Kriegstagebuch 8. September 1914

Französdische 75-mm-Kanone im Einsatz

Ein französisches 75mm M1897 Feldgeschütz im Einsatz. Die Kanone war sehr mobil und konnte bis zu 20 Granaten in der Minute verschiessen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. September 1914:

Marne: Der Kampf geht weiter am Ourcq, jede Seite versucht die andere zu überflügeln. Als die deutschen Korps von Maubeuge anfangen einzutreffen, gerät Maunourys Nordflanke ins wanken. Gallieni rettet wiederum den Tag, indem er weitere Verstärkungen schickt. Das Britische Expeditionskorps überquert den Fluss Petit Morin und greift La Fertesous-Jouarre an. Englische Geschütze beschiessen die mit den Truppen von Kluck überfüllten Brücken. D’Esperey überschreitet ebenfalls den Fluss Petit Morin, erobert Montmirail und droht Bülows ganze Front aufzurollen. Foch lässt sich 5-7 km vor wütenden Gegenangriffen von Bülow und Hausen zurückfallen.
Maas: Deutsche Truppen beschiessen das kleine Fort Troyon südöstlich von Verdun bis zum 12. September. Das Fort kann aber bereits am 10. September durch eine Kavalleriedivision entsetzt werden.
Lothringen: Die französische 59. Reserve-Division erobert die Ortschaft Ste Genevieve nördlich von Nancy zurück und zählt danach 2.000 deutsche Gefallene.
Belgien: Generalleutnant Deguise wird Kommandant der Festung von Antwerpen.

Luftkrieg

Westfront: Die Piloten Roeckel und Chatelain mit ihrem Artillerie-Beobachtungsflugzeug über dem Abschnitt Vaubecourt an der Marne ermöglichen es den französischen Geschützen über die Hälfte der Artillerie des deutschen XVI. Korps zum Schweigen zu bringen.

Ostfront

Polen: Woyrschs schlesisches Landwehrkorps verliert 8.000 Männer und wird gezwungen sich wieder über die Weichsel zurück zu ziehen.
Ostpreußen: Das russische II. Korps hält bei Lötzen einen Durchgang offen.
Galizien: Zweite Schlacht von Lemberg bis zum 11. September. Heftige Kämpfe rund um Ravarusska, 53 km nordwestlich von Lemberg. Die österreich-ungarische Vierte Armee (Auffenberg) wird geschlagen und das XVI. Korps von Brusilow nimmt Mikoiajow.

Südliche Fronten

Serbien: Truppen der österreich-ungarischen Sechste Armee erzwingen einen Übergang über den Fluss Drina an zwei Stellen, einschließlich bei Zvornik in der Nacht vom 8./9. September. Sie treiben die Serben Schritt für Schritt nach Guchevo und den angrenzenden Bergrücken zurück und gewinnen 13 km bis zum 11. September.

Seekrieg

Nordsee: Der britische bewaffnete Hilfskreuzer Oceanic scheitert und sinkt vor den Shetland-Inseln. Das britische Schlachtkreuzer-Geschwader und die Flotte aus Harwich durchkämmen erfolglos die leere Helgoländer Bucht.
Indischer Ozean: Der deutsche Leichten Kreuzer Emden beginnt mit seiner spektakulären Karperfahrt und nimmt den neutralen griechischen Kohlefrachter Pontoporas als erste Prise. Die Emden versenkt 11 britische Handelsschiffe zwischen dem 10. und 27. September und bindet etwa 14 alliierten Kriegsschiffe, welche nach ihr suchen. Insgesamt versenkt sie 23 Handelsschiffe.

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