Macchi C.202 Folgore

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Italienisches Jagdflugzeug Macchi C.202 Folgore.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Macchi C.202 Folgore

Eine Macchi C.202 Folgore fährt auf einem neu instandgesetzten Rollweg zur Startbahn. Bodenpersonal sitzt links und rechts auf den Flügeln, um dem Piloten den Weg zu weisen – übliche Praxis bei Flugzeugen mit schlechter Bodensicht.

Macchi C.202 Folgore.
Typ: einsitziger Jäger.

Geschichte:

Eines der besten italienischen Jagdflugzeuge in der Mitte des Zweiten Weltkriegs war die Macchi C.202 Folgore (Blitz).
Bei Macchi befand sich bereits die C.200 Saetta in Serienproduktion für die italienische Regia Aeronautica und die Firma erkannte das vollständige Potential des Jagdflugzeuges, wenn dessen leistungsschwacher Fiat A74 Motor ersetzt werden konnte. So entwickelte Mano Castoldi aus der mit einem Sternmotor angetriebenen C.200 die neue Folgore, welche mit einem Daimler-Benz DB 601 Motor ausgerüstet war. Der deutsche Flugzeugmotor wurde unter Lizenz von Alfa Romeo als RA 1000 RC411 gebaut.
Der Widerstand der konservativen italienischen Jagdpiloten gegen geschlossene Cockpits wurde ignoriert und von Anfang an war das Cockpit der Maschine völlig geschlossen.

Der Erstflug durch den Testpiloten Carestiato fand am 10. August 1940 statt und die neue Version erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 599 km/h, was 96 km/h schneller als die gebauten Serienflugzeuge der C.200 waren. Gleichzeitig blieb die hervorragende Steigleistung und Beweglichkeit des Vorgängers erhalten.

Da der neue Jäger auf einem in Serienbau gefertigten Vorgänger beruhte, konnten die Fertigungslinien recht schnell eingerichtet werden. Auftragnehmer für den Bau wurde neben der Firma Macchi auch Breda. Jedoch kam die Motoren-Produktion bei Alfa Romeo nur langsam voran und verzögerte daher erheblich eine zahlenmäßig starke Einführung der Folgore bei den italienischen Jagdfliegern.

Die ersten Serienflugzeuge der C.202 Serie 1 wurden von Breda an die 1° Stormo in Udine im Sommer 1941 ausgeliefert. Diese Einheit wurde im nachfolgenden November an die Front nach Libyen verlegt.

Die Folgore war ein Tiefdeckerflugzeug mit einem nach innen einziehbaren Fahrwerk und hatte eine Bewaffnung aus zwei 12,7-mm-Breda-SAFAT-Maschinengewehren in der Nase.
Das Flugzeug wurde nur sehr wenig während der Dauer seiner Produktion verändert und in insgesamt 11 unterschiedlichen Serien gebaut. Diese unterschieden sich nur durch Detailänderungen, Ausrüstung und Bewaffnung.
Einige der letzten Modelle hatten Stationen für 100- oder 150-Liter-Abwurftanks oder 50-, 100- oder 150-kg-Bomben unter den Flügeln.
Ab der sechsten Serie wurde in jeden Flügel jeweils ein 7,7-mm-Maschienngewehr zusätzlich zur Standardbewaffnung von zwei 12,7-mm-Maschinengewehren eingebaut. Später wurden zumindest bei einer Serie noch zwei zusätzliche 20mm Mauser MG 151/20 unter den Flügeln angebracht.

Es kam schließlich bei 45 Squadriglie (Staffeln) der 1°, 2°, 3°, 4°, 51°, 52°, 53° und 54° Stormo in Nordafrika, Sizilien, Italien, über der Ägäis und an der Ostfront in Russland zum Einsatz.
Insgesamt wurden etwa 1.500 Maschinen gebaut, von denen 392 bei Macchi und der Rest bei Breda hergestellt wurden.

Im Einsatz erwies sich die Folgore gleichwertig zur Spitfire V in Sachen Leistung, war jedoch deutlich schlechter bewaffnet. Sie war zwar der Hawker Hurricane und den amerikanischen Curtiss P-40 und Bell P-39 Airacobra deutlich überlegen, dagegen verhinderte die schlechte Bewaffnung oft den Abschuss alliierter Bomber.

Die ultimative Entwicklung der C.200 und C.202 Serie italienischer Jagdflugzeuge während des Krieges war die ebenfalls mit einem Daimler-Benz-Motor angetriebene C.205, von der aber nur 66 zum Zeitpunkt der italienischen Kapitulation in Dienst gestellt waren.
Dieser 1.475 PS starke DBV 605A-1-Motor wurde erstmals im April 1942 mit einer umgebaute Folgore erprobt und das Flugzeug erreichte damit 642 km/h. Jedoch war auch hier die Produktion durch Schwierigkeiten beim Lizenzbau des Motors als Fiat RA1050 RC58 Tifone beeinträchtigt.
Die C.205 Veltro (Windhund) konnte es nachfolgend im Einsatz bei Mussolinis faschistischer Luftwaffe in Nord-Italien (Repubblica Sociale Italiana) mit den meisten alliierten Jagdflugzeugen auf Augenhöhe aufnehmen und war der beste italienische Jäger des Zweiten Weltkriegs.

Benutzer: Italien.

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Spezifikationen Macchi C.202 Folgore

Spezifikationen
Macchi C.202 Folgore Spezifikation
Typ Jäger
Antrieb1175 PS Alfa Romeo RA1000 RC41-I (lizenz-produzierter deutscher DB 601A-1) Motor
Besatzung 1
Spannweite10,58 m
Länge über alles8,85 m
Höhe über alles3,04 m
Leer-Gewicht 2350 kg
Startgewicht 3010 kg
Höchstgeschwindigkeit 595 km/h
Dienstgipfelhöhe 11.000 m
Bewaffnung
Macchi C.202 Folgore Spezifikation
Standard über dem Motor2 x 12.7mm Breda-SAFAT-MGs
ab Serie VIII zusätzlich in den Flügeln2 x 7,7mm Breda-SAFAT-MG
eine späte Serie zusätzlich unter den Flügeln2 x 20mm Mauser MG 151/20
Zuladung Bonben und Treibstoff-Behälter (alle)bis zu 160 kg
Einsatzstatistik
Macchi C.202 Folgore Angaben
Erstflug (Prototyp) 10.August 1940
Serienproduktion Juli 1941
Endlieferung (IIC) Anfang 1944
Stückzahl (alle)1.100 (plus 400 C.205)

Animation 3D-Modell Macchi C.202 Folgore

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