LSSAH Einsätze

Teil II zu 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS-Adolf Hitler,

Die Einsätze der LSSAH.

zurück zu Teil I: Bezeichnungen, Kommandeure, Aufstellung, Gliederung, Besonderheiten und Ende der 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS-Adolf Hitler

Einsätze

Einsätze von 1938 bis 1941
Soldaten der LSAAH beim gewagten Übersetzen nach Patras

Soldaten der LSAAH beim gewagten Übersetzen nach Patras (Griechenland) über den Kanal von Korinth auf Fischerbooten.

Das motorisierte Infanterie-Regiment ‘Leibstandarte Adolf Hitler’ nahm am Einmarsch in das Rheinland, dem Anschluss von Österreich und der Besetzung des Sudetenlandes und anschließend der Tschechoslowakei teil.
Die erste Härteprüfung kam dann im September 1939 im Polenfeldzug im Rahmen der Wehrmacht-Panzerdivision Kempf. Im Einsatz bei Lodz, Warschau und Modlin kämpfte das Regiment gut, verlor aber über 400 Mann bei wiederholten Angriffen polnischer Infanterie und Kavallerie, wobei es oft zu Nahkämpfen kam.

Während des Westfeldzug zeigte sich die Leibstandarte in hervorragender Verfassung und überquerte die Iser bei Zutphen und legte an einem einzigen Tag 75 km zurück. Erstmals zeigte sich die außergewöhnliche Kampfmoral des Verbandes, welche zu ihrem Markenzeichen werden sollte. Allerdings stehen Angegörige auch im Verdacht, am 28. Mai 1940 80 britische Kriegsgefangene bei Wormhout ermordet zu haben.
In Anerkennung der hervorragenden Kampfleistungen im Westen erhielten das Regiment die ‘Führerstandarte’, Hitlers persönliches Banner.

Im April 1941 nahm die Leibstandarte am Balkanfeldzug teil und drang nach Griechenland ein. Höhepunkte waren die Eroberung und Säuberung des Klidi- und Klissura-Passes, sowie die Überquerung des Golf von Korinth nach Patras.

Russlandfeldzug, 1941-1942:
BA-10 und KW-2 zerstören

Zwei Angehörige der LSSAH setzen 1941 einen russischen BA-10 Panzerspähwagen und einen KW-2 endgültig außer Gefecht.

Mit Beginn des Unternehmens Barbarossa wurde die Leibstandarte ihrer bisher größten Prüfung unterzogen. Bis Dezember 1941 im Einsatz als Brigade im Verband des III. Panzer-Koprs (Panzer-Gruppe 1) erfolgte der Angriff über die Gegend ostwärts Uman bis Nikolajew, zum Asowsches Meen und über den Mius bis nach Rostow (Ende November 1941). Die Stadt mußte jedoch kurz darauf wegen drohender russischer Überflügelung aufgegeben werden und es erfolgte ein Rückzug nach Westen in die Gegend von Taganrog.
Von Dezember 1941 bis Mai 1942 Abwehrkämpfe am Fluß Mius.
Im Juni und August Übergang zum Angriff auf Rostow am Don.
Ende Juli OKH-Reserve in der Gegend bei Stalino. Beginn der Auffrischung und Umgliederung zu einer Panzergranadier-Division durch Aufstellung der Pz.Jäger-Abt. 1 LSSAH als gepanzerte Abteilung mit drei Batterien Selbstfahrlafetten.

Frankreich 1942:

Von August 1942 bis Januar 1943 Auffrischung und Neugliederung im Raum Paris-Normandie in Frankreich. SS-Pz.Rgt. 1, SS-Pz.Pi­Btl. 1 LSSAH erhielten bis Ende 1942 je eine Pz.Pi-Kp. (SPW), SS-Pz.AA. 1 LSSAH neben zwei Pz.Späh-Kompanien auch zwei gep. Aufkl.Kpn. (le.SPW). Eine mot. Nebel-Werfer-Kp. trat Januar 1943 zum SS-Pz.Art.Rgt. 1.

Russland 1943:
ersten Tiger-Panzer

Die ersten Tiger-Panzer erhält die Division bereits im Dezember 1942. Sie werden erstmals im Februar 1943 bei Charkow eingesetzt.

Im Februar 1943 Abtransport zu Heeres-Gruppe Don nach Südrußland in die Gegend von Poltawa. Ab­wehrkämpfe zwischen Oskol am Donez und in der Gegend ostwärts Charkow, gegen einen russischen Durchbruch aus dem Raum von Woronesch. Kämpfe östlich von Starobelsk über die Gegend südlich von Kursk bis nach Charkow und die Gegend östlich und nördlich von Stalino. Im März 1943 Absetzbewegung aus Charkow in die Gegend um Merefa und Krasnodar.
Gegenangriff aus der Gegend von Krasnodar und Merefa in nördliche und nordöstliche Richtung auf Charkow und Belgorod. Rückerobe­rung von Charkow.

Auffrischung in der Gegend um Charkow von Mai bis Juni 1943: Pz.Rgt. 1 LSSAH wurde mit RStab und II.Abt. auf ca. 100 PzkPfw III und PzKpfw IV aufgefüllt. III. (gp)/ SS-Pz.Gren.Rgt. 2 LSSAH wurden neu mit SPW und schw. Waffen (Sfl.) ausgerüstet. I./Pz.Rgt. 1 wurde im Juni 1943 ins Reich verlegt (zur Ausrüstung mit PzKpfw V Panther).
2. – 20. Juli 1943 Einsatz bei Angriffsunternehmen ‘Zitadelle’. Ende Juli Versammlung bei Charkow und Abtransport mit dem SS-Pz.Korps nach Italien.

Italien 1943:

Hier militärische Besetzung von Oberitalien und Säuberungsaktionen gegen Partisanen im Raum von Istrien.
Im Oktober 1943 Besetzung von Mailand und wieder Abtransport zurück zur Ostfront. Kurze Auffri­schung bei Berlin mit der Eingliederung des neu mit PzKpfw V Panther ausgerüsteten I./SS-Pz.Rgt.1.

Ostfront 1943/44:

Versammlung in der Gegend von Kasatin und Swira bis zum 7. November. Anschließend Gegenangriff auf Fastow. Danach Ge­genschlag in der Gegend nördlich von Fastow, Brussilow und Schitomir. Ab dem 14. November Angriff auf Korostyschewl und Brussilow. Ende November Einkesselung starker Feindkräfte süd­lich und östlich von Radomysl.
Am 6. Dezember Angriff aus der Gegen nördlich von Schito­mir in Richtung Radomysl und Makarow (Kiew) bis nach Malin am Teterew. Am 15. Dezember Wieder­eroberung von Radomysl. Gegenangriff in der Gegend südostwärts Korosten (bei Meleni) bis zum 22. Dezember 1943.
Bis Mitte Januar 1944 Abwehrkämpfe und Gegenangriffe in der Gegend von Berdichew und Kasatin. Abwehrkämpfe in der Gegend um Jampol bis südöstlich von Schepetowka.
Abmarsch nach Uman. Gegenangriff aus der Gegend südöstlich von Uman und Risino in Richtung Winograd und Lysjanka zum Entsatz der bei Korssun eingeschlossenen deutschen Verbände.
4. bis 26. Februar Abmarsch in die Gegend südöstlich von Tarnopol.
Abwehrkämpfe in der Gegend um Jampol und anschließend Ausbruch aus der Einschließung um Jampol in Richtung Süden in den ‘Kessel nord­westlich von Kamenenz-Poldolsk’. Dann bis Mitte April wieder Ausbruch nach Westen, bis hinter den Strypa­-Seret-Abschnitt.
Herausgelöst und Reserve der Heeresgruppe Nord-Ukraine in der Gegend westlich von Lemberg bis Ende April.

Westfront 1944:

Im Mai Abtransport nach Belgien, zur Wie­deraufstellung in Flandern (Reste SS-Pz.Jg.Abt. 1 LSSAH im Februar und März ab­gegeben an 12.SS-Pz.Div.; Wiederaufstellung SS-Pz.Jg.Abt. 1 aus Teilen SS­-Sturmgesch.Abt. 1.)
Division personell und materiell kurzfristig aufgefrischt. Dabei übernahm das II.(gp)/ Pz.Art.Rgt.1 18 Panzer-Haubitzen (Wespe und Hummel) und wurde umbe­nannt in I.(SF) Abt.
Flak-Abt. 1, Pz.Pi-Btl.1 und Pz.AA.1 LSSAH aufgefüllt. Die Nebel-Werfer-Abt. 1 (drei Batterien) wurde eingegliedert und die Pz.Gren.Btl. III. (gp)/ 2 und I. (gp)/ Pz.Gren.Rgt. 1 LSSAH erhielten SPW-Züge.

Tiger-Panzer 1. SS-Panzer-Division Normandie

Tiger-Panzer der 1. SS-Panzer-Division LSSAH in der Normandie.

Einsatz in der Nor­mandie: Gegenangriffe und Abwehr in der Gegend südlich von Caen und östlich des Fluß Orne. Die Division steht Mitte Juli im Zentrum der Abwehrschlacht direkt südlich von Caen. Dabei werden am 17. Juli bei Cagny und Frenouville rund 100 alliierte Panzer vernichtet. Erfolgreicher Abwehrkampf gegen einen Durchbruchsversuch der britischen 2. Armee bei Caen während der Operation ‘Goodwood’ bis zum 20. Juli.
Nach dem alliiertem Angriffsunternehmen ‘Cobra’ bei St. Lo­-Periers und deren Durchbruch auf Avranches am 30. Juli führt LSSAH eine Gegenangriff aus der Gegend nordwestlich von Mortain gegen den alliierten Schlauch um Avranches. LSSAH wurde dort jedoch durch Jabo-Angriffe festgenagelt.
Abwehrkampf ab dem 8. August und Rückzug und Verteidigung im sich bildenden ‘Kessel um Falaise’. Ausbruch der Restkampfgruppe über Chambois und Trun. Absetzen auf die Seine nördlich von Paris. Flußübergang bei Elbeuf/Rouen. Rückzug der Restkampfgruppe LSSAH durch Nordfrankreich und Belgien bis hinter die Maas, bei Charleville.

Ab dem 15.Sep­tember herausgelöst zur Auffrischung im Reich. Während dieser Zeit war die Masse SS-Sturmgesch.Abt.1 von August bis Dezember im Einsatz im Kurland.

Ardennen-Offensive: Angriff ab dem 16. Dezember über Honsfeld nach Büllingen und Stavelot bis Stormont/Gleize, etwa 30 km östlich von Huy an der Maas. Übergang zur Abwehr im Frontabschnitt östlich von Bastogne und bis Mitte Januar 1945 Rückzug in die Eifel. Danach eine frontnahe und kurze Aufrischung.

Ungarn 1945:

Ab Ende Januar 1945 im Bahntransport zur Heeresgruppe Süd nach Westungarn in die Gegend am Nordufer des Plattensee westlich von Polgardi. In Stellungen bis zum 14. Februar um Stuhlweissenburg-Morl im Vertes­gebirge, südlich Esztergom in der Gegend östlich von Neuhäusl und nordwestlich von Esztergom, an Gran und Donau.
Frühlingserwachen-Offensive: Angriff ab dem 17. Februar über Kis nach Ujfalu/Köbölkut, Gywa, Muszla und auf Parkanyl/Ebed. Bereinigung des russischen ‘Gran-Brücken­kopfs’ durch Vorstoß auf Kemend-Beny bis zum 25. Februar.
Anschließend Abmarsch in die Gegend von Papa-Varoslöd, nördlich von Polgardi. Versammlung und Auffüllung für den Schlag zur Donau bei Dunaföldvar.
Erfolgreicher Angriff zum Sio-Kanal mit der Eroberung eines Brückenkopfes über den Kanal bei Simontornya-Ozora. Danach Verteidi­gungskampf bei Simontornya bis zum 17. März.
Nach dem Durchbruch der 2. Ukrainischen Front von Tol­buchin durch die ungarischen Stellungen zwischen Mor und südwestlich von Esztergom in Richtung Komorn, Donau und Pa­pa/Kisber, wurde LSSAH herausgelöst.
Am 18./19. März Abmarsch in Richtung Norden in die Gegend um Ino­ta und Varpalota (westlich von Stuhlweissenburg). Gegenangriff bei Mor und Kisber.
Am 22./23. März gehen die Reste der LSSAH auf den Abwehrreigel bei Veszprem und Varoslöd zurück. Danach Rückzug durch den südlichen Teil des Bakony-Walds über Urkud (nördlich von Deveczer) bis in die Gegend südlich Papa, wo LSSAH am 25. März eintrifft.
Abwehrkämpfe in alle Richtungen und Absetzbewegung bis zum Marcali-Raab-Ka­nal, südlich von Marcaltö. Verteidigung bei Czelldömölk gegen beiderseits umfas­senden russischen Angriff am 26./27. März. Ausbruch nach Nordwesten, über Ujker­-Felsösag, um Gyorö herum und südlich von Kapuvar. Rückzug nach Norden in die Gegend westlich von Ödenburg.
Rückzug über den Bereich von Wiener Neustadt durch den Wiener Wald, wo Abwehrkämpfe geführt werden. Anschließend Marsch und Verteidigung im Raum westlich von St. Pölten vom 10. April bis 5. Mai 1945.

Praxisbahn
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