisher vor allem gegen Aufklärungsflugzeuge und Begleitjäger eingesetzt wurde, befahl Adolf Hitler auf Vorschlag von Rüstungsminister Speer jedoch am 5. Januar 1945, den neuen Düsenjäger nun gegen Bomber einzusetzen, was eine weitaus geeignetere Aufgabe war.

Alliiertes Foto einer Me 262, aufgenommen durch die Zielkamera einer P-51 Mustang kurz vor dem Abschuß des Düsenjägers.

Am 14. Januar 1945 waren aber nur so wenige Me 262 einsatzbereit, dass nur zwei Maschinen zur Unterstützung der Bf 109 und Fw 190 von JG 300 gegen 600 US-Bomber geschickt werden konnten. Beide wurden dabei abgeschossen.
Zwar gingen bis Ende des Monats keine weiteren Maschinen von III./JG 7 verloren, aber das Ergebnis für diesen Monat, einschließlich der Übungsflüge, war schockierend. Fünf Piloten und 13 Me 262 gingen verloren, 10 weitere Maschinen wurden schwer beschädigt und nur zwei B-17 wurden abgeschossen.

Am 1. Februar gelang einem jungen Leutnant der erste Luftsieg mit der Me 262, welcher mit 23 bestätigten Abschüssen bis Kriegsende das Top-Ass der Düsenjäger-Piloten werden sollte. Leutnant Rudi Rademacher hatte bereits 98 Luftsiege mit I./JG 54 an der Ostfront und fünf weitere mit der Ergänzungsgruppe Nord in Sagan erzielt.
Erst am 30. Januar 1945 wurde er zu JG 7 versetzt und flog an diesen Tag sechs Trainingsflüge mit zusammen 150 Minuten mit der neuen Maschine. Bereits am nächsten Tag überraschte er eine Spitfire in 11.000 Metern Höhe über Braunschweig und schoss sie ab.

Me 262 Düsenjäger bei der Landung.

Zwei Tage später, am 3. Februar, hob Rademacher zusammen mit mehreren Maschinen der 11. Staffel von III./JG 7 ab, um eine kleinere Bomberformation mit Begleitschutz beim Anflug auf Magdeburg abzufangen. Dutzende Thunderbolt- und Mustang-Jäger vertrieben die Düsenjäger aber immer wieder, bevor diese eine günstige Schussposition erreichen konnten. Nur Rademacher gelang es den Jägerschirm zu durchbrechen und eine der ‘Fliegenden Festungen’ in der Nähe von Halle zu vernichten.
Mehrere andere Düsenjäger-Piloten waren an diesem Tag aber trotzdem noch erfolgreich, darunter Unteroffizier Schöppler mit dem Abschuss einer P-51, während drei andere jeweils einen viermotorigen Bomber zerstörten.

In den nächsten Tagen verschlechterte sich das Wetter, sodass der nächste Einsatz erst am 9. Februar erfolgen konnte. Rademacher zerstörte an diesem Tag zwei B-17 in der Gegend von Berlin. Zwei weitere B-17 und eine P-51 wurden wahrscheinlich von anderen Me-262-Piloten abgeschossen.

Am 12. Februar 1945 konnte III./JG 7 schließlich, wie von Göring befristet, die vollständige Einsatzbereitschaft mit halbwegs ausreichend ausgebildeten Piloten, vollständiger Bodenorganisation und 50 einsatzbereiten Me 262 melden, was zehn Maschinen mehr als verlangt war. Etwa sieben Wochen nach dem Beginn der Aufstellung war der erste Düsenjäger-Verband der Geschichte einsatzbereit.

Me 262 des KG (Jagd) 51 in Neuburg an der Donau im März 1945.

Bis zum 3. März 1945 beliefen sich die Verluste an Me 262 von III./EJG 2, KG 51 und JG 7 auf insgesamt 42 Maschinen. Davon gingen 13 auf das Konto von Pilotenfehlern, 19 auf technische Probleme und zehn wurden vom Gegner abgeschossen.

Die ersten umfangreichen Einsätze von JG 7 begannen aber erst ab dem 3. März 1945. Während die III. Gruppe vollständig aufgestellt werden konnte, verfügte die I. Gruppe bei Kaltenkirchen Ende März nur über 25 Me 262 und erreichte die vollständige Einsatzbereitschaft erst Anfang April 1945.
Die Aufstellung der II. Gruppe war erheblich verzögert. Die erste Gruppe ihrer Piloten begann mit der Umschulung in Lechfeld erst Anfang April 1945. Ihre wenigen einsatzbereiten Maschinen mussten dann in die Nähe von Prag evakuiert werden, wo sie schließlich zur Verstärkung der anderen beiden Gruppen verwendet wurden. Als US-Truppen Lechfeld erreichten, nahmen sie die zurückgebliebenen Piloten gefangen.

Der letzte Einsatz der Me 262 gegen amerikanische Bomberformationen erfolgte am 19. April von Flugfeldern um Prag herum. Anschließend wurden die Maschinen nur noch in kleiner Stückzahl bei Gelegenheiten gegen schwache Feindformationen geschickt. Zu diesem Zeitpunkt war für die Reste der deutschen Luftwaffe die Abwehr viermotoriger Bomber unbedeutend geworden und es galt nur noch mit den verbliebenen Flugzeugen die Bodentruppen zu unterstützen.

In der Nacht vom 5./6. Mai wendeten sich die russischen Truppen des Generals Waslow gegen ihre einstigen Verbündeten, um noch – letztlich vergeblich – ihren Kopf vor Stalin zu retten. Sie griffen die Flugplätze der Me 262 Düsenjäger sogar mit Tiger-Panzern an und die Waffen-SS aus Prag schickte Verstärkungen zu den Luftwaffen-Angehörigen.

Ein verlassener Jagdbomber vom Typ Me262 A-2a Sturmvogel ist von vorrückenden US-Truppen in einem Wald bei Frankfurt am Main im Frühjahr 1945 entdeckt worden.

Bis zum 8. Mai abends zogen sich die Deutschen zurück, sprengten zurückgelassene Düsenjäger, während die Piloten von noch fünfzehn bis zwanzig Me 262 die Erlaubnis erhielten, zu Zielen ihrer Wahl auszufliegen.
Um 16 Uhr am 8. Mai fand dabei der letzte Luftkampf über dem Erzgebirge mit sowjetischen Jak-9 statt, wobei auch der letzte Luftsieg einer Me 262 und wohl der gesamten deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg erzielt wurde.

JG 7 verlor 51 Piloten an Gefallenen und 12 an schwer Verwundete in den rund acht Wochen seiner Einsatzbereitschaft von Ende Februar bis Mitte April 1945 bei Einsätzen gegen amerikanische Bomberformationen. Dies war nicht besser, als das was auch die mit Bf 109 oder Fw 190 ausgerüsteten Jagdgruppen der Luftwaffe zu diesem Zeitpunkt an Verlusten erlitten.
Aber ihre Erfolge und Kampfgeist im Bewusstsein in einer technisch überlegenen Maschine den Feind anzugreifen waren deutlich größer. Was noch wichtiger ist, die meisten ihrer Piloten hatten kaum 100 Flugstunden und konnten zumeist gerade einmal sicher starten und landen. Diese jungen Piloten taten ihr Bestes, obwohl es fahrlässig kriminell war, sie so in den Kampf zu schicken und sie bezahlten einen hohen Preis für ihre Unerfahrenheit.

Immerhin etwa 100 bis 150 Düsenflugzeuge hätte die deutsche Luftwaffe in den letzten Tagen des Krieges immer noch in die Luft bringen können, was aber zu wenig war, um noch etwas zu ändern. Insgesamt 1.433 Me 262 wurden von den Fabriken bis Kriegsende ausgeliefert, aber weniger als die Hälfte erreichten noch die Verbände.
Der ehemalige General der Jagdflieger, Adolf Galland, erkannte nach dem Krieg an, dass etwa 500 verfügbare Me 262 die amerikanischen Bomber zwar wohl abgewehrt hätten, aber dies den Krieg nur zum Unglück aller verlängert hätte.


Animation 3D-Modell Me 262 A-1a Schwalbe


Spezifikationen für Messerschmitt Me 262 A-1a Schwalbe und A-2a Sturmvogel

Spezifikationen:

Messerschmitt Me 262 A-1a Schwalbe, A-2a SturmvogelAngaben
Typ A-1a: Abfangjäger mit Strahltriebwerk, A-2a: Jagdbomber mit Strahltriebwerk
Antrieb 2 x Junkers Jumo 004B Strahltriebwerke mit je 900 kg Schub"
Besatzung1
Spannweite 12,50 m
Länge über alles 10,60 m
Höhe über alles 3,80 m
Flügelfläche 21,68 m²
Leergewicht 4.000 kg
Startgewicht 7.045 kg
max. Flügelbelastung 295,02 kg/m²
max. Leistung 3,55 kg/kg
Höchstgeschwindigkeit 870 km/h (A-2a beladen: 755 km/h)
in Höhe 6.000 m
Steigleistung 1.200 m/min.
Zeit bis auf 9.000 m 13,1 min.
Dienstgipfelhöhe 11.500 m
Reichweite 1.050 km

Bewaffnung:

Messerschmitt Me 262 A-1a Schwalbe, A-2a SturmvogelAngaben
starr im Bug 4 x 30mm MK108 Kanonen [650 Schuss/min, 520 m/s Mündungsgeschw.] im Bug (zwei mit je 100 Schuß, zwei mit je 80 Schuß)
Bombenzuladung bei Jagdbomber A-2a zusätzlich 2 x 500-kg-Bomben unter den Flügeln

Einsatzstatistik:

Messerschmitt Me 262 A-1a Schwalbe, A-2a SturmvogelAngaben
Erstflug 4.April 1941 (mit Kolbenmotor), 18.Juli 1942 (mit zwei Jumo 004A-O Strahltriebwerken)
Serienproduktion Juli 1944 (A-0 Vorserie Mai 1944)
Truppenlieferung 30.Juni 1944 (EK262 Erprobungseinheit), September 1944 (8/ZG26 als erste Jagdstaffel)
Erster regulärer Kampfeinsatz A-2a als Jabo: 28. August 1944; A-1a als Jäger: 3. Oktober 1944
Endlieferung Mai 1945
Stückzahl (alle) insgesamt: 1.433
von Luftwaffe übernommen 1/39-12/44564
Produziert 1944564
Produziert 1945869
Bestand Me 262 in Frontverbänden am 10.1.45 ca. 67 (davon 52 Me 262 A-2a Sturmvogel)

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