Kriegstagebuch 9. November 1914


Leichter Kreuzer Emden zerstört

In Stücken geschossen von der schweren Bewaffnung von HMAS Sydney läuft Emden auf Land bei der Insel North Keeling und über 60 Prozent der Besatzung werden getötet. Auf ihrem Beutezug hat das Schiff 30.000 Seemeilen zurückgelegt, 16 britische Schiffe versenkt und Schäden in Höhe von etwa 5 Millionen Britischen Pfund verursacht, was etwa das 15-fache der Baukosten dieses leichten Kreuzers beträgt.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 9. November 1914:

Seekrieg

Indischer Ozean: Der deutsche leichte Kreuzer Emden wird durch den australischen Kreuzer HMAS Sydney (Kapitän Glossop) vor Direction Island, Keeling (Cocos-Inseln) überrascht, läuft auf Grund und wird vernichtet. Es gibt 206 Tote, aber 50 Mann der Landungstruppe können entkommen und erreichen nach einer abenteuerlichen Reise das türkisch-kontrollierte Arabien. HMAS Sydney wird 10-mal getroffen und es gibt 16 Tote. Es ist das erste Gefecht, welches jemals von einem australischen Kriegsschiff geführt wurde.
Pazifik: Das deutsche Kanonenboot Geier lasst sich in Honolulu internieren und wird als USS Carl Schurz 1917 übernommen. Es sinkt später bei einer Kollision am 21. Juni 1918.
Der deutsche bewaffnete Hilfskreuzer Komoran wird am 14. November in Guam interniert.
Dardanellen: Admiral Guepratte bildet das französische Geschwader.
Nordsee: Das erste deutsche U-Boot (U-12) läuft in den neuen Stützpunkt Zeebrügge ein.

Westfront

Flandern: Die britischen Stellungen bei Ypern geraten unter heftige deutsche Angriffe. Falkenhayn bildet die Armeegruppe Linsingen für die letzten Angriffe. Die indischen Garhwal Rifles unternehmen einen erfolgreichen Nachtangriff auf deutsche Stellungen im Abschnitt Neuve Chapelle.

Ostfront

Polen: Woyrsch evakuiert Kalish und Chenstokhow. Die russische 14. Kavallerie-Division führt Überfälle in Schlesien durch, unterbricht die Bahnlinie bei Pleschen und dringt bis zum nächsten Tag über 30 km tief ein.

Südfronten

Serbien: Ein Kuk-Regiment überschreitet den Fluss Sava bei Semendria östlich von Belgrad, wird dann aber durch serbische Truppen blockiert.

Heimatfronten

Großbritannien: Premierminister Asquiths Guildhall-Rede über die alliierten Kriegsziele: ‘Wir werden niemals das Schwert zurück in die Scheide nehmen’. Anglofranzösische Konvention bezüglich gekaperter und beschlagnahmter Schiffe.

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