Luftwaffe 2. September 1939


Flagge Deutsches ReichEinsatzstärken und Ausstattung an Flugzeugen der deutschen Luftflotten bei Kriegsbeginn und der Luftkrieg über Polen.

Ju87B Stuka Sturzkampfbomber

Kein Flugzeug charakterisiert die deutsche Luftwaffe zu Beginn des Krieges besser als der Ju 87B Stuka .

Diese Kriegsgliederung der Luftwaffe gibt die Einsatzstärken und Ausstattung der Einsatzverbände am Tag nach dem deutschen Angriff auf Polen und einen Tag vor der Kriegserklärung durch England und Frankreich an Deutschland, wieder.
Die Mehrzahl der Jagdeinsitzer, Sturzkampfbomber und Aufklärungsverbände in der Kriegsgliederung Luftwaffe waren der Luftflotte 1 und 4 für den Angriff auf Polen unterstellt. Allerdings waren Kampfflugzeuge mit größerer Reichweite von anderen Luftflotten auch in den Feldzug eingebunden. Die Lehrdivision operierte unabhängig von den Luftflotten, allerdings waren auch mehrere ihrer Verbände am Polenfeldzug beteiligt.

Kriegsgliederung Luftwaffe vom 2. September 1939:

LuftflotteGeschwaderGruppeFlugzeug-Typinsg.Einsatzbereit
Luftflotte 1 (Nordost Deutschland)Aufklärungs-Gruppe 10Hs1262322
insg. 1.109 Flugzeuge:Do171212
99 Hs126Aufklärungs-Gruppe 11Hs12699
281 Do17He4631
5 He46Do173332
5 He45Aufklärungs-Gruppe 21Hs1263531
286 Bf109He4598
32 Bf110Aufklärungs-Gruppe 41Hs1263226
185 He111He4620
18 Ju88Aufklärungs-Gruppe 120Do171312
154 Ju87Aufklärungs-Gruppe 121Do174433
40 Hs123JG1I. GruppeBf1095454
JG2II GruppeBf1094239
10. Nachtjagd-StaffelBf10999
JG3StabBf10933
I. GruppeBf1094842
JG20I. GruppeBf1092120
JG21I. GruppeBf1092928
ZG1I. GruppeBf1103224
II. GruppeBf109D3636
ZG2I. GruppeBf109D4440
KG1StabHe11171
I. GruppeHe1113832
KG2StabDo171110
I. GruppeDo173729
II. GruppeDo173533
KG3StabDo1797
II. GruppeDo173625
III. GruppeDo173938
KG4StabHe11165
I. GruppeHe1113128
II. GruppeHe1113227
III. GruppeHe1113321
KG25I. GruppeJu881815
KG152I. GruppeHe1113832
StG1I. GruppeJu873831
Do1733
StG2I. GruppeJu873832
Do1733
II. GruppeJu873836
Do1733
III. GruppeJu874037
Do1733
LG2II. Schlacht-gruppeHs1234037
Luftflotte 4 (Südost Deutschland)Aufklärungs-Gruppe 14Hs1263027
insg. 636 Flugzeuge:He4661
39 Hs126Do17119
23 He46Aufklärungs-Gruppe 31Hs12699
231 Do17He461717
3 He45He4532
189 Bf109Do171212
31 Bf110Aufklärungs-Gruppe 124Do17119
120 Ju87JG76I. GruppeBf1094945
JG77I. GruppeBf1095043
II. GruppeBf1095036
ZG76I. GruppeBf1103129
II. GruppeBf109D4039
KG76StabDo1799
I. GruppeDo173633
III. GruppeDo173935
KG77StabDo1766
I. GruppeDo173229
II. GruppeDo173232
III. GruppeDo173424
StG76I. GruppeJu873932
Do1733
StG77StabJu8733
I. GruppeJu873932
Do1733
II. GruppeJu873934
Do1733
Luftlotte 2 (Nordwest-Deutschland)Aufklärungs-Gruppe 12Hs1263330
insg. 524 Flugzeuge:He46108
33 Hs126He4530
10 He46Aufklärungs-Gruppe 122Do173027
3 He45JG26I. GruppeBf1094848
30 Do17II. GruppeBf1094844
244 Bf109ZG26I. GruppeBf109D5246
204 He111II. GruppeBf109D4847
III. GruppeBf109D4844
KG26StabHe11188
I. GruppeHe1113232
II. GruppeHe1113527
KG27StabHe11163
I. GruppeHe1113428
II. GruppeHe1112618
III. GruppeHe1112820
KG28II. GruppeHe1113535
Luftflotte 3 (Südwest-Deutschland)Aufklärungs-Gruppe 13Hs1265349
insg. 841 Flugzeuge:He4631
77 Hs126He4532
24 He64Aufklärungs-Gruppe 22Hs1261212
6 He45Do173535
78 Do17Aufklärungs-Gruppe 23Hs126128
287 Bf109He462118
28 Ar68He4531
301 He111Aufklärungs-Gruppe 123Do173736
40 Ju87JG51I. GruppeBf1094739
JG52I. GruppeBf1093934
JG53I. GruppeBf1095139
II. GruppeBf1094341
JG70I. GruppeBf1092424
JG71I. GruppeBf1093918
JG72III. GruppeAr682824
ZG52I. GruppeBf109D4443
KG51StabHe11163
Do1733
I. GruppeHe1113636
III. GruppeHe1113634
KG53StabHe11166
I. GruppeHe1113229
II. GruppeHe1113232
III. GruppeHe1113534
KG54StabHe11198
I. GruppeHe1113636
KG55StabHe11196
I. GruppeHe1113327
II. GruppeHe1113122
StG51III. GruppeJu874034
Do1733
LehrdivisionLG1StabHe111104
I.(Z) GruppeBf1103229
II.(K) GruppeHe1114135
III.(K) GruppeHe1114034
IV.(St) GruppeJu873936
Do1733
LG2StabBf10933
I.(J) GruppeBf1093634
III. GruppeDo172418
He4622
Hs12699
10. StaffelHe11198
JG2610. StaffelBf109129
der Marine unterstelltverschiedene GruppenHe593130
He608166
He11588
Do186354
4.Staffel der Träger-Gruppe 186Ju871212
5. und 6. Staffel der Träger-Gruppe 186Bf1092424
Kampfgruppe 806He1112120
Transportverschiedene GruppenJu52547535
FW20022
Ju9022
Ju3811

Ausrüstung der Frontverbände der Luftwaffe am 1. September 1939:

Flugzeug-TypAnzahl
He 111 Bomber780
Do 17 Bomber470
Do17 Aufklärer280
Ju 88 Bomber20
Ju 87 Sturzkampfbomber335
Bf 109 D Jäger235
Bf 109 E Jäger850
Bf 110 Zerstörer195
Ar66 Jäger5
Ar68 Jäger35
Hs126 taktische Aufklärer195
He46 taktische Aufklärer100
Küstenflugzeuge, Flugboote205
Verschiedene65
Insgesamt3.960

Staffel:
Die Anzahl des Flugpersonals in einer Staffel hing natürlich vom Typ der Flugzeuge ab. Es waren 10 Piloten bei einsitzigen Jagdflugzeugen und konnten mehr als 40 Mann Flugpersonal bei mehrmotorigen Bombern sein. Die Anzahl des Bodenpersonals variierte zwischen 150 Mann bei einsitzigen Jagdflugzeugen und nur 80 Mann Mann bei mehrmotorigen Bombenflugzeugen. Der Grund für die im ersten Moment erstaunlich wirkende geringere Anzahl bei den Bombern ist, dass ein Großteil der Wartungseinrichtungen und administrativen Bürotätigkeiten von den örtlichen Luftgau übernommen wurde, in der die Einheit stationiert war.
Eine Staffel hatte eine Stärke von 9 bis 12 Flugzeugen bei Kriegsbeginn, dies stieg aber ständig während des Krieges bis zu einer Maximalstärke von 16 an, wodurch natürlich auch die Anzahl des Flugpersonals und des Bodenpersonals vermehrt werden musste.

Gruppe:
Die Gruppe war normalerweise die grundsätzliche Einheit für operative Einsätze und Organisationsaufgaben. Ursprünglich bestand eine Gruppe aus drei Staffeln und dem Stab mit drei weiteren Flugzeugen, was somit eine Gesamtzahl von 30 Flugzeugen ergab. Ab der Mitte des Krieges hatten viele Jagdgruppen eine vierte Staffel und zusammen mit der maximalen Staffelstärke von 16 Jagdflugzeugen ergab dies eine Gruppenstärke von bis zu 67 Flugzeugen.
Die Mannschaften eine Gruppe waren zwischen 35 und 150 Mann Flugpersonal sowie zwischen 300 und 515 Mann Bodenpersonal stark.

Geschwader:
Das Geschwader war die größte Flug-Formation in der Luftwaffe. Ursprünglich bestand es aus drei Gruppen mit 90 Flugzeugen und einem Stab mit vier, was insgesamt 94 Flugzeuge ergab.


Luftkrieg über Polen 1939

die deutsche Luftwaffe in Polen

Schlag auf Schlag – die deutsche Luftwaffe in Polen. NS-Propganada-Bericht.

Der Operationsplan der deutschen Luftwaffe für den Angriff auf Polen am 1. September 1939 sah die Umsetzung der ‘Douhet-Theorie’ vor. Durch ‘strategische’ Angriffe auf die polnischen Luftstreitkräfte sollten diese noch zu Beginn des Feldzuges auf dem Boden ausgeschaltet werden. Anschließend sollten die ‘taktischen’ Einsätze zur Unterstützung der Wehrmacht folgen.

Tatsächlich wurden zwar in den ersten Tagen die Bodeneinrichtungen der polnischen Luftwaffe zerstört, zusammen mit Schulflugzeugen und nicht einsatzfähigen Maschinen, aber keine einzige polnische Frontmaschine, da diese zuvor auf provisorische Feldflugplätze verlegt und getarnt worden waren. Allerdings hat die deutsche Luftwaffe aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit und auch besseren Flugzeuge von Anfang an die eindeutige Überlegenheit in der Luft.

Der erste Angriff von Ju 87 des Stuka-Geschwaders 1 fand schon 15 Minuten vor dem eigentlichen Angriffsbeginn statt. Die Staffel hatte einen Sonderauftrag und sollte die polnischen Zündposten an der strategisch wichtigen Eisenbahnbrücke über die Weichsel bei Dirschau in Richtung Ostpreußen ausschalten, sodass ein Panzerzug die Brücke unversehrt erobern könnte. Die drei Stukas starteten um 4:26 Uhr und flogen im Tiefflug zu ihrem Ziel und erledigten ihren Auftrag, jedoch konnten die Polen die Zündkabel noch vor dem Eintreffen des Panzerzug flicken und um 6:30 Uhr wurde die Brücke trotzdem gesprengt.

Den ersten Luftsieg des Zweiten Weltkriegs erzielte Stuka-Pilot Frank Neubert über dem Flugplatz von Krakau, als er einen polnischen P.11-Jäger abschoss. Kurz danach, um 5:30 Uhr, gelang es dem Polen Gnys im selben Luftkampf das erste deutsche Flugzeug abzuschießen, einen Stuka der I. Gruppe des Geschwaders Immelmann.

Die bis zum Sommer 1940 größte Luftschlacht des Krieges fand am selben Tag ab 7 Uhr für etwa 50 Minuten nördlich von Warschau statt, als über 80 deutsche Bomber vom Typ He 111 und Do 17, gesichert durch 20 Zerstörer Messerschmitt Bf 110, von 64 polnischen Jägern P-11 angegriffen wurden. Jedoch waren die polnischen Doppeldecker zu langsam, um sich deutschen Flugzeugen auf vielversprechende Schussweite zu nähern.

He 111 Bomber warten auf Krieg

Der letzte Friedenstag vor dem 2. Weltkrieg: Die Besatzungen warten bei ihren unter Bäumen getarnten He 111 Bombern auf den Einsatzbefehl.

Auf Druck ihrer westlichen Verbündeten verweigerten die Polen ihren Bombern die Einsatzerlaubnis, selbst noch nicht einmal gegen deutsche motorisierte Kolonnen. Auch die modernen Los-Bomber, einer der besten mittleren Bomber zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, mussten auf dem Boden bleiben. Erst am zweiten Kriegstag griffen erstmals 6 leichte Karas-Bomber Einheiten des XVI. Panzer-Korps an.

Die deutschen Luftangriffe in den ersten beiden Tagen richteten sich neben den Angriffen auf die Flugplätze aber auch gegen Verkehrsziele, sodass die polnische Mobilisierung in ein Chaos ausartete und die Kommandostruktur teilweise lahmgelegt wurde.

Am dritten Kriegstag, dem 3. September 1939, begann die deutsche Luftwaffe mit der hauptsächlichen Unterstützung der Bodentruppen. Von nun an operierten die Luftwaffenverbände mit den Bodentruppen zusammen und griffen polnische Verteidigungsstellungen, Artilleriepositionen und Truppenkonzentrationen an.

Zwischenzeitlich hatten Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Zehn britische Blenheim-Bomber griffen am 4. September im hellsten Tageslicht die deutschen Kriegsschiffe vor Wilhelmshaven an. Davon wurden fünf abgeschossen und Feldwebel Troitsch von der II. Gruppe des JG 77 erzielt den ersten Luftsieg des Zweiten Weltkriegs im Westen.

Nachdem am 4. September 1939 die polnische Verteidigung langsam zusammengebrochen war, erhielten auch die modernen Los-Bomber Starterlaubnis. Insgesamt 27 der mittleren Bomber griffen das XVI. Panzer-Korps bei Radomsko an.
Aber die polnischen Fliegerverbände mussten nun auf andere Feldflugplätze zurückverlegen, wo kein Fliegerschutz bestand. Dadurch konnte die deutsche Luftwaffe erstmals 2 Los-Bomber und 3 P-11-Jäger auf dem Boden zerstören. Auch ging den polnischen Fliegern so langsam die MG-Munition aus.

Am 5. September flogen die polnischen Bomber ihren letzten Angriff auf die Spitzen des XVI. Panzer-Korps, dass nun nahezu ungehindert auf Warschau vorstoßen konnte.
Am nächsten Tag erfolgte nochmals ein Angriff von 6 Los-Bombern auf deutsche Panzertruppen bei Makow Mazowiecki, wobei die Hälfte von deutschen Jägern abgeschossen wurde. Die polnische Armeeführung wich nach Brest-Litowsk aus, wo sich auch die verbliebenen polnischen Fliegertruppen versammelten, welche bisher etwa 60 Prozent ihrer Flugzeuge eingebüßt hatten. Dies war auch auf den Beschuss durch eigene Flak und dem Versagen, auch nur ein einziges Mal Luftschutz für die polnischen Bomber durch Jäger verfügbar zu machen, zurückzuführen.
Von nun an wurden die verbliebenen polnischen Jäger und Bomber nur noch zur Aufklärung eingesetzt, da die veralteten Aufklärungsflugzeuge fast alle vernichtet waren.


Neu und am meisten gesucht:



Warschau war nun ohne Jagdschutz und auch die polnische Flak war nach Osten abgezogen worden. Währenddessen bombardierte die deutsche Luftwaffe in Zentral-Polen die Eisenbahnanlagen, um den Aufbau einer neuen polnischen Verteidigungsfront unmöglich zu machen.
Am 8. September 1939 besetzten deutsche Truppen den Flugplatz von Warschau, während die belagerte Stadt von 120.000 polnischen Soldaten verteidigt werden sollte.

Stukas fliegen über einen PzKpfw IV hinweg.

Stukas fliegen über einen PzKpfw IV während des Polen-Feldzugs hinweg.

Zwischenzeitlich entwickelte sich jedoch im Rücken der deutschen Belagerungstruppen überraschend die größte Schlacht des ganzen Polen-Feldzuges. Die Schlacht an der Bzura begann am 9. September, nachdem sich im Westen Polen zwei polnische Armeen unbemerkt von der Aufklärung der Luftwaffe vereinigen konnten.
Durch noch vorhandene Aufklärungsflugzeuge bei seinen Armeen konnte der polnische General Kutrzeba für zwei Tage die Initiative behalten und griff die offene Flanke der deutschen 8. Armee an. Die Lage entwickelt sich für die deutschen Truppen so bedrohlich, dass erstmals dringend starke Luftangriffe gegen polnische Bodentruppen angefordert wurden.
So griffen mehrere Kampfgeschwader in die Schlacht an der Bzura ein und die starken Stuka-Angriffe brachten den polnischen Angriff zum Stehen. Schließlich wurden die beiden polnischen Armeen mit fast 200.000 Soldaten auf einen 30 mal 45 km großen Kessel eingeschlossen.
Östlich der Weichsel bei Brest-Liotowks hatten die Polen zwar noch 120 Bomber und Jäger, aber aufgrund der völlig zusammengebrochenen Nachrichtenverbindungen erhielten sie keine Kenntnis von der großen Schlacht.

Am 13. September war Warschau vollständig eingeschlossen, aber mithilfe von Sportflugzeugen wurde der Kontakt zur polnischen Hauptstadt aufrechterhalten.
Am nächsten und übernächsten Tag griff die deutsche Luftwaffe die wichtigsten polnischen Flugplätze an, wobei fast alle Flugzeuge auf dem Boden zerstört werden. Daraufhin wurden alle noch verfügbaren polnischen Flugzeuge weiter nach Osten verlegt. Der letzte Bombenangriff polnischer Bomber fand am Morgen des 17. September auf deutsche Panzerkolonnen bei Hrubieszow statt.

Am nächsten Tag, den 17. September, überschritt die Rote Armee. die Ostgrenze Polens. Die in den Osten des Landes verlegten polnischen Fliegerverbände befanden sich sofort in heftigen Luftkämpfen mit dem Invasor. Dabei wurden zwei sowjetische Tupolew SB-2 und fünf I-16-Jäger abgeschossen, während die Sowjets 7 polnische Jäger und 3 Bomber als abgeschossen meldeten.
Nun wurde angeordnet, sämtliche noch vorhandenen, flugfähigen polnischen Flugzeuge nach Rumänien zu evakuieren und die anderen zu verbrennen. Etwa 100 polnischen Militärflugzeugen gelang es nach Rumänien zu fliegen. Die polnischen Karas- und Los-Bomber wurden von den Rumänen übernommen und später an der Ostfront gegen die Sowjets verwendet.

deutscher He 111-Bomber über Warschau

Deutscher He 111 Bomber über Warschau.

Zwischenzeitlich flog die deutsche Luftwaffe fast alle Einsätze gegen den Kessel an der Bzura. Aber schon am 25. September greifen 400 deutsche Bomber wieder Warschau an und werfen etwa 550 Tonnen Bomben ab. Da die Feuerwehr zusammen mit der Flak aus der polnischen Hauptstadt schon zwei Wochen zuvor evakuiert worden war, war die Lage dort hoffnungslos. Am nächsten Tag kapituliert die Garnison.

Am 4. Oktober 1939, als Hitler in Warschau die Siegesparade abnahm, flogen die letzten zwei polnischen Maschinen den letzten Kampfeinsatz bei der Schlacht von Koeck, wo der letzte polnische Großverband Widerstand leistete.

Im Polenfeldzug verlor die deutsche Luftwaffe 285 Flugzeuge, weitere 279 wurden beschädigt und 734 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.
Auf polnischer Seite hat die Flak doppelt so viele eigene Flugzeuge abgeschossen, wie die deutsche Flugabwehr polnische Maschinen vom Himmel geholt hat. Etwa 10 Prozent der polnischen Flugzeuge fielen eigenem Luftabwehrfeuer zum Opfer, jede dritte Besatzung kam dabei ums Leben. Offensichtlich feuerten die polnischen Flak-Kanoniere aus Psychose auf jedes Flugzeug, welches sie sahen. Selbst aus abgeschossenen polnischen Flugzeugen abgesprungene Piloten wurden von eigenen Landsleuten verprügelt, da man sie für Deutsche hielt.

Im Polenfeldzug exerzierte die deutsche Luftwaffe die Zusammenarbeit mit dem Heer für die nachfolgenden Blitzkriege. Die effektive, taktische Bodenunterstützung wird aber von den westlichen Alliierten verkannt. Durch die Erfolge bei der Unterstützung der Bodentruppen wurde aber der Aufbau einer zusätzlichen strategischen Bomberstreitmacht verschlafen, welche im späteren Kriegsverlauf schmerzlich vermisst wurde.

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